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American Whiskey

Posted in Zutaten on August 1st, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Ich sollte aufhören, Artikel anzukündigen… irgendwas kommt immer dazwischen. Soviel sei gesagt, die nächsten Artikel werden sich mit der Whiskey Rebellion, George Washingtons Rye Whiskey, der Prohibition und ihren Auswirkungen auf Rye Whiskey, sowie der “Wiederentdeckung” von Rye Whiskey in den letzten Jahren beschäftigen. Je nach dem wie viel Zeit meine Bachelor Thesis verschlingt, kann es aber noch ne Weile dauern. ;)

Getreide

Rye Whiskey

Whiskey aus Roggen kann als Ursprung des amerikanisches Whiskey angesehen werden. Die Siedler kannten das Getreide aus Europa und es gedeite prächtig auf dem Boden der neuen Welt. Das ebenfalls bekannten Gerste, welches in Schottland und Irland für die Whiskey Produktion genutzt wurde, erforderte mehr Pflege und wurde so wenig bis gar nicht angebaut. Wann der erste Whiskey in den heutigen USA hergestellt wurde, kann leider nicht mit Sicherheit gesagt werden. Genauso wenig bekannt ist, wer dafür verantwortlich war. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass schottische, irische und deutsche Einwanderer die Whiskey Herstellung verbreitet haben, als im 18ten Jahrhundert mehr und mehr Menschen aus diesen Ländern in die USA geströhmt sind. Bald wurde es zur Normalität, dass Farmer entweder eine eigene kleine Distillerie besaßen oder es eine gemeinschafftliche, größere Distillerie gab, um überschüssiges Getreide in Alkohol zu verwandeln. Dieses konnte einfacher und länger gelagert werden und machte ebenso beim Transport weniger Arbeit (es wurde gesagt, dass ein Pferd ca 4 Scheffel Getreide, aber Whiskey aus ca 24 Scheffel Getreide transportieren konnte). Da die Siedler in den westlicheren Gebieten eher auf sich allein gestellt waren und zum Beispiel kein Geld exisitierte, entwickelte sich Whiskey zu einem anerkannten Zahlungsmittel.

Natürlich wurde Whiskey auch getrunken, aber im Allgemeinen war Rum von den britischen Inseln und der Ostküste der USA das bevorzugte alkoholische Getränk. Der Whiskey von damals, was eins zu eins auch auf Rum übertragbar ist, kann allerdings nicht mit heutigen Produkten verglichen werden. In den meisten Fällen war er ungelagert und schmeckte sehr rau. Falls eine Spirituose gelagert war, war das eher ein Nebeneffekt des Transports und keine absichtliche Veredelung des Produktes.

Mit der Zeit passte sich die Rye Whiskey Herstellung der immer größeren Produktionsmenge an und es gab immer mehr Distillerien, die sich voll auf die Whiskey Herstellung konzentrierten und nicht nur eigenes überschüssiges Getreide verdelten. Diese Whiskey Hersteller kauften entweder Getreide von Farmern ein oder verarbeiteten Getreide im Auftrag der Farmer und behielten dafür einen kleinen Teil des resultierenden Whiskeys als Bezahlung.

Nachdem die USA ihre Unabhängigkeit erlangte, viel Rum drastisch im Ansehen der Amerikaner, da es als Zeichen der englischen Unterdrückung galt. Viele sahen sich so nach neuen Alkoholquellen um und Rye Whiskey wurde immer beliebter. Rum erholte sich zwar wieder, doch Rye blieb bis zur Prohibition Anfang des Zwanzigsten Jahrunderts die beliebteste Spirituose der Amerikaner.

Heutzutage darf sich Whiskey Rye Whiskey nennen, wenn die Maische aus mindestens 51% Roggen besteht, er in den USA hergestellt wird, zu nicht mehr als 80% distilliert wird und mindestens 2 Jahre in neuen, ausgekohlten Eichefässern gelagert wird. Hierbei darf der Alkoholgehalt des Whiskeys in den Fässern nicht mehr als 62.5% betragen. Sollte der Whiskey weniger als 4 Jahre gereift sein, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Rye Whiskey mit mindestens 40%.

Vintage Rye

Vintage Rye

Bourbon Whiskey

Im heutigen Kentucky bauten die Siedler, im Gegensatz zu den östlicheren Gebieten der USA, kein Roggen an, sondern Mais. Dieses wurde schon seit mehreren Tausend Jahren von den Ureinwohnern angebaut und gedeiht im Klima Kentuckys besser als das bekannte Getreide aus der alten Welt.

Die erste permanente Siedlung in Kentucky (damals noch Teil von Virginia) wurde 1774 gegründet und nach James Harrod benannt: Harrodstown bzw. Fort Harrod. Nicht lang nach den ersten Ernteerträgen, sollen die Siedler dort mit der Whiskeyherstellung begonnen haben, um ihr überschüssiges Getreide zu verarbeiten. Natürlich wuchs die Einwohnerzahl mit der Zeit und so gehörten schon bald einige wichtige Persöhnlichkeiten zu den Siedlern in Kentucky: Jacob Beam (Urgroßvater von Jim Beam), Robert Samuels (Vorfahre von Maker’s Mark Präsident Bill Samuels), Basil Hayden (Großvater des Old Grand-Dad Gründers R. B. Hayden) und Daniel Weller (Großvater von W. L. Weller).

Doch wie kam Bourbon zu seinem Namen? Alle anderen Whiskeysorten wurden nach einem ihrer Grundbestandteile benannt, so dass Bourbon Whiskey durch die Nutzung des Namens einer französischen Adelsfamilie stark aus der Reihe tanzt. Viele Bücher Begründen dies ungefähr so:

Early in the colonial history of America, a Baptist minister, Elijah Craig, established a still in Georgetown, Kentucky and began producing whiskey from a base of corn. The still is said to have been one of the first in Kentucky and customers in neighboring towns christened his product Bourbon County Whiskey, from the county of origin.” – Alexis Lichine’s New Encyclopedia of Wines & Spirits

The name is due to the fact that the first whisky distilled in Kentucky was obtained from ground maize at the mill of one Elijah Craig, in Georgetown, Bourbon County. It was called Bourbon County Whisky at first, and the name Bourbon Whisky has been used ever since for whisky distilled wholly or chiefly from maize.” A Concise Encyclopedia of Gastronomy, von Andre L. Simon

Das Problem hierbei ist, dass Elijah Craig zwar einer der ersten Distiller in Kentucky war, jedoch sehr wahrscheinlich nicht der Erste. Außerdem beschreibt Charles K. Cowdery in seinem Buch Bourbon, Straight (das entsprechende Kapitel ist auch hier zu finden), dass Elijah Craigs Unternehmen sich nie in Bourbon County befand. Die Grenzen haben sich zwar öfters verschoben (die alten, großen Counties wurden mit der Zeit immer weiter verkleinert), doch befand sich die Distillerie nur in Fayette County (1780), dann in Woodford (1788) und letztendlich in Scott (1792), aber nie in Bourbon.

Bourbon County wurde 1785 gegründet und nach der bekannten französischen Adelsfamilie benannt (nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bekamen viele Orte französische Namen, um die Franzosen für ihre Hilfe im Krieg zu ehren). Dieses Gebiet wurde später in viele kleine Teile unterteilt, war aber trotzdem noch unter dem Namen Old Bourbon County benannt, was sich auch auf den Whiskey von dort übertrug, der Old Bourbon Whiskey genannt wurde. Mit der Zeit nahm man an, dass das Old im Namen sich auf das Alter des Whiskeys bezieht und der Name wurde auf Bourbon Whiskey reduziert. Die altbekannten Begründungen, wie Bourbon zu seinem Namen kam, sind also nicht ganz falsch, jedoch auch nicht ganz korrekt. Sie wurden jedoch leider so oft wiederholt, dass sie als Fakt angesehen werden. Gleich blieb jedoch bis heute, dass Bourbon Whiskey ein Destilat bezeichnet, dass hauptsächlich aus Mais hergestellt wird.

Bourbon Whiskey muss mindestens einen 51%igen Anteil an Mais in der Maische besitzen, in den USA hergestellt werden, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und mindestens 2 Jahre in neuen, ausgekohlten Eichefässern lagern. Sollte der Whiskey weniger als 4 Jahre gereift sein, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Bourbon Whiskey mit mindestens 40%.

Durch den variablen Anteil an Getreide von 49% der Maische kann es passieren, dass z.B. ein Bourbon einem Rye Whiskey sehr ähnlich ist. So hat der Evan Williams Single Barrel Bourbon, sowie der Four Roses Single Barrel 100° (35% Rye) einen hohen Rye Anteil und könnte in einem Tasting leicht für einen Rye Whiskey gehalten werden.

Elijah Craig

Elijah Craig

Tennesse Whiskey

Tenesse Whiskey unterscheidet sich zu Bourbon Whiskey nur dadurch, dass er in Tennesse hergestellt und zusätzlich durch eine Schicht aus Ahornzucker-Kohle (bed of sugar maple charcoal) gefiltert werden muss, welchen ihn besonders geschmeidig machen soll. Die einzigen beiden Firmen, die heutzutage noch Tennesse Whiskey herstellen sind Jack Daniels und George Dickel.

Jack Daniels

Jack Daniels

Blended American Whiskey

Blended American Whiskey muss mindestens 20% Straight Whiskey (egal welcher Sorte) enthalten. Der Rest des Blends ist ungereifter Neutralalkohol oder ungereifter, hochprozentiger Whiskey.

Corn Whiskey

Corn Whiskey muss mindestens 80% Mais in der Maische enthalten, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und für mindestens 2 Jahre in neuen oder gebrauchten Fässern gelagert sein

Quellen

Rye Whiskey Tasting

Posted in Allgemeines on June 14th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Mittlerweile ist es im C&D Forum gang und gäbe, dass alle paar Monate ein Online Tasting veranstaltet wird. Bei diesem kauft ein Mitglied des Forums verschiedene Marken einer Spirituose ein, füllt diese in kleine 20ml oder 40ml Fläschchen und verschickt sie an die teilnehmenden User.

Das nächste Tasting wird, wie der Name des Posts schon vermuten lässt, ein Rye Whiskey Tasting sein. Verkostet werden 10 Sorten, die preislich zwischen 16€ und 115€ liegen. Wie bei allen anderen C&D Tastings, ist auch dieses ein Blind Tasting, bei welchem die Fläschchen nur durchnummeriert sind. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Preis oder von bekannten Reviews des Ryes beeinflusst wird.

Gerade bin ich mit dem Umfüllen des Ryes fertig geworden und werde mich nun die nächsten Tage an das Verpacken der Flaschen machen. Das Tasting wird eine Laufzeit von drei Wochen haben – erst dann wird verraten, welcher Rye in welcher Flasche war.

Begleitend zum Tasting, werde ich hier auf Cocktails Old Fashioned auf die Geschichte des Ryes eingehen und beleuchten, wie es dazu kam, dass es heute nur noch so wenige verschiedene Marken gibt. Ebenso werden nach dem Tasting die teilnehmenden Ryes einzeln vorgestellt werden.

Webweites #2

Posted in Webweites, Zutaten on April 15th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Spirit Timelines
Tristan vom Wild Drink Blog hat die Geschichte von Gin, Rum und Vodka in drei verschiedenen Zeitlinen zusammengefasst.

Der Mojito
Tristan hat sich auch ziemlich ausführlich mit der Geschichte des Mojito befaßt. In Teil 1 geht es um die Entstehung und ursprüngliche Zubereitung, wogegen in Teil 2 dokumentiert ist, wie sich der Drink über die Zeit hinweg verändert hat.

The Rye Whiskey Roundtable
Das Malt Advocate Magazin veranstaltete eine Diskussionsrunde über Rye Whiskey mit folgenden Personen:

  • Kris Comstock (Buffalo Trace Distillery)
  • Larry Kass (Heaven Hill)
  • Drew Kulsveen (Kentucky Bourbon Distillers)
  • Bernie Lubbers (Jim Beam)
  • Fritz Maytag (Anchor Distilling)
  • Joe Nardoci (Chatham Imports)
  • Henry Preiss (Preiss Imports)
  • Jimmy Russell (Wild Turkey)
  • LeNell Smothers (LeNell’s Ltd)
  • Julian Van Winkle (J.P. Van Winkle and Son)
  • John Hansell und Lew Bryson (Malt Advocate)

Themen waren unter anderem die Gründe für das verschwinden von Rye Whiskey, das wiederaufgeflammte Interesse an Rye Whiskey, Junge vs. Alte Abfüllungen und vieles mehr. Interessant ist die Tatsache, dass Rye Whiskey nur an wenigen Tagen im Jahr gemaischt wird:

Now four [days]! See, that’s the point: it’s a small category, a smaaaallll category. We do have to bear that in mind. We spill more bourbon in a day than we sell rye in a year! – Larry Kass

Leider findet man den Artikel nur noch über den Google Cache. Schätzungsweiße wurde der Artikel ca 2006 veröffentlicht. Es ist zwar kein Datum angegeben, aber im Text wird erwähnt, dass die veröffentlichung des Sazerac 18y 6 Jahre zurück liegt und dieser wurde erstmals im Jahr 2000 veröffentlicht.

Link zum Artikel

Eban Freeman Cocktailvideos (epicuriousdotcom)

Cocktails with Toby Maloney
Interessante Bewegungsabläufe, ungewöhnliche Schütteltechnik und handgeschlagene Eisstücke:

Verschiedene Videos

Tipps für Anfänger: Spirituosen

Posted in Zutaten on January 12th, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Beginnen wir mit einer Liste von Spirituosen, über die man stolpert, wenn man sich mit dem Thema Cocktails mixen beschäftigt. Es sind bewußt auch Marken aufgeführt, die eher nicht oder auf keinen Fall zu empfehlen sind. Einige der Notizen habe ich über die letzten zwei Jahren in verschiedenen Foren und Blogs gesammelt. Es wurden jedoch nur Meinungen aufgenommen, die öfters vertreten waren und auch nur von Personen, die als “vertrauenswert” gelten. Falls sich jemand auf den Schlipps getreten fühlt, bitte melden. Ebenso sind Verbesserungsvorschläge immer gerne willkommen. ;-)

Weißer Rum

  • Bacardi White (11€/0.7L): Früher “der” Rum aus Kuba, wird er heutzutage in Puerto Rico hergestellt und sollte auf keinen Fall verwendet werden. Sprittig und sehr neutraler Geschmack.
  • Old Pascas White (6€/0.7L): Ein weißer Rum aus Barbados. Leider ähnlicher Geschmack wie bei Bacardi, jedoch nicht ganz so teuer. Im absoluten Notfall verwendbar, falls Rum nur die 3te Geige spielt.
  • Cartavio Silver (17€/1L): Sehr aromatischer Rum aus Peru zu einem günstigen Preis. Sehr vielseitig in Cocktails einsetzbar. Ich hatte noch keinen Drink, in dem er mich enttäuscht hat.
  • Matusalem Platino (16€/0.7L): Ein Top Rum aus der Dominikanische Republik. Etwas speziell, sehr aromatisch, passt nicht in allen Cocktails perfekt. Im C&D Forum sehr beliebt.
  • Appleton White (12€/0-7L): Ein Vertreter des weißen Rums aus Jamaika. Sehr mild und etwas süßlich/fruchtig. Wird oft empfohlen, passt meiner Meinung nach aber nur gut in “Saftcocktails”. In einem Daiquiri z.B. eher ungeeignet.
  • Blue Bay White (15€/0.7L): Dieser Rum aus Mauritius passt perfekt in einen Daiquiri oder Mojito. Durch seinen besonderen Geschmack (sehr fruchtig, mit frischer Zuckerrohrnote), passt er allerdings nicht in jeden Drink. Probieren!
  • Havana Club 3y (12€/0.7L): So ziemlich die bekannteste Marke aus Kuba. Traditionell eher leicht im Geschmack, gleichzeitig aber auch eher speziell und ist nicht für jeden Cocktail geeignet. Obwohl es für den Preis weitaus bessere Rums gibt, ist er immer noch meine erste Wahl für einen Cuba Libre.
  • El Dorado White (12€/1L): Ziemlich universeller Rum mit super Preis-/Leistungsverhältnis aus Guyana. Hat aber eine leichte Kakaonote (Demarara ;-) ) im Geschmack, daher schmeckt er nicht jedem (aber vielen).

Brauner Rum

  • Appleton V/X (16€/0.7L): Sehr aromatischer Rum aus Jamaika. Sehr gut in allen Cocktails wo eine ausgeprägte Rumnote gefragt ist (z.B. Planter’s Punch, Mai Tai, usw.)
  • Appleton Extra (23€/0.7L): Ein paar Qualitätsstufen über dem V/X macht er sich besonders gut in jenen Cocktails, die hauptsächlich Rum enthalten oder wenn man einem Cocktail eine besondere Note geben möchte. Schmeckt auch pur super.
  • Old Pascas Ron Negro (8€/0.7L): Von der Qualität besser als Old Pascas White mit passablem Preis-/Leistungsverhältnis. Allerdings nicht so gut wie zum Beispiel Appleton V/X.
  • Mount Gay Eclipse (21€/1L): Ein Goldener Rum mit ausgeprägtem Aroma aus Barbados.
  • El Dorado 12y (26€/0.7L): Schmeckt sehr gut pur. Leichte süße. Fantastisch in einem Rum Manhatten oder Rum Sour!
  • Bacardi 8y: Die erfreuliche Ausnahme unter den vielen schlechten Bacardi Rums. Runder, sanfter, leicht süßlicher Geschmack. Eher etwas für Einsteiger, Profis könnte der Geschmack etwas zu schwach sein.
    Alles andere in Deutschland erhältliche (z.B. Oro/Black) ist meist nur eingefärbter, junger Rum. Nicht zu empfehlen!
  • Appleton Dark (13€/0.7L)
  • El Dorado Dark (14€/1L)
  • Old Monk Very Old Vatted Indian Rum (23€/1L): Ein Rum aus Indien mit außergewöhnlichem Geschmack (starke Kaffee, Karamel und Molassenoten). Super in einem Rum Sour.
  • Doorly’s XO (26€/0.7L): Schönes Aroma, süßlich. Pur schmeckt er mir nicht so gut (anderen wiederum sehr gut), aber in Cocktails klasse.

Overproof Rum

  • Wray & Nephew White Overproof (17€/0.7L): Eigentlich ein brauner Rum, wird dieser vor dem Verkauf gefiltert, was in seiner weißen Farbe resultiert. Sehr fruchtiger und leicht süßlicher Geschmack. Im Vergleich zu den restlichen Overproofs hat er einen untypischen Geschmack.
  • Lemon Hart Demarara 151 (23€/0.7L): Meist wird dieser Rum als bester Overproof gehandelt. Sehr stark, sehr dunkel mit sehr kräftigem Aroma. Leider nur schwer zu bekommen.
  • Lemen Hart 73% (23€/0.7L): Schlechter als der Demarara, recht scharf.
  • Old Pascas Overproof (19€/0.7L): Aromatisch, aber etwas eindimensional. Falls man nichts anderes findest ist er ok.
  • Pusser’s Overproof (37€/1L): Wird oft im C&D Forum empfohlen.
  • Bacardi 151 (30€/1L): Mild, aber scharf. Ok, gibt aber bessere Sorten zu besseren Preisen.
  • Bermudez 151 (23€/0.7L): Mild, leicht bis mittel scharf.
  • El Dorado Overproof (18€/0.7L): Mild und leicht süßlich. Passt gut in fruchtige Drinks.

Rhum Agricole
Hierzu habe ich leider kaum Notizen. Im C&D Forum werden folgende Sorten empfohlen:

  • Clément Canne Bleue (26€/0.7L)
  • Saint James Fleur de Canne (29€/0.7L)
  • La Mauny Blanc (17,00 €)
  • Neisson Blanc (32€/1L)
  • Neisson Vieux (36€/0.7L)
  • Saint James Royal Ambre (16€/0.7L): Super im Mai Tai und Ti Punch.

Gin

  • Tanqueray 47.3% (23€/1L): Schöner Allrounder mit kräftigem Wacholdergeschmack.Die Version mit 43.1% ist schwächer im Geschmack und nicht zu empfehlen. In Deutschland habe ich bis jetzt aber nur die 47.3% Flasche gesehen.
  • Tanqueray No 10 (33€/1L): Der Premium Gin von Tanqueray. Nicht so wacholderlastig, mit leichter Zitrusnote.
  • Beefeater 47% (20€/1L): Kräftiger Geschmack, schöne Wacholdernote, würziger als Tanqueray 47.3%. Mein Standardgin. Die Version mit 40% ist schwächer im Geschmack und nicht zu empfehlen.
  • Plymouth 41.2% (20€/1L): Plymouth Gin darf nur in Plymouth, England hergestellt werden und stellt eine eigene Gin Gattung dar. Die Standardabfüllung hat 41,2% (Navy Strength: 57%, was für einen Gin eigentlich wenig ist. Doch selbst diese schmeckt schon super. Durch die typische leichte Süßung der Plymouth Gins, sind diese aber nicht in allen Drinks empfehlenswert. Super z.B. im Gimlet.
  • Finsbury Platinum (15€/0.7L): Kräftige Wacholdernote und feine Würze. Die Version mit 37,5% (gelbes Etikett) ist schwächer im Geschmack, ist für den Einstieg durch den geringen Preis (ca. 8€) aber bedingt nutzbar.
  • Hendrick’s 44% (23€/0.7L): Außergewöhnlicher Gin aus Schottland, der mit Gurke infusioniert wurde. Passt daher nicht in allen Cocktails, aber manche werden gerade durch ihn herrausragend (z.B. Cucumber Fizz/Collins). Aber keine Angst, der Hendrick’s schmeckt nicht wie Gurkenwasser. ;)
  • G’Vine Floraison (35€/0.7L): Im Gegensatz zum London Try Gin (alle hier aufgeführten, außer anders vermerkt), hat dieser Gin Weinalkohol als Basis und ist damit fruchtiger. Zusätzlich wird er noch mit Kubeebe Beeren, Blüten der Rebstöcke, Wacholder Ingwer, Kardamom, usw. aromatisiert, was ihm einen sehr “floralen” Charakter gibt. Die einen lieben ihn, die anderen haßen ihn.
  • G’Vine Nouaison (36€/0.7L): Diese neuere Version des G’Vine Gins geht wieder mehr auf den London Dry Gin Stil zu, bietet ausgeprägtere Wacholderaromen und ist auch im Alkoholgehalt stärker (40% zu 43.9%). Der Gin für einen Gin Basil Smash!
  • Gordon’s 37.5% (12€/0.7L): Eher flaches Aroma. Notfalls ok, aber es gibt weitaus bessere Alternativen zu einem ähnlichen Preis.
  • Bombay Sapphire 47% (22€/1L): Nicht allzu Wacholder betonter Gin und schön würzig. Geht in machen Cocktails allerdings etwas unter.

Tequila Blanco/Silver/Plata
Bei Tequila sollte man unbedingt einen 100% Agava Tequila kaufen und keinen Mixto (mindestens 51% des Alkohols auf Basis der Agave, Rest beliebig). Ein Blanco ist normalerweiße ungereift, wird also direkt nach der Destilation abgefüllt oder vorübergehend in Stahltanks gelagert. Es kommt aber auch vor, dass er kurze Zeit gereift ist (maximal für 60 Tage). Blanco Tequilas bieten den meisten Agavengeschmack, können aber auch mehr oder weniger harsch sein.

  • Sierra (12€/0.7L): Sehr sprittig, kaum Aroma, Vergleichbar mit Bacardi bei Rum. Auf keinen Fall verwenden!
  • 1921 (31€/0.7L): Würzig, mit kräftiger Agave. Sehr rund. Empfehlenswert
  • Casa Vieja (23€/0.7L): Reiner Agavengeschmack, günstiger Preis. Verwende ich im Moment.
  • Corralejo (24€/0.7L): Frische Agave, leichte Kräuternoten.
  • 1800 (30€/0.7L): Intesiver Agavengeschmack, würzig, leicht scharf.
  • Amate (30€/0.7L)
  • Arette (34€/0.7L): Fruchtig, zu Beginn süßlich, schöne Agave.
  • Herradura (29€/0.7L)
  • Aha Toro (30€/0.7L)

Tequila Reposado
Ein Reposado Tequila ist mindestens 2 Monate und maximal 11 Monate in Holzfässern gereift. Sie bieten das Beste aus den beiden benachbarten Kategorien: der Agavengeschmack ist noch sehr präsent, aber sie sind durch die längere Fasslagerung schon deutlich sanfter und bieten auch einen komplexeren Geschmack.

  • Sierra: NEIN!
  • 1921 (36€/0.7L): Leicht süßlich (Honig, Karamel), leicht holizig, sanfter als der Blanco, frische Agave
  • Casa Vieja (24€/0.7L): Schöne Agavennote, fruchtig, rund, kaum brennen. Wird zur Zeit von mir vermixt.
  • Corralejo (27€/0.7L): Leichte Zitrusaromen, leicht würzig, etwas starkes alkoholisches Brennen.
  • Sauza Hornitos (20€/0.7L): Fruchtig, minimal sprittig, gut als Einstiegstequila.
  • 1800 (32€/0.7L): Schon leicht dominierende Holznoten, dezente Frucht, leicht scharf.
  • Amate (33€/0.7L)
  • Herradura (32€/0.7L)
  • Aha Toro (34€/0.7L)

Eine Auswertung des C&D Reposado Tastings findet ihr bei Cocktailwelten.

Tequila Anejo
Anejo Tequila ist mindestens 12 Monate und maximal 35 Monate gereift. Diese gereiften Tequilas werden zwar seltener zum mixen verwendet, doch sind diese auch sehr gut pur zu genießen. Um nicht all zu viel Geld in den Sand zu setzen, sollte man sich erstmal mit den Blancos und Reposados vertraut machen und erst bei aktiven Interesse einen Anejo kaufen. Neben den Anejo Tequilas gibt es noch die Extra Anejos, die länger als 3 Jahre gereift sind.

  • Sierra: NEIN!
  • 1800 (35€/0.7L): Das Holz dominiert sehr stark. Eher nicht empfehlenswert.
  • Amate (40€/0.7L)
  • Tres Generaciones (40€/0.7L): Komplexer Geschmack, leicht ölig. Holznoten sind vorhanden, dominieren aber nicht. Sehr rund.
  • Herradura (45€/0.7L)
  • Aha Toro (40€/0.7L)

Wermut

  • Noilly Prat Dry (10€/1L): Der Standard bei den trockenen weißen Wermuts. Lohnt sich!
  • Noilly Prat Rouge (11€/1L): Günstiger und guter roter, süßer Wermut.
  • Martini (alle): Auf keinen Fall zu empfehlen. Lieber ein wenig mehr für Noilly Prat ausgeben und sich über den weitaus besseren Geschmack freuen.
  • Carpano Antica Formula (23€/1L): Wird nach dem Rezept des ersten roten Wermuts von Carpano aus dem Jahr 1786 hergestellt. Wer sich z.B. einen besonderen Manhatten gönnen möchte, sollte zuschlagen. Für den Anfang reicht aber NP Rouge vollkommend aus.

Vodka
Imho schmeckt mein ab einer gewissen Qualität kaum Unterschiede in Cocktails, daher langt normalerweiße eine Flasche Vodka zum mixen. Meiden sollte man so ziemlich alles was unter 10€/0.7L kostet, vor allem die unzähligen “Präsidenten”. Empfehlenswert sind unter anderem:

  • Absolut (12€/0.7L)
  • Smirnoff (12/0.7L)
  • Finlandia (12/0.7L)

Cachaca

  • Pitú (13€/0.7L): Sehr sprittig, kaum Aroma, Vergleichbar mit Bacardi bei Rum oder mit Sierra bei Tequila. Auf keinen Fall verwenden!
  • Armazem Vieira Esmeralda (30€/0.7L): Traditionell in Handarbeit hergestellter Cachaca. Falls man sich etwas besonderes gönnen möchte. 4 Jahre gereift.
  • Armazem Vieira Safira (23€/0.7L): Traditionell in Handarbeit hergestellter Cachaca. Falls man sich etwas besonderes gönnen möchte. 2 Jahre gereift.
  • Nega Fulo (14€/0.7L) Falls man keinen anderen bekommt, ok. Der Velho Barreiro ist günstiger und schmeckt den meisten besser.
  • Canario (14€/1L): Falls man keinen anderen bekommt, ok. Der Velho Barreiro ist nur wenig teuerer, schmeckt den meisten aber besser.
  • Velho Barreiro Special Reserve (15€/0.7L): Sehr zu empfehlen!
  • Velho Barreiro (15€/1L): Sehr zu empfehlen, super Preis-/Leistungsverhältnis. Schmeckt mir persöhnlich in Cocktails besser als die Special Reserve.

Cognac
Bei Cognac sollte man wie bei Tequila gleich in eine bessere Sorte investieren. Bei den meisten Cocktails mit Cognac ist der Unterschied zu einem schlechteren deutlisch schmeckbar.

  • Frapin VSOP (35€/1L): Super Preis-/Leistungsverhältnis!
  • Courvoisier VSOP (28€/0.7L): Gute Alternative zum Frapin (einfacher zu erwerben, aber ein wenig teurer).
  • Remy Martin VSOP (30€/0.7L): Für den Preis schlechtere Qualität als Frapin und Courvoisier.

Bourbon
Bei Bourbon kann ich leider keine weiteren Infos liefern, da ich mich mit dieser Spirituose bis her kaum beschäftigt habe. Folgende sollten empfehlenswert sein.

  • Woodford Reserve (31€/0.7L)
  • Maker’s Mark (20€/0.7L)
  • Blanton’s (24€/0.7L)

Eine Auswertung des C&D Bourbon Tastings findet ihr bei Cocktailwelten.

Scotch (Blended)
Bei Scotch kann ich leider keine weiteren Infos liefern, da ich mich mit dieser Spirituose bis her kaum beschäftigt habe. Folgende sollten empfehlenswert sein.

  • The Famous Grouse

Rye
Bei Rye kann ich vollstens den Sazarec Rye empfehlen. Allerdings sollte er in UK bestellt werden, wo er umgerechnet nur ca 30€ bis 35€ kostet. Im Cocktail & Dreams Forum gibt es des öfteren Sammelbestellungen – spart Porto! ;)

  • Wild Turkey (24€/0.7L): Super Preis-/Leistungsverhältnis!
  • Sazarec (50€/0.7L)
  • Old Overholt (20€/1L): Sehr günstiger Preis. Gut, um sich als Einsteiger ran zu testen. Hat im Gegensatz zu den meisten anderen Ryes nur 40%.

Eine schönen Vergleich vieler Ryes findet ihr bei Paul Clarke.

Die Preise sind hauptsächlich von Barfish übernommen, Stand: 11.01.08. Eine monatlich aktuallisierte Preisliste der meisten in Deutschland erhältlichen Tequila Marken gibt es bei puro de agave. Vergleicht vor dem Einkauf unbedingt die Preise in den bekannten Online Shops. Teilweiße differieren die Preise extrem!