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Positives vom Allzeit Gebrügelten

Posted in Allgemeines on June 28th, 2010 by Fabian – 1 Comment

DBU Junior Akademie 2010

DBU Junior Akademie 2010
Zum vierten Mal fand vom 03. bis 06. Juni die DBU Junior Akademie in Rostock statt. Dieser Wettbewerb ist klar auf junge Barkeeper ausgerichtet, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen. Ich will euch hier in ein paar Zeilen über das Erlebte in Rostock berichten, da es ein Wettbewerb ist, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung bekommt und gar nicht, aber wirklich gar nichts mit dem zu tun hat was man bei den Landesmeisterschaften und bei der Deutschen Meisterschaft erleben darf.

Am Donnerstag war Anreisetag. Der einzige Flug an diesem Tag aus der Schwabemetropole nach Rostock war meiner. In Rostock wurde ich von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Im Hotel angekommen blieb erst einmal etwas Zeit zum Entspannen. Der Wettbewerb sollte offiziell um 21:30 Uhr mit der ersten Aufgabe beginnen.

Ich war aufgrund der Flugzeiten ein paar Stunden früher vor Ort und da es einigen Teilnehmern genauso ging wie mir entschlossen wir uns vor Beginn noch einen Happen Essen zu gehen. Pünktlich (besonders erwähnenswert; kaum ein Wettbewerb beginnt zur vorgegeben Zeit) begannen wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde, sowohl der Teilnehmer, wie auch der Jury.

Anschließend durften wir, am späteren Abend gegen 22:00 Uhr, mit der ersten Aufgabe beginnen. Stand, Land, Fluss ergänzt durch Klassische Cocktails, Früchte, Barwerkzeuge. Die Leitung des Wettbewerbs in Person Alexander Kreft gab die Buchstaben vor. Die Spielregeln sollten jedem bekannt sein. Für mich war hier nicht viel zu holen (mochte diese Spiel schon in der Grundschule nicht leiden). Den Rest des Abends ließen Teilnehmer und Jury dann bei ein paar Bierchen und „guten Gesprächen“ ausklingen.

Da die folgenden Tage einen straffen Zeitplan unterlagen musste ich um halb ein feststellen, dass ich einer der letzten Teilnehmer war, der sich auf den Weg ins Bett machte.
Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen. Heute durften wir nach Warnemünde fahren um dort AIDAblu zu besichtigen, anschließend uns in der Barschule Rostock einen Vortrag anzuhören und den Wettbewerbstag mit einem Nosing abzuschließen.

Die Besichtigung von AIDAblu hatte an sich nichts Neues gebracht. An sich. Wir wurden durch das Schiff von einem Barchef der Anytime Bar geführt. Während der Führung hatten wir genügend Zeit uns mit dem Barchef zu unterhalten und erfuhren das Eine oder Andere das doch wissenswert ist bevor man sich überlegt auf einem Schiff zu arbeiten.

Im Verlauf des Tages auf AIDAblu wurde ein weitere Teil des Wettbewerbes an der Anytime Bar durchgeführt, das Freepouring. Die Regeln sind simpel. Die Toleranz lag bei +/- 0,1 cl. Es galt 2cl und 4cl mit einer Hand, 2cl beidhändig, 6cl und 8cl aus der Speedbottle auszuschenken. Das Ergebnis war vernichtend. Kaum ein Teilnehmer schaffte es über 0 Punkte. Im Anschluss hörten wir in der Crewbar einen Vortrag zu Arbeiten und Leben auf dem Schiff, wie er von Jochen Larisch auf der Barkultour im Januar diesen Jahres bereits gezeigt wurde.
Am Nachmittag ging es zurück von Warnemünde in die Barschule Rostock wo Bacardi seine Präsentation zu verantwortungsvollem Umgang mit Alkohol an der Bar hielt. Zu diesem Zeitpunkt nahm die Konzentration doch schwer ab. Nichts desto trotz waren wir noch nicht am Ende des Tages angelangt. Ein weiterer Test stand an. Es galt fünf Spirituosen zu erkennen.

Nosing

Erst gegen 19:00 Uhr waren wir mit den Aufgaben des heutigen Tages durch. Schnell noch einen Abstecher ins Hotel und ab zum Abendessen nach Warnemünde. Die meisten Teilnehmer wurden auch an diesem Abend nicht alt. Die Strapazen des Tages und die Anspannung auf die Vorträge der Einzelnen Teilnehmer am nächsten Tag waren deutlich zu spüren.
Früh am Samstag Morgen hieß es dann auf in die Barschule Rostock zu den Vorträgen. Jeder Teilnehmer aus den einzelnen Sektionen hatte im Vorhinein ein zugelostes Thema zu bearbeiten und einen Vortrag von 20 Minuten vorzubereiten. Pünktlich um neun Uhr begannen die Vorträge. Themen wie Tiki Drinks, Barkarten, Gin, Pisco, Prohibition und einige mehr wurde vorgestellt.

Vorträge

Pisco Präsenation – Junior Akademie 2010

Im Anschluss an die Mittagspause begann dann die Drink Competition. Die Rezepte der Cocktails mussten weder vorher eingereicht werden noch waren sie an einen Sponsor gebunden. Somit hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit ihrer Kreativität freien lauf zu lassen. Unüblich auch, dass nur ein Drink herzustellen war. Allerdings wurde einem während der Herstellung die eine oder andere Frage von Seiten der Jury gestellt. Teilweise auch sehr spezifische Fragen.

Hier die Rezeptur mit der ich angetreten bin:

5 grüne Trauben

5cl Pisco Quebranta

2cl Holunderblütensirup

3cl Limettensaft

Cocktails

Der vorletzte Tag endete etwas früher was uns ein wenig mehr Zeit ließ um uns im Hotel frisch zu machen. Im Anschluss waren wir dann zum „Abschlussessen“ im Gosch in Warnemünde. Hier wurde uns ein köstliches Drei-Gänge Menü serviert. Das Abfallen der Anspannung der letzten Tage war an diesem Abend durchaus zu spüren. Deshalb wurde auch beschlossen noch einen Absacker im Seehund zu nehmen.

Diese typische Kneipe wurde am Abend davor schon ausgiebig von einigen Mitgliedern der Jury getestet. Nach einigen Bieren ging es dann gegen halb zwei zurück ins Hotel. Hier wurde sich dann noch bei einigen leckeren Drinks gemeinschaftlich auf den am nächsten Tag anstehenden schriftlichen Test vorbereitet.

Der letzte Tag der Junior Akademie stand an. Am Morgen galt es den letzten Teil, der Ausschlag auf das Ergebnis hatte, zu meistern. In einem Test mit ca. 30 Fragen konnte man zeigen was man die vergangenen Tage alles gelernt hatte. Die Fragen kamen nicht nur aus den Vorträgen sondern bezogen sich auch auf die Besichtigung von AIDAblu, den Vortrag von Bacardi, etc.

Test

Gegen 14:00Uhr stand dann das Ergebnis der diesjährigen Junior Akademie fest. Als bester Teilnehmer schloss Markus Kern ab.

Ein kleines Fazit

Es waren vier anstrenden Tage mit einem Niveau, das ich so nicht erwartet hätte. Ganz klar ist, dass es sich um einen Wettbewerb handelt, der sich an junge Barkeeper richtet. Die Inhalte stimmen mit dem Konzept zu 100% überein. Ganz besonders gut gefallen hat mir die Bewertung der Person. Die Jury bewertet nicht nur die Fakten sonder man wurde auch über die gesamten vier Tage beobachtet und das Verhalten jedes Einzelnen floss mit einem nicht kleinen Anteil an der Gesamtwertung in das Ergebnis mit ein. Das erste Mal habe ich auch erlebt, dass es ein Feedback an die Teilnehmer von der Jury und den Veranstaltern gab. Die Jury nahm sich für jeden Teilnehmer Zeit um die Bewertung des Verhaltens jedes Einzelnen zu erklären. Diese Gespräche dauerten bei 11 Teilnehmer gut einen halben Tag.

Für die Teilnehmer im nächsten Jahr wünsche ich mir vor allem eines: MEHR ZEIT!

Zum Schluß möchte ich mich noch bei der Organisationsteam bedanken. Sowie bei Ana Rosa Trelles Santana von Vinas de Oro, von der ich total unkompliziert ein Paar Flaschen des Pisco Quebranta und Pisco Italia, sowie weitere Informationen für meinen Vortrag bekommen habe.

Academia del Ron

Posted in Cocktails, Zutaten on April 17th, 2010 by Fabian – 3 Comments

Anfang dieser Woche startete der erste Teil der Academia del Ron, welche von Havana Club veranstaltet wird. Der Titel „Academia del Ron“ ersetzt nicht nur einfach das Wort „Wettbewerb“ sondern ist in seiner Bedeutung wörtlich zu verstehen. Die zweitägige Akademie sollte laut vorherigen Informationen auf der einen Seite ein Wettbewerb darstellen, aber auch eine Möglichkeit bieten sich durch Vorträge als „360° Bartender“ weiter zu bilden.

Entsprechend diesen Informationen startete ich am Montag morgen mit großen Erwartungen Richtung Köln. Gegen 11:00 Uhr erreichte ich die „Villa Köln“, die direkt am Rheinufer gelegen, der Veranstaltungsort war. Beim betreten der Villa wurde einem gleich klar, dass hier die richtige Lokation ausgesucht wurde.

Villa Köln Eingang

Villa Köln Eingang

Nach einer kurzen Begrüßung und einem ersten Überblick wer es zur Academia geschafft hatte wurde sogleich mit dem ersten Vortrag begonnen:

Rum – Nektar der Götter

In diesem ersten Vortrag wurden alle Teilnehmer in die Geschichte des Rums eingeführt. Wie das Zuckerrohr seinen Weg aus Asien über die Kanarischen Inseln bis in die Karibik fand, was genau die Bezeichnung Demerara Rum meint, aus welchen drei Grundstoffen Rum hergestellt werden kann, wie leichte und schwere Rums entstehen, aber auch welche Art von Rum aus den verschiedenen Regionen Mittelamerikas und der Karibik kommen. Dies stellt nur einen kleinen Auszug des 1 ½ stündigen Vortrags dar. Im Anschluss galt es dann siebzehn Spirituosen, darunter natürlich vorwiegend Rum, aber auch Cachaca, Rhum Agricole und Rum Verschnitt zu verkosten und zu vergleichen. Dies war ein wunderbarer Auftakt für den ersten Tag und machte Lust auf mehr.

Rum Tasting

Rum Tasting

Die Begeisterung wurde dann aber schnell wieder ein wenig gedämpft als man vor den Fragen des Multiple Choice Test saß. Es galt drei Seiten mit Fragen zu beantworten, die sich auf den vorherigen Vortrag bezogen. Das Ergebnis diese Testes floss mit in die Gesamtwertung ein.

Barlife 1

Nach einem kleinen Mittagssnack ging es weiter zum zweiten Vortrag Barlife 1. In 30 Minuten konnte man erste Einblicke in die Sprache unseres Körpers gewinnen. Diesem interessanten Vortrag hätte man durchaus ein wenig mehr Zeit geben können.

Barlife 2 – Barpsychology

Gleich darauf erwartete uns die Couch: in Barlife 2 ging es um Barpsychology.

Barpsychology Vortrag

Barpsychology Vortrag

Ein Programmpunkt auf den ich sehr gespannt war. Was uns präsentiert wurde, konnte dann aber die Erwartungen der meisten Teilnehmer nicht erfüllen. Der Vortrag begann mit der Vorstellung eines erdachten Lehrfaches namens Barpsychology und dessen eventuellen Inhalten. Auf die Inhalte wurde leider, aus Zeitgründen, nur oberflächlich eingegangen. Alle Teilnehmer hielten dieses Thema für sehr wichtig und ein wenig mehr Tiefe hätte dem Vortrag gut getan. Lange Zeit sich über den Vortrag zu unterhalten blieb allerdings nicht. Denn die vierte Präsentation des Tages stand an.

Labratory 1

Diese Präsentation beschäftigte sich mit der Unterschiedlichen Wahrnehmung von Geschmack in unterschiedlicher Atmosphäre. Tony Conigliaro stellte uns aber zunächst vor, was er so in seinem kleinen Labor „erforscht“. Thema war unter anderem die Aromatisierung von Spirituosen unter Vakuum. Dieser Teil des Vortrages lässt sich allerdings nur unter erschwerten Bedingungen für Jederman(n) umsetzten. Aus diesem Grund komm ich auch schon zum zweiten wesentlich besser anwendbaren Teil der Präsentation. Hier wurde uns am eigenen Leibe deutlich gemacht, wie sich Musik und Gerüche auf den Geschmack einer Spirituose auswirken. Eine Erfahrung die jeder daheim selbst ausprobieren kann: Genießt wie wir zu schräger, lauter Musik ein kleinen Schluck Rum. Notiert euch was Ihr schmeckt. Im Anschluss testet ihr den selben Rum zu leichter klassischen Musik in angenehmer Lautstärke. Das Ergebnis verblüfft. Ähnlich war es bei den Gerüchen, jedoch wurde von mir der Unterschied hier nicht allzu deutlich wahrgenommen.

Labratory 2

Zwischen dem Dinner und uns Teilnehmern stand nun nur noch ein letzter Vortrag: Labratory 2 beschäftigte sich mit den klassischen kubanischen Cocktails und ihren Ursprüngen. Von Canchanchara über Negron, Mojito Criollo bis zum El Presidente wurden uns von Michael Menegos auf seine typisch unterhaltsame Art, sowohl in schriftlicher als auch liquider Form präsentiert. Ein weiteres Highlight des Tages!

Die servierten Köstlichkeiten zum Dinner rundeten den ersten Tag der Academia del Ron perfekt ab.

Dinner

Dinner

Wettbewerb

Am zweiten Tag startet dann der Wettbewerb. Besonderheit hierbei war, das die Jury direkt am Tresen saß, an dem man seinen Drink zubereitete und ab und an Fragen stellte, um das gewonnen Wissen des Vortages zu prüfen. Am Tresen herrschte eine lockere Atmosphäre, welche vielleicht auch dafür sorgte, dass sieben Minuten für zwei Drinks letztendlich knapp bemessene Zeit war.

Wettbewerbsvorbereitungen

Wettbewerbsvorbereitungen

Gemixt habe ich den drei Jurymitgliedern folgendes:

Peanut Daiquiri

  • 5cl Havan Club 7 Anos
  • 1cl Holunderblütensirup
  • 1cl Erdnusssirup
  • 3cl Limettensaft

Abschließend kann ich sagen, dass von allen Wettbewerben an denen ich bisher aktiv oder passiv teilgenommen habe, dieser mich am meisten begeistern konnte. Deshalb hoffe ich, dass noch viele Academias folgen werden.

Rückblick auf den Bacardi Martini Grand Prix 2009

Posted in Allgemeines on September 14th, 2009 by Hannes – 2 Comments

Der diesjährige Bacardi Martini Grand Prix unter dem Motto “Legenden” fand vom 30.08.-01.09.2009 in Berlin statt. Alle Teilnehmer reisten dazu am Mittag des 30. August an und trafen sich im Designhotel Q! nahe dem Kurfürstendamm. Gemeinsam versammelt man sich dann zum ersten Mal um 17:30 Uhr vor dem Hotel um mit den zwei gemieteten Bussen in den Abend zu starten. Als erstes Ziel wurde das Restaurant SAGE in Berlin-Kreuzberg angefahren. Zur Begrüßung wurden Daiquiris in Weingläsern! gereicht. Nach kurzer Ansprache von Nadine Weisser, der Hauptorganisatorin des Wettbewerbs, durfte jeder der Teilnehmer eine Losnummer aus einem Eiskübel ziehen. Die gezogene Zahl entsprach der Startnummer im Vorentscheid des nächsten Tages. Danach ging’s ab zu den schön gedeckten Tischen. Zu den drei Gängen Salat, Thunfischsteak mit Lachs und Gnocchi, sowie Creme Brulé wurde reichlich Weißwein gereicht. Frisch gestärkt verließen dann alle gegen 20 Uhr das Restaurant. Ab hier teilten sich die beiden Busse auf und wurden erst zur letzten Station, dem Reingold, wieder zusammengeführt. Dies lag am begrenzten Platz in den besuchten Bars.

Sage restaurant Berlin

Die erste Station führte meinen Bus zur Casa Bacardi, einem kleinen Museum und Veranstaltungsort rund um die Geschichte und Produktion von Bacardi. Brand Ambassador Steffen Lohr gab uns dabei einen kurzen Exkurs in die geschichtliche Entwicklung von Bacardi und erklärte die Produktions- und Lagerungsverfahren. Im Anschluss wurden drei Cocktails zur Verkostung gemixt, dabei unterstütze Ihn Tom Jakschas tatkräftig. Folgende Drinks landeten in den Händen der Teilnehmern: Rum Shrub (ein wunderbarer Cocktail mit Himbeeren und Weinessig), Rum Crusta und eine Pina Fria (eine Pina Colada Variation mit Kokoswasser statt Kokosmilch). Für interessierte konnte auch der hier kaum zu findende Bacardi Reserva Limitada verkostet werden.

Casa Bacardi Berlin

Das enge Zeitprogramm trieb uns schnell weiter in die neue Bar Locke Müller. Eine Besonderheit ist das diese Bar noch gar nicht eröffnet hat und wir somit einige exklusive Einblick erhaschen konnten. Das Locke Müller ist eine kleine, aber feine Bar mit einer gut sortierten Spirituosenauswahl. Jede Bar des Abends hatte einen speziellen Bacardi Cocktail auf der Karte der extra für diese Veranstaltung kreiert wurde. Im Locke Müller handelte es sich um einen Camomille Mojito mit Kamillensirup und Kamillenblüten.

Nach einer viel zur kurzen Stunde wurden wir zur nächsten Bar, der Newton Bar, vom Bus abgeholt. Die Newton Bar war wesentlich größer und verfügt außerdem über einen ausziehbaren Tresen, der zu Stoßzeiten für mehr Plätze an der Bar sorgt. Hier wurde uns ein Cucumber Aviation im Cocktailspitz serviert. Die große Karte und der reichlich vorhandene Durst ließen uns schnell dazu übergehen noch weitere Cocktails zu testen. Der Wechsel nach 30 Minuten zu den Stühlen im Außenbereich war eine willkommene Erfrischung. Leider mussten wir auch hier nach einer starken Stunde weiterziehen und ab ging’s in die Hotelbar des Hotels Amano. Die Bar besitzt einen langen Tresen und reichlich Sitzmöglichkeiten. Hier wurde uns der schon vorher erwähnte Rum Shroub serviert, leider mit „etwas“ zu viel Essig.

Den Abschluss bildete die Bar Reingold an diesem Abend. Mein absoluter Favorit! Klasse Einrichtung im Stil der 20iger Jahre mit passend gekleideten Bartender. Dazu leckere Cocktails, einfach perfekt als Ausklang an diesem Abend. Dieser endete (für die meisten) mit der Rückfahrt zum Hotel um 2 Uhr.

Reingold Berlin

Dem Frühstück am nächsten Morgen folgte ein kurzer Einkauf im KaDeWe da noch frische Früchte besorgt werden mussten. Um 12 Uhr ging es dann auch los mit dem Vorentscheid zum BMGP. Aus 38 Teilnehmern wurden die besten 10 gesucht die am Abend gegeneinander antreten sollten. Es mixten immer 3 Teilnehmer gleichzeitig am Tresen der Q! Bar wobei die Aufgabe darin bestand jeweils seinen beiden zuvor online eingereichten Bacardi- und Martinidrinks zu präsentieren. Das Limit pro Drink lag bei 5 Minuten. Gezeigt wurden die verschiedensten Cocktailvarianten von Nutella bis hin zu heißen Drinks. Eine Jury aus 6 Juroren bewertet dabei abwechselnd in Dreiergruppen die Coktails nach den Kriterien Aussehen, Geschmack, Innovation, Geruch/Aroma und Name/Geschichte. Sechs Stunden dauerte es bis alle Teilnehmer an der Reihe waren. Um kurz nach 18 Uhr war es dann soweit, das Ergebnis wurde bekannt gegeben und somit auch wer sich für’s Finale qualifiziert hatte.

Vorentscheid BMGP 2009

Eine Stunde hatten die Finalisten dann Zeit sich vorzubereiten bevor es mit dem Bus ab in den Tape-Club ging, der eigens für die Veranstaltung an diesem Abend gemietet wurde. Dort erwartete alle Teilnehmer eine Großleinwand mit vorangestelltem Tresen auf der Bühne. Nach kurzer Stärkung am Buffet war es auch schon soweit. Immer zwei Finalisten traten gegeneinander an und präsentierten abwechselnd einen ihrer beiden Cocktails und einen nach Bekanntgabe der Platzierungen gezogenen Drink. Dabei handelte es sich um fünf klassische Cocktails. Hier galt es nicht nur den Cocktail perfekt zuzubereiten sondern dabei musste das Pulikum unterhalten und sein persönliches Wissen zu den Drinks preisgegeben werden.

Die Stimmung stieg stetig und erlangte ihren Höhepunkt bei den letzten Präsentationen u.a. mit dem Auftritt von Rene Tempel alias Bingo Bongo. Alle Teilnehmer wurden dabei von einer fünfköpfigen Jury aus den Mitgliedern Joerg Meyer (aus Sicht des klassischen Barkeepers), Tug van den Berg (aus sicht des Flairbarteners), Bastian Heuser (aus sicht des innovativen Visionärs), Tim Rause Sternekoch (aus sicht des Gastes) und Anze Pihler (aus sicht des Gastronoms) bewertet.

Siegerehrung BMGP 2009

Die drei Sieger fanden sich nach dem gut zwei Stündigen Finale mit dem erstplatzierten: Rene Tempel (Bellini Lounge, Berlin) und den zweit- und drittplatzierten Lennart Haack (Shochu Bar, Berlin) und Roland Bernhard (Bootshaus, Mannheim). Auf die drei wartet damit eine bestimmt unvergessliche Reise nach Puerto Rico in die Casa Bacardi. Der letzte Bus verlies nach einigen Drinks und einer Party mit den DJ’s Thomilla und Friction den Tape Club Richtung Hotel. Da wir wie einige Andere den Abend so früh noch nicht beenden wollten wurden einige Taxis gefüllt und die Bar Lebensstern gestürmt. Dort warteten schon altbekannte Gesichter auf uns und so wurden die letzten Stunden der Nacht mit frischen Cocktails und guter Stimmung vollbracht. Die Abreise erfolgte am Nächsten Tag nach ausgiebigem Frühstück bis 12 Uhr.

Als Résumé der Veranstaltung bleibt folgendes zu sagen: Super organisiert, klasse Bartour, spannender Vorentscheid, schönes Finale mit passendem Abschluss im Lebenstern. Rundum eine lohnens- und empfehlenswerte Veranstaltung für Bartender und Conniseure!

Amarula African Cocktails 2009 – Bantu

Posted in Cocktails on April 28th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Der Amarula African Cocktails Wettbewerb findet dieses Jahr schon zum dritten Mal statt und bietet als Neuerung eine eigene Kategorie für Connaisseuren / Hobby-Bartender / Cocktailenthusiasten. Es wird also, im Gegensatz zu anderen Wettbewerben, auf jeden Fall einen Gewinner aus dieser Gruppe geben. Die Aufgabe war, einen Cocktail zu kreieren, der Afrikanisch inspiriert ist, Amarula als Zutat enthält und nicht mehr als 7 Zutaten in sich vereint. Die Cocktails werden nach Ablauf des Einsendeschlusses von einer Jury nach Aroma, Aussehen und Geschmack bewertet.

Für mich war der Amarula Contest der erste Wettbewerb überhaupt und es hat jede Menge Spaß gemacht neue Rezepte auszuprobieren. Leider waren die ersten paar Versuche nicht all zu genießbar, aber nach dem vierten Versuch fand ich eine vielversprechende Kombination aus Zutaten, die immer weiter verfeinert wurde. Herausgekommen ist der Bantu.

Bantu

Bantu

Bantu

  • 4 cl Appleton Estate V/X
  • 2.5 cl Amarula
  • 1.5 cl Maracujasirup
  • 1.5 cl Limettensaft
  • 1 Scheibe Ingwer (ca. so groß und dick wie eine 1-Euro Münze)

    Alle Zutaten in den Shaker geben und die Scheibe Ingwer mit einem Stößel zerdrücken – schütteln – mit Hilfe eines Teesiebs in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen und mit einer Physalis dekorieren.

Der Drink ist trotz des Amarulas und Maracujasirups nicht all zu sehr auf der süßen Seite und bietet ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Geschmack des Appleton und Amarula. Der Maracujasirup ergänzt dezent die fruchtigen Töne des Amarulas und im Nachgeschmack kommt leicht die Schärfe des Ingwers hervor.

Das schwierigste an der ganzen Aktion war eigentlich, einen passenden Namen zu finden. Bis heute Mittag waren noch “Roots of Africa”, “African Root” und “African Rum Cocktail” im Rennen, bis ich zufällig einen Artikel über Bantu gelesen habe. Bantu ist die Bezeichnung für über 400 verschiedene Ethnien Süd- und Mittelafrikas, die Bantusprachen sprechen. Der Begriff hat damit zwar nichts mit Cocktails zu tun, doch der Name gefiel mir (und meinem Brain Storming/Tester-Team – Danke!) gut und stellt einen Bezug zu Afrika her. ;-)