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Cocktailscout Rum Online Blind Tasting

Posted in Zutaten on March 8th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Einige Wochen vor Weihnachten letzten Jahres hat es sich ergeben, dass ich für einige Mitglieder des Cocktailscout Forums ein kleines Rum Online Blind Tasting für Einsteiger organisieren durfte. Es wurden zehn Rums aus verschiedenen Ländern herausgesucht, egal ob aus Melasse oder frischem Zuckerrohrsaft, beginnend im Einsteigersegment bis hin zu einigen Premiumabfüllungen, die die gespannten Teilnehmer verkosten durften.

Wie bei allen bisherigen C&D Tastings, war auch dieses ein Blind Tasting, bei welchem die Fläschchen nur mit Nummern und nicht mit Namen versehen sind. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Preis, von bekannten Meinungen oder dem Ruf einer Marke  beeinflusst wird. Jeder Rum wurde daraufhin von den Testern verkostet und mit einer Bewertung zwischen 1 (sehr schlecht) und 10 (sehr gut) versehen. Den Testern stand hierbei frei, wie sie auf ihre Bewertung kommen – nur der eigene Geschmack zählte. Das Ergebnis dieses Tastings wird nun in diesem Artikel vorgestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Kandidaten

Probefläschchen

Probefläschchen

Admiral Rodney XO
Admiral Rodney Extra Old wird von St. Lucia Distillers Ltd. auf St. Lucia hergestellt, einer kleinen Insel in der Karibik, südlich von Martinique. Benannt ist dieser Rum nach Admiral Rodney, einem britischen Navy Admiral, der auf St. Lucia stationiert war und die Insel in “The Battle of Saints” gegen die Franzosen beschützte. Der Rum ist ein Blend aus Melasserums und kommt in einer sehr schönen Flasche mit großen Holzgriffkorken daher. Preislich liegt der Rum in Deutschland bei ca. 50€.

Banks XM 5y
Wie alle Rums aus Guyana wird auch dieser fünf Jahre alte Banks XM von den Demerara Distillers Ltd. (DDL) destilliert. Diese produzieren sowohl eigene Rums (El Dorado), verkaufen aber auch Rum an andere Firmen, die diesen lagern und nach einigen Jahren abfüllen. Banks XM ist einer dieser Firmen und bietet neben dem Banks XM 5y noch einen zehn und zwölf jährigen Rum an.  Empfehlen kann ich besonders den Banks XM 10y – macht eine(n) hervorragenden Mai Tai (Variante). Der 5y ist für ca. 17€ erhältlich und damit der günstigste Rum des Tastings.

Plantation Grenada 98
Die Plantation Serie wird in Frankreich von Cognac Ferrand abgefüllt. Ziel ist es, dass jede der Abfüllungen den typsichen Stil des jeweiligen Landes bzw. Insel widerspiegelt. Die Rums lagern erst einige Jahre an ihrem Produktionsort, bis sie schließlich nochmals in kleinen Fässern aus französischer Eiche bei Cognac Ferrand lagern um den letzten Schliff zu bekommen. Die Grenada 98 Abfüllung wurde insgesamt acht Jahre gereift. Darüber hinaus konnte ich leider keine Informationen zu diesem Rum finden. Augrund des Geschmackes müsste jedoch Melasse als Basis verwendet worden sein. Die aktuellen Plantation Rums kosten alle um die 30€, im Falle des Grenada 98 sind es 28€.

Clement VSOP
Der Clement VSOP (Very Superior Old Pale) Rhum stammt aus Martinique und ist einer der vier Rhum Agricoles des Tastings. Diese sind nicht aus fermentierter Melasse, sondern aus frischem Zuckerrohr destiliert. Auf französischen Inseln wird der größte Teil des Rums auf diese Art hergestellt. Clement destilliert seine Rhums allerdings nicht mehr selbst, diese Aufgabe übernimmt seit einigen Jahren die Simon Destillerie. Der Clement VSOP lagert zuerst für ca. ein Jahr in französischen Eiche Fässern und danach nochmals ca. drei Jahre in amerikanischen Ex-Bourbon Fässern. Erhältlich ist der Rhum für ca. 25€.

Rum Nation Guatemala 23
Rum Nation ist ebenso wie Cognac Ferrand kein Hersteller von Rums sondern lagert und füllt Rums von bekannten oder unbekannten Destillerien ab. Der Guatemala 23 stammt wie die Zacapa Rums von der Industrias Licoreras de Guatemala. Unklar ist allerdings ob die Rum Nation Abfüllung wirklich mindestens 23 Jahre alte Rums enthält oder ob es ein Blend aus maximal 23 Jahre alten Rums ist (wie der Zacapa Solera 23). Dagegen spricht, dass der Rum Nation geschmacklich ziemlich nahe an Zacapa dran ist, wogegen Rum Nation bei anderen Rums explizit den Begriff Solera verwendet. Kaufen könnt ihr den Rum Nation 23 für ca. 60€.

La Mauny VSOP
La Mauny VSOP ist wie der Clement ein Rhum Agricole aus Martinique und ist ein Blend aus ca. 4 Jahre alten Rhums. Preislich liegt der La Mauny VSOP bei ca. 40€.

Robinson Cask Smooth
Dieser Rum wird in Jamaika destilliert, jedoch in Deutschland abgefüllt. Als einziger Rum des Tastings hat dieser Rum etwas mehr Volumenprozente Alkohol – 55%. Sehr lecker in einem Mai Tai und dazu sehr günstig! Diesen Rum gibt es für ca. 18€ zu kaufen.

Riviere du Mat “Opus 5″
Riviere du Mat wird auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean hergestellt. Der “Opus 5″ wurde erstmals 2007 veröffentlich und stellt den fünften Rum einer limitierten Serie von Riviere du Mat dar. Dieser Rhum Agricole ist ein Cuvée aus fünf verschiedenen Rhums aus den Jahrgängen 1994 – 2000, die in Eichenfässern zwischen sechs und zwölf Jahren reiften. Im Moment einer meiner Lieblingsrums überhaupt. Schade dass er nicht günstig ist (ca. 73€) und auf 6280 Flaschen limitiert ist. Mein Tipp: Probieren und ein paar Flaschen kaufen solange er verfügbar ist, falls er jemanden genauso gut schmeckt wie mir selbst. ;-)

Doorly XO
Dieser Melasserum ist ein Blend aus sechs bis zwölf Jahre alten Rums, welche zudem ein Finish im Oloroso Sherry Fass erhalten haben. Hergestellt wird der Doorly von der Destillerie R. L. Seale & Co. Ltd. auf Barbados. Erhältlich ist er für günstige 25€.

Damoiseau Vieux 8y
Der Damoiseau Vieux 8y wird von der Destillerie Bellevue hergestellt, die sich auf Guadeloupe befindet. Guadeloupe ist eine Gruppe von neun Inseln der kleinen Antillen in der Karibik und gehört wie Martinique und La Réunion zu Frankreich. Für diesen Rhum Agricole werden mindestens acht Jahre gereifte Rhums verwendet, die in französischen Cognac Fässern gelagert wurden. Für einen Rhum Agricole ist der Damoiseau auch recht günstig: ca 40€.

Ergebnis & Auswertung

Erst einmal vielen Dank an alle die mitgemacht haben und ihre Bewertungen für diese Auswertung zur Verfügung gestellt haben. Obwohl es das erste Tasting dieser Art bei Cocktailscout war, hat alles super geklappt. Nur eine Person hat ihre Bewertungen nicht abgegeben und viele haben noch mit Anderen ihre Proben geteilt, so dass insgesamt dreizehn Bewertungen abgegeben wurden. Toll ist auch, dass mittlerweile von einem anderen Mitglied von Cocktailscout ein Tequila Tasting geplant wird, welches hoffentlich noch mehr Zuspruch findet.

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Gewinner des Tastings ist eindeutig der Rum Nation Guatemala 23. Dieser Rum kommt, wie schon gesagt, aus der gleichen Destillerie wie Zacapa und bietet damit ein komplexes, aber eher weiches und süßliches Gesamtbild. Derartige Rums schmecken Einsteigern in der Regel besser als komplexe Geschmacksbomben von zum Beispiel Cadenhead’s. Ich fand ich auch lecker, jedoch schon etwas zu süß.

Auf dem zweiten Platz ist einer meiner zwei Favoriten gelandet: der Damoiseau Vieux 8y. Vor dem Tasting kannte ich diesen Rum noch nicht, doch hat er mich vollkommen überzeugt. Man schmeckt trotz des Alters immer noch sehr den frischen Zuckerrohr und andere fruchtige Aromen, aber gleichzeitig kommen auch leichte Fasstöne hinzu, die den Geschmack abrunden. Insgesamt ist er im Geschmack und Geruch sehr intensiv, jedoch ohne alkoholisch zu wirken. Super!

Mein Top-Favorit ist leider nur auf dem fünften Platz gelandet, der Riviere du Mat “Opus 5″ – für mich im Moment einer der besten Rums überhaupt. Zum ersten Mal habe ich diesen Rhum in der Tasting Lounge der Rum Company probiert, wo er, wie im Tasting, sofort begeisterte. Unglaublich komplex und fruchtig, ohne süß zu sein.

Von den Melasse Rums hat mir der Doorly XO am besten gefallen. Ein wunderbarer Vertreter dieser Rumgattung, bei dem ich besonders die Sherrytöne interessant finde.

Gut fand ich den Clement VSOP (günstig, lecker im Mai Tai, zusammen mit Appleton Extra), La Mauny VSOP (zu teuer) und Robinson Cask Smooth. Letztere ist besonders interessant, weil er für einen sehr günstigen Preis viel Jamaica Rum bietet. Pur ist er mir allerdings zu wild, in Cocktails stelle ich ihn mir jedoch gut vor. Für ein paar Euro mehr gibt es allerdings schon den Lond Pond Destillery Trewlany mit 53% (ca. 22 Euro), der ebenso viel Kraft hat, aber auch pur sehr zu überzeugen weiß.

Enttäuscht hat mich ein bisschen der Admiral Rodney. Gerade in englischen Foren/Blogs wird dieser Rum oft gelobt – ich fand ihn zwar auch gut, aber nichts Besonderes (außer vielleicht die schöne Flasche). Für den Preis, meiner Meinung nach, unaufregend und nicht empfehlenswert.

Am “schlechtesten” empfand ich den Plantation Grenada 98, obwohl er mir vor einiger Zeit weitaus besser geschmeckt hat. Dieses Mal fand ich ihn scharf und ein wenig langweilig. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut – Durchschnitt eben.

Dieses Beispiel zeigt gut, dass ein Blind Tasting nicht als die ultimative Wahrheit angesehen werden darf. Es kommt viel zu viel darauf an, in welcher Atmosphäre man eine Spirituose geniest, wie man gelaunt ist oder was man zuvor gegessen hatte. Ebenso verändert sich der eigene Geschmack ständig. Bis vor einem halben bis dreiviertel Jahr habe ich eigentlich nur Melasse Rums getrunken, heute sind es vermehrt Rhum Agricoles. Ebenso traue ich mich mittlerweile an rauchige Whiskies, die bis vor kurzem noch ein Buch mit sieben Siegeln für mich waren.

Des Testers Liebling

Wenn man sich den oder die Lieblinge jedes Testers betrachtet, gewinnt ebenso der Rum Nation Guatemala 23 mit Abstand. Ganze fünf Tester gaben diesem Rum die meisten Punkte. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass bis auf zwei, auch alle anderen Rums mindestens einem Tester am besten gefallen haben. Man sollte also nie blind einen Testsieger kaufen, sondern vor allem auf den eigenen Geschmack achten!

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

The World for a Bottle of Rum?

Eindeutiger Preis-/Leistungssieger ist der Doorly’s XO. Kein anderer Rum konnte bei einem solchen niedrigen Preis so viele Tester begeistern. Ebenso haben der Damoiseau Vieux 8y und der Banks XM 5y einen fairen Preis. Für Sparfüchse ist besonders der Banks XM 5y interessant. Er bietet das zweitbeste P/L-Verhältnis und kostet gerade mal 17€!

Insgesamt kann man übrigen keinen Zusammenhang zwischen hohen Preis und guten Bewertungen finden. Es wurden gleichermaßen teure Rums schlecht und günstige Rums gut bewertet. Es ist also auch ohne hohe Investition möglich, daheim ein gutes Glas Rum zu geniesen!

Vielen Dank an Tim vom Tastings Blog für die Idee der Preis/Leistungs Berechnung. Diesen Aspekt hatte ich in den bisherigen Auswertungen immer ein wenig vernachlässigt. Um das Testfeld zu entzerren, habe ich mich allerdings bei der Berechnung dafür entschieden, nicht direkt die Durschschnittsbewertung durch den Preis zu teilen, sonden die quadrierte Durchschnittsbewertung. Bei der ersten Formel wurde durch die enge Punkteverteilung, meiner Meinung nach, die günstigen Produkte zu sehr bevorzugt.

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preise

Cocktailscout Rum Tasting: Preise in Euro

Detailergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Details

Bezugsquellen

Gekauft wurden die Rums für dieses Tasting bei der Rum Company und bei Barfish. Beide Shops kann ich vollkommen empfehlen, falls euch der eine oder andere Rum interessiert!

Frühere Tastings

Bisher wurden von mir im C&D Forum ein Rye Whiskey Tasting, ein Anejo Tequila Tasting und ein Melasse Rum Tasting durchgeführt.

Webweites #5

Posted in Webweites on October 22nd, 2009 by Sascha – 1 Comment

Bitters…

Neben den neuen The Bitter Truth Bitters gibt es noch weitere Neuigkeiten in der Bitters Welt:

  • Boudreau’s Bitters: Der bekannte Bartender und Blogger Jamie Boudreau arbeitet im Moment an zwei eigenen Bitters – Cherry und Boker’s. Erscheinen werden beide wahrscheinlich noch vor Ende des Jahres.
  • Adam Elmegirab Bitters: Schon erhältlich sind die Boker’s Bitters von Adam Elmegirab. Dieser hatte Anfang des Jahres das “Jerry Thomas Project” gestartet und wollte alle Rezepte des ersten Cocktailbuches von Herrn Thomas nachmixen. Schon bald musste er aber feststellen, dass ihm der damals viel verwendete Boker’s Bitters fehlte. Leider wird diese wichtige Cocktailzutat schon seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt. Aus diesem Grunde fing Adam an, eine eigene Version des Bitters herzustellen und verschickt diese seit  ca. drei Monaten mit großem Erfolg in alle Welt. Weitere Bitters sollen in kürze folgen. Einen detailierten Artikel zum Boker’s Bitter von Adam wird es demnächst hier zu lesen geben.
  • Reinventing bitters – House-made concoctions give cocktails a signature spin: Schöner Artikel über hausgemachte Bitters in Bars.

The Bibulo.us Guide to Your Home Bar

Auf Bibulo.us ist ein nette Reihe von Artikeln erschienen, die sich an Cocktailanfänger richtet. In jedem Teil dreht sich alles um einen Cocktail – welche Zutaten braucht man, was ist bei der Zubereitung zu beachten, usw.

Gin History by Angus Winchester

Mr. Winchester hat auf der Website World Class einen zweiteiligen Artikel über die Geschichte des Gins geschrieben. Sehr interessant!

Verschiedene Videos/Podcasts

Verschiedene Bücher

Verschiedene Artikel

Rum Company

Posted in Allgemeines on October 21st, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Vor ein paar monaten entdeckte ich einen Link zur Rum Company, deren Website damals nur eine “Comming Soon” Nachricht enthielt. Mit der Zeit hatte ich den Link jedoch total vergessen und entdeckte ihn erst wieder als ich vor ca. 2 1/2 Monaten beim Lesezeichen sortieren drüber stolperte. Nach kurzer Verwunderung wo der Link denn herkommt, wollte ich die Seite schon als 0815 Shop abstempeln, bemerkte aber nach kurzem surfen, dass es einiges zu entdecken gab:

Probierfläschchen

Rum Company ist der einzige mir bekannte Shop, der von (fast) allen verfügbaren Flaschen kleine 4cl Pröbchen zum verkauf anbietet. So kann man teurere Sachen bequem vorher probieren, ohne sich gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Leider lohnen sich die Proben erst ab einen Flaschenpreis von ca. 40€, da Proben aller Flaschen bis ca. 50€ alle 7€ kosten. Bei einem günstigen Rum lohnt es sich daher eher gleich eine Flasche zu kaufen, da die Probe relativ gesehen zu viel kostet. Nichts desto trotz eine super Sache, die ich mittlerweile auch schon öfters genutzt habe.

Alchemyst Range

Ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ist die Alchemyst Produktpalette, die im Rum Company Shop angeboten wird. Diese wird von Gordon Wright zusammengestellt, der Whiskey Trinkern kein unbekannter sein dürfte (Springbank, Bruichladdich). Sie umfasst neben Whiskey, Armagnac und  Calvados auch einen Rhum Agricole aus der Gardel Distillery in Guadalupe (mittlerweile geschlossen). Dieser ist 10 Jahre gereift und wird als Einzelfassabfüllung mit 46% verkauft. Ich habe zwar noch nicht all zu viele Rhum Agricole probiert, jedoch finde ich diesen sensationell und kann ihn nur empfehlen!

Whiskey Fair Rum

Für die Whiskey Fair 2009 in Limburg wurde ein eigener Rum Blend erstellt, dessen einzelne Rums aus verschiedenen Ländern der gesamten Karibik stammen und bis zu 15 Jahre im Fass gereift sind. Beim Blenden wurde vor allem, neben dem Geschmack natürlich, auf einen interessanten und komplexen Geruch geachtet. Leider wurde dieser Rum nur in kleinen Mengen abgefüllt und ist bist auf ein paar Probefläschchen inzwischen ausverkauft. Schade!, denn auch dieser Rum weiß zu gefallen, obwohl er nicht gerade günstig ist. Glücklicherweiße wird es in Kürze eine Neufauflage dieses Rums geben, welche mit einem 10 und 20 jährigem Blend ergänzt wird.

Rum Club

Zusätzlich zum Einzelkauf der Probierfläschchen gibt es auch die Möglichkeit dem Rum Club beizutreten, dessen Mitglieder im Quartal sechs verschiedene Proben per Post erhalten und diese bewerten können. Hierbei wird vor jeder Quartalsverkostung angekündigt, welche Rumsorten in Paket enthalten sind, so dass man gegebenenfalls ein Quartal aussetzen kann, falls man schon alle Rumsorten kennt. Die Tastings werden mit Infoblättern begleitet, die allerlei wissenswertes über den Rum selbst und die jeweilige Distillerie zusammenfassen. In Zukunft soll es zudem auch spezielle Angebote für die Mitglieder geben.

Rum After Work Lounge

Gegründet wurde die Rum Company dieses Jahr von Martin Heim, Wolfgang Weimer und Frank Zimmermann.  Alle drei haben sich voll dem Rum verschrieben und das merkt man sofort wenn sie anfangen über die mehr als 300 Rums zu erzählen, die in ihrer Lounge in stehen und nur darauf warten probiert zu werden. Möglich ist dies jeden Freitag von 17Uhr bis 19Uhr in Miltenberg am Main. In diesen zwei Stunden kann man nahezu alle vorhandenen Rums zu fairen Preisen probieren und über deren Geschmack philophisieren. Doch darüber mehr in einem gesonderten Artikel. ;-)

Rum Company Gründer, Quelle: Rum Company

Rum Company Gründer, Quelle: Rum Company

Webweites #4

Posted in Bücher, Videos, Webweites, Zutaten on June 16th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Cocktail & Dreams Forentreffen 2009

Dieses Jahr habe ich es endlich zum jährlichen Forentreffen der Cocktail & Dreams Community geschafft und ich wurde nicht enttäuscht. Es war super, alle User persönlich kennen zu lernen und zusammen über Cocktails zu diskutieren. Zwei Berichte findet ihr bei Cocktailwelten und Cachaca Blog. Sobald ich Zeit habe, werde ich evtl. noch ein wenig ausführlicher über die besuchten Bars und die The Duke Destillerie berichten. Vorerst konzentriere ich mich aber erstmal auf das Rye Tasting.

Trader Tiki Rum Reviews

Blair Reynolds hat auf seiner Website drei ausführliche und schön geschriebene Rum Reviews veröffentlicht:

Rum University

(Leider) erst vor kurzem habe ich die Rum University entdeckt. Margaret Ayala und Luis K. Ayala haben hier eine Fülle von Informationen über Rum gesammelt und bieten diese in 12 Lektionen zum download an. Desweiteren gibt es auch noch ein Archiv mit allen alten Got Rum? Ausgaben und einigen anderen Sachen. Leider ist die Struktur der Seite sehr unübersichtlich, was die Navigation erschwert.

Bitter Truth Liköre

Jay von Oh Gosh! hat sich näher mit den neue Likören von TBT beschäftigt. Der Pimento Dram und Apricot Brandy wissen zu überzeugen, den Creme de Violette findet Jay, wie auch Torben und Alchemyst von Trinklaune,ein wenig zu schwach im Aroma.

Selbstgemachter Lavendellikör und Schottlandreise @ mija.ch

Michael vom schweizer Blog mija.ch hat Lavendellikör in drei Varianten angesetzt. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sich die Endprodukte im Geschmack unterscheiden und wie sie sich in Cocktails machen. Ebenso berichtet Michael ausführlich über seine Schottlandreise und die dort besuchten Whiskey Destillerien:

Barkultour in Stuttgart

2010 wird Stuttgart seine eigene Barmesse bekommen – die Barkultour. Stattfinden wird sie am 25. und 26. Januar im Römerkastell auf über 1500qm. Hoffen wir mal, dass die Barkultour ähnlich überzeugen kann, wie die zwei Berliner Messen. :-)

Verschiedene Links

COF Falernum #3

Posted in Zutaten on June 11th, 2009 by Sascha – 5 Comments

Nachdem das COF Falernum #1 leider ein wenig zu viel Zimt enthielt, setzte ich das COF Falernum #2 folgendermaßen an:

250ml W&N Overproof
1/2 Zimtstange
25 Nelken
15 Piment
5 dünne Ingwerscheiben
1 Muskatnuß
5x Zeste einer Limette
3cm Vanilleschote
1 Kardamom
60 ml blanchierte, leicht angeröstete und kleingehackte Mandeln

1 1/2 Tage ziehen lassen und dann 10cl Limettensaft und 15cl Zuckersirup (Monin) hinzufügen

Jedoch war ich auch mit dieser Mischung noch nicht 100% zufrieden, da es für meinen Geschmack zu nelkig und pimentig war. In Falernum #3 schraubte ich daher die Anzahl der Zutaten zurück und werde je nach Geschmack noch nachträglich einzelne dazu geben. Ziel war es im Gegensatz zu #1 und #2 ein eher frisches Falernum zu kreieren, in welchem der Rum nicht vollständig überdeckt wird und das gut in Cocktails einsetzbar ist. Gerade Falernum #2 war meist zu intensiv und übernahm schnell den ganzen Drink.

Um das COF Falernum #3 herzustellen, müsst ihr 50ml Appleton Extra und 25ml Wray & Nephew White Overproof in ein Glas geben. Dazu gesellen sich…

Nelken

Nelken

7 Nelken,

Piment

Piment

3 Piment, …

Lorbeerblätter

Lorbeerblätter

3/4 eines Lorbeerblattes, …

Zimt

Zimt

1/4 einer Zimtstange, …

Vanille

Vanille

1cm einer Vanilleschote, …

Ingwer

Ingwer

15ml frisch gepresster Ingwersaft, …

Limetten

Limetten

die abgeriebene Schale von 1.5 Limetten und

Mandeln

Mandeln

15g blanchierte, gehackte, leicht angebratene Mandeln.

COF Falernum #3

COF Falernum #3

Diese Mischung sollte ca. zwei Tage ziehen, bevor sie durch ein sauberes Leinentuch in ein neues Gefäß abgeseiht wird. Das Tuch sollte schön ausgedrückt werden, so dass so wenig wie möglich des Falernums zurückbleibt. Das Falernum ist nun fast fertig, es müssen nur noch 30ml frischer Limettensaft, 30ml Zuckersirup und 10ml Mandelsirup/Orgeat hinzugefügt werden.

Das COF Falernum #3 muss zwar noch in Cocktails getestet werden, doch bin ich mit dem Resultat um einiges zufriedener als mit #1 und #2. Es ist einfach frischer, rumiger und insgesamt runder. Nach ein paar Tests in Cocktails werde ich entscheiden, ob ich nachträglich noch eine zusätzliche Zutat hinzufügen werde oder die Menge einer bestehenden Zutat erhöhen/erniedrigen werde.

Zum Schluss nochmal das Rezept für das COF Falernum #3

50ml Appleton Extra und 25ml Wray & Nephew White Overproof
7 Nelken
3 Piment
3/4 eines Lorbeerblattes
1/4 einer Zimtstange
1cm einer Vanilleschote
15ml frisch gepresster Ingwersaft
die abgeriebene Schale von 1.5 Limetten
15g blanchierte, gehackte, leicht angebratene Mandeln

Mischung zwei Tage lang ziehen lassen…

30ml frischer Limettensaft
30ml Zuckersirup (Monin)
10ml Mandelsirup/Orgeat (Meneau)

Falls ihr das Rezept ausprobiert, würde ich mich über Feedback freuen – besonders wie es sich in Cocktails schlägt.

Webweites #2

Posted in Videos, Webweites, Zutaten on April 15th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Spirit Timelines
Tristan vom Wild Drink Blog hat die Geschichte von Gin, Rum und Vodka in drei verschiedenen Zeitlinen zusammengefasst.

Der Mojito
Tristan hat sich auch ziemlich ausführlich mit der Geschichte des Mojito befaßt. In Teil 1 geht es um die Entstehung und ursprüngliche Zubereitung, wogegen in Teil 2 dokumentiert ist, wie sich der Drink über die Zeit hinweg verändert hat.

The Rye Whiskey Roundtable
Das Malt Advocate Magazin veranstaltete eine Diskussionsrunde über Rye Whiskey mit folgenden Personen:

  • Kris Comstock (Buffalo Trace Distillery)
  • Larry Kass (Heaven Hill)
  • Drew Kulsveen (Kentucky Bourbon Distillers)
  • Bernie Lubbers (Jim Beam)
  • Fritz Maytag (Anchor Distilling)
  • Joe Nardoci (Chatham Imports)
  • Henry Preiss (Preiss Imports)
  • Jimmy Russell (Wild Turkey)
  • LeNell Smothers (LeNell’s Ltd)
  • Julian Van Winkle (J.P. Van Winkle and Son)
  • John Hansell und Lew Bryson (Malt Advocate)

Themen waren unter anderem die Gründe für das verschwinden von Rye Whiskey, das wiederaufgeflammte Interesse an Rye Whiskey, Junge vs. Alte Abfüllungen und vieles mehr. Interessant ist die Tatsache, dass Rye Whiskey nur an wenigen Tagen im Jahr gemaischt wird:

Now four [days]! See, that’s the point: it’s a small category, a smaaaallll category. We do have to bear that in mind. We spill more bourbon in a day than we sell rye in a year! – Larry Kass

Leider findet man den Artikel nur noch über den Google Cache. Schätzungsweiße wurde der Artikel ca 2006 veröffentlicht. Es ist zwar kein Datum angegeben, aber im Text wird erwähnt, dass die veröffentlichung des Sazerac 18y 6 Jahre zurück liegt und dieser wurde erstmals im Jahr 2000 veröffentlicht.

Link zum Artikel

Eban Freeman Cocktailvideos (epicuriousdotcom)

Cocktails with Toby Maloney
Interessante Bewegungsabläufe, ungewöhnliche Schütteltechnik und handgeschlagene Eisstücke:

Verschiedene Videos

Tipps für Anfänger: Spirituosen

Posted in Zutaten on January 12th, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Beginnen wir mit einer Liste von Spirituosen, über die man stolpert, wenn man sich mit dem Thema Cocktails mixen beschäftigt. Es sind bewußt auch Marken aufgeführt, die eher nicht oder auf keinen Fall zu empfehlen sind. Einige der Notizen habe ich über die letzten zwei Jahren in verschiedenen Foren und Blogs gesammelt. Es wurden jedoch nur Meinungen aufgenommen, die öfters vertreten waren und auch nur von Personen, die als “vertrauenswert” gelten. Falls sich jemand auf den Schlipps getreten fühlt, bitte melden. Ebenso sind Verbesserungsvorschläge immer gerne willkommen. ;-)

Weißer Rum

  • Bacardi White (11€/0.7L): Früher “der” Rum aus Kuba, wird er heutzutage in Puerto Rico hergestellt und sollte auf keinen Fall verwendet werden. Sprittig und sehr neutraler Geschmack.
  • Old Pascas White (6€/0.7L): Ein weißer Rum aus Barbados. Leider ähnlicher Geschmack wie bei Bacardi, jedoch nicht ganz so teuer. Im absoluten Notfall verwendbar, falls Rum nur die 3te Geige spielt.
  • Cartavio Silver (17€/1L): Sehr aromatischer Rum aus Peru zu einem günstigen Preis. Sehr vielseitig in Cocktails einsetzbar. Ich hatte noch keinen Drink, in dem er mich enttäuscht hat.
  • Matusalem Platino (16€/0.7L): Ein Top Rum aus der Dominikanische Republik. Etwas speziell, sehr aromatisch, passt nicht in allen Cocktails perfekt. Im C&D Forum sehr beliebt.
  • Appleton White (12€/0-7L): Ein Vertreter des weißen Rums aus Jamaika. Sehr mild und etwas süßlich/fruchtig. Wird oft empfohlen, passt meiner Meinung nach aber nur gut in “Saftcocktails”. In einem Daiquiri z.B. eher ungeeignet.
  • Blue Bay White (15€/0.7L): Dieser Rum aus Mauritius passt perfekt in einen Daiquiri oder Mojito. Durch seinen besonderen Geschmack (sehr fruchtig, mit frischer Zuckerrohrnote), passt er allerdings nicht in jeden Drink. Probieren!
  • Havana Club 3y (12€/0.7L): So ziemlich die bekannteste Marke aus Kuba. Traditionell eher leicht im Geschmack, gleichzeitig aber auch eher speziell und ist nicht für jeden Cocktail geeignet. Obwohl es für den Preis weitaus bessere Rums gibt, ist er immer noch meine erste Wahl für einen Cuba Libre.
  • El Dorado White (12€/1L): Ziemlich universeller Rum mit super Preis-/Leistungsverhältnis aus Guyana. Hat aber eine leichte Kakaonote (Demarara ;-) ) im Geschmack, daher schmeckt er nicht jedem (aber vielen).

Brauner Rum

  • Appleton V/X (16€/0.7L): Sehr aromatischer Rum aus Jamaika. Sehr gut in allen Cocktails wo eine ausgeprägte Rumnote gefragt ist (z.B. Planter’s Punch, Mai Tai, usw.)
  • Appleton Extra (23€/0.7L): Ein paar Qualitätsstufen über dem V/X macht er sich besonders gut in jenen Cocktails, die hauptsächlich Rum enthalten oder wenn man einem Cocktail eine besondere Note geben möchte. Schmeckt auch pur super.
  • Old Pascas Ron Negro (8€/0.7L): Von der Qualität besser als Old Pascas White mit passablem Preis-/Leistungsverhältnis. Allerdings nicht so gut wie zum Beispiel Appleton V/X.
  • Mount Gay Eclipse (21€/1L): Ein Goldener Rum mit ausgeprägtem Aroma aus Barbados.
  • El Dorado 12y (26€/0.7L): Schmeckt sehr gut pur. Leichte süße. Fantastisch in einem Rum Manhatten oder Rum Sour!
  • Bacardi 8y: Die erfreuliche Ausnahme unter den vielen schlechten Bacardi Rums. Runder, sanfter, leicht süßlicher Geschmack. Eher etwas für Einsteiger, Profis könnte der Geschmack etwas zu schwach sein.
    Alles andere in Deutschland erhältliche (z.B. Oro/Black) ist meist nur eingefärbter, junger Rum. Nicht zu empfehlen!
  • Appleton Dark (13€/0.7L)
  • El Dorado Dark (14€/1L)
  • Old Monk Very Old Vatted Indian Rum (23€/1L): Ein Rum aus Indien mit außergewöhnlichem Geschmack (starke Kaffee, Karamel und Molassenoten). Super in einem Rum Sour.
  • Doorly’s XO (26€/0.7L): Schönes Aroma, süßlich. Pur schmeckt er mir nicht so gut (anderen wiederum sehr gut), aber in Cocktails klasse.

Overproof Rum

  • Wray & Nephew White Overproof (17€/0.7L): Eigentlich ein brauner Rum, wird dieser vor dem Verkauf gefiltert, was in seiner weißen Farbe resultiert. Sehr fruchtiger und leicht süßlicher Geschmack. Im Vergleich zu den restlichen Overproofs hat er einen untypischen Geschmack.
  • Lemon Hart Demarara 151 (23€/0.7L): Meist wird dieser Rum als bester Overproof gehandelt. Sehr stark, sehr dunkel mit sehr kräftigem Aroma. Leider nur schwer zu bekommen.
  • Lemen Hart 73% (23€/0.7L): Schlechter als der Demarara, recht scharf.
  • Old Pascas Overproof (19€/0.7L): Aromatisch, aber etwas eindimensional. Falls man nichts anderes findest ist er ok.
  • Pusser’s Overproof (37€/1L): Wird oft im C&D Forum empfohlen.
  • Bacardi 151 (30€/1L): Mild, aber scharf. Ok, gibt aber bessere Sorten zu besseren Preisen.
  • Bermudez 151 (23€/0.7L): Mild, leicht bis mittel scharf.
  • El Dorado Overproof (18€/0.7L): Mild und leicht süßlich. Passt gut in fruchtige Drinks.

Rhum Agricole
Hierzu habe ich leider kaum Notizen. Im C&D Forum werden folgende Sorten empfohlen:

  • Clément Canne Bleue (26€/0.7L)
  • Saint James Fleur de Canne (29€/0.7L)
  • La Mauny Blanc (17,00 €)
  • Neisson Blanc (32€/1L)
  • Neisson Vieux (36€/0.7L)
  • Saint James Royal Ambre (16€/0.7L): Super im Mai Tai und Ti Punch.

Gin

  • Tanqueray 47.3% (23€/1L): Schöner Allrounder mit kräftigem Wacholdergeschmack.Die Version mit 43.1% ist schwächer im Geschmack und nicht zu empfehlen. In Deutschland habe ich bis jetzt aber nur die 47.3% Flasche gesehen.
  • Tanqueray No 10 (33€/1L): Der Premium Gin von Tanqueray. Nicht so wacholderlastig, mit leichter Zitrusnote.
  • Beefeater 47% (20€/1L): Kräftiger Geschmack, schöne Wacholdernote, würziger als Tanqueray 47.3%. Mein Standardgin. Die Version mit 40% ist schwächer im Geschmack und nicht zu empfehlen.
  • Plymouth 41.2% (20€/1L): Plymouth Gin darf nur in Plymouth, England hergestellt werden und stellt eine eigene Gin Gattung dar. Die Standardabfüllung hat 41,2% (Navy Strength: 57%, was für einen Gin eigentlich wenig ist. Doch selbst diese schmeckt schon super. Durch die typische leichte Süßung der Plymouth Gins, sind diese aber nicht in allen Drinks empfehlenswert. Super z.B. im Gimlet.
  • Finsbury Platinum (15€/0.7L): Kräftige Wacholdernote und feine Würze. Die Version mit 37,5% (gelbes Etikett) ist schwächer im Geschmack, ist für den Einstieg durch den geringen Preis (ca. 8€) aber bedingt nutzbar.
  • Hendrick’s 44% (23€/0.7L): Außergewöhnlicher Gin aus Schottland, der mit Gurke infusioniert wurde. Passt daher nicht in allen Cocktails, aber manche werden gerade durch ihn herrausragend (z.B. Cucumber Fizz/Collins). Aber keine Angst, der Hendrick’s schmeckt nicht wie Gurkenwasser. ;)
  • G’Vine Floraison (35€/0.7L): Im Gegensatz zum London Try Gin (alle hier aufgeführten, außer anders vermerkt), hat dieser Gin Weinalkohol als Basis und ist damit fruchtiger. Zusätzlich wird er noch mit Kubeebe Beeren, Blüten der Rebstöcke, Wacholder Ingwer, Kardamom, usw. aromatisiert, was ihm einen sehr “floralen” Charakter gibt. Die einen lieben ihn, die anderen haßen ihn.
  • G’Vine Nouaison (36€/0.7L): Diese neuere Version des G’Vine Gins geht wieder mehr auf den London Dry Gin Stil zu, bietet ausgeprägtere Wacholderaromen und ist auch im Alkoholgehalt stärker (40% zu 43.9%). Der Gin für einen Gin Basil Smash!
  • Gordon’s 37.5% (12€/0.7L): Eher flaches Aroma. Notfalls ok, aber es gibt weitaus bessere Alternativen zu einem ähnlichen Preis.
  • Bombay Sapphire 47% (22€/1L): Nicht allzu Wacholder betonter Gin und schön würzig. Geht in machen Cocktails allerdings etwas unter.

Tequila Blanco/Silver/Plata
Bei Tequila sollte man unbedingt einen 100% Agava Tequila kaufen und keinen Mixto (mindestens 51% des Alkohols auf Basis der Agave, Rest beliebig). Ein Blanco ist normalerweiße ungereift, wird also direkt nach der Destilation abgefüllt oder vorübergehend in Stahltanks gelagert. Es kommt aber auch vor, dass er kurze Zeit gereift ist (maximal für 60 Tage). Blanco Tequilas bieten den meisten Agavengeschmack, können aber auch mehr oder weniger harsch sein.

  • Sierra (12€/0.7L): Sehr sprittig, kaum Aroma, Vergleichbar mit Bacardi bei Rum. Auf keinen Fall verwenden!
  • 1921 (31€/0.7L): Würzig, mit kräftiger Agave. Sehr rund. Empfehlenswert
  • Casa Vieja (23€/0.7L): Reiner Agavengeschmack, günstiger Preis. Verwende ich im Moment.
  • Corralejo (24€/0.7L): Frische Agave, leichte Kräuternoten.
  • 1800 (30€/0.7L): Intesiver Agavengeschmack, würzig, leicht scharf.
  • Amate (30€/0.7L)
  • Arette (34€/0.7L): Fruchtig, zu Beginn süßlich, schöne Agave.
  • Herradura (29€/0.7L)
  • Aha Toro (30€/0.7L)

Tequila Reposado
Ein Reposado Tequila ist mindestens 2 Monate und maximal 11 Monate in Holzfässern gereift. Sie bieten das Beste aus den beiden benachbarten Kategorien: der Agavengeschmack ist noch sehr präsent, aber sie sind durch die längere Fasslagerung schon deutlich sanfter und bieten auch einen komplexeren Geschmack.

  • Sierra: NEIN!
  • 1921 (36€/0.7L): Leicht süßlich (Honig, Karamel), leicht holizig, sanfter als der Blanco, frische Agave
  • Casa Vieja (24€/0.7L): Schöne Agavennote, fruchtig, rund, kaum brennen. Wird zur Zeit von mir vermixt.
  • Corralejo (27€/0.7L): Leichte Zitrusaromen, leicht würzig, etwas starkes alkoholisches Brennen.
  • Sauza Hornitos (20€/0.7L): Fruchtig, minimal sprittig, gut als Einstiegstequila.
  • 1800 (32€/0.7L): Schon leicht dominierende Holznoten, dezente Frucht, leicht scharf.
  • Amate (33€/0.7L)
  • Herradura (32€/0.7L)
  • Aha Toro (34€/0.7L)

Eine Auswertung des C&D Reposado Tastings findet ihr bei Cocktailwelten.

Tequila Anejo
Anejo Tequila ist mindestens 12 Monate und maximal 35 Monate gereift. Diese gereiften Tequilas werden zwar seltener zum mixen verwendet, doch sind diese auch sehr gut pur zu genießen. Um nicht all zu viel Geld in den Sand zu setzen, sollte man sich erstmal mit den Blancos und Reposados vertraut machen und erst bei aktiven Interesse einen Anejo kaufen. Neben den Anejo Tequilas gibt es noch die Extra Anejos, die länger als 3 Jahre gereift sind.

  • Sierra: NEIN!
  • 1800 (35€/0.7L): Das Holz dominiert sehr stark. Eher nicht empfehlenswert.
  • Amate (40€/0.7L)
  • Tres Generaciones (40€/0.7L): Komplexer Geschmack, leicht ölig. Holznoten sind vorhanden, dominieren aber nicht. Sehr rund.
  • Herradura (45€/0.7L)
  • Aha Toro (40€/0.7L)

Wermut

  • Noilly Prat Dry (10€/1L): Der Standard bei den trockenen weißen Wermuts. Lohnt sich!
  • Noilly Prat Rouge (11€/1L): Günstiger und guter roter, süßer Wermut.
  • Martini (alle): Auf keinen Fall zu empfehlen. Lieber ein wenig mehr für Noilly Prat ausgeben und sich über den weitaus besseren Geschmack freuen.
  • Carpano Antica Formula (23€/1L): Wird nach dem Rezept des ersten roten Wermuts von Carpano aus dem Jahr 1786 hergestellt. Wer sich z.B. einen besonderen Manhatten gönnen möchte, sollte zuschlagen. Für den Anfang reicht aber NP Rouge vollkommend aus.

Vodka
Imho schmeckt mein ab einer gewissen Qualität kaum Unterschiede in Cocktails, daher langt normalerweiße eine Flasche Vodka zum mixen. Meiden sollte man so ziemlich alles was unter 10€/0.7L kostet, vor allem die unzähligen “Präsidenten”. Empfehlenswert sind unter anderem:

  • Absolut (12€/0.7L)
  • Smirnoff (12/0.7L)
  • Finlandia (12/0.7L)

Cachaca

  • Pitú (13€/0.7L): Sehr sprittig, kaum Aroma, Vergleichbar mit Bacardi bei Rum oder mit Sierra bei Tequila. Auf keinen Fall verwenden!
  • Armazem Vieira Esmeralda (30€/0.7L): Traditionell in Handarbeit hergestellter Cachaca. Falls man sich etwas besonderes gönnen möchte. 4 Jahre gereift.
  • Armazem Vieira Safira (23€/0.7L): Traditionell in Handarbeit hergestellter Cachaca. Falls man sich etwas besonderes gönnen möchte. 2 Jahre gereift.
  • Nega Fulo (14€/0.7L) Falls man keinen anderen bekommt, ok. Der Velho Barreiro ist günstiger und schmeckt den meisten besser.
  • Canario (14€/1L): Falls man keinen anderen bekommt, ok. Der Velho Barreiro ist nur wenig teuerer, schmeckt den meisten aber besser.
  • Velho Barreiro Special Reserve (15€/0.7L): Sehr zu empfehlen!
  • Velho Barreiro (15€/1L): Sehr zu empfehlen, super Preis-/Leistungsverhältnis. Schmeckt mir persöhnlich in Cocktails besser als die Special Reserve.

Cognac
Bei Cognac sollte man wie bei Tequila gleich in eine bessere Sorte investieren. Bei den meisten Cocktails mit Cognac ist der Unterschied zu einem schlechteren deutlisch schmeckbar.

  • Frapin VSOP (35€/1L): Super Preis-/Leistungsverhältnis!
  • Courvoisier VSOP (28€/0.7L): Gute Alternative zum Frapin (einfacher zu erwerben, aber ein wenig teurer).
  • Remy Martin VSOP (30€/0.7L): Für den Preis schlechtere Qualität als Frapin und Courvoisier.

Bourbon
Bei Bourbon kann ich leider keine weiteren Infos liefern, da ich mich mit dieser Spirituose bis her kaum beschäftigt habe. Folgende sollten empfehlenswert sein.

  • Woodford Reserve (31€/0.7L)
  • Maker’s Mark (20€/0.7L)
  • Blanton’s (24€/0.7L)

Eine Auswertung des C&D Bourbon Tastings findet ihr bei Cocktailwelten.

Scotch (Blended)
Bei Scotch kann ich leider keine weiteren Infos liefern, da ich mich mit dieser Spirituose bis her kaum beschäftigt habe. Folgende sollten empfehlenswert sein.

  • The Famous Grouse

Rye
Bei Rye kann ich vollstens den Sazarec Rye empfehlen. Allerdings sollte er in UK bestellt werden, wo er umgerechnet nur ca 30€ bis 35€ kostet. Im Cocktail & Dreams Forum gibt es des öfteren Sammelbestellungen – spart Porto! ;)

  • Wild Turkey (24€/0.7L): Super Preis-/Leistungsverhältnis!
  • Sazarec (50€/0.7L)
  • Old Overholt (20€/1L): Sehr günstiger Preis. Gut, um sich als Einsteiger ran zu testen. Hat im Gegensatz zu den meisten anderen Ryes nur 40%.

Eine schönen Vergleich vieler Ryes findet ihr bei Paul Clarke.

Die Preise sind hauptsächlich von Barfish übernommen, Stand: 11.01.08. Eine monatlich aktuallisierte Preisliste der meisten in Deutschland erhältlichen Tequila Marken gibt es bei puro de agave. Vergleicht vor dem Einkauf unbedingt die Preise in den bekannten Online Shops. Teilweiße differieren die Preise extrem!