Posts Tagged ‘Rhum Agricole’

Academia del Ron

Posted in Cocktails, Zutaten on April 17th, 2010 by Fabian – 3 Comments

Anfang dieser Woche startete der erste Teil der Academia del Ron, welche von Havana Club veranstaltet wird. Der Titel „Academia del Ron“ ersetzt nicht nur einfach das Wort „Wettbewerb“ sondern ist in seiner Bedeutung wörtlich zu verstehen. Die zweitägige Akademie sollte laut vorherigen Informationen auf der einen Seite ein Wettbewerb darstellen, aber auch eine Möglichkeit bieten sich durch Vorträge als „360° Bartender“ weiter zu bilden.

Entsprechend diesen Informationen startete ich am Montag morgen mit großen Erwartungen Richtung Köln. Gegen 11:00 Uhr erreichte ich die „Villa Köln“, die direkt am Rheinufer gelegen, der Veranstaltungsort war. Beim betreten der Villa wurde einem gleich klar, dass hier die richtige Lokation ausgesucht wurde.

Villa Köln Eingang

Villa Köln Eingang

Nach einer kurzen Begrüßung und einem ersten Überblick wer es zur Academia geschafft hatte wurde sogleich mit dem ersten Vortrag begonnen:

Rum – Nektar der Götter

In diesem ersten Vortrag wurden alle Teilnehmer in die Geschichte des Rums eingeführt. Wie das Zuckerrohr seinen Weg aus Asien über die Kanarischen Inseln bis in die Karibik fand, was genau die Bezeichnung Demerara Rum meint, aus welchen drei Grundstoffen Rum hergestellt werden kann, wie leichte und schwere Rums entstehen, aber auch welche Art von Rum aus den verschiedenen Regionen Mittelamerikas und der Karibik kommen. Dies stellt nur einen kleinen Auszug des 1 ½ stündigen Vortrags dar. Im Anschluss galt es dann siebzehn Spirituosen, darunter natürlich vorwiegend Rum, aber auch Cachaca, Rhum Agricole und Rum Verschnitt zu verkosten und zu vergleichen. Dies war ein wunderbarer Auftakt für den ersten Tag und machte Lust auf mehr.

Rum Tasting

Rum Tasting

Die Begeisterung wurde dann aber schnell wieder ein wenig gedämpft als man vor den Fragen des Multiple Choice Test saß. Es galt drei Seiten mit Fragen zu beantworten, die sich auf den vorherigen Vortrag bezogen. Das Ergebnis diese Testes floss mit in die Gesamtwertung ein.

Barlife 1

Nach einem kleinen Mittagssnack ging es weiter zum zweiten Vortrag Barlife 1. In 30 Minuten konnte man erste Einblicke in die Sprache unseres Körpers gewinnen. Diesem interessanten Vortrag hätte man durchaus ein wenig mehr Zeit geben können.

Barlife 2 – Barpsychology

Gleich darauf erwartete uns die Couch: in Barlife 2 ging es um Barpsychology.

Barpsychology Vortrag

Barpsychology Vortrag

Ein Programmpunkt auf den ich sehr gespannt war. Was uns präsentiert wurde, konnte dann aber die Erwartungen der meisten Teilnehmer nicht erfüllen. Der Vortrag begann mit der Vorstellung eines erdachten Lehrfaches namens Barpsychology und dessen eventuellen Inhalten. Auf die Inhalte wurde leider, aus Zeitgründen, nur oberflächlich eingegangen. Alle Teilnehmer hielten dieses Thema für sehr wichtig und ein wenig mehr Tiefe hätte dem Vortrag gut getan. Lange Zeit sich über den Vortrag zu unterhalten blieb allerdings nicht. Denn die vierte Präsentation des Tages stand an.

Labratory 1

Diese Präsentation beschäftigte sich mit der Unterschiedlichen Wahrnehmung von Geschmack in unterschiedlicher Atmosphäre. Tony Conigliaro stellte uns aber zunächst vor, was er so in seinem kleinen Labor „erforscht“. Thema war unter anderem die Aromatisierung von Spirituosen unter Vakuum. Dieser Teil des Vortrages lässt sich allerdings nur unter erschwerten Bedingungen für Jederman(n) umsetzten. Aus diesem Grund komm ich auch schon zum zweiten wesentlich besser anwendbaren Teil der Präsentation. Hier wurde uns am eigenen Leibe deutlich gemacht, wie sich Musik und Gerüche auf den Geschmack einer Spirituose auswirken. Eine Erfahrung die jeder daheim selbst ausprobieren kann: Genießt wie wir zu schräger, lauter Musik ein kleinen Schluck Rum. Notiert euch was Ihr schmeckt. Im Anschluss testet ihr den selben Rum zu leichter klassischen Musik in angenehmer Lautstärke. Das Ergebnis verblüfft. Ähnlich war es bei den Gerüchen, jedoch wurde von mir der Unterschied hier nicht allzu deutlich wahrgenommen.

Labratory 2

Zwischen dem Dinner und uns Teilnehmern stand nun nur noch ein letzter Vortrag: Labratory 2 beschäftigte sich mit den klassischen kubanischen Cocktails und ihren Ursprüngen. Von Canchanchara über Negron, Mojito Criollo bis zum El Presidente wurden uns von Michael Menegos auf seine typisch unterhaltsame Art, sowohl in schriftlicher als auch liquider Form präsentiert. Ein weiteres Highlight des Tages!

Die servierten Köstlichkeiten zum Dinner rundeten den ersten Tag der Academia del Ron perfekt ab.

Dinner

Dinner

Wettbewerb

Am zweiten Tag startet dann der Wettbewerb. Besonderheit hierbei war, das die Jury direkt am Tresen saß, an dem man seinen Drink zubereitete und ab und an Fragen stellte, um das gewonnen Wissen des Vortages zu prüfen. Am Tresen herrschte eine lockere Atmosphäre, welche vielleicht auch dafür sorgte, dass sieben Minuten für zwei Drinks letztendlich knapp bemessene Zeit war.

Wettbewerbsvorbereitungen

Wettbewerbsvorbereitungen

Gemixt habe ich den drei Jurymitgliedern folgendes:

Peanut Daiquiri

  • 5cl Havan Club 7 Anos
  • 1cl Holunderblütensirup
  • 1cl Erdnusssirup
  • 3cl Limettensaft

Abschließend kann ich sagen, dass von allen Wettbewerben an denen ich bisher aktiv oder passiv teilgenommen habe, dieser mich am meisten begeistern konnte. Deshalb hoffe ich, dass noch viele Academias folgen werden.

Rum & Co Tastings

Posted in Allgemeines on April 14th, 2010 by Sascha – 2 Comments

Rum ist im Kommen! Spielte diese Spirituose in den vergangenen Jahren noch öfters die Zweite Geige, kommen seit geraumer Zeit immer mehr Abfüllungen auf den Markt bzw. die Verfügbarkeit von bestehenden Abfüllungen steigt. Neben der bereits vorgestellten Rum Company, aus Miltenberg, bietet nun ein weiterer Shop ein spezielles Angebot für Rum Fans an: Rum Tastings von Rum & Co.

Probefläschchen

Der Shop wird von insgesamt drei Mitarbeiten betrieben und besteht seit ca. einem Jahr. Geschäftsführer Thomas Altmann ist selbst großer Rum Fan und ist durch Cocktails Old Fashioned auf die Idee gekommen, selbst regelmäßige Rum und Spirituosen Tastings anzubieten.

Thomas wählt ab Mai jeden Monat eine kleine Zahl an Spirituosen (hauptsächlich Rums) aus, die in kleine Fläschchen abgefüllt werden und daraufhin nur mit einer Nummer gekennzeichnet an die Tester verschickt werden. Diese probieren jede einzelnen Probe, vergeben eine Bewertung von eins (sehr schlecht) bis zehn (sehr gut) und schicken die gesammelten Eindrücke an Rum & Co. Auf diesem Wege können Fans der jeweiligen Spirituose neue Abfüllungen kennen lernen, ohne gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Mit der Zeit sollte sich auch für Dritte eine stattliche Sammlung von Bewertungen und Geschmacksnotizen ansammeln, die für den eigenen Einkauf mitentscheidend sein könnten.

Das erste Tasting wird im Mai stattfinden und folgende Rums zum Preis von 29,90€ inklusive Versandkosten beinhalten:

1. Plantation Guadeloupe 1998
2. Pyrat XO
3. Coruba Cigar 12 Jahre
4. Ron Centenario Fundacion XX
5. Malecon 18 Jahre
6. Ron Malteco 10 Jahre
7. Ron Zacapa 23

Wie am Preis zu sehen ist, macht der Shop nur geringen Gewinn an den Tastings! Es wäre schön zu sehen, wenn sich solche Tastings weiter verbreiten würden. Falls man sich tiefer mit einer Spirituose beschäftigen möchte, ist dies entweder nur mit viel Geld für ganze Flaschen oder eben mit kleinen, günstigen Proben möglich. Wer an dem Rum Tasting teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden.

Cocktailscout Rum Online Blind Tasting

Posted in Zutaten on March 8th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Einige Wochen vor Weihnachten letzten Jahres hat es sich ergeben, dass ich für einige Mitglieder des Cocktailscout Forums ein kleines Rum Online Blind Tasting für Einsteiger organisieren durfte. Es wurden zehn Rums aus verschiedenen Ländern herausgesucht, egal ob aus Melasse oder frischem Zuckerrohrsaft, beginnend im Einsteigersegment bis hin zu einigen Premiumabfüllungen, die die gespannten Teilnehmer verkosten durften.

Wie bei allen bisherigen C&D Tastings, war auch dieses ein Blind Tasting, bei welchem die Fläschchen nur mit Nummern und nicht mit Namen versehen sind. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Preis, von bekannten Meinungen oder dem Ruf einer Marke  beeinflusst wird. Jeder Rum wurde daraufhin von den Testern verkostet und mit einer Bewertung zwischen 1 (sehr schlecht) und 10 (sehr gut) versehen. Den Testern stand hierbei frei, wie sie auf ihre Bewertung kommen – nur der eigene Geschmack zählte. Das Ergebnis dieses Tastings wird nun in diesem Artikel vorgestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Kandidaten

Probefläschchen

Probefläschchen

Admiral Rodney XO
Admiral Rodney Extra Old wird von St. Lucia Distillers Ltd. auf St. Lucia hergestellt, einer kleinen Insel in der Karibik, südlich von Martinique. Benannt ist dieser Rum nach Admiral Rodney, einem britischen Navy Admiral, der auf St. Lucia stationiert war und die Insel in “The Battle of Saints” gegen die Franzosen beschützte. Der Rum ist ein Blend aus Melasserums und kommt in einer sehr schönen Flasche mit großen Holzgriffkorken daher. Preislich liegt der Rum in Deutschland bei ca. 50€.

Banks XM 5y
Wie alle Rums aus Guyana wird auch dieser fünf Jahre alte Banks XM von den Demerara Distillers Ltd. (DDL) destilliert. Diese produzieren sowohl eigene Rums (El Dorado), verkaufen aber auch Rum an andere Firmen, die diesen lagern und nach einigen Jahren abfüllen. Banks XM ist einer dieser Firmen und bietet neben dem Banks XM 5y noch einen zehn und zwölf jährigen Rum an.  Empfehlen kann ich besonders den Banks XM 10y – macht eine(n) hervorragenden Mai Tai (Variante). Der 5y ist für ca. 17€ erhältlich und damit der günstigste Rum des Tastings.

Plantation Grenada 98
Die Plantation Serie wird in Frankreich von Cognac Ferrand abgefüllt. Ziel ist es, dass jede der Abfüllungen den typsichen Stil des jeweiligen Landes bzw. Insel widerspiegelt. Die Rums lagern erst einige Jahre an ihrem Produktionsort, bis sie schließlich nochmals in kleinen Fässern aus französischer Eiche bei Cognac Ferrand lagern um den letzten Schliff zu bekommen. Die Grenada 98 Abfüllung wurde insgesamt acht Jahre gereift. Darüber hinaus konnte ich leider keine Informationen zu diesem Rum finden. Augrund des Geschmackes müsste jedoch Melasse als Basis verwendet worden sein. Die aktuellen Plantation Rums kosten alle um die 30€, im Falle des Grenada 98 sind es 28€.

Clement VSOP
Der Clement VSOP (Very Superior Old Pale) Rhum stammt aus Martinique und ist einer der vier Rhum Agricoles des Tastings. Diese sind nicht aus fermentierter Melasse, sondern aus frischem Zuckerrohr destiliert. Auf französischen Inseln wird der größte Teil des Rums auf diese Art hergestellt. Clement destilliert seine Rhums allerdings nicht mehr selbst, diese Aufgabe übernimmt seit einigen Jahren die Simon Destillerie. Der Clement VSOP lagert zuerst für ca. ein Jahr in französischen Eiche Fässern und danach nochmals ca. drei Jahre in amerikanischen Ex-Bourbon Fässern. Erhältlich ist der Rhum für ca. 25€.

Rum Nation Guatemala 23
Rum Nation ist ebenso wie Cognac Ferrand kein Hersteller von Rums sondern lagert und füllt Rums von bekannten oder unbekannten Destillerien ab. Der Guatemala 23 stammt wie die Zacapa Rums von der Industrias Licoreras de Guatemala. Unklar ist allerdings ob die Rum Nation Abfüllung wirklich mindestens 23 Jahre alte Rums enthält oder ob es ein Blend aus maximal 23 Jahre alten Rums ist (wie der Zacapa Solera 23). Dagegen spricht, dass der Rum Nation geschmacklich ziemlich nahe an Zacapa dran ist, wogegen Rum Nation bei anderen Rums explizit den Begriff Solera verwendet. Kaufen könnt ihr den Rum Nation 23 für ca. 60€.

La Mauny VSOP
La Mauny VSOP ist wie der Clement ein Rhum Agricole aus Martinique und ist ein Blend aus ca. 4 Jahre alten Rhums. Preislich liegt der La Mauny VSOP bei ca. 40€.

Robinson Cask Smooth
Dieser Rum wird in Jamaika destilliert, jedoch in Deutschland abgefüllt. Als einziger Rum des Tastings hat dieser Rum etwas mehr Volumenprozente Alkohol – 55%. Sehr lecker in einem Mai Tai und dazu sehr günstig! Diesen Rum gibt es für ca. 18€ zu kaufen.

Riviere du Mat “Opus 5″
Riviere du Mat wird auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean hergestellt. Der “Opus 5″ wurde erstmals 2007 veröffentlich und stellt den fünften Rum einer limitierten Serie von Riviere du Mat dar. Dieser Rhum Agricole ist ein Cuvée aus fünf verschiedenen Rhums aus den Jahrgängen 1994 – 2000, die in Eichenfässern zwischen sechs und zwölf Jahren reiften. Im Moment einer meiner Lieblingsrums überhaupt. Schade dass er nicht günstig ist (ca. 73€) und auf 6280 Flaschen limitiert ist. Mein Tipp: Probieren und ein paar Flaschen kaufen solange er verfügbar ist, falls er jemanden genauso gut schmeckt wie mir selbst. ;-)

Doorly XO
Dieser Melasserum ist ein Blend aus sechs bis zwölf Jahre alten Rums, welche zudem ein Finish im Oloroso Sherry Fass erhalten haben. Hergestellt wird der Doorly von der Destillerie R. L. Seale & Co. Ltd. auf Barbados. Erhältlich ist er für günstige 25€.

Damoiseau Vieux 8y
Der Damoiseau Vieux 8y wird von der Destillerie Bellevue hergestellt, die sich auf Guadeloupe befindet. Guadeloupe ist eine Gruppe von neun Inseln der kleinen Antillen in der Karibik und gehört wie Martinique und La Réunion zu Frankreich. Für diesen Rhum Agricole werden mindestens acht Jahre gereifte Rhums verwendet, die in französischen Cognac Fässern gelagert wurden. Für einen Rhum Agricole ist der Damoiseau auch recht günstig: ca 40€.

Ergebnis & Auswertung

Erst einmal vielen Dank an alle die mitgemacht haben und ihre Bewertungen für diese Auswertung zur Verfügung gestellt haben. Obwohl es das erste Tasting dieser Art bei Cocktailscout war, hat alles super geklappt. Nur eine Person hat ihre Bewertungen nicht abgegeben und viele haben noch mit Anderen ihre Proben geteilt, so dass insgesamt dreizehn Bewertungen abgegeben wurden. Toll ist auch, dass mittlerweile von einem anderen Mitglied von Cocktailscout ein Tequila Tasting geplant wird, welches hoffentlich noch mehr Zuspruch findet.

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Gewinner des Tastings ist eindeutig der Rum Nation Guatemala 23. Dieser Rum kommt, wie schon gesagt, aus der gleichen Destillerie wie Zacapa und bietet damit ein komplexes, aber eher weiches und süßliches Gesamtbild. Derartige Rums schmecken Einsteigern in der Regel besser als komplexe Geschmacksbomben von zum Beispiel Cadenhead’s. Ich fand ich auch lecker, jedoch schon etwas zu süß.

Auf dem zweiten Platz ist einer meiner zwei Favoriten gelandet: der Damoiseau Vieux 8y. Vor dem Tasting kannte ich diesen Rum noch nicht, doch hat er mich vollkommen überzeugt. Man schmeckt trotz des Alters immer noch sehr den frischen Zuckerrohr und andere fruchtige Aromen, aber gleichzeitig kommen auch leichte Fasstöne hinzu, die den Geschmack abrunden. Insgesamt ist er im Geschmack und Geruch sehr intensiv, jedoch ohne alkoholisch zu wirken. Super!

Mein Top-Favorit ist leider nur auf dem fünften Platz gelandet, der Riviere du Mat “Opus 5″ – für mich im Moment einer der besten Rums überhaupt. Zum ersten Mal habe ich diesen Rhum in der Tasting Lounge der Rum Company probiert, wo er, wie im Tasting, sofort begeisterte. Unglaublich komplex und fruchtig, ohne süß zu sein.

Von den Melasse Rums hat mir der Doorly XO am besten gefallen. Ein wunderbarer Vertreter dieser Rumgattung, bei dem ich besonders die Sherrytöne interessant finde.

Gut fand ich den Clement VSOP (günstig, lecker im Mai Tai, zusammen mit Appleton Extra), La Mauny VSOP (zu teuer) und Robinson Cask Smooth. Letztere ist besonders interessant, weil er für einen sehr günstigen Preis viel Jamaica Rum bietet. Pur ist er mir allerdings zu wild, in Cocktails stelle ich ihn mir jedoch gut vor. Für ein paar Euro mehr gibt es allerdings schon den Lond Pond Destillery Trewlany mit 53% (ca. 22 Euro), der ebenso viel Kraft hat, aber auch pur sehr zu überzeugen weiß.

Enttäuscht hat mich ein bisschen der Admiral Rodney. Gerade in englischen Foren/Blogs wird dieser Rum oft gelobt – ich fand ihn zwar auch gut, aber nichts Besonderes (außer vielleicht die schöne Flasche). Für den Preis, meiner Meinung nach, unaufregend und nicht empfehlenswert.

Am “schlechtesten” empfand ich den Plantation Grenada 98, obwohl er mir vor einiger Zeit weitaus besser geschmeckt hat. Dieses Mal fand ich ihn scharf und ein wenig langweilig. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut – Durchschnitt eben.

Dieses Beispiel zeigt gut, dass ein Blind Tasting nicht als die ultimative Wahrheit angesehen werden darf. Es kommt viel zu viel darauf an, in welcher Atmosphäre man eine Spirituose geniest, wie man gelaunt ist oder was man zuvor gegessen hatte. Ebenso verändert sich der eigene Geschmack ständig. Bis vor einem halben bis dreiviertel Jahr habe ich eigentlich nur Melasse Rums getrunken, heute sind es vermehrt Rhum Agricoles. Ebenso traue ich mich mittlerweile an rauchige Whiskies, die bis vor kurzem noch ein Buch mit sieben Siegeln für mich waren.

Des Testers Liebling

Wenn man sich den oder die Lieblinge jedes Testers betrachtet, gewinnt ebenso der Rum Nation Guatemala 23 mit Abstand. Ganze fünf Tester gaben diesem Rum die meisten Punkte. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass bis auf zwei, auch alle anderen Rums mindestens einem Tester am besten gefallen haben. Man sollte also nie blind einen Testsieger kaufen, sondern vor allem auf den eigenen Geschmack achten!

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

The World for a Bottle of Rum?

Eindeutiger Preis-/Leistungssieger ist der Doorly’s XO. Kein anderer Rum konnte bei einem solchen niedrigen Preis so viele Tester begeistern. Ebenso haben der Damoiseau Vieux 8y und der Banks XM 5y einen fairen Preis. Für Sparfüchse ist besonders der Banks XM 5y interessant. Er bietet das zweitbeste P/L-Verhältnis und kostet gerade mal 17€!

Insgesamt kann man übrigen keinen Zusammenhang zwischen hohen Preis und guten Bewertungen finden. Es wurden gleichermaßen teure Rums schlecht und günstige Rums gut bewertet. Es ist also auch ohne hohe Investition möglich, daheim ein gutes Glas Rum zu geniesen!

Vielen Dank an Tim vom Tastings Blog für die Idee der Preis/Leistungs Berechnung. Diesen Aspekt hatte ich in den bisherigen Auswertungen immer ein wenig vernachlässigt. Um das Testfeld zu entzerren, habe ich mich allerdings bei der Berechnung dafür entschieden, nicht direkt die Durschschnittsbewertung durch den Preis zu teilen, sonden die quadrierte Durchschnittsbewertung. Bei der ersten Formel wurde durch die enge Punkteverteilung, meiner Meinung nach, die günstigen Produkte zu sehr bevorzugt.

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preise

Cocktailscout Rum Tasting: Preise in Euro

Detailergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Details

Bezugsquellen

Gekauft wurden die Rums für dieses Tasting bei der Rum Company und bei Barfish. Beide Shops kann ich vollkommen empfehlen, falls euch der eine oder andere Rum interessiert!

Frühere Tastings

Bisher wurden von mir im C&D Forum ein Rye Whiskey Tasting, ein Anejo Tequila Tasting und ein Melasse Rum Tasting durchgeführt.

Rum Company

Posted in Allgemeines on October 21st, 2009 by Sascha – 1 Comment

Vor ein paar monaten entdeckte ich einen Link zur Rum Company, deren Website damals nur eine “Comming Soon” Nachricht enthielt. Mit der Zeit hatte ich den Link jedoch total vergessen und entdeckte ihn erst wieder als ich vor ca. 2 1/2 Monaten beim Lesezeichen sortieren drüber stolperte. Nach kurzer Verwunderung wo der Link denn herkommt, wollte ich die Seite schon als 0815 Shop abstempeln, bemerkte aber nach kurzem surfen, dass es einiges zu entdecken gab:

Probierfläschchen

Rum Company ist der einzige mir bekannte Shop, der von (fast) allen verfügbaren Flaschen kleine 4cl Pröbchen zum verkauf anbietet. So kann man teurere Sachen bequem vorher probieren, ohne sich gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Leider lohnen sich die Proben erst ab einen Flaschenpreis von ca. 40€, da Proben aller Flaschen bis ca. 50€ alle 7€ kosten. Bei einem günstigen Rum lohnt es sich daher eher gleich eine Flasche zu kaufen, da die Probe relativ gesehen zu viel kostet. Nichts desto trotz eine super Sache, die ich mittlerweile auch schon öfters genutzt habe.

Alchemyst Range

Ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ist die Alchemyst Produktpalette, die im Rum Company Shop angeboten wird. Diese wird von Gordon Wright zusammengestellt, der Whiskey Trinkern kein unbekannter sein dürfte (Springbank, Bruichladdich). Sie umfasst neben Whiskey, Armagnac und  Calvados auch einen Rhum Agricole aus der Gardel Distillery in Guadalupe (mittlerweile geschlossen). Dieser ist 10 Jahre gereift und wird als Einzelfassabfüllung mit 46% verkauft. Ich habe zwar noch nicht all zu viele Rhum Agricole probiert, jedoch finde ich diesen sensationell und kann ihn nur empfehlen!

Whiskey Fair Rum

Für die Whiskey Fair 2009 in Limburg wurde ein eigener Rum Blend erstellt, dessen einzelne Rums aus verschiedenen Ländern der gesamten Karibik stammen und bis zu 15 Jahre im Fass gereift sind. Beim Blenden wurde vor allem, neben dem Geschmack natürlich, auf einen interessanten und komplexen Geruch geachtet. Leider wurde dieser Rum nur in kleinen Mengen abgefüllt und ist bist auf ein paar Probefläschchen inzwischen ausverkauft. Schade!, denn auch dieser Rum weiß zu gefallen, obwohl er nicht gerade günstig ist. Glücklicherweiße wird es in Kürze eine Neufauflage dieses Rums geben, welche mit einem 10 und 20 jährigem Blend ergänzt wird.

Rum Club

Zusätzlich zum Einzelkauf der Probierfläschchen gibt es auch die Möglichkeit dem Rum Club beizutreten, dessen Mitglieder im Quartal sechs verschiedene Proben per Post erhalten und diese bewerten können. Hierbei wird vor jeder Quartalsverkostung angekündigt, welche Rumsorten in Paket enthalten sind, so dass man gegebenenfalls ein Quartal aussetzen kann, falls man schon alle Rumsorten kennt. Die Tastings werden mit Infoblättern begleitet, die allerlei wissenswertes über den Rum selbst und die jeweilige Distillerie zusammenfassen. In Zukunft soll es zudem auch spezielle Angebote für die Mitglieder geben.

Rum After Work Lounge

Gegründet wurde die Rum Company dieses Jahr von Martin Heim, Wolfgang Weimer und Frank Zimmermann.  Alle drei haben sich voll dem Rum verschrieben und das merkt man sofort wenn sie anfangen über die mehr als 300 Rums zu erzählen, die in ihrer Lounge in stehen und nur darauf warten probiert zu werden. Möglich ist dies jeden Freitag von 17Uhr bis 19Uhr in Miltenberg am Main. In diesen zwei Stunden kann man nahezu alle vorhandenen Rums zu fairen Preisen probieren und über deren Geschmack philophisieren. Doch darüber mehr in einem gesonderten Artikel. ;-)

Rum Company Gründer, Quelle: Rum Company

Rum Company Gründer, Quelle: Rum Company

Tipps für Anfänger: Spirituosen

Posted in Zutaten on January 12th, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Beginnen wir mit einer Liste von Spirituosen, über die man stolpert, wenn man sich mit dem Thema Cocktails mixen beschäftigt. Es sind bewußt auch Marken aufgeführt, die eher nicht oder auf keinen Fall zu empfehlen sind. Einige der Notizen habe ich über die letzten zwei Jahren in verschiedenen Foren und Blogs gesammelt. Es wurden jedoch nur Meinungen aufgenommen, die öfters vertreten waren und auch nur von Personen, die als “vertrauenswert” gelten. Falls sich jemand auf den Schlipps getreten fühlt, bitte melden. Ebenso sind Verbesserungsvorschläge immer gerne willkommen. ;-)

Weißer Rum

  • Bacardi White (11€/0.7L): Früher “der” Rum aus Kuba, wird er heutzutage in Puerto Rico hergestellt und sollte auf keinen Fall verwendet werden. Sprittig und sehr neutraler Geschmack.
  • Old Pascas White (6€/0.7L): Ein weißer Rum aus Barbados. Leider ähnlicher Geschmack wie bei Bacardi, jedoch nicht ganz so teuer. Im absoluten Notfall verwendbar, falls Rum nur die 3te Geige spielt.
  • Cartavio Silver (17€/1L): Sehr aromatischer Rum aus Peru zu einem günstigen Preis. Sehr vielseitig in Cocktails einsetzbar. Ich hatte noch keinen Drink, in dem er mich enttäuscht hat.
  • Matusalem Platino (16€/0.7L): Ein Top Rum aus der Dominikanische Republik. Etwas speziell, sehr aromatisch, passt nicht in allen Cocktails perfekt. Im C&D Forum sehr beliebt.
  • Appleton White (12€/0-7L): Ein Vertreter des weißen Rums aus Jamaika. Sehr mild und etwas süßlich/fruchtig. Wird oft empfohlen, passt meiner Meinung nach aber nur gut in “Saftcocktails”. In einem Daiquiri z.B. eher ungeeignet.
  • Blue Bay White (15€/0.7L): Dieser Rum aus Mauritius passt perfekt in einen Daiquiri oder Mojito. Durch seinen besonderen Geschmack (sehr fruchtig, mit frischer Zuckerrohrnote), passt er allerdings nicht in jeden Drink. Probieren!
  • Havana Club 3y (12€/0.7L): So ziemlich die bekannteste Marke aus Kuba. Traditionell eher leicht im Geschmack, gleichzeitig aber auch eher speziell und ist nicht für jeden Cocktail geeignet. Obwohl es für den Preis weitaus bessere Rums gibt, ist er immer noch meine erste Wahl für einen Cuba Libre.
  • El Dorado White (12€/1L): Ziemlich universeller Rum mit super Preis-/Leistungsverhältnis aus Guyana. Hat aber eine leichte Kakaonote (Demarara ;-) ) im Geschmack, daher schmeckt er nicht jedem (aber vielen).

Brauner Rum

  • Appleton V/X (16€/0.7L): Sehr aromatischer Rum aus Jamaika. Sehr gut in allen Cocktails wo eine ausgeprägte Rumnote gefragt ist (z.B. Planter’s Punch, Mai Tai, usw.)
  • Appleton Extra (23€/0.7L): Ein paar Qualitätsstufen über dem V/X macht er sich besonders gut in jenen Cocktails, die hauptsächlich Rum enthalten oder wenn man einem Cocktail eine besondere Note geben möchte. Schmeckt auch pur super.
  • Old Pascas Ron Negro (8€/0.7L): Von der Qualität besser als Old Pascas White mit passablem Preis-/Leistungsverhältnis. Allerdings nicht so gut wie zum Beispiel Appleton V/X.
  • Mount Gay Eclipse (21€/1L): Ein Goldener Rum mit ausgeprägtem Aroma aus Barbados.
  • El Dorado 12y (26€/0.7L): Schmeckt sehr gut pur. Leichte süße. Fantastisch in einem Rum Manhatten oder Rum Sour!
  • Bacardi 8y: Die erfreuliche Ausnahme unter den vielen schlechten Bacardi Rums. Runder, sanfter, leicht süßlicher Geschmack. Eher etwas für Einsteiger, Profis könnte der Geschmack etwas zu schwach sein.
    Alles andere in Deutschland erhältliche (z.B. Oro/Black) ist meist nur eingefärbter, junger Rum. Nicht zu empfehlen!
  • Appleton Dark (13€/0.7L)
  • El Dorado Dark (14€/1L)
  • Old Monk Very Old Vatted Indian Rum (23€/1L): Ein Rum aus Indien mit außergewöhnlichem Geschmack (starke Kaffee, Karamel und Molassenoten). Super in einem Rum Sour.
  • Doorly’s XO (26€/0.7L): Schönes Aroma, süßlich. Pur schmeckt er mir nicht so gut (anderen wiederum sehr gut), aber in Cocktails klasse.

Overproof Rum

  • Wray & Nephew White Overproof (17€/0.7L): Eigentlich ein brauner Rum, wird dieser vor dem Verkauf gefiltert, was in seiner weißen Farbe resultiert. Sehr fruchtiger und leicht süßlicher Geschmack. Im Vergleich zu den restlichen Overproofs hat er einen untypischen Geschmack.
  • Lemon Hart Demarara 151 (23€/0.7L): Meist wird dieser Rum als bester Overproof gehandelt. Sehr stark, sehr dunkel mit sehr kräftigem Aroma. Leider nur schwer zu bekommen.
  • Lemen Hart 73% (23€/0.7L): Schlechter als der Demarara, recht scharf.
  • Old Pascas Overproof (19€/0.7L): Aromatisch, aber etwas eindimensional. Falls man nichts anderes findest ist er ok.
  • Pusser’s Overproof (37€/1L): Wird oft im C&D Forum empfohlen.
  • Bacardi 151 (30€/1L): Mild, aber scharf. Ok, gibt aber bessere Sorten zu besseren Preisen.
  • Bermudez 151 (23€/0.7L): Mild, leicht bis mittel scharf.
  • El Dorado Overproof (18€/0.7L): Mild und leicht süßlich. Passt gut in fruchtige Drinks.

Rhum Agricole
Hierzu habe ich leider kaum Notizen. Im C&D Forum werden folgende Sorten empfohlen:

  • Clément Canne Bleue (26€/0.7L)
  • Saint James Fleur de Canne (29€/0.7L)
  • La Mauny Blanc (17,00 €)
  • Neisson Blanc (32€/1L)
  • Neisson Vieux (36€/0.7L)
  • Saint James Royal Ambre (16€/0.7L): Super im Mai Tai und Ti Punch.

Gin

  • Tanqueray 47.3% (23€/1L): Schöner Allrounder mit kräftigem Wacholdergeschmack.Die Version mit 43.1% ist schwächer im Geschmack und nicht zu empfehlen. In Deutschland habe ich bis jetzt aber nur die 47.3% Flasche gesehen.
  • Tanqueray No 10 (33€/1L): Der Premium Gin von Tanqueray. Nicht so wacholderlastig, mit leichter Zitrusnote.
  • Beefeater 47% (20€/1L): Kräftiger Geschmack, schöne Wacholdernote, würziger als Tanqueray 47.3%. Mein Standardgin. Die Version mit 40% ist schwächer im Geschmack und nicht zu empfehlen.
  • Plymouth 41.2% (20€/1L): Plymouth Gin darf nur in Plymouth, England hergestellt werden und stellt eine eigene Gin Gattung dar. Die Standardabfüllung hat 41,2% (Navy Strength: 57%, was für einen Gin eigentlich wenig ist. Doch selbst diese schmeckt schon super. Durch die typische leichte Süßung der Plymouth Gins, sind diese aber nicht in allen Drinks empfehlenswert. Super z.B. im Gimlet.
  • Finsbury Platinum (15€/0.7L): Kräftige Wacholdernote und feine Würze. Die Version mit 37,5% (gelbes Etikett) ist schwächer im Geschmack, ist für den Einstieg durch den geringen Preis (ca. 8€) aber bedingt nutzbar.
  • Hendrick’s 44% (23€/0.7L): Außergewöhnlicher Gin aus Schottland, der mit Gurke infusioniert wurde. Passt daher nicht in allen Cocktails, aber manche werden gerade durch ihn herrausragend (z.B. Cucumber Fizz/Collins). Aber keine Angst, der Hendrick’s schmeckt nicht wie Gurkenwasser. ;)
  • G’Vine Floraison (35€/0.7L): Im Gegensatz zum London Try Gin (alle hier aufgeführten, außer anders vermerkt), hat dieser Gin Weinalkohol als Basis und ist damit fruchtiger. Zusätzlich wird er noch mit Kubeebe Beeren, Blüten der Rebstöcke, Wacholder Ingwer, Kardamom, usw. aromatisiert, was ihm einen sehr “floralen” Charakter gibt. Die einen lieben ihn, die anderen haßen ihn.
  • G’Vine Nouaison (36€/0.7L): Diese neuere Version des G’Vine Gins geht wieder mehr auf den London Dry Gin Stil zu, bietet ausgeprägtere Wacholderaromen und ist auch im Alkoholgehalt stärker (40% zu 43.9%). Der Gin für einen Gin Basil Smash!
  • Gordon’s 37.5% (12€/0.7L): Eher flaches Aroma. Notfalls ok, aber es gibt weitaus bessere Alternativen zu einem ähnlichen Preis.
  • Bombay Sapphire 47% (22€/1L): Nicht allzu Wacholder betonter Gin und schön würzig. Geht in machen Cocktails allerdings etwas unter.

Tequila Blanco/Silver/Plata
Bei Tequila sollte man unbedingt einen 100% Agava Tequila kaufen und keinen Mixto (mindestens 51% des Alkohols auf Basis der Agave, Rest beliebig). Ein Blanco ist normalerweiße ungereift, wird also direkt nach der Destilation abgefüllt oder vorübergehend in Stahltanks gelagert. Es kommt aber auch vor, dass er kurze Zeit gereift ist (maximal für 60 Tage). Blanco Tequilas bieten den meisten Agavengeschmack, können aber auch mehr oder weniger harsch sein.

  • Sierra (12€/0.7L): Sehr sprittig, kaum Aroma, Vergleichbar mit Bacardi bei Rum. Auf keinen Fall verwenden!
  • 1921 (31€/0.7L): Würzig, mit kräftiger Agave. Sehr rund. Empfehlenswert
  • Casa Vieja (23€/0.7L): Reiner Agavengeschmack, günstiger Preis. Verwende ich im Moment.
  • Corralejo (24€/0.7L): Frische Agave, leichte Kräuternoten.
  • 1800 (30€/0.7L): Intesiver Agavengeschmack, würzig, leicht scharf.
  • Amate (30€/0.7L)
  • Arette (34€/0.7L): Fruchtig, zu Beginn süßlich, schöne Agave.
  • Herradura (29€/0.7L)
  • Aha Toro (30€/0.7L)

Tequila Reposado
Ein Reposado Tequila ist mindestens 2 Monate und maximal 11 Monate in Holzfässern gereift. Sie bieten das Beste aus den beiden benachbarten Kategorien: der Agavengeschmack ist noch sehr präsent, aber sie sind durch die längere Fasslagerung schon deutlich sanfter und bieten auch einen komplexeren Geschmack.

  • Sierra: NEIN!
  • 1921 (36€/0.7L): Leicht süßlich (Honig, Karamel), leicht holizig, sanfter als der Blanco, frische Agave
  • Casa Vieja (24€/0.7L): Schöne Agavennote, fruchtig, rund, kaum brennen. Wird zur Zeit von mir vermixt.
  • Corralejo (27€/0.7L): Leichte Zitrusaromen, leicht würzig, etwas starkes alkoholisches Brennen.
  • Sauza Hornitos (20€/0.7L): Fruchtig, minimal sprittig, gut als Einstiegstequila.
  • 1800 (32€/0.7L): Schon leicht dominierende Holznoten, dezente Frucht, leicht scharf.
  • Amate (33€/0.7L)
  • Herradura (32€/0.7L)
  • Aha Toro (34€/0.7L)

Eine Auswertung des C&D Reposado Tastings findet ihr bei Cocktailwelten.

Tequila Anejo
Anejo Tequila ist mindestens 12 Monate und maximal 35 Monate gereift. Diese gereiften Tequilas werden zwar seltener zum mixen verwendet, doch sind diese auch sehr gut pur zu genießen. Um nicht all zu viel Geld in den Sand zu setzen, sollte man sich erstmal mit den Blancos und Reposados vertraut machen und erst bei aktiven Interesse einen Anejo kaufen. Neben den Anejo Tequilas gibt es noch die Extra Anejos, die länger als 3 Jahre gereift sind.

  • Sierra: NEIN!
  • 1800 (35€/0.7L): Das Holz dominiert sehr stark. Eher nicht empfehlenswert.
  • Amate (40€/0.7L)
  • Tres Generaciones (40€/0.7L): Komplexer Geschmack, leicht ölig. Holznoten sind vorhanden, dominieren aber nicht. Sehr rund.
  • Herradura (45€/0.7L)
  • Aha Toro (40€/0.7L)

Wermut

  • Noilly Prat Dry (10€/1L): Der Standard bei den trockenen weißen Wermuts. Lohnt sich!
  • Noilly Prat Rouge (11€/1L): Günstiger und guter roter, süßer Wermut.
  • Martini (alle): Auf keinen Fall zu empfehlen. Lieber ein wenig mehr für Noilly Prat ausgeben und sich über den weitaus besseren Geschmack freuen.
  • Carpano Antica Formula (23€/1L): Wird nach dem Rezept des ersten roten Wermuts von Carpano aus dem Jahr 1786 hergestellt. Wer sich z.B. einen besonderen Manhatten gönnen möchte, sollte zuschlagen. Für den Anfang reicht aber NP Rouge vollkommend aus.

Vodka
Imho schmeckt mein ab einer gewissen Qualität kaum Unterschiede in Cocktails, daher langt normalerweiße eine Flasche Vodka zum mixen. Meiden sollte man so ziemlich alles was unter 10€/0.7L kostet, vor allem die unzähligen “Präsidenten”. Empfehlenswert sind unter anderem:

  • Absolut (12€/0.7L)
  • Smirnoff (12/0.7L)
  • Finlandia (12/0.7L)

Cachaca

  • Pitú (13€/0.7L): Sehr sprittig, kaum Aroma, Vergleichbar mit Bacardi bei Rum oder mit Sierra bei Tequila. Auf keinen Fall verwenden!
  • Armazem Vieira Esmeralda (30€/0.7L): Traditionell in Handarbeit hergestellter Cachaca. Falls man sich etwas besonderes gönnen möchte. 4 Jahre gereift.
  • Armazem Vieira Safira (23€/0.7L): Traditionell in Handarbeit hergestellter Cachaca. Falls man sich etwas besonderes gönnen möchte. 2 Jahre gereift.
  • Nega Fulo (14€/0.7L) Falls man keinen anderen bekommt, ok. Der Velho Barreiro ist günstiger und schmeckt den meisten besser.
  • Canario (14€/1L): Falls man keinen anderen bekommt, ok. Der Velho Barreiro ist nur wenig teuerer, schmeckt den meisten aber besser.
  • Velho Barreiro Special Reserve (15€/0.7L): Sehr zu empfehlen!
  • Velho Barreiro (15€/1L): Sehr zu empfehlen, super Preis-/Leistungsverhältnis. Schmeckt mir persöhnlich in Cocktails besser als die Special Reserve.

Cognac
Bei Cognac sollte man wie bei Tequila gleich in eine bessere Sorte investieren. Bei den meisten Cocktails mit Cognac ist der Unterschied zu einem schlechteren deutlisch schmeckbar.

  • Frapin VSOP (35€/1L): Super Preis-/Leistungsverhältnis!
  • Courvoisier VSOP (28€/0.7L): Gute Alternative zum Frapin (einfacher zu erwerben, aber ein wenig teurer).
  • Remy Martin VSOP (30€/0.7L): Für den Preis schlechtere Qualität als Frapin und Courvoisier.

Bourbon
Bei Bourbon kann ich leider keine weiteren Infos liefern, da ich mich mit dieser Spirituose bis her kaum beschäftigt habe. Folgende sollten empfehlenswert sein.

  • Woodford Reserve (31€/0.7L)
  • Maker’s Mark (20€/0.7L)
  • Blanton’s (24€/0.7L)

Eine Auswertung des C&D Bourbon Tastings findet ihr bei Cocktailwelten.

Scotch (Blended)
Bei Scotch kann ich leider keine weiteren Infos liefern, da ich mich mit dieser Spirituose bis her kaum beschäftigt habe. Folgende sollten empfehlenswert sein.

  • The Famous Grouse

Rye
Bei Rye kann ich vollstens den Sazarec Rye empfehlen. Allerdings sollte er in UK bestellt werden, wo er umgerechnet nur ca 30€ bis 35€ kostet. Im Cocktail & Dreams Forum gibt es des öfteren Sammelbestellungen – spart Porto! ;)

  • Wild Turkey (24€/0.7L): Super Preis-/Leistungsverhältnis!
  • Sazarec (50€/0.7L)
  • Old Overholt (20€/1L): Sehr günstiger Preis. Gut, um sich als Einsteiger ran zu testen. Hat im Gegensatz zu den meisten anderen Ryes nur 40%.

Eine schönen Vergleich vieler Ryes findet ihr bei Paul Clarke.

Die Preise sind hauptsächlich von Barfish übernommen, Stand: 11.01.08. Eine monatlich aktuallisierte Preisliste der meisten in Deutschland erhältlichen Tequila Marken gibt es bei puro de agave. Vergleicht vor dem Einkauf unbedingt die Preise in den bekannten Online Shops. Teilweiße differieren die Preise extrem!