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Kräuter in Cocktails

Posted in Zutaten on April 18th, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Minze ist in Cocktails schon seit langer Zeit präsent, stand allerdings ziemlich lange alleine auf weiter Flur. In den letzten Jahren wurden jedoch immer mehr Kräuter, die in der Küche schon seit Jahrhunderten verwendet werden, auch in Cocktails verarbeitet. Doch welche Kräuter eignen sich dafür und wie kann man sie im heimischen Garten anbauen?

Basilikum
Basilikum gehört, wie alle anderen hier aufgeführten Kräuter, zu der Familie der Lippenblütengewächse und ist spätestens seit dem Gin Basil Smash von Jörg Meyer eine Pflichtzutat bei Cocktailabenden. Doch auch schon davor begeisterte der Basil Daiquiri, ein normaler Daquiri mit zusätzlichem Basilikum, die Cocktailliebhaber. Der Name Basilikum kommt vom griechischen Wort basileus, welches königlich bedeutet. Daher wird die Pflanze oft auch Königskraut genannt. Ursprünglich kommt es aus Afrika und verbreitete sich von dort nach Indien und schließlich nach Europa (allerdings unterscheidet sich der Ursprungsort je nach Quelle, Afrika – Indien – Europa wurde aber von vielen genannt).

Am bekanntesten dürfte das Genoveser Basilikum (Ocimum basilicum) sein, welches im Sommer in fast jedem Supermarkt zu finden ist. Neben diesem gibt es jedoch noch unzählige andere Sorten, z.B. das Thai Basilikum (sehr würzig), Zitronenbasilikum oder rotes Basilikum. Letzteres benutze ich in Form des African Blue (Ocimum kilimandscharicum x basilicum ‘Purpurascens’) auch für Cocktails. Dieses ist würziger als das normale Genoveser und gibt den Cocktails eine ungewöhnliche rote Farbe.

Genoveser

Genoveser

Prinzipiell kann man aber jede Basilikumsorte verwenden, solange es einem schmeckt. ;-) Das Ciba Mato in Stuttgart verwendet zum Beispiel nicht das African Blue als rotes Basilikum, sondern das Rote Krause Basilikum (Ocimum basilicum ‘Purple Ruffles’). Hier ist wie bei fast allem probieren und variieren angesagt.

African Blue

African Blue

Basilikum wächst sowohl auf der Fensterbank, als auch im Garten wunderbar. Allerdings sollte man es erst ins Freie stellen bzw. einpflanzen, wenn die Temperaturen hoch genug sind. Frost schädigt die jungen Plfanzen und optimalerweise sollte es nicht kälter als 16° werden. Daher kann man als Termin ca. Anfang/Mitte Mai anpeilen. Falls die Möglichkeit besteht Basilikum in den Garten oder auf den Balkon zu stellen, sollte man diese Orte der Fensterbank vorziehen. In der Natur wird es noch ein wenig aromatischer und wächst höher (einen großen Topf/Kübel vorausgesetzt).

Wichtig ist, dass es am Standort sonnig ist, da Basilikum keinen ganztägigen Schatten verträgt (wächst dort nur spärlich oder kann eingehen). Vom Boden her ist ein wasserdurchlässiger, humusreicher Boden am Besten. Ebenso muss man die Pflanzen regelmäßig gießen, so dass die Erde immer etwas feucht ist. Allerdings sollte in der Wohnung nur in den Untersetzer Wasser gegossen werden, da sonst die Erde schimmeln könnte. Die vielen kleinen Pflänzchen verdecken gerne mal die Sonne, so dass die obere Schicht schnell zu feucht werden kann.

Cocktails: Gin Basil Smash, Basil Daiquiri, Agave & Basil, Strawberry Basil Caipirinha

Salbei
Salbei gehört schon seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Heil- und Gewürzpflanzen. Ursprünglich kommt es aus dem Mittelmeerraum, wo es besonders in Küstengebieten wächst. Ich kannte Salbei lange Zeit nur als Tee, bis ich den Martinée Martini von Stephan Berg entdeckt hatte. Von Salbei gibt es knapp 1000 verschiedene Sorten, so dass die Auswahl besonders schwer fällt. Bei mir wächst gerade ein kleiner Strauch des großblättrigen Salbeis (Salvia officinalis), über das ich mich bis jetzt nicht beklagen kann. Salbei mag es am liebsten trocken und sonnig und sollte daher nicht so oft gegossen werden. Falls es genug Platz zum wachsen hat, kann es bis zu 60cm hoch werden.

Salbei

Salbei

Cocktails: Matinée Martini

Thymian
Thymian kommt wie Salbei ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und liebt es daher ebenso sonnig und trocken. Schon im Mittelalter hielt es Einzug in die Klöster der nördlicheren europäischen Länder und ist schon lange als Würz- und Heilpflanze beliebt. Ich verwende die Sorte Thymus vulgaris ‘Faustini’. Allerdings sind Sortenangaben bei Thymian eher mit Vorsicht zu genieߟen, da diese recht junge Pflanzengattung noch regen Veränderungen ausgesetzt ist und sich Pflanzen daher nicht immer eindeutig kategorisieren lassen. Das Faustini gehört zu den kriechenden, buschigen und einfarbigen Sorten und hat auch den typischen Thymian Geruch.

Thymian

Thymian

Cocktails: Raspberry Thyme Smash

Rosmarin
Rosmarin stammt aus den Küstengebieten des Mittelmeerraums, woher auch der Name der Pflanze stammt. Rosmarin kommt vom lateinischen ros marinus und bedeutet Tau und Meer, also Tau des Meeres oder auch Meertau. Im Heimatgebiet kann die Plfanze bis zu 2m hoch werden und ist winterhart. Bei uns ist sie meist kleiner und oft auch nicht winterhart, was aber auf die Sorte ankommt. Bis jetzt habe ich nur das normale Rosmarin Rosmarinus officinalis probiert, welches aber bestens für Cocktails geeignet ist. Ebenso wie Salbei und Thymian mag es Rosmarin trocken und sonnig und der Boden sollte am besten sandig, humusreich und wasserdurchlässig sein.

Rosmarin

Rosmarin

Cocktails: Tommy’s Rosemary Margarita (basierend auf dem Tommy’s Platino Margarita)

Minze
Die Minze hat eigentlich schon einen eigenen Eintrag bekommen, aber der Vollständigkeit halber führe ich sie hier, mit kleinen Ergänzungen, nochmal auf.

Die Minze gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse und untergliedert sich in eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Die berühmteste davon ist zweifelsfrei die Pfefferminze, doch sind für die Verwendung in Cocktails (laut C&D Forum) besonders folgende drei Sorten geeignet:

  • Mentha nemorosa – Hemingway Minze – Mojito Minze – Kubanische Minze
  • Mentha spicata – Marokkanische Minze
  • Mentha spicita L. var. crispata – rotstämmige Krause Minze

Alle drei Sorten haben im Vergleich zur Pfefferminze einen geringen Mentholanteil, welcher Geschmacksbetäubend wirkt und daher nur in kleinen Mengen vorkommen sollte. Die Minze sollte an einem sonnigen Platz stehen, damit sie schnell und umfangreich wachsen kann, braucht dann aber auch viel Wasser.

Marokkanische Minze

Marokkanische Minze

Cocktails: Mojito, Richmond Gimlet

Dünger
Bis auf Thymian sollten alle Kräuter in Töpfen regelmäßig gedüngt werden. Hierfür kann man einen normalen Blumendünger oder einen speziellen Kräuterdünger verwenden, wobei sich die Inhaltsstoffe, soweit ich weiß, nicht großartig unterscheiden. Oft liest man in Foren oder auf Webseiten, dass eine Düngung den Kräutern schadet und sie weniger aromatisch werden lässt. Dies stimmt nur wenn man die Pflanzen überdüngt! Bei richtiger Anwendung hilft der Dünger den Kräutern kräftiger zu wachsen. Im Garten muss man allerdings aufpassen, wie und ob man düngt. Oft sind Gartenböden schon von vorherigen Besitzern überdüngt und man sollte daher erstmal vorsichtig mit Dünger umgehen. ;-)

Links

Webweites #2

Posted in Webweites, Zutaten on April 15th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Spirit Timelines
Tristan vom Wild Drink Blog hat die Geschichte von Gin, Rum und Vodka in drei verschiedenen Zeitlinen zusammengefasst.

Der Mojito
Tristan hat sich auch ziemlich ausführlich mit der Geschichte des Mojito befaßt. In Teil 1 geht es um die Entstehung und ursprüngliche Zubereitung, wogegen in Teil 2 dokumentiert ist, wie sich der Drink über die Zeit hinweg verändert hat.

The Rye Whiskey Roundtable
Das Malt Advocate Magazin veranstaltete eine Diskussionsrunde über Rye Whiskey mit folgenden Personen:

  • Kris Comstock (Buffalo Trace Distillery)
  • Larry Kass (Heaven Hill)
  • Drew Kulsveen (Kentucky Bourbon Distillers)
  • Bernie Lubbers (Jim Beam)
  • Fritz Maytag (Anchor Distilling)
  • Joe Nardoci (Chatham Imports)
  • Henry Preiss (Preiss Imports)
  • Jimmy Russell (Wild Turkey)
  • LeNell Smothers (LeNell’s Ltd)
  • Julian Van Winkle (J.P. Van Winkle and Son)
  • John Hansell und Lew Bryson (Malt Advocate)

Themen waren unter anderem die Gründe für das verschwinden von Rye Whiskey, das wiederaufgeflammte Interesse an Rye Whiskey, Junge vs. Alte Abfüllungen und vieles mehr. Interessant ist die Tatsache, dass Rye Whiskey nur an wenigen Tagen im Jahr gemaischt wird:

Now four [days]! See, that’s the point: it’s a small category, a smaaaallll category. We do have to bear that in mind. We spill more bourbon in a day than we sell rye in a year! – Larry Kass

Leider findet man den Artikel nur noch über den Google Cache. Schätzungsweiße wurde der Artikel ca 2006 veröffentlicht. Es ist zwar kein Datum angegeben, aber im Text wird erwähnt, dass die veröffentlichung des Sazerac 18y 6 Jahre zurück liegt und dieser wurde erstmals im Jahr 2000 veröffentlicht.

Link zum Artikel

Eban Freeman Cocktailvideos (epicuriousdotcom)

Cocktails with Toby Maloney
Interessante Bewegungsabläufe, ungewöhnliche Schütteltechnik und handgeschlagene Eisstücke:

Verschiedene Videos

Minze

Posted in Cocktails, Zutaten on March 29th, 2009 by Sascha – 5 Comments

Seit ein paar Wochen befindet sich, zusätzlich zum Basilikum, auch Minze in meinem “Kräutergarten”. Bis jetzt stehen beide Kräuter noch auf der Fensterbank, wo sie viel Sonne abbekommen, doch gedeihen sie auch dort wunderbar. Die Minze wächst jetzt schon viel schneller als ich sie verbrauchen kann und müsste seit dem Kauf schon das zweite Mal umgetopft werden.

Die Minze gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse und untergliedert sich in eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Die berühmteste davon ist zweifelsfrei die Pfefferminze, doch sind für die Verwendung in Cocktails (laut C&D Forum) besonders folgende drei Sorten geeignet:

  • Mentha nemorosa – Hemingway Minze – Mojito Minze – Kubanische Minze
  • Mentha spicata – Marokkanische Minze
  • Mentha spicita L. var. crispata – rotstämmige Krause Minze

Alle drei Sorten haben im Vergleich zur Pfefferminze einen geringen Mentholanteil, welcher Geschmacksbetäubend wirkt und daher nur in kleinen Mengen vorkommen sollte. Ich benutze im Moment die Marokkanische Minze, da es diese bei meinem lokalen Obst- und Gemüseladen gab. Für die Anpflanzung im Garten werde ich noch demnächst die Hemingway Minze im Internet bestellen – ein Geschmacksvergleich folgt, sobald diese Erntereif ist.

Richmond Gimlet

Richmond Gimlet

Richmond Gimlet

Diese Gimlet Variante wurde 2001 von Jeffrey Morgenthaler kreiert. Er unterscheidet sich zum normalen Gimlet zwar nur in der Verwendung von frischem Limettensaft anstatt Lime Juice Cordial und einem Zweig Minze, doch ist der resultierende Drink ein ganz anderer. Durch die Kombination von Limettensaft, Minze und dem speziellen Geschmack des Tanqueray No.10 Gins entsteht ein frischer und fruchtiger Cocktail, der perfekt die Balance zwischen süß und sauer trifft. Definitiv ein Getränk, dass man sich zumindest einmal im Sommer bei strahlendem Sonnenschein gönnen sollte.

6cl Tanqueray No. 10
3cl Limettensaft (frisch)
3cl Zuckersirup
1 großer Zweig Minze

Wie schon gesagt verlangt das Originalrezept nach Tanqueray No. 10, der sich leider noch nicht in meiner Bar (aka Regal im Wohnzimmer) befindet. Daher habe ich ihn einmal mit Hendrick’s und einmal mit Beefeater gemixt, was in beiden Fällen zu einem super Ergebnis geführt hat – allerdings mit leichtem Vorteil für den Hendricks. Vorgestern konnte ich den Drink in einer Bar mit Tanqueray No. 10 probieren, welcher den Drink nochmal klar verbessert hat. Beim nächsten Einkauf ist auf jeden Fall eine Flasche des Premium Gins dabei.

Mojito
Einer der Cocktailklassiker, der auch in jeder noch so schlechten Bar angeboten wird, ist der Mojito. Entstanden ist er irgendwann vor den Zwanzigern des 20ten Jahrhunderts in Kuba, wann genau ist leider nicht bekannt. International berühmt wurde er allerdings erst in den 1940s, nachdem Ernest Hemingway gefallen an ihm gefunden hatte. Leider bekommt man in vielen Bars nur eine Kombination aus schlechtem Rum, Limettensaft aus der Flasche und zu viel Soda. Ein häufiger Fehler ist auch, die Minze so arg zu muddlen, dass die Blätter zerreißen und Bitterstoffe freigeben. Ich bereite daher meine Mojitos so zu, wie seit längerem auch den Caipirinha: Geschüttelt und nicht im Gästeglas gebaut.

6cl weißer Rum
3cl Limettensaft
2cl Zuckersirup
2-3 Zweige Minze
6cl Soda

Die Minzweige kräftig auf die flache Hand schlagen und in das Mixglas geben – Limettensaft, Rum und Zuckersirup dazugeben und mit viel Eis kräftig schütteln – ein Longdrinkglas bis zum Rand mit sehr kaltem Crushed Eis füllen und den Inhalt des Shakes mit Hilfe eines Teesiebs in dieses abseihen – Soda hinzufügen und als Dekoration einen großen Minzzweig ins Glas stecken.

Diese Zubereitungsart hat den Vorteil, dass keine kleinen Minzstückchen im Gästeglas sind und durch das abmessen des Limettensaftes ist immer gleich viel Saft im Drink. Oft wird nur “Saft einer Limette” als Menge angegeben, was aber sehr ungenau ist, da jede Limette unterschiedlich ergiebig ist (im Schnitt sind es 3.5cl, ich hatte aber auch schon 2cl oder 4.5cl).

Mojito

Mojito