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Die Geschichte des Gins – Teil 5

Posted in Zutaten on August 3rd, 2010 by Fabian – Be the first to comment

Crime, Sex and Gin

1733 – Der 2. Gin Act

Das schlecht durchdacht erste Gin Gesetz von 1729 unterband nicht das Wachstum der Alkoholsucht und die Produktion von Gin konnte es auch nicht reglementieren. So wurde es vier Jahre später aufgehoben und 1733 durch das 2. Gin Gesetzt ersetzt welches den Verkauf von Gin durch Straßenhändler, Läden und der Gastronomie verbot. Dieses zweite Gesetzt wies ebenfalls Mängel auf. Den viele private Haushalte mauserten sich zu inoffiziellen Gin Produzenten und Verkäufern. Somit musste sich das zweite Gin Gesetz, bei der Durchsetzung, auf professionelle Informanten verlassen, die die privaten Produzenten und Verkäufer bei den zuständigen Stellen verrieten.

1734 – Judith Defour – Der Killer

Die Auswirkungen des Gins auf die Abhängigen war so tiefgreifend wie es heutige harte Drogen sind. Die Anti-Gin Aktivisten nahmen vor allem den schockierenden Fall der Judith Defour als Beispiel für den bösen Einfluss des Gins auf die Gesellschaftsmitglieder.

Judith, die in einer Spinnerrei arbeitete, war alleinerziehende Mutter der zwei Jahre alten Maria. Sie lebten beide in Bethnal Green Parish Workhouse. Im Januar 1734 nahm sie Maria für einen Tagesausflug bei der Hand. Das Armenhaus hatte dem Kind einen neuen Petticoat gegeben, Judith versprach dem Direktor mit ihrem Kind am Nachmittag des selben Tages zurück zu kehren. Am Abend ging Judith  zur Arbeit, ein wenig betrunkener als sonst. Es gab kein Anzeichen wo sich das Kind befand.

Nachdem sie bei der Arbeit weiter Gin trank, was nicht ungewöhnlich war zu dieser Zeit, sagte sie zu einer Kollegin, dass sie Mary in einem Getreide Feld zurück gelassen hatte. Mary wurde wenig später Tod aufgefunden. Sie wurde mit einem Tuch erdrosselt, anschließend von Judith entkleidet. Judith verwendete die Kleider um sich Gin zu kaufen. Am 1. März 1734 wurde sie angeklagt und für schuldig befunden. Der Mord an Ihrem eigenen Kind für den Kauf von Gin hatte großen Einfluss auf die Einführung eines weiteren Gin Gesetztes.

1736 – Der 3. Gin Act

Im Jahre 1736 wurde ein weiteres Gesetzt für den erschwerten Verkauf von Gin, mit dem offiziellen Namen “Das Gesetz zur Erhebung einer Steuer auf den Einzelhandel von Spirituosen” verabschiedet. Dieses neue Gesetzt ersetzte das 2. Gin Gesetzt von 1733 vollständig. Dieses Gesetzt verbot es Gin in kleineren Mengen als 2 Gallonen zu verkaufen. Pro Gallone musste ein Pfund an Steuer abgeführt werden. Darüber hinaus mussten die Händler eine Lizenz zum Verkauf von Gin erwerben. Diese wurde mit 50 Pfund berechnet. Zur damaligen Zeit entsprachen 50 Pfund dem Lohn dessen was ein Handwerker in 14 Monaten verdienen konnte. Diejenigen, die sich nicht an diese Gesetz hielten und ohne eine Lizenz Spirituosen verkauften mussten empfindlich hohe Strafen bezahlen.

Wie das zweite Gin Gesetzt musste sich auch dieses Neue zur Durchsetzung auf Informanten verlassen. Viele der registrierten Einzelhändler, die Spirituosen verkauften, mussten aufgrund des Gesetzes ihr Unternehmen aufgeben. Somit hatte das Gesetz nach politischer Ansicht Erfolg, den es dämmte den Verkauf und den Konsum ein. Aber in den Ghettos tranken die Menschen weiter selbstgebraute Spirituosen, die teilweise auch als Gin bezeichnet wurden. Viele der Menschen, die solche Spirituosen zu sich nahmen erblindeten oder starben.

Der höchste Anteil von „Gin“ Händlern lag in den von Armut geplagten engen Gassen von East London. Für die Behörden war es schwer die Läden der Händler zu finden, die solchen Alkohol verkauften. Meist waren es nicht mehr als schlichte Räume in einem unscheinbaren Haus oder sie lagen hinter einem Geschäft, das andere Waren verkaufte. Es war zu dem bekannt, dass diese provisorischen Treffpunkte die Wirkungsstätten der Prostituierten waren. Bekannte Adressen waren die Crock Lane in Holborn, Rosemary Lane in der Nähe von Tower Hill und auch Hog Lane, die wichtigsten Adern Londons, wie Mile End Road, Kingsland Road und die Whitechapel Roadwaren waren mit kleinen Straßenhändlern besetzt, die ihrem Geschäft aus solchen kleinen im verborgenen gelegenen Läden nachgingen

1737 – Der 4. Gin Act

Das Gin Gesetz von 1737 war kein eigenständiges Gesetzt. Es wurde als Klausel in das sogenannte Süßwaren Gesetzt eingewoben. Diese Klausel diente dazu die Lücken des 3. Gin Act´s von 1736 zu schließen. Mit dem neuen Gesetzt wurden die Informanten mit Gin belohnt. Hieraus erwuchs eine Vielzahl an neuer Informanten. Tausende von Londoner Einwohner konnten durch dieses Gesetzt verfolgt werden – hauptsächlich Frauen. Trotz all dem stiegen die Verkaufszahlen des Gins. Dieses Gesetzt erbrachte eine Gegenreaktion, die nicht vorrangig mit dem Gin-Problem zu tun hatte sondern sich auf die Rechtsstaatlichkeit der Regierung bezog. Die das Gesetzt mit Hilfe von „Spitzeln“ versuchte durch zu setzten.

1738 – Der 5. Gin Act

Es verging kaum ein Tag an dem nicht einer der Informanten angegriffen oder getötet wurde. Das Gesetzt von 1738 ächtete den Gin in gewissen Maßen, da Übergriffe im speziellen gegen die Informanten unter Strafe gestellt wurden.

Es befasste sich auch mit dem Problem das Polizisten sich weigerten Freunde und Nachbarn zu verhaften, solche zu wieder Handlungen wurden mit Suspension bestrafft.

Die Gin Herstellung und die Kneipen die ihn anboten wurden damit immer weiter in den Untergrund und in die Illegalität getrieben, vor allem im ungesetzlichen Londoner Osten.

Die Geschichte des Gins – Teil 4

Posted in Zutaten on July 11th, 2010 by Fabian – 1 Comment

1700 – 1770 Der wachsende Konsum von Genever

Die starke englische Subventionierung des Exports von Malz in die Niederlande bildete die Grundlage für den raschen Anstieg der Produktion von Genever in Schiedam während des 18. Jahrhunderts. Die Stadt ist durch ihre Lage an der Mündung der Mass in die Nordsee, unweit von Rotterdam, dem größten Korn Hafen der damaligen Zeit, bevorzugt für die Herstellung von Getreidebränden. Die Amsterdamer „Niederländische Ostindien-Kompanie“, das erste weltweite multinationale Unternehmen, lieferte die pflanzlichen Stoffen, die zu Herstellung von Genever erforderlich waren.

Die Zahl der Brennereien in Schiedam stieg von 34 im Jahr 1700 auf 121 im Jahre 1730. In den frühen 1770er Jahren wurde etwa 85% des weltweit verfügbaren Genever in Schiedam erzeugt und in die Märkte nach England, Frankreich, Spanien, Ost-und Westindien und Nordamerika exportiert. Der Höhepunkt wurde im Jahre 1881 mit 394 Brennereien in Schiedam erreicht. Heute sind lediglich vier Brennereien in Schiedam ansässig.

1720 – The british Mutiny Act

Der Mutiny Act war ein Gesetzt, das über Jahre immer wieder geändert und erweitert wurde. 1720 wurde es zu Gunsten der Brenner in England geändert. In den Jahren zuvor wurden Sie gezwungen die arbeitslosen Soldaten, die aus den Kriegen heimkehrten, in ihren Häusern unter zu bringen und sie zu beschäftigen. Die Änderungen erlaubte es den Brennern die Soldaten nicht weiter für die Destillation beschäftigen zu müssen. Die ungeliebten Gäste im eigenen Haus mussten nicht mehr geduldet werden. Diese Reform weckte in den Brennern neu Motivation. Viele der Besitzer der Destillen entschlossen sich daraufhin ihren eigenen Gin her zu stellen.

1717-1757 – London’s Gin Craze

Die Auswirkungen des Gins auf die Londoner Bevölkerung sind mit der des Cracks in den amerikanischen Ghettos vergleichbar. Die Zeit in der Gin in Großbritannien seinen Höhepunkt erreicht hatte ist heute als „Gin Craze“ bekannt. Im 18. Jahrhundert waren vor allem die armen Schichten der Londoner Bevölkerung von Gin abhängig.

London ’s Gin Verbrauch erreichte im Jahre 1743 ihren Höhepunkt und trotz des Gin Gesetztes von 1751 sank der Konsum bis 1757 nicht. Bis zu dem Zeitpunkt als erste Missernten die Herstellung von Gin auf natürliche weise beschränkte. Gin half den Armen des 18. Jahrhunderts ihr Elend und ihre Not zu vergessen. Es war ein starkes „Medikament“, das billig und leicht verfügbar war. Ein viel zitiertes Ladenschild von Tobias Smollett ’s aus „History of England” lautet: “Trinken für einen Groschen, betrunken für zwei Pence, sauberes Stroh umsonst.“

Straßenhändler verkauften billigen Gin von ihren Wägen und Schwarzbrenner verwendeten tödliche Zutaten wie Terpentin und Schwefelsäure, um ihre Produkte trinkbar zu machen. In den Seitenstraßen und Hinterhöfen in Londons Gettos, verbrachten Männer und Frauen die Nacht bewusstlos auf Stroh wo sich das Aroma des Gins mit Erbrochenem mischte.

1723 – 1757 – Mother’s Ruin

Im Jahr 1723 übertraf die Sterblichkeitsrate in London die der Geburtenrate, was sich weitere zehn Jahre nicht änderte. Nicht weniger als 75% der Neugeborenen starben vor dem fünften Lebensjahr. Gin wurde für die geringe Fruchtbarkeit der Frauen verantwortlich gemacht.

Frauen die von der Gin sucht besessen waren, vernachlässigten ihre Kinder oder stellten sie mit diesem ruhig. Kinder wurden mit Behinderungen und Symptomen der Alkoholsucht geboren.  Mehr Frauen als Männer erlagen der Gin sucht weshalb sie sich Spitznamen wie “Ladies Delight”, “Mother Gin” oder “Mis Genever“ verdienten. Der Begriff „Mother’ s Ruin ” besteht bis heute.

1726 – Gründung von Boord Gin

Boord´s Gin

Die Londoner Firma Boord wurde 1726 gegründet. Über ein Jahrhundert später wird die Marke  für seine Old Tom Gin und ihre Marke Cat & Barrel berühmt.

1729 – Der 1. Gin Act

Der steigende Grad an Trunkenheit unter den Armen und die schockierende Auswirkungen von  schlecht destilliertem Gin führte zur Einführung des 1. von 8 Gin Gesetzten. Diesen Gesetzten wurden offiziell andere Namen gegeben den einige wurden in andere legislative Gesetzte eingebunden. Heute sind sie jedoch allgemein als Gin Gesetzte bekannt. Das 1729 erste eingeführte Gesetzt beschränkte den Verkauf von Gin durch Erhebung von Steuern und die Ausgabe von Lizenzen für den Verkauf. Ein großer Fehler im Gesetz definiert Gin als Spirituose, aus Wacholderbeeren, der andere Früchte, Gewürze und Zutaten beigefügt wird. So wurde das Gesetzt überlistet, indem man diese Zutaten nicht beigab, das Ergebnis war so genannten “Parlamentarischen Brandy”.

Legitime Brenner wurden in hohem Maße durch dieses Gesetz bestraft, während illegalen Brennereien weiter ihrem Geschäft nachgingen konnten. Dieses erste Gin Gesetz war der Beginn einer Auseinandersetzung zwischen den Befürwortern des mäßigen Konsum von Gin, den Großgrundbesitzern, Landwirten und Brennern, sowie den folgenden Regierungen. Bis hierhin scheint es so als hätte dieses Gesetzt  nicht viel geändert. Jedoch trugen die Einnahmen aus der Steuer dazu bei dem Britischen Empire zu wachsen.

Die Geschichte des Gins – Teil 3

Posted in Zutaten on June 8th, 2010 by Fabian – Be the first to comment

1690 – The Distilling Act

Die Herstellung von Gin wurde im Jahre 1690 von dem britischen Parlament erleichtert. Das Gesetz zur Förderung des Destillierens von Branntwein und Spirituosen aus Getreide. Es ermöglichte jedem die Destillation von Getreidespirituosen. Damit sollten die englischen Brenner gefördert werden, um die Lücke, die durch das Importverbot des französischen Brandys hervorgerufen wurde, zu schließen. Es wurde zudem eine geringe Steuer auf Alkohol erhoben, um den Krieg des Königs zu finanzieren. Von diesem Gesetz profitierten jedoch nicht nur die Brenner sondern auch die englischen Bauern, die ihre Überschüsse an produziertem Getreide an die Brenner verkaufen konnten. Damit konnten die Bauern höhere Pachten für ihr Land bezahlen. Wie es der Zufall wollte waren zu dieser Zeit die beiden Häuser des britischen Parlaments vorwiegend von den Grundbesitzern an die, die Bauern ihre höheren Mieten bezahlten, besetzt. Der König benötigte unbedingt die Stimmen aus den beiden Häusern, um seinen Krieg gegen Frankreich weiter fortsetzen zu können.

1691 – Tonnage Act

Ein weiterer Krieg trug zum Aufstieg des Gins bei – der Krieg der Grand Alliance (auch bekannt als die Liga von Augsburg). Wie die vorangegangenen Kriege, hinterließ auch dieser im britischen Haushalt seine Spuren. Was 1694 zur Gründung der Bank of England und dem Beschluss des „Tonnage Act“ führte. Dieses Gesetz ermöglichte der Regierung Zölle auf Schiffe nach ihrer Tonnage zu erheben, ebenso auf Bier und anderen alkoholischen Getränken. Die Besteuerung von Bier erhöhte den Preis in drastischem Maße, sodass es kaum einen Unterschiede machte Bier oder Gin zu trinken. Viele Menschen in der Bevölkerung wurden dadurch ermuntert zum ersten Mal Gin zu probieren und er gefiel.

Durch dieses Gesetz wurde die Herstellung von Destillaten weiter vereinfacht, jeder konnte Spirituosen herstellen. Er musste dies nun in einem Zeitraum von zehn Tagen, bevor man mit der Herstellung begann, öffentlich bekannt geben.

1695 – Die Gründung von De Kuyper

Berühmt für seinen Genever und seine Liköre, wurde die niederländische Firma De Kuyper im Jahre 1695 gegründet. Der frisch verheiratete Petrus de Kuyper gründete die Firma in Horst in Limburg im Süden der Niederlande. Ursprünglich war De Kuyper ein Hersteller von „kuipen“ (Holzfässer für den Transport von Genever und Bier).

Im Jahre 1729 zog Jan de Kuyper  (dritter Sohn von Petrus) mit seiner Frau Anne Custers nach Rotterdam und eröffneten dort einen Krämerladen

Es gibt bis heute keinen Nachweis darüber, ob dieses von Jan de Kyper eröffnete Geschäft mit Spirituosen handelte. Im Jahre 1752 übernahm Jan de Kuyper eine Destillerie, im damaligen Zentrum der Genever Herstellung, in Schiedam. Diese Distilerie verkaufte er zwei Jahre später. Die Familie de Kyper war aber zum Herstellen von Spirituosen bestimmt. Die zwei Söhne von Jan de Kyper, Johannes und Peter, die bis 1769 mit Brandy gehandelt hatten, gingen eine Partnerschaft ein um eine Destillerie in Rotterdam zu kaufen. Dies war die Basis für das bis heute in der 10. Generation betriebene Familien-Unternehmen.

1702 – Brandy Nan

Im Jahre 1702 erhielt Queen Anne den Beinamen “Brandy Nan”. Sie war für ihrer Vorliebe von Schnaps gemischt im kalten Tee, den sie aus einer scheinbar unschuldigen Teekanne trank, bekannt.

Queen Anne erhöhte unabsichtlich die Produktion von Gin, indem Sie die Urkunde, die von Charles I, der Worshipful Company of Distillers, über die Gewährung der alleinigen Rechte in den Städten von Westminster, London und im Umkreis von 21 Meilen Getreide zu destillieren, entzog. Hunderte von „backstreet“ Brennereien entstanden und innerhalb einer Generation ertranken sich die Londoner Slums mit Gin. Erst mit dem gänzlichen Widerruf der „Distillers Company Charta“ konnte man die Qualität der produzierten Spirituosen wieder sicherstellen.

1714 –  Die erste schriftliche Erwähnung des Wortes Gin

Die erste bekannten schriftlichen Erwähnung des Wortes Gin, kann man in dem Buch “The Fabel of the Bees, or Private Vices, Publick Benefits “von Bernard Mandeville aus dem Jahre 1714 finden. Er schrieb: “Der berüchtigte Schnaps, dessen Namen deriv ‘d, von Wacholderbeeren aus dem Niederländisch abgeleitet, ist, ist in heutiger Zeit durch häufigen Gebrauch … zu einem Wort, von mittlerer Länge, nämlich Gin geschrumpft.” Übrigens, die niederländische Bezeichnung “Genever” oder “Jenever” wurde dem alten französischen Wort „Genevre“ entlehnt (modern Französisch Genievre,) was soviel wie “Wacholderbaum” bedeutet, dass sich wiederum von dem lateinischen Wort für Wacholderbaum ‘Juniperus’ ableitet.

Rum Blind Tasting mit Bristol Classic und Plantation

Posted in Zutaten on May 25th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Freudige Nachrichten! Nachdem im ersten Rum Tasting des Shops Rum & Co eher bekannte Rums enthalten waren, befinden sich im Juni Tasting nur Rums der beiden unabhängigen Abfüller Bristol Classic und Plantation, die auch erfahrenere Rum-Trinker interessieren sollten. Da ich von den acht Rums selbst nur zwei Rums der Plantation Serie kenne, bin ich schon sehr gespannt, wie sich sie sich gegen die Standardabfüllungen der Distillerien schlagen. Eine kleine Auswertung folgt nach Bekanntgabe der Auflösung.

1. Bristol Caribbean Collection Rum
2. Bristol Caroni Trinidad 1998 Rum
3. Bristol Reserve Rum of Nicaragua 1998
4. Bristol Reserve Rum of Peru
5. Plantation Panama 2000
6. Plantation Guyana 1990
7. Plantation Grenada 1998
8. Plantation Barbados 2000

Am Tasting teilnehmen könnt ihr per folgendem Link: Anmeldung.

Was ist ein Blind Tasting?

Die Spirituosen werden in kleinen Fläschchen abgefüllt und daraufhin nur mit einer Nummer gekennzeichnet, an die Tester verschickt. Diese probieren jede einzelnen Probe, vergeben eine Bewertung von eins (sehr schlecht) bis zehn (sehr gut) und schicken die gesammelten Eindrücke an den Organisator. Auf diesem Wege können Fans der jeweiligen Spirituose neue Abfüllungen kennen lernen, ohne gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Mit der Zeit sollte sich auch für Dritte eine stattliche Sammlung von Bewertungen und Geschmacksnotizen ansammeln, die für den eigenen Einkauf mitentscheidend sein könnten.

Die Geschichte des Gins – Teil 2

Posted in Zutaten on May 6th, 2010 by Fabian – Be the first to comment

1622 – Erstes überliefertes Rezept

Im Jahre 1622 wurde in Amsterdam ein Rezept für „Aqua Juniper“ veröffentlicht. Wer und wann genau dieses Rezept veröffentlicht wurde ist bis heute leider nicht bekannt.

1638

Im Jahre 1638 trafen sich Theodore De Mayerne, der später als „The Father of English Distilling“ bekannt wurde, und Thomas Cademan, der Arzt der Königin, um „The Worshipful Company of Distillers“, ein bis heute existentes Unternehmen in London, zu gründen. Durch die Verbindung zum Königshaus stellte ihnen Charles I eine Urkunde aus, in der er dem Unternehmen die exklusiven Rechte der Herstellung von Alkohol aus Getreide in London und Westminster und im Umreis von 21 Meilen der beiden Orte zusprach. Dies gewährte den Beide dein Monopol auf die Herstellung von Spirituosen und Essig. Sie setzten Qualität- und Produktionsstandards, die sie in einer Broschüre namens „The Destiller of London“ dokumentierten. Diese Broschüre verbot zudem den Verkauf von „Low Wines“.

Theodore de Mayerne

Theodore de Mayerne

Wie niederländische Genever, musste englischer Gin zweimal destilliert werden (wie heute). Im ersten Schritt produzierten die „Malt Distillers“ aus Gerstenmalz und anderen Getreiden den sogenannten „Low Wines“. Dies geschah in großen Mengen, deshalb gab es nur wenige Produzenten in London, die durch die „Worshipful Companie“ vertreten wurden.

Der zweite Schritt bestand darin, dass diese produzierten „Low Wines“ zu Destillerien gebracht wurden. Hier wurden sie aromatisiert und wenn nötig verschnitten und zum Schluss auf  Trinkstärker herabgesetzt.

1663 – Samuel Pepys

In den frühen 1600ern wurde Gin in den Hafenstädten von London, Plymouth, Portsmouth und Bristol destilliert. Der Genuss von Gin stand zu dieser Zeit unter dem Vorwand die Gesundheit zu unterstützen.

Samuel Pepys beschreibt genau die Auswirkungen, die dem Gin damals zugesprochen wurden. Am 9. Oktober 1663 berichtet er: „Mein großer Anfall von Schmerzen“. Am nächsten Tag berichtet er von „Schmerzen beim Wasserlassen … Sir J. Minnes und Sir W. Batten [seine Arbeitskollegen], hatten zu mir gesagt, dass ich Wacholder Wasser zu mir nehmen solle, und Sir W. Batten schickte seine Frau mit dem starken Wasser aus Wacholder zu mir. Ob das oder etwas anderes, mich von meinem Tiefgang erholen lassen konnte, kann ich heute nicht sagen, aber ich hatte ein paar Stühle anschließend.“ Vielleicht ein wenig zu viel Information, aber der Nachweis über die Verwendung von Wacholder als Diureticum zu dieser Zeit.

1689 – Wilhelm von Oranien

Die Ankunft der Niederländer auf dem britischen Thron lässt den Gin von der Medizin zum Modegetränk werden. Der Nachfolger von James I, James II war umstritten, aber der neue König hatte die diplomatische Unterstützung der Katholiken, was ihm bei seinen englisch-protestantischen Untertanen und dem Parlament gleichermaßen unbeliebt machte. Der König, die führenden Persönlichkeiten des Landes wurde schließlich im Jahre 1688 zur Flucht nach Frankreich gezwungen.

Theodore de Mayerne

Theodore de Mayerne

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Frankreich versucht William seinen Gegner wirtschaftlich zu schwächen. So begann die englische Blockade gegen französische Waren. Zu diesem Zeitpunkt erfreuten sich die französischen Spirituosen in England jedoch höchster Beliebtheit. Rum hatte sich noch nicht durchgesetzt, Whisky wurde nur von den Schotten und den Iren genossen, und Wodka war hunderte von Jahren vom Ausbruch aus Polen und Russland entfernt. So begann man Genever aus Holland zu entdecken. Gin hatte Getreide als Grundlage gleich wie bei Genever, so konnte er auch in England hergestellt werden. So trat Genever und Gin schnell an die Stelle der schwindenden französischen Destillate.

Genever wurde das Modegetränk am William und Marys Königshof in Kensington, der Konsum stieg schnell an. Der Hofstaat wollte seine Unterstützung Ihres neuen Königs und seinem protestantischen Glauben durch den Genuss von Genever zeigen.

Die Geschichte des Gins – Teil 1

Posted in Zutaten on April 30th, 2010 by Fabian – Be the first to comment

In letzter Zeit habe ich mich mit der Lieblingsspirituose vieler Connoiseuren und Barkeepern ein weniger genauer beschäftigt: Gin. In mehreren Teilen werde ich euch nun die weitreichende Geschichte dieser Spirituose vorstellen. Als Quellen für diese längere Artikelreihe dienten mir unter anderem das CLASSmagazine, das Gin Compendium von Gary Regan und auch die Unterlagen zum G´Vine Wettbewerb des letzten Jahres. Ich wünsche euch allen nun viel Spaß beim lesen!

1100er – Ursprung der Destillation

Die Destillation hat ihre Ursprünge in der arabischen Welt. Durch die Übersiedlung der Mauren nach Europa im Mittelalter und ihre Herrschaft in Sizilien kam diese Wissenschaft nach Europa. Es wird vermutet, dass Benediktinermönche in Salemo die neu erworbenen Kenntnisse zur Destillation von Alkohol dazu verwendeten, Heilpflanzen aufzulösen und zu konservieren.

Die (vermutlich) erste Erwähnung

Im 12. Jahrhundert begannen Mönchen und Alchemisten in Europa nach dem „Aqua Vita“ (Wasser des Lebens) zu suchen. Diese frühen Brenner erzeugten Alkohol durch Erhitzen von Wein. Es entstand der Begriff „Burntwine“ aus dem später „Brandy“ wurde.

1269 – Frühe Medizin

Im Laufe der Jahrhunderte verwendeten Ärzte Wacholder bei der Herstellung eines Mittels das Diuretikum (erhöht die Ausscheidung von Urin) genannt wurde. Seit Jahrhunderten wurden mit Wacholder infusionierte Verbindungen genutzt, um Beschwerden des Magens, der Nieren und der Leber zu behandeln.

Der erste schriftliche Hinweis auf ein Wacholder basierendes Tonic ist im Jahre 1269 in einer niederländischen Publikation „Der Naturen Bloeme“ (die „Blume“ der Natur oder das Buch der Natur) von Jacob van Damme Maerlantte zu finden. Diese frühe naturgeschichtliche Enzyklopädie enthält ein Kapitel über Heilkräuter mit Wacholder.

1340er-1700er – Die Pest und der Wacholder

Während des 14. Jahrhunderts tauchte die Beulenpest in Zentralasien auf. In den späten 1340er erreichte sie dann auch Europa, wo sie als der „Schwarze Tod“ bekannt wurde. Diese tödliche Pandemie raffte ein bis zwei Drittel der europäischen Bevölkerung dahin.

Die Menschen in ganz Europa tranken Wacholder Liköre und Elixiere in dem fehlgeleiteten Glauben, sie würden gegen die Pest helfen. Es war auch üblich, Masken gefüllt mit Wacholderbeeren als ein Hindernis für den Erreger zu tragen.

Frühe 1500 – Verbreitung der Destillation

Die Destillation verbreitete sich von Italien aus über die südlichen Weinbauregionen nach ganz Europa, wo im Laufe des 16. Jahrhunderts die Kunst der Destillation von Maische aus Getreide entdeckt wurde. Frühe Destillate wiesen einen vergleichweise geringen Alkoholgehalt auf, waren im Vergleich zu den heutigen Produkten von schlechtem Geschmack und durch Fuselöle verunreinigt. Die Niederländer brachten es zur Verkommenheit der Kunst der Destillation, indem sie aus diesen „Low Wines“ einen stärkeren und reineren Geist durch die sekundäre Destillation hervorbrachten.

1560er – Verbreitung von Spirituosen mit Wacholdergeschmack

Niemand weiß, wann Wacholder das erste Mal mit Alkohol verbunden wurde – es könnten die Mönche des 12. Jahrhundert aus Salerno gewesen sein. Es gibt aber Anhaltspunkte, dass Destillate mit Wacholdergeschmack in den 1560ern durch Hungernot, Flüchtige die in Flandern lebten, hergestellt wurden. Zu dieser Zeit waren Spirituosen mit Wacholdergeschmack in den Niederlande (Holland, Belgien und Teilen Nord-Frankreichs) bereits erhältlich.

1572 – Professor Sylvius de Bouve

Professor Sylvius de Bouve wird allgemein mit der Erfahrung dessen, was wir heute als Genever bezeichnen (aus dem später Gin hervorging) in Verbindung gebracht. Er war Chemiker, Alchimist, ein renommierter Wissenschaftler und Professor, der unter anderem die älteste Universität in den Niederlande, die Universität Leiden gründete (im Februar 1575).

Er destillierte die Maische aus Getreide und fügte ihr Öl aus Wacholderbeeren zu. Dieses Getränk, das den Harndrang stimulieren sollte, nannte er Genever. Heute wird vermutet, dass Lucas Bols dieses von Dr. Sylvius de Bouve erfundene Rezept für sein Destillat verwendete. In Aufzeichnungen aus dem Jahr 1595 ist zu lesen, dass Dr. Sylvius de Bouve einen „Mout Wijn“ mit Wacholdergeschmack verkaufte. Es ist zu vermuten, dass er dies aber bereits Jahre zuvor tat. Es ist darauf hinzuweisen, dass Dr. Sylvius de Bouve oft mit dem deutschen Arzt Franciscus  Sylvius (geboren als Franz de le Boe) verwechselt wird. Er war in den Jahren von 1658 – 1672 an der Leiden Universität in der medizinischen Fakultät tätig und wurde Dr. Sylvius genannt.

1575 – Gründung der BOLS Brennerei

Lucas Bols gründete seine erste Brennerei in Amsterdam im Jahre 1575, wo er vermutlich eine Spirituose mit Wacholdergeschmack herstellte. Da Amsterdam zu dieser Zeit allerdings aus Holzhäusern bestand, wurde ihm verboten in der Stadt seinem Geschäft weiter nachzugehen. Er zog mit seiner Destillerie aus der Stadt an einen nahe gelegenen Bach, dessen Wasser er zur Kühlung seiner Apparate verwendete. Seine Destillerie wurde unter dem Namen „t Lootsje“ bekannt, was soviel bedeutet wie „der kleine Schuppen“.

1585 – Niederländische Courage

Im Jahre 1598 wurden englische Soldaten von Queen Elizabeth I von England in die Niederlande geschickt, um die protestantische Revolte gegen König Philipp von Spanien und seinen katholischen Verbündeten zu unterstützen. Zwanzig Jahre später wurden die Niederlande abermals Schauplatz eines Krieges zwischen England, Frankreich und Spanien der 30 Jahre bis 1648 dauern sollte. In dieser Zeit entdeckten die Engländer die als Genever bekannte Spirituose in den Niederlanden und brachten diese auf die Insel.

Academia del Ron

Posted in Cocktails, Zutaten on April 17th, 2010 by Fabian – 3 Comments

Anfang dieser Woche startete der erste Teil der Academia del Ron, welche von Havana Club veranstaltet wird. Der Titel „Academia del Ron“ ersetzt nicht nur einfach das Wort „Wettbewerb“ sondern ist in seiner Bedeutung wörtlich zu verstehen. Die zweitägige Akademie sollte laut vorherigen Informationen auf der einen Seite ein Wettbewerb darstellen, aber auch eine Möglichkeit bieten sich durch Vorträge als „360° Bartender“ weiter zu bilden.

Entsprechend diesen Informationen startete ich am Montag morgen mit großen Erwartungen Richtung Köln. Gegen 11:00 Uhr erreichte ich die „Villa Köln“, die direkt am Rheinufer gelegen, der Veranstaltungsort war. Beim betreten der Villa wurde einem gleich klar, dass hier die richtige Lokation ausgesucht wurde.

Villa Köln Eingang

Villa Köln Eingang

Nach einer kurzen Begrüßung und einem ersten Überblick wer es zur Academia geschafft hatte wurde sogleich mit dem ersten Vortrag begonnen:

Rum – Nektar der Götter

In diesem ersten Vortrag wurden alle Teilnehmer in die Geschichte des Rums eingeführt. Wie das Zuckerrohr seinen Weg aus Asien über die Kanarischen Inseln bis in die Karibik fand, was genau die Bezeichnung Demerara Rum meint, aus welchen drei Grundstoffen Rum hergestellt werden kann, wie leichte und schwere Rums entstehen, aber auch welche Art von Rum aus den verschiedenen Regionen Mittelamerikas und der Karibik kommen. Dies stellt nur einen kleinen Auszug des 1 ½ stündigen Vortrags dar. Im Anschluss galt es dann siebzehn Spirituosen, darunter natürlich vorwiegend Rum, aber auch Cachaca, Rhum Agricole und Rum Verschnitt zu verkosten und zu vergleichen. Dies war ein wunderbarer Auftakt für den ersten Tag und machte Lust auf mehr.

Rum Tasting

Rum Tasting

Die Begeisterung wurde dann aber schnell wieder ein wenig gedämpft als man vor den Fragen des Multiple Choice Test saß. Es galt drei Seiten mit Fragen zu beantworten, die sich auf den vorherigen Vortrag bezogen. Das Ergebnis diese Testes floss mit in die Gesamtwertung ein.

Barlife 1

Nach einem kleinen Mittagssnack ging es weiter zum zweiten Vortrag Barlife 1. In 30 Minuten konnte man erste Einblicke in die Sprache unseres Körpers gewinnen. Diesem interessanten Vortrag hätte man durchaus ein wenig mehr Zeit geben können.

Barlife 2 – Barpsychology

Gleich darauf erwartete uns die Couch: in Barlife 2 ging es um Barpsychology.

Barpsychology Vortrag

Barpsychology Vortrag

Ein Programmpunkt auf den ich sehr gespannt war. Was uns präsentiert wurde, konnte dann aber die Erwartungen der meisten Teilnehmer nicht erfüllen. Der Vortrag begann mit der Vorstellung eines erdachten Lehrfaches namens Barpsychology und dessen eventuellen Inhalten. Auf die Inhalte wurde leider, aus Zeitgründen, nur oberflächlich eingegangen. Alle Teilnehmer hielten dieses Thema für sehr wichtig und ein wenig mehr Tiefe hätte dem Vortrag gut getan. Lange Zeit sich über den Vortrag zu unterhalten blieb allerdings nicht. Denn die vierte Präsentation des Tages stand an.

Labratory 1

Diese Präsentation beschäftigte sich mit der Unterschiedlichen Wahrnehmung von Geschmack in unterschiedlicher Atmosphäre. Tony Conigliaro stellte uns aber zunächst vor, was er so in seinem kleinen Labor „erforscht“. Thema war unter anderem die Aromatisierung von Spirituosen unter Vakuum. Dieser Teil des Vortrages lässt sich allerdings nur unter erschwerten Bedingungen für Jederman(n) umsetzten. Aus diesem Grund komm ich auch schon zum zweiten wesentlich besser anwendbaren Teil der Präsentation. Hier wurde uns am eigenen Leibe deutlich gemacht, wie sich Musik und Gerüche auf den Geschmack einer Spirituose auswirken. Eine Erfahrung die jeder daheim selbst ausprobieren kann: Genießt wie wir zu schräger, lauter Musik ein kleinen Schluck Rum. Notiert euch was Ihr schmeckt. Im Anschluss testet ihr den selben Rum zu leichter klassischen Musik in angenehmer Lautstärke. Das Ergebnis verblüfft. Ähnlich war es bei den Gerüchen, jedoch wurde von mir der Unterschied hier nicht allzu deutlich wahrgenommen.

Labratory 2

Zwischen dem Dinner und uns Teilnehmern stand nun nur noch ein letzter Vortrag: Labratory 2 beschäftigte sich mit den klassischen kubanischen Cocktails und ihren Ursprüngen. Von Canchanchara über Negron, Mojito Criollo bis zum El Presidente wurden uns von Michael Menegos auf seine typisch unterhaltsame Art, sowohl in schriftlicher als auch liquider Form präsentiert. Ein weiteres Highlight des Tages!

Die servierten Köstlichkeiten zum Dinner rundeten den ersten Tag der Academia del Ron perfekt ab.

Dinner

Dinner

Wettbewerb

Am zweiten Tag startet dann der Wettbewerb. Besonderheit hierbei war, das die Jury direkt am Tresen saß, an dem man seinen Drink zubereitete und ab und an Fragen stellte, um das gewonnen Wissen des Vortages zu prüfen. Am Tresen herrschte eine lockere Atmosphäre, welche vielleicht auch dafür sorgte, dass sieben Minuten für zwei Drinks letztendlich knapp bemessene Zeit war.

Wettbewerbsvorbereitungen

Wettbewerbsvorbereitungen

Gemixt habe ich den drei Jurymitgliedern folgendes:

Peanut Daiquiri

  • 5cl Havan Club 7 Anos
  • 1cl Holunderblütensirup
  • 1cl Erdnusssirup
  • 3cl Limettensaft

Abschließend kann ich sagen, dass von allen Wettbewerben an denen ich bisher aktiv oder passiv teilgenommen habe, dieser mich am meisten begeistern konnte. Deshalb hoffe ich, dass noch viele Academias folgen werden.

Cocktailscout Rum Online Blind Tasting

Posted in Zutaten on March 8th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Einige Wochen vor Weihnachten letzten Jahres hat es sich ergeben, dass ich für einige Mitglieder des Cocktailscout Forums ein kleines Rum Online Blind Tasting für Einsteiger organisieren durfte. Es wurden zehn Rums aus verschiedenen Ländern herausgesucht, egal ob aus Melasse oder frischem Zuckerrohrsaft, beginnend im Einsteigersegment bis hin zu einigen Premiumabfüllungen, die die gespannten Teilnehmer verkosten durften.

Wie bei allen bisherigen C&D Tastings, war auch dieses ein Blind Tasting, bei welchem die Fläschchen nur mit Nummern und nicht mit Namen versehen sind. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Preis, von bekannten Meinungen oder dem Ruf einer Marke  beeinflusst wird. Jeder Rum wurde daraufhin von den Testern verkostet und mit einer Bewertung zwischen 1 (sehr schlecht) und 10 (sehr gut) versehen. Den Testern stand hierbei frei, wie sie auf ihre Bewertung kommen – nur der eigene Geschmack zählte. Das Ergebnis dieses Tastings wird nun in diesem Artikel vorgestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Kandidaten

Probefläschchen

Probefläschchen

Admiral Rodney XO
Admiral Rodney Extra Old wird von St. Lucia Distillers Ltd. auf St. Lucia hergestellt, einer kleinen Insel in der Karibik, südlich von Martinique. Benannt ist dieser Rum nach Admiral Rodney, einem britischen Navy Admiral, der auf St. Lucia stationiert war und die Insel in “The Battle of Saints” gegen die Franzosen beschützte. Der Rum ist ein Blend aus Melasserums und kommt in einer sehr schönen Flasche mit großen Holzgriffkorken daher. Preislich liegt der Rum in Deutschland bei ca. 50€.

Banks XM 5y
Wie alle Rums aus Guyana wird auch dieser fünf Jahre alte Banks XM von den Demerara Distillers Ltd. (DDL) destilliert. Diese produzieren sowohl eigene Rums (El Dorado), verkaufen aber auch Rum an andere Firmen, die diesen lagern und nach einigen Jahren abfüllen. Banks XM ist einer dieser Firmen und bietet neben dem Banks XM 5y noch einen zehn und zwölf jährigen Rum an.  Empfehlen kann ich besonders den Banks XM 10y – macht eine(n) hervorragenden Mai Tai (Variante). Der 5y ist für ca. 17€ erhältlich und damit der günstigste Rum des Tastings.

Plantation Grenada 98
Die Plantation Serie wird in Frankreich von Cognac Ferrand abgefüllt. Ziel ist es, dass jede der Abfüllungen den typsichen Stil des jeweiligen Landes bzw. Insel widerspiegelt. Die Rums lagern erst einige Jahre an ihrem Produktionsort, bis sie schließlich nochmals in kleinen Fässern aus französischer Eiche bei Cognac Ferrand lagern um den letzten Schliff zu bekommen. Die Grenada 98 Abfüllung wurde insgesamt acht Jahre gereift. Darüber hinaus konnte ich leider keine Informationen zu diesem Rum finden. Augrund des Geschmackes müsste jedoch Melasse als Basis verwendet worden sein. Die aktuellen Plantation Rums kosten alle um die 30€, im Falle des Grenada 98 sind es 28€.

Clement VSOP
Der Clement VSOP (Very Superior Old Pale) Rhum stammt aus Martinique und ist einer der vier Rhum Agricoles des Tastings. Diese sind nicht aus fermentierter Melasse, sondern aus frischem Zuckerrohr destiliert. Auf französischen Inseln wird der größte Teil des Rums auf diese Art hergestellt. Clement destilliert seine Rhums allerdings nicht mehr selbst, diese Aufgabe übernimmt seit einigen Jahren die Simon Destillerie. Der Clement VSOP lagert zuerst für ca. ein Jahr in französischen Eiche Fässern und danach nochmals ca. drei Jahre in amerikanischen Ex-Bourbon Fässern. Erhältlich ist der Rhum für ca. 25€.

Rum Nation Guatemala 23
Rum Nation ist ebenso wie Cognac Ferrand kein Hersteller von Rums sondern lagert und füllt Rums von bekannten oder unbekannten Destillerien ab. Der Guatemala 23 stammt wie die Zacapa Rums von der Industrias Licoreras de Guatemala. Unklar ist allerdings ob die Rum Nation Abfüllung wirklich mindestens 23 Jahre alte Rums enthält oder ob es ein Blend aus maximal 23 Jahre alten Rums ist (wie der Zacapa Solera 23). Dagegen spricht, dass der Rum Nation geschmacklich ziemlich nahe an Zacapa dran ist, wogegen Rum Nation bei anderen Rums explizit den Begriff Solera verwendet. Kaufen könnt ihr den Rum Nation 23 für ca. 60€.

La Mauny VSOP
La Mauny VSOP ist wie der Clement ein Rhum Agricole aus Martinique und ist ein Blend aus ca. 4 Jahre alten Rhums. Preislich liegt der La Mauny VSOP bei ca. 40€.

Robinson Cask Smooth
Dieser Rum wird in Jamaika destilliert, jedoch in Deutschland abgefüllt. Als einziger Rum des Tastings hat dieser Rum etwas mehr Volumenprozente Alkohol – 55%. Sehr lecker in einem Mai Tai und dazu sehr günstig! Diesen Rum gibt es für ca. 18€ zu kaufen.

Riviere du Mat “Opus 5″
Riviere du Mat wird auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean hergestellt. Der “Opus 5″ wurde erstmals 2007 veröffentlich und stellt den fünften Rum einer limitierten Serie von Riviere du Mat dar. Dieser Rhum Agricole ist ein Cuvée aus fünf verschiedenen Rhums aus den Jahrgängen 1994 – 2000, die in Eichenfässern zwischen sechs und zwölf Jahren reiften. Im Moment einer meiner Lieblingsrums überhaupt. Schade dass er nicht günstig ist (ca. 73€) und auf 6280 Flaschen limitiert ist. Mein Tipp: Probieren und ein paar Flaschen kaufen solange er verfügbar ist, falls er jemanden genauso gut schmeckt wie mir selbst. ;-)

Doorly XO
Dieser Melasserum ist ein Blend aus sechs bis zwölf Jahre alten Rums, welche zudem ein Finish im Oloroso Sherry Fass erhalten haben. Hergestellt wird der Doorly von der Destillerie R. L. Seale & Co. Ltd. auf Barbados. Erhältlich ist er für günstige 25€.

Damoiseau Vieux 8y
Der Damoiseau Vieux 8y wird von der Destillerie Bellevue hergestellt, die sich auf Guadeloupe befindet. Guadeloupe ist eine Gruppe von neun Inseln der kleinen Antillen in der Karibik und gehört wie Martinique und La Réunion zu Frankreich. Für diesen Rhum Agricole werden mindestens acht Jahre gereifte Rhums verwendet, die in französischen Cognac Fässern gelagert wurden. Für einen Rhum Agricole ist der Damoiseau auch recht günstig: ca 40€.

Ergebnis & Auswertung

Erst einmal vielen Dank an alle die mitgemacht haben und ihre Bewertungen für diese Auswertung zur Verfügung gestellt haben. Obwohl es das erste Tasting dieser Art bei Cocktailscout war, hat alles super geklappt. Nur eine Person hat ihre Bewertungen nicht abgegeben und viele haben noch mit Anderen ihre Proben geteilt, so dass insgesamt dreizehn Bewertungen abgegeben wurden. Toll ist auch, dass mittlerweile von einem anderen Mitglied von Cocktailscout ein Tequila Tasting geplant wird, welches hoffentlich noch mehr Zuspruch findet.

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Gewinner des Tastings ist eindeutig der Rum Nation Guatemala 23. Dieser Rum kommt, wie schon gesagt, aus der gleichen Destillerie wie Zacapa und bietet damit ein komplexes, aber eher weiches und süßliches Gesamtbild. Derartige Rums schmecken Einsteigern in der Regel besser als komplexe Geschmacksbomben von zum Beispiel Cadenhead’s. Ich fand ich auch lecker, jedoch schon etwas zu süß.

Auf dem zweiten Platz ist einer meiner zwei Favoriten gelandet: der Damoiseau Vieux 8y. Vor dem Tasting kannte ich diesen Rum noch nicht, doch hat er mich vollkommen überzeugt. Man schmeckt trotz des Alters immer noch sehr den frischen Zuckerrohr und andere fruchtige Aromen, aber gleichzeitig kommen auch leichte Fasstöne hinzu, die den Geschmack abrunden. Insgesamt ist er im Geschmack und Geruch sehr intensiv, jedoch ohne alkoholisch zu wirken. Super!

Mein Top-Favorit ist leider nur auf dem fünften Platz gelandet, der Riviere du Mat “Opus 5″ – für mich im Moment einer der besten Rums überhaupt. Zum ersten Mal habe ich diesen Rhum in der Tasting Lounge der Rum Company probiert, wo er, wie im Tasting, sofort begeisterte. Unglaublich komplex und fruchtig, ohne süß zu sein.

Von den Melasse Rums hat mir der Doorly XO am besten gefallen. Ein wunderbarer Vertreter dieser Rumgattung, bei dem ich besonders die Sherrytöne interessant finde.

Gut fand ich den Clement VSOP (günstig, lecker im Mai Tai, zusammen mit Appleton Extra), La Mauny VSOP (zu teuer) und Robinson Cask Smooth. Letztere ist besonders interessant, weil er für einen sehr günstigen Preis viel Jamaica Rum bietet. Pur ist er mir allerdings zu wild, in Cocktails stelle ich ihn mir jedoch gut vor. Für ein paar Euro mehr gibt es allerdings schon den Lond Pond Destillery Trewlany mit 53% (ca. 22 Euro), der ebenso viel Kraft hat, aber auch pur sehr zu überzeugen weiß.

Enttäuscht hat mich ein bisschen der Admiral Rodney. Gerade in englischen Foren/Blogs wird dieser Rum oft gelobt – ich fand ihn zwar auch gut, aber nichts Besonderes (außer vielleicht die schöne Flasche). Für den Preis, meiner Meinung nach, unaufregend und nicht empfehlenswert.

Am “schlechtesten” empfand ich den Plantation Grenada 98, obwohl er mir vor einiger Zeit weitaus besser geschmeckt hat. Dieses Mal fand ich ihn scharf und ein wenig langweilig. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut – Durchschnitt eben.

Dieses Beispiel zeigt gut, dass ein Blind Tasting nicht als die ultimative Wahrheit angesehen werden darf. Es kommt viel zu viel darauf an, in welcher Atmosphäre man eine Spirituose geniest, wie man gelaunt ist oder was man zuvor gegessen hatte. Ebenso verändert sich der eigene Geschmack ständig. Bis vor einem halben bis dreiviertel Jahr habe ich eigentlich nur Melasse Rums getrunken, heute sind es vermehrt Rhum Agricoles. Ebenso traue ich mich mittlerweile an rauchige Whiskies, die bis vor kurzem noch ein Buch mit sieben Siegeln für mich waren.

Des Testers Liebling

Wenn man sich den oder die Lieblinge jedes Testers betrachtet, gewinnt ebenso der Rum Nation Guatemala 23 mit Abstand. Ganze fünf Tester gaben diesem Rum die meisten Punkte. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass bis auf zwei, auch alle anderen Rums mindestens einem Tester am besten gefallen haben. Man sollte also nie blind einen Testsieger kaufen, sondern vor allem auf den eigenen Geschmack achten!

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

The World for a Bottle of Rum?

Eindeutiger Preis-/Leistungssieger ist der Doorly’s XO. Kein anderer Rum konnte bei einem solchen niedrigen Preis so viele Tester begeistern. Ebenso haben der Damoiseau Vieux 8y und der Banks XM 5y einen fairen Preis. Für Sparfüchse ist besonders der Banks XM 5y interessant. Er bietet das zweitbeste P/L-Verhältnis und kostet gerade mal 17€!

Insgesamt kann man übrigen keinen Zusammenhang zwischen hohen Preis und guten Bewertungen finden. Es wurden gleichermaßen teure Rums schlecht und günstige Rums gut bewertet. Es ist also auch ohne hohe Investition möglich, daheim ein gutes Glas Rum zu geniesen!

Vielen Dank an Tim vom Tastings Blog für die Idee der Preis/Leistungs Berechnung. Diesen Aspekt hatte ich in den bisherigen Auswertungen immer ein wenig vernachlässigt. Um das Testfeld zu entzerren, habe ich mich allerdings bei der Berechnung dafür entschieden, nicht direkt die Durschschnittsbewertung durch den Preis zu teilen, sonden die quadrierte Durchschnittsbewertung. Bei der ersten Formel wurde durch die enge Punkteverteilung, meiner Meinung nach, die günstigen Produkte zu sehr bevorzugt.

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preise

Cocktailscout Rum Tasting: Preise in Euro

Detailergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Details

Bezugsquellen

Gekauft wurden die Rums für dieses Tasting bei der Rum Company und bei Barfish. Beide Shops kann ich vollkommen empfehlen, falls euch der eine oder andere Rum interessiert!

Frühere Tastings

Bisher wurden von mir im C&D Forum ein Rye Whiskey Tasting, ein Anejo Tequila Tasting und ein Melasse Rum Tasting durchgeführt.

American Whiskey

Posted in Zutaten on August 1st, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Ich sollte aufhören, Artikel anzukündigen… irgendwas kommt immer dazwischen. Soviel sei gesagt, die nächsten Artikel werden sich mit der Whiskey Rebellion, George Washingtons Rye Whiskey, der Prohibition und ihren Auswirkungen auf Rye Whiskey, sowie der “Wiederentdeckung” von Rye Whiskey in den letzten Jahren beschäftigen. Je nach dem wie viel Zeit meine Bachelor Thesis verschlingt, kann es aber noch ne Weile dauern. ;)

Getreide

Rye Whiskey

Whiskey aus Roggen kann als Ursprung des amerikanisches Whiskey angesehen werden. Die Siedler kannten das Getreide aus Europa und es gedeite prächtig auf dem Boden der neuen Welt. Das ebenfalls bekannten Gerste, welches in Schottland und Irland für die Whiskey Produktion genutzt wurde, erforderte mehr Pflege und wurde so wenig bis gar nicht angebaut. Wann der erste Whiskey in den heutigen USA hergestellt wurde, kann leider nicht mit Sicherheit gesagt werden. Genauso wenig bekannt ist, wer dafür verantwortlich war. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass schottische, irische und deutsche Einwanderer die Whiskey Herstellung verbreitet haben, als im 18ten Jahrhundert mehr und mehr Menschen aus diesen Ländern in die USA geströhmt sind. Bald wurde es zur Normalität, dass Farmer entweder eine eigene kleine Distillerie besaßen oder es eine gemeinschafftliche, größere Distillerie gab, um überschüssiges Getreide in Alkohol zu verwandeln. Dieses konnte einfacher und länger gelagert werden und machte ebenso beim Transport weniger Arbeit (es wurde gesagt, dass ein Pferd ca 4 Scheffel Getreide, aber Whiskey aus ca 24 Scheffel Getreide transportieren konnte). Da die Siedler in den westlicheren Gebieten eher auf sich allein gestellt waren und zum Beispiel kein Geld exisitierte, entwickelte sich Whiskey zu einem anerkannten Zahlungsmittel.

Natürlich wurde Whiskey auch getrunken, aber im Allgemeinen war Rum von den britischen Inseln und der Ostküste der USA das bevorzugte alkoholische Getränk. Der Whiskey von damals, was eins zu eins auch auf Rum übertragbar ist, kann allerdings nicht mit heutigen Produkten verglichen werden. In den meisten Fällen war er ungelagert und schmeckte sehr rau. Falls eine Spirituose gelagert war, war das eher ein Nebeneffekt des Transports und keine absichtliche Veredelung des Produktes.

Mit der Zeit passte sich die Rye Whiskey Herstellung der immer größeren Produktionsmenge an und es gab immer mehr Distillerien, die sich voll auf die Whiskey Herstellung konzentrierten und nicht nur eigenes überschüssiges Getreide verdelten. Diese Whiskey Hersteller kauften entweder Getreide von Farmern ein oder verarbeiteten Getreide im Auftrag der Farmer und behielten dafür einen kleinen Teil des resultierenden Whiskeys als Bezahlung.

Nachdem die USA ihre Unabhängigkeit erlangte, viel Rum drastisch im Ansehen der Amerikaner, da es als Zeichen der englischen Unterdrückung galt. Viele sahen sich so nach neuen Alkoholquellen um und Rye Whiskey wurde immer beliebter. Rum erholte sich zwar wieder, doch Rye blieb bis zur Prohibition Anfang des Zwanzigsten Jahrunderts die beliebteste Spirituose der Amerikaner.

Heutzutage darf sich Whiskey Rye Whiskey nennen, wenn die Maische aus mindestens 51% Roggen besteht, er in den USA hergestellt wird, zu nicht mehr als 80% distilliert wird und mindestens 2 Jahre in neuen, ausgekohlten Eichefässern gelagert wird. Hierbei darf der Alkoholgehalt des Whiskeys in den Fässern nicht mehr als 62.5% betragen. Sollte der Whiskey weniger als 4 Jahre gereift sein, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Rye Whiskey mit mindestens 40%.

Vintage Rye

Vintage Rye

Bourbon Whiskey

Im heutigen Kentucky bauten die Siedler, im Gegensatz zu den östlicheren Gebieten der USA, kein Roggen an, sondern Mais. Dieses wurde schon seit mehreren Tausend Jahren von den Ureinwohnern angebaut und gedeiht im Klima Kentuckys besser als das bekannte Getreide aus der alten Welt.

Die erste permanente Siedlung in Kentucky (damals noch Teil von Virginia) wurde 1774 gegründet und nach James Harrod benannt: Harrodstown bzw. Fort Harrod. Nicht lang nach den ersten Ernteerträgen, sollen die Siedler dort mit der Whiskeyherstellung begonnen haben, um ihr überschüssiges Getreide zu verarbeiten. Natürlich wuchs die Einwohnerzahl mit der Zeit und so gehörten schon bald einige wichtige Persöhnlichkeiten zu den Siedlern in Kentucky: Jacob Beam (Urgroßvater von Jim Beam), Robert Samuels (Vorfahre von Maker’s Mark Präsident Bill Samuels), Basil Hayden (Großvater des Old Grand-Dad Gründers R. B. Hayden) und Daniel Weller (Großvater von W. L. Weller).

Doch wie kam Bourbon zu seinem Namen? Alle anderen Whiskeysorten wurden nach einem ihrer Grundbestandteile benannt, so dass Bourbon Whiskey durch die Nutzung des Namens einer französischen Adelsfamilie stark aus der Reihe tanzt. Viele Bücher Begründen dies ungefähr so:

Early in the colonial history of America, a Baptist minister, Elijah Craig, established a still in Georgetown, Kentucky and began producing whiskey from a base of corn. The still is said to have been one of the first in Kentucky and customers in neighboring towns christened his product Bourbon County Whiskey, from the county of origin.” – Alexis Lichine’s New Encyclopedia of Wines & Spirits

The name is due to the fact that the first whisky distilled in Kentucky was obtained from ground maize at the mill of one Elijah Craig, in Georgetown, Bourbon County. It was called Bourbon County Whisky at first, and the name Bourbon Whisky has been used ever since for whisky distilled wholly or chiefly from maize.” A Concise Encyclopedia of Gastronomy, von Andre L. Simon

Das Problem hierbei ist, dass Elijah Craig zwar einer der ersten Distiller in Kentucky war, jedoch sehr wahrscheinlich nicht der Erste. Außerdem beschreibt Charles K. Cowdery in seinem Buch Bourbon, Straight (das entsprechende Kapitel ist auch hier zu finden), dass Elijah Craigs Unternehmen sich nie in Bourbon County befand. Die Grenzen haben sich zwar öfters verschoben (die alten, großen Counties wurden mit der Zeit immer weiter verkleinert), doch befand sich die Distillerie nur in Fayette County (1780), dann in Woodford (1788) und letztendlich in Scott (1792), aber nie in Bourbon.

Bourbon County wurde 1785 gegründet und nach der bekannten französischen Adelsfamilie benannt (nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bekamen viele Orte französische Namen, um die Franzosen für ihre Hilfe im Krieg zu ehren). Dieses Gebiet wurde später in viele kleine Teile unterteilt, war aber trotzdem noch unter dem Namen Old Bourbon County benannt, was sich auch auf den Whiskey von dort übertrug, der Old Bourbon Whiskey genannt wurde. Mit der Zeit nahm man an, dass das Old im Namen sich auf das Alter des Whiskeys bezieht und der Name wurde auf Bourbon Whiskey reduziert. Die altbekannten Begründungen, wie Bourbon zu seinem Namen kam, sind also nicht ganz falsch, jedoch auch nicht ganz korrekt. Sie wurden jedoch leider so oft wiederholt, dass sie als Fakt angesehen werden. Gleich blieb jedoch bis heute, dass Bourbon Whiskey ein Destilat bezeichnet, dass hauptsächlich aus Mais hergestellt wird.

Bourbon Whiskey muss mindestens einen 51%igen Anteil an Mais in der Maische besitzen, in den USA hergestellt werden, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und mindestens 2 Jahre in neuen, ausgekohlten Eichefässern lagern. Sollte der Whiskey weniger als 4 Jahre gereift sein, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Bourbon Whiskey mit mindestens 40%.

Durch den variablen Anteil an Getreide von 49% der Maische kann es passieren, dass z.B. ein Bourbon einem Rye Whiskey sehr ähnlich ist. So hat der Evan Williams Single Barrel Bourbon, sowie der Four Roses Single Barrel 100° (35% Rye) einen hohen Rye Anteil und könnte in einem Tasting leicht für einen Rye Whiskey gehalten werden.

Elijah Craig

Elijah Craig

Tennesse Whiskey

Tenesse Whiskey unterscheidet sich zu Bourbon Whiskey nur dadurch, dass er in Tennesse hergestellt und zusätzlich durch eine Schicht aus Ahornzucker-Kohle (bed of sugar maple charcoal) gefiltert werden muss, welchen ihn besonders geschmeidig machen soll. Die einzigen beiden Firmen, die heutzutage noch Tennesse Whiskey herstellen sind Jack Daniels und George Dickel.

Jack Daniels

Jack Daniels

Blended American Whiskey

Blended American Whiskey muss mindestens 20% Straight Whiskey (egal welcher Sorte) enthalten. Der Rest des Blends ist ungereifter Neutralalkohol oder ungereifter, hochprozentiger Whiskey.

Corn Whiskey

Corn Whiskey muss mindestens 80% Mais in der Maische enthalten, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und für mindestens 2 Jahre in neuen oder gebrauchten Fässern gelagert sein

Quellen

Rye Whiskey Tasting #2

Posted in Zutaten on June 21st, 2009 by Sascha – 3 Comments
Rye

Rye

Fast alle Päckchen sind verschickt und kommen hoffentlich schon am Montag oder Dienstag bei den wartenden Testern an.

Bewertet wird zwischen 1 (schlecht) und 10 (gut), wobei keine Rangfolge von 1-10 entstehen sollte. ;-)

Ende des Tastings ist der 19.07.09, worauf eine kurze Auswertung meinerseits und hoffentlich auch ein paar Tasting Notizen von anderen Teilnehmern zu lesen sein werden. Bis dahin wird es, wie schon angekündigt, um die Geschichte des Rye Whiskey gehen. Nächste Woche geht es mit einem Vergleich der verschiedenen Sorten des American Whiskey und mit den Ursprüngen dieser los.