Zutaten

Cocktailscout Rum Online Blind Tasting

Posted in Zutaten on March 8th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Einige Wochen vor Weihnachten letzten Jahres hat es sich ergeben, dass ich für einige Mitglieder des Cocktailscout Forums ein kleines Rum Online Blind Tasting für Einsteiger organisieren durfte. Es wurden zehn Rums aus verschiedenen Ländern herausgesucht, egal ob aus Melasse oder frischem Zuckerrohrsaft, beginnend im Einsteigersegment bis hin zu einigen Premiumabfüllungen, die die gespannten Teilnehmer verkosten durften.

Wie bei allen bisherigen C&D Tastings, war auch dieses ein Blind Tasting, bei welchem die Fläschchen nur mit Nummern und nicht mit Namen versehen sind. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Preis, von bekannten Meinungen oder dem Ruf einer Marke  beeinflusst wird. Jeder Rum wurde daraufhin von den Testern verkostet und mit einer Bewertung zwischen 1 (sehr schlecht) und 10 (sehr gut) versehen. Den Testern stand hierbei frei, wie sie auf ihre Bewertung kommen – nur der eigene Geschmack zählte. Das Ergebnis dieses Tastings wird nun in diesem Artikel vorgestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Kandidaten

Probefläschchen

Probefläschchen

Admiral Rodney XO
Admiral Rodney Extra Old wird von St. Lucia Distillers Ltd. auf St. Lucia hergestellt, einer kleinen Insel in der Karibik, südlich von Martinique. Benannt ist dieser Rum nach Admiral Rodney, einem britischen Navy Admiral, der auf St. Lucia stationiert war und die Insel in “The Battle of Saints” gegen die Franzosen beschützte. Der Rum ist ein Blend aus Melasserums und kommt in einer sehr schönen Flasche mit großen Holzgriffkorken daher. Preislich liegt der Rum in Deutschland bei ca. 50€.

Banks XM 5y
Wie alle Rums aus Guyana wird auch dieser fünf Jahre alte Banks XM von den Demerara Distillers Ltd. (DDL) destilliert. Diese produzieren sowohl eigene Rums (El Dorado), verkaufen aber auch Rum an andere Firmen, die diesen lagern und nach einigen Jahren abfüllen. Banks XM ist einer dieser Firmen und bietet neben dem Banks XM 5y noch einen zehn und zwölf jährigen Rum an.  Empfehlen kann ich besonders den Banks XM 10y – macht eine(n) hervorragenden Mai Tai (Variante). Der 5y ist für ca. 17€ erhältlich und damit der günstigste Rum des Tastings.

Plantation Grenada 98
Die Plantation Serie wird in Frankreich von Cognac Ferrand abgefüllt. Ziel ist es, dass jede der Abfüllungen den typsichen Stil des jeweiligen Landes bzw. Insel widerspiegelt. Die Rums lagern erst einige Jahre an ihrem Produktionsort, bis sie schließlich nochmals in kleinen Fässern aus französischer Eiche bei Cognac Ferrand lagern um den letzten Schliff zu bekommen. Die Grenada 98 Abfüllung wurde insgesamt acht Jahre gereift. Darüber hinaus konnte ich leider keine Informationen zu diesem Rum finden. Augrund des Geschmackes müsste jedoch Melasse als Basis verwendet worden sein. Die aktuellen Plantation Rums kosten alle um die 30€, im Falle des Grenada 98 sind es 28€.

Clement VSOP
Der Clement VSOP (Very Superior Old Pale) Rhum stammt aus Martinique und ist einer der vier Rhum Agricoles des Tastings. Diese sind nicht aus fermentierter Melasse, sondern aus frischem Zuckerrohr destiliert. Auf französischen Inseln wird der größte Teil des Rums auf diese Art hergestellt. Clement destilliert seine Rhums allerdings nicht mehr selbst, diese Aufgabe übernimmt seit einigen Jahren die Simon Destillerie. Der Clement VSOP lagert zuerst für ca. ein Jahr in französischen Eiche Fässern und danach nochmals ca. drei Jahre in amerikanischen Ex-Bourbon Fässern. Erhältlich ist der Rhum für ca. 25€.

Rum Nation Guatemala 23
Rum Nation ist ebenso wie Cognac Ferrand kein Hersteller von Rums sondern lagert und füllt Rums von bekannten oder unbekannten Destillerien ab. Der Guatemala 23 stammt wie die Zacapa Rums von der Industrias Licoreras de Guatemala. Unklar ist allerdings ob die Rum Nation Abfüllung wirklich mindestens 23 Jahre alte Rums enthält oder ob es ein Blend aus maximal 23 Jahre alten Rums ist (wie der Zacapa Solera 23). Dagegen spricht, dass der Rum Nation geschmacklich ziemlich nahe an Zacapa dran ist, wogegen Rum Nation bei anderen Rums explizit den Begriff Solera verwendet. Kaufen könnt ihr den Rum Nation 23 für ca. 60€.

La Mauny VSOP
La Mauny VSOP ist wie der Clement ein Rhum Agricole aus Martinique und ist ein Blend aus ca. 4 Jahre alten Rhums. Preislich liegt der La Mauny VSOP bei ca. 40€.

Robinson Cask Smooth
Dieser Rum wird in Jamaika destilliert, jedoch in Deutschland abgefüllt. Als einziger Rum des Tastings hat dieser Rum etwas mehr Volumenprozente Alkohol – 55%. Sehr lecker in einem Mai Tai und dazu sehr günstig! Diesen Rum gibt es für ca. 18€ zu kaufen.

Riviere du Mat “Opus 5″
Riviere du Mat wird auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean hergestellt. Der “Opus 5″ wurde erstmals 2007 veröffentlich und stellt den fünften Rum einer limitierten Serie von Riviere du Mat dar. Dieser Rhum Agricole ist ein Cuvée aus fünf verschiedenen Rhums aus den Jahrgängen 1994 – 2000, die in Eichenfässern zwischen sechs und zwölf Jahren reiften. Im Moment einer meiner Lieblingsrums überhaupt. Schade dass er nicht günstig ist (ca. 73€) und auf 6280 Flaschen limitiert ist. Mein Tipp: Probieren und ein paar Flaschen kaufen solange er verfügbar ist, falls er jemanden genauso gut schmeckt wie mir selbst. ;-)

Doorly XO
Dieser Melasserum ist ein Blend aus sechs bis zwölf Jahre alten Rums, welche zudem ein Finish im Oloroso Sherry Fass erhalten haben. Hergestellt wird der Doorly von der Destillerie R. L. Seale & Co. Ltd. auf Barbados. Erhältlich ist er für günstige 25€.

Damoiseau Vieux 8y
Der Damoiseau Vieux 8y wird von der Destillerie Bellevue hergestellt, die sich auf Guadeloupe befindet. Guadeloupe ist eine Gruppe von neun Inseln der kleinen Antillen in der Karibik und gehört wie Martinique und La Réunion zu Frankreich. Für diesen Rhum Agricole werden mindestens acht Jahre gereifte Rhums verwendet, die in französischen Cognac Fässern gelagert wurden. Für einen Rhum Agricole ist der Damoiseau auch recht günstig: ca 40€.

Ergebnis & Auswertung

Erst einmal vielen Dank an alle die mitgemacht haben und ihre Bewertungen für diese Auswertung zur Verfügung gestellt haben. Obwohl es das erste Tasting dieser Art bei Cocktailscout war, hat alles super geklappt. Nur eine Person hat ihre Bewertungen nicht abgegeben und viele haben noch mit Anderen ihre Proben geteilt, so dass insgesamt dreizehn Bewertungen abgegeben wurden. Toll ist auch, dass mittlerweile von einem anderen Mitglied von Cocktailscout ein Tequila Tasting geplant wird, welches hoffentlich noch mehr Zuspruch findet.

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Gewinner des Tastings ist eindeutig der Rum Nation Guatemala 23. Dieser Rum kommt, wie schon gesagt, aus der gleichen Destillerie wie Zacapa und bietet damit ein komplexes, aber eher weiches und süßliches Gesamtbild. Derartige Rums schmecken Einsteigern in der Regel besser als komplexe Geschmacksbomben von zum Beispiel Cadenhead’s. Ich fand ich auch lecker, jedoch schon etwas zu süß.

Auf dem zweiten Platz ist einer meiner zwei Favoriten gelandet: der Damoiseau Vieux 8y. Vor dem Tasting kannte ich diesen Rum noch nicht, doch hat er mich vollkommen überzeugt. Man schmeckt trotz des Alters immer noch sehr den frischen Zuckerrohr und andere fruchtige Aromen, aber gleichzeitig kommen auch leichte Fasstöne hinzu, die den Geschmack abrunden. Insgesamt ist er im Geschmack und Geruch sehr intensiv, jedoch ohne alkoholisch zu wirken. Super!

Mein Top-Favorit ist leider nur auf dem fünften Platz gelandet, der Riviere du Mat “Opus 5″ – für mich im Moment einer der besten Rums überhaupt. Zum ersten Mal habe ich diesen Rhum in der Tasting Lounge der Rum Company probiert, wo er, wie im Tasting, sofort begeisterte. Unglaublich komplex und fruchtig, ohne süß zu sein.

Von den Melasse Rums hat mir der Doorly XO am besten gefallen. Ein wunderbarer Vertreter dieser Rumgattung, bei dem ich besonders die Sherrytöne interessant finde.

Gut fand ich den Clement VSOP (günstig, lecker im Mai Tai, zusammen mit Appleton Extra), La Mauny VSOP (zu teuer) und Robinson Cask Smooth. Letztere ist besonders interessant, weil er für einen sehr günstigen Preis viel Jamaica Rum bietet. Pur ist er mir allerdings zu wild, in Cocktails stelle ich ihn mir jedoch gut vor. Für ein paar Euro mehr gibt es allerdings schon den Lond Pond Destillery Trewlany mit 53% (ca. 22 Euro), der ebenso viel Kraft hat, aber auch pur sehr zu überzeugen weiß.

Enttäuscht hat mich ein bisschen der Admiral Rodney. Gerade in englischen Foren/Blogs wird dieser Rum oft gelobt – ich fand ihn zwar auch gut, aber nichts Besonderes (außer vielleicht die schöne Flasche). Für den Preis, meiner Meinung nach, unaufregend und nicht empfehlenswert.

Am “schlechtesten” empfand ich den Plantation Grenada 98, obwohl er mir vor einiger Zeit weitaus besser geschmeckt hat. Dieses Mal fand ich ihn scharf und ein wenig langweilig. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut – Durchschnitt eben.

Dieses Beispiel zeigt gut, dass ein Blind Tasting nicht als die ultimative Wahrheit angesehen werden darf. Es kommt viel zu viel darauf an, in welcher Atmosphäre man eine Spirituose geniest, wie man gelaunt ist oder was man zuvor gegessen hatte. Ebenso verändert sich der eigene Geschmack ständig. Bis vor einem halben bis dreiviertel Jahr habe ich eigentlich nur Melasse Rums getrunken, heute sind es vermehrt Rhum Agricoles. Ebenso traue ich mich mittlerweile an rauchige Whiskies, die bis vor kurzem noch ein Buch mit sieben Siegeln für mich waren.

Des Testers Liebling

Wenn man sich den oder die Lieblinge jedes Testers betrachtet, gewinnt ebenso der Rum Nation Guatemala 23 mit Abstand. Ganze fünf Tester gaben diesem Rum die meisten Punkte. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass bis auf zwei, auch alle anderen Rums mindestens einem Tester am besten gefallen haben. Man sollte also nie blind einen Testsieger kaufen, sondern vor allem auf den eigenen Geschmack achten!

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

The World for a Bottle of Rum?

Eindeutiger Preis-/Leistungssieger ist der Doorly’s XO. Kein anderer Rum konnte bei einem solchen niedrigen Preis so viele Tester begeistern. Ebenso haben der Damoiseau Vieux 8y und der Banks XM 5y einen fairen Preis. Für Sparfüchse ist besonders der Banks XM 5y interessant. Er bietet das zweitbeste P/L-Verhältnis und kostet gerade mal 17€!

Insgesamt kann man übrigen keinen Zusammenhang zwischen hohen Preis und guten Bewertungen finden. Es wurden gleichermaßen teure Rums schlecht und günstige Rums gut bewertet. Es ist also auch ohne hohe Investition möglich, daheim ein gutes Glas Rum zu geniesen!

Vielen Dank an Tim vom Tastings Blog für die Idee der Preis/Leistungs Berechnung. Diesen Aspekt hatte ich in den bisherigen Auswertungen immer ein wenig vernachlässigt. Um das Testfeld zu entzerren, habe ich mich allerdings bei der Berechnung dafür entschieden, nicht direkt die Durschschnittsbewertung durch den Preis zu teilen, sonden die quadrierte Durchschnittsbewertung. Bei der ersten Formel wurde durch die enge Punkteverteilung, meiner Meinung nach, die günstigen Produkte zu sehr bevorzugt.

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preise

Cocktailscout Rum Tasting: Preise in Euro

Detailergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Details

Bezugsquellen

Gekauft wurden die Rums für dieses Tasting bei der Rum Company und bei Barfish. Beide Shops kann ich vollkommen empfehlen, falls euch der eine oder andere Rum interessiert!

Frühere Tastings

Bisher wurden von mir im C&D Forum ein Rye Whiskey Tasting, ein Anejo Tequila Tasting und ein Melasse Rum Tasting durchgeführt.

American Whiskey

Posted in Zutaten on August 1st, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Ich sollte aufhören, Artikel anzukündigen… irgendwas kommt immer dazwischen. Soviel sei gesagt, die nächsten Artikel werden sich mit der Whiskey Rebellion, George Washingtons Rye Whiskey, der Prohibition und ihren Auswirkungen auf Rye Whiskey, sowie der “Wiederentdeckung” von Rye Whiskey in den letzten Jahren beschäftigen. Je nach dem wie viel Zeit meine Bachelor Thesis verschlingt, kann es aber noch ne Weile dauern. ;)

Getreide

Rye Whiskey

Whiskey aus Roggen kann als Ursprung des amerikanisches Whiskey angesehen werden. Die Siedler kannten das Getreide aus Europa und es gedeite prächtig auf dem Boden der neuen Welt. Das ebenfalls bekannten Gerste, welches in Schottland und Irland für die Whiskey Produktion genutzt wurde, erforderte mehr Pflege und wurde so wenig bis gar nicht angebaut. Wann der erste Whiskey in den heutigen USA hergestellt wurde, kann leider nicht mit Sicherheit gesagt werden. Genauso wenig bekannt ist, wer dafür verantwortlich war. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass schottische, irische und deutsche Einwanderer die Whiskey Herstellung verbreitet haben, als im 18ten Jahrhundert mehr und mehr Menschen aus diesen Ländern in die USA geströhmt sind. Bald wurde es zur Normalität, dass Farmer entweder eine eigene kleine Distillerie besaßen oder es eine gemeinschafftliche, größere Distillerie gab, um überschüssiges Getreide in Alkohol zu verwandeln. Dieses konnte einfacher und länger gelagert werden und machte ebenso beim Transport weniger Arbeit (es wurde gesagt, dass ein Pferd ca 4 Scheffel Getreide, aber Whiskey aus ca 24 Scheffel Getreide transportieren konnte). Da die Siedler in den westlicheren Gebieten eher auf sich allein gestellt waren und zum Beispiel kein Geld exisitierte, entwickelte sich Whiskey zu einem anerkannten Zahlungsmittel.

Natürlich wurde Whiskey auch getrunken, aber im Allgemeinen war Rum von den britischen Inseln und der Ostküste der USA das bevorzugte alkoholische Getränk. Der Whiskey von damals, was eins zu eins auch auf Rum übertragbar ist, kann allerdings nicht mit heutigen Produkten verglichen werden. In den meisten Fällen war er ungelagert und schmeckte sehr rau. Falls eine Spirituose gelagert war, war das eher ein Nebeneffekt des Transports und keine absichtliche Veredelung des Produktes.

Mit der Zeit passte sich die Rye Whiskey Herstellung der immer größeren Produktionsmenge an und es gab immer mehr Distillerien, die sich voll auf die Whiskey Herstellung konzentrierten und nicht nur eigenes überschüssiges Getreide verdelten. Diese Whiskey Hersteller kauften entweder Getreide von Farmern ein oder verarbeiteten Getreide im Auftrag der Farmer und behielten dafür einen kleinen Teil des resultierenden Whiskeys als Bezahlung.

Nachdem die USA ihre Unabhängigkeit erlangte, viel Rum drastisch im Ansehen der Amerikaner, da es als Zeichen der englischen Unterdrückung galt. Viele sahen sich so nach neuen Alkoholquellen um und Rye Whiskey wurde immer beliebter. Rum erholte sich zwar wieder, doch Rye blieb bis zur Prohibition Anfang des Zwanzigsten Jahrunderts die beliebteste Spirituose der Amerikaner.

Heutzutage darf sich Whiskey Rye Whiskey nennen, wenn die Maische aus mindestens 51% Roggen besteht, er in den USA hergestellt wird, zu nicht mehr als 80% distilliert wird und mindestens 2 Jahre in neuen, ausgekohlten Eichefässern gelagert wird. Hierbei darf der Alkoholgehalt des Whiskeys in den Fässern nicht mehr als 62.5% betragen. Sollte der Whiskey weniger als 4 Jahre gereift sein, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Rye Whiskey mit mindestens 40%.

Vintage Rye

Vintage Rye

Bourbon Whiskey

Im heutigen Kentucky bauten die Siedler, im Gegensatz zu den östlicheren Gebieten der USA, kein Roggen an, sondern Mais. Dieses wurde schon seit mehreren Tausend Jahren von den Ureinwohnern angebaut und gedeiht im Klima Kentuckys besser als das bekannte Getreide aus der alten Welt.

Die erste permanente Siedlung in Kentucky (damals noch Teil von Virginia) wurde 1774 gegründet und nach James Harrod benannt: Harrodstown bzw. Fort Harrod. Nicht lang nach den ersten Ernteerträgen, sollen die Siedler dort mit der Whiskeyherstellung begonnen haben, um ihr überschüssiges Getreide zu verarbeiten. Natürlich wuchs die Einwohnerzahl mit der Zeit und so gehörten schon bald einige wichtige Persöhnlichkeiten zu den Siedlern in Kentucky: Jacob Beam (Urgroßvater von Jim Beam), Robert Samuels (Vorfahre von Maker’s Mark Präsident Bill Samuels), Basil Hayden (Großvater des Old Grand-Dad Gründers R. B. Hayden) und Daniel Weller (Großvater von W. L. Weller).

Doch wie kam Bourbon zu seinem Namen? Alle anderen Whiskeysorten wurden nach einem ihrer Grundbestandteile benannt, so dass Bourbon Whiskey durch die Nutzung des Namens einer französischen Adelsfamilie stark aus der Reihe tanzt. Viele Bücher Begründen dies ungefähr so:

Early in the colonial history of America, a Baptist minister, Elijah Craig, established a still in Georgetown, Kentucky and began producing whiskey from a base of corn. The still is said to have been one of the first in Kentucky and customers in neighboring towns christened his product Bourbon County Whiskey, from the county of origin.” – Alexis Lichine’s New Encyclopedia of Wines & Spirits

The name is due to the fact that the first whisky distilled in Kentucky was obtained from ground maize at the mill of one Elijah Craig, in Georgetown, Bourbon County. It was called Bourbon County Whisky at first, and the name Bourbon Whisky has been used ever since for whisky distilled wholly or chiefly from maize.” A Concise Encyclopedia of Gastronomy, von Andre L. Simon

Das Problem hierbei ist, dass Elijah Craig zwar einer der ersten Distiller in Kentucky war, jedoch sehr wahrscheinlich nicht der Erste. Außerdem beschreibt Charles K. Cowdery in seinem Buch Bourbon, Straight (das entsprechende Kapitel ist auch hier zu finden), dass Elijah Craigs Unternehmen sich nie in Bourbon County befand. Die Grenzen haben sich zwar öfters verschoben (die alten, großen Counties wurden mit der Zeit immer weiter verkleinert), doch befand sich die Distillerie nur in Fayette County (1780), dann in Woodford (1788) und letztendlich in Scott (1792), aber nie in Bourbon.

Bourbon County wurde 1785 gegründet und nach der bekannten französischen Adelsfamilie benannt (nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bekamen viele Orte französische Namen, um die Franzosen für ihre Hilfe im Krieg zu ehren). Dieses Gebiet wurde später in viele kleine Teile unterteilt, war aber trotzdem noch unter dem Namen Old Bourbon County benannt, was sich auch auf den Whiskey von dort übertrug, der Old Bourbon Whiskey genannt wurde. Mit der Zeit nahm man an, dass das Old im Namen sich auf das Alter des Whiskeys bezieht und der Name wurde auf Bourbon Whiskey reduziert. Die altbekannten Begründungen, wie Bourbon zu seinem Namen kam, sind also nicht ganz falsch, jedoch auch nicht ganz korrekt. Sie wurden jedoch leider so oft wiederholt, dass sie als Fakt angesehen werden. Gleich blieb jedoch bis heute, dass Bourbon Whiskey ein Destilat bezeichnet, dass hauptsächlich aus Mais hergestellt wird.

Bourbon Whiskey muss mindestens einen 51%igen Anteil an Mais in der Maische besitzen, in den USA hergestellt werden, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und mindestens 2 Jahre in neuen, ausgekohlten Eichefässern lagern. Sollte der Whiskey weniger als 4 Jahre gereift sein, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Bourbon Whiskey mit mindestens 40%.

Durch den variablen Anteil an Getreide von 49% der Maische kann es passieren, dass z.B. ein Bourbon einem Rye Whiskey sehr ähnlich ist. So hat der Evan Williams Single Barrel Bourbon, sowie der Four Roses Single Barrel 100° (35% Rye) einen hohen Rye Anteil und könnte in einem Tasting leicht für einen Rye Whiskey gehalten werden.

Elijah Craig

Elijah Craig

Tennesse Whiskey

Tenesse Whiskey unterscheidet sich zu Bourbon Whiskey nur dadurch, dass er in Tennesse hergestellt und zusätzlich durch eine Schicht aus Ahornzucker-Kohle (bed of sugar maple charcoal) gefiltert werden muss, welchen ihn besonders geschmeidig machen soll. Die einzigen beiden Firmen, die heutzutage noch Tennesse Whiskey herstellen sind Jack Daniels und George Dickel.

Jack Daniels

Jack Daniels

Blended American Whiskey

Blended American Whiskey muss mindestens 20% Straight Whiskey (egal welcher Sorte) enthalten. Der Rest des Blends ist ungereifter Neutralalkohol oder ungereifter, hochprozentiger Whiskey.

Corn Whiskey

Corn Whiskey muss mindestens 80% Mais in der Maische enthalten, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und für mindestens 2 Jahre in neuen oder gebrauchten Fässern gelagert sein

Quellen

Rye Whiskey Tasting #2

Posted in Zutaten on June 21st, 2009 by Sascha – 3 Comments
Rye

Rye

Fast alle Päckchen sind verschickt und kommen hoffentlich schon am Montag oder Dienstag bei den wartenden Testern an.

Bewertet wird zwischen 1 (schlecht) und 10 (gut), wobei keine Rangfolge von 1-10 entstehen sollte. ;-)

Ende des Tastings ist der 19.07.09, worauf eine kurze Auswertung meinerseits und hoffentlich auch ein paar Tasting Notizen von anderen Teilnehmern zu lesen sein werden. Bis dahin wird es, wie schon angekündigt, um die Geschichte des Rye Whiskey gehen. Nächste Woche geht es mit einem Vergleich der verschiedenen Sorten des American Whiskey und mit den Ursprüngen dieser los.

Webweites #4

Posted in Bücher, Videos, Webweites, Zutaten on June 16th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Cocktail & Dreams Forentreffen 2009

Dieses Jahr habe ich es endlich zum jährlichen Forentreffen der Cocktail & Dreams Community geschafft und ich wurde nicht enttäuscht. Es war super, alle User persönlich kennen zu lernen und zusammen über Cocktails zu diskutieren. Zwei Berichte findet ihr bei Cocktailwelten und Cachaca Blog. Sobald ich Zeit habe, werde ich evtl. noch ein wenig ausführlicher über die besuchten Bars und die The Duke Destillerie berichten. Vorerst konzentriere ich mich aber erstmal auf das Rye Tasting.

Trader Tiki Rum Reviews

Blair Reynolds hat auf seiner Website drei ausführliche und schön geschriebene Rum Reviews veröffentlicht:

Rum University

(Leider) erst vor kurzem habe ich die Rum University entdeckt. Margaret Ayala und Luis K. Ayala haben hier eine Fülle von Informationen über Rum gesammelt und bieten diese in 12 Lektionen zum download an. Desweiteren gibt es auch noch ein Archiv mit allen alten Got Rum? Ausgaben und einigen anderen Sachen. Leider ist die Struktur der Seite sehr unübersichtlich, was die Navigation erschwert.

Bitter Truth Liköre

Jay von Oh Gosh! hat sich näher mit den neue Likören von TBT beschäftigt. Der Pimento Dram und Apricot Brandy wissen zu überzeugen, den Creme de Violette findet Jay, wie auch Torben und Alchemyst von Trinklaune,ein wenig zu schwach im Aroma.

Selbstgemachter Lavendellikör und Schottlandreise @ mija.ch

Michael vom schweizer Blog mija.ch hat Lavendellikör in drei Varianten angesetzt. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sich die Endprodukte im Geschmack unterscheiden und wie sie sich in Cocktails machen. Ebenso berichtet Michael ausführlich über seine Schottlandreise und die dort besuchten Whiskey Destillerien:

Barkultour in Stuttgart

2010 wird Stuttgart seine eigene Barmesse bekommen – die Barkultour. Stattfinden wird sie am 25. und 26. Januar im Römerkastell auf über 1500qm. Hoffen wir mal, dass die Barkultour ähnlich überzeugen kann, wie die zwei Berliner Messen. :-)

Verschiedene Links

COF Falernum #3

Posted in Zutaten on June 11th, 2009 by Sascha – 5 Comments

Nachdem das COF Falernum #1 leider ein wenig zu viel Zimt enthielt, setzte ich das COF Falernum #2 folgendermaßen an:

250ml W&N Overproof
1/2 Zimtstange
25 Nelken
15 Piment
5 dünne Ingwerscheiben
1 Muskatnuß
5x Zeste einer Limette
3cm Vanilleschote
1 Kardamom
60 ml blanchierte, leicht angeröstete und kleingehackte Mandeln

1 1/2 Tage ziehen lassen und dann 10cl Limettensaft und 15cl Zuckersirup (Monin) hinzufügen

Jedoch war ich auch mit dieser Mischung noch nicht 100% zufrieden, da es für meinen Geschmack zu nelkig und pimentig war. In Falernum #3 schraubte ich daher die Anzahl der Zutaten zurück und werde je nach Geschmack noch nachträglich einzelne dazu geben. Ziel war es im Gegensatz zu #1 und #2 ein eher frisches Falernum zu kreieren, in welchem der Rum nicht vollständig überdeckt wird und das gut in Cocktails einsetzbar ist. Gerade Falernum #2 war meist zu intensiv und übernahm schnell den ganzen Drink.

Um das COF Falernum #3 herzustellen, müsst ihr 50ml Appleton Extra und 25ml Wray & Nephew White Overproof in ein Glas geben. Dazu gesellen sich…

Nelken

Nelken

7 Nelken,

Piment

Piment

3 Piment, …

Lorbeerblätter

Lorbeerblätter

3/4 eines Lorbeerblattes, …

Zimt

Zimt

1/4 einer Zimtstange, …

Vanille

Vanille

1cm einer Vanilleschote, …

Ingwer

Ingwer

15ml frisch gepresster Ingwersaft, …

Limetten

Limetten

die abgeriebene Schale von 1.5 Limetten und

Mandeln

Mandeln

15g blanchierte, gehackte, leicht angebratene Mandeln.

COF Falernum #3

COF Falernum #3

Diese Mischung sollte ca. zwei Tage ziehen, bevor sie durch ein sauberes Leinentuch in ein neues Gefäß abgeseiht wird. Das Tuch sollte schön ausgedrückt werden, so dass so wenig wie möglich des Falernums zurückbleibt. Das Falernum ist nun fast fertig, es müssen nur noch 30ml frischer Limettensaft, 30ml Zuckersirup und 10ml Mandelsirup/Orgeat hinzugefügt werden.

Das COF Falernum #3 muss zwar noch in Cocktails getestet werden, doch bin ich mit dem Resultat um einiges zufriedener als mit #1 und #2. Es ist einfach frischer, rumiger und insgesamt runder. Nach ein paar Tests in Cocktails werde ich entscheiden, ob ich nachträglich noch eine zusätzliche Zutat hinzufügen werde oder die Menge einer bestehenden Zutat erhöhen/erniedrigen werde.

Zum Schluss nochmal das Rezept für das COF Falernum #3

50ml Appleton Extra und 25ml Wray & Nephew White Overproof
7 Nelken
3 Piment
3/4 eines Lorbeerblattes
1/4 einer Zimtstange
1cm einer Vanilleschote
15ml frisch gepresster Ingwersaft
die abgeriebene Schale von 1.5 Limetten
15g blanchierte, gehackte, leicht angebratene Mandeln

Mischung zwei Tage lang ziehen lassen…

30ml frischer Limettensaft
30ml Zuckersirup (Monin)
10ml Mandelsirup/Orgeat (Meneau)

Falls ihr das Rezept ausprobiert, würde ich mich über Feedback freuen – besonders wie es sich in Cocktails schlägt.

Webweites #3

Posted in Cocktails, Videos, Webweites, Zutaten on May 11th, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Nach einer kleinen, prüfungsbedingten Auszeit, geht es nun weiter mit Webweites #3. Demnächst folgen Artikel zu meinem Licor 43 Cocktail, zum Mai Tai und einer damit in Verbindung stehenden Spirituose.

Bibulous Special Report: Bols and Bitter Truth – The influence of bitters event

Interessanter Bericht über eine Veranstaltung von Bols und The Bitter Truth über die Ursprünge des Cocktails und Bitters.

Link zum Artikel

Warum altert der Sazerac 18 nicht?
Interessante Story, warum der Sazerac Rye 18y im Gegensatz zu z.B. Rittenhouse nicht altert.

Link zum Artikel

GSA Falernum
Das GSA Blog Falernum ist fertig!

Oh Gosh TV: Le Leon

Blue Blazer Videos

Verschiedene Artikel

Verschiedene Videos

Kräuter in Cocktails

Posted in Zutaten on April 18th, 2009 by Sascha – Be the first to comment

Minze ist in Cocktails schon seit langer Zeit präsent, stand allerdings ziemlich lange alleine auf weiter Flur. In den letzten Jahren wurden jedoch immer mehr Kräuter, die in der Küche schon seit Jahrhunderten verwendet werden, auch in Cocktails verarbeitet. Doch welche Kräuter eignen sich dafür und wie kann man sie im heimischen Garten anbauen?

Basilikum
Basilikum gehört, wie alle anderen hier aufgeführten Kräuter, zu der Familie der Lippenblütengewächse und ist spätestens seit dem Gin Basil Smash von Jörg Meyer eine Pflichtzutat bei Cocktailabenden. Doch auch schon davor begeisterte der Basil Daiquiri, ein normaler Daquiri mit zusätzlichem Basilikum, die Cocktailliebhaber. Der Name Basilikum kommt vom griechischen Wort basileus, welches königlich bedeutet. Daher wird die Pflanze oft auch Königskraut genannt. Ursprünglich kommt es aus Afrika und verbreitete sich von dort nach Indien und schließlich nach Europa (allerdings unterscheidet sich der Ursprungsort je nach Quelle, Afrika – Indien – Europa wurde aber von vielen genannt).

Am bekanntesten dürfte das Genoveser Basilikum (Ocimum basilicum) sein, welches im Sommer in fast jedem Supermarkt zu finden ist. Neben diesem gibt es jedoch noch unzählige andere Sorten, z.B. das Thai Basilikum (sehr würzig), Zitronenbasilikum oder rotes Basilikum. Letzteres benutze ich in Form des African Blue (Ocimum kilimandscharicum x basilicum ‘Purpurascens’) auch für Cocktails. Dieses ist würziger als das normale Genoveser und gibt den Cocktails eine ungewöhnliche rote Farbe.

Genoveser

Genoveser

Prinzipiell kann man aber jede Basilikumsorte verwenden, solange es einem schmeckt. ;-) Das Ciba Mato in Stuttgart verwendet zum Beispiel nicht das African Blue als rotes Basilikum, sondern das Rote Krause Basilikum (Ocimum basilicum ‘Purple Ruffles’). Hier ist wie bei fast allem probieren und variieren angesagt.

African Blue

African Blue

Basilikum wächst sowohl auf der Fensterbank, als auch im Garten wunderbar. Allerdings sollte man es erst ins Freie stellen bzw. einpflanzen, wenn die Temperaturen hoch genug sind. Frost schädigt die jungen Plfanzen und optimalerweise sollte es nicht kälter als 16° werden. Daher kann man als Termin ca. Anfang/Mitte Mai anpeilen. Falls die Möglichkeit besteht Basilikum in den Garten oder auf den Balkon zu stellen, sollte man diese Orte der Fensterbank vorziehen. In der Natur wird es noch ein wenig aromatischer und wächst höher (einen großen Topf/Kübel vorausgesetzt).

Wichtig ist, dass es am Standort sonnig ist, da Basilikum keinen ganztägigen Schatten verträgt (wächst dort nur spärlich oder kann eingehen). Vom Boden her ist ein wasserdurchlässiger, humusreicher Boden am Besten. Ebenso muss man die Pflanzen regelmäßig gießen, so dass die Erde immer etwas feucht ist. Allerdings sollte in der Wohnung nur in den Untersetzer Wasser gegossen werden, da sonst die Erde schimmeln könnte. Die vielen kleinen Pflänzchen verdecken gerne mal die Sonne, so dass die obere Schicht schnell zu feucht werden kann.

Cocktails: Gin Basil Smash, Basil Daiquiri, Agave & Basil, Strawberry Basil Caipirinha

Salbei
Salbei gehört schon seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Heil- und Gewürzpflanzen. Ursprünglich kommt es aus dem Mittelmeerraum, wo es besonders in Küstengebieten wächst. Ich kannte Salbei lange Zeit nur als Tee, bis ich den Martinée Martini von Stephan Berg entdeckt hatte. Von Salbei gibt es knapp 1000 verschiedene Sorten, so dass die Auswahl besonders schwer fällt. Bei mir wächst gerade ein kleiner Strauch des großblättrigen Salbeis (Salvia officinalis), über das ich mich bis jetzt nicht beklagen kann. Salbei mag es am liebsten trocken und sonnig und sollte daher nicht so oft gegossen werden. Falls es genug Platz zum wachsen hat, kann es bis zu 60cm hoch werden.

Salbei

Salbei

Cocktails: Matinée Martini

Thymian
Thymian kommt wie Salbei ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und liebt es daher ebenso sonnig und trocken. Schon im Mittelalter hielt es Einzug in die Klöster der nördlicheren europäischen Länder und ist schon lange als Würz- und Heilpflanze beliebt. Ich verwende die Sorte Thymus vulgaris ‘Faustini’. Allerdings sind Sortenangaben bei Thymian eher mit Vorsicht zu genieߟen, da diese recht junge Pflanzengattung noch regen Veränderungen ausgesetzt ist und sich Pflanzen daher nicht immer eindeutig kategorisieren lassen. Das Faustini gehört zu den kriechenden, buschigen und einfarbigen Sorten und hat auch den typischen Thymian Geruch.

Thymian

Thymian

Cocktails: Raspberry Thyme Smash

Rosmarin
Rosmarin stammt aus den Küstengebieten des Mittelmeerraums, woher auch der Name der Pflanze stammt. Rosmarin kommt vom lateinischen ros marinus und bedeutet Tau und Meer, also Tau des Meeres oder auch Meertau. Im Heimatgebiet kann die Plfanze bis zu 2m hoch werden und ist winterhart. Bei uns ist sie meist kleiner und oft auch nicht winterhart, was aber auf die Sorte ankommt. Bis jetzt habe ich nur das normale Rosmarin Rosmarinus officinalis probiert, welches aber bestens für Cocktails geeignet ist. Ebenso wie Salbei und Thymian mag es Rosmarin trocken und sonnig und der Boden sollte am besten sandig, humusreich und wasserdurchlässig sein.

Rosmarin

Rosmarin

Cocktails: Tommy’s Rosemary Margarita (basierend auf dem Tommy’s Platino Margarita)

Minze
Die Minze hat eigentlich schon einen eigenen Eintrag bekommen, aber der Vollständigkeit halber führe ich sie hier, mit kleinen Ergänzungen, nochmal auf.

Die Minze gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse und untergliedert sich in eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Die berühmteste davon ist zweifelsfrei die Pfefferminze, doch sind für die Verwendung in Cocktails (laut C&D Forum) besonders folgende drei Sorten geeignet:

  • Mentha nemorosa – Hemingway Minze – Mojito Minze – Kubanische Minze
  • Mentha spicata – Marokkanische Minze
  • Mentha spicita L. var. crispata – rotstämmige Krause Minze

Alle drei Sorten haben im Vergleich zur Pfefferminze einen geringen Mentholanteil, welcher Geschmacksbetäubend wirkt und daher nur in kleinen Mengen vorkommen sollte. Die Minze sollte an einem sonnigen Platz stehen, damit sie schnell und umfangreich wachsen kann, braucht dann aber auch viel Wasser.

Marokkanische Minze

Marokkanische Minze

Cocktails: Mojito, Richmond Gimlet

Dünger
Bis auf Thymian sollten alle Kräuter in Töpfen regelmäßig gedüngt werden. Hierfür kann man einen normalen Blumendünger oder einen speziellen Kräuterdünger verwenden, wobei sich die Inhaltsstoffe, soweit ich weiß, nicht großartig unterscheiden. Oft liest man in Foren oder auf Webseiten, dass eine Düngung den Kräutern schadet und sie weniger aromatisch werden lässt. Dies stimmt nur wenn man die Pflanzen überdüngt! Bei richtiger Anwendung hilft der Dünger den Kräutern kräftiger zu wachsen. Im Garten muss man allerdings aufpassen, wie und ob man düngt. Oft sind Gartenböden schon von vorherigen Besitzern überdüngt und man sollte daher erstmal vorsichtig mit Dünger umgehen. ;-)

Links

Webweites #2

Posted in Videos, Webweites, Zutaten on April 15th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Spirit Timelines
Tristan vom Wild Drink Blog hat die Geschichte von Gin, Rum und Vodka in drei verschiedenen Zeitlinen zusammengefasst.

Der Mojito
Tristan hat sich auch ziemlich ausführlich mit der Geschichte des Mojito befaßt. In Teil 1 geht es um die Entstehung und ursprüngliche Zubereitung, wogegen in Teil 2 dokumentiert ist, wie sich der Drink über die Zeit hinweg verändert hat.

The Rye Whiskey Roundtable
Das Malt Advocate Magazin veranstaltete eine Diskussionsrunde über Rye Whiskey mit folgenden Personen:

  • Kris Comstock (Buffalo Trace Distillery)
  • Larry Kass (Heaven Hill)
  • Drew Kulsveen (Kentucky Bourbon Distillers)
  • Bernie Lubbers (Jim Beam)
  • Fritz Maytag (Anchor Distilling)
  • Joe Nardoci (Chatham Imports)
  • Henry Preiss (Preiss Imports)
  • Jimmy Russell (Wild Turkey)
  • LeNell Smothers (LeNell’s Ltd)
  • Julian Van Winkle (J.P. Van Winkle and Son)
  • John Hansell und Lew Bryson (Malt Advocate)

Themen waren unter anderem die Gründe für das verschwinden von Rye Whiskey, das wiederaufgeflammte Interesse an Rye Whiskey, Junge vs. Alte Abfüllungen und vieles mehr. Interessant ist die Tatsache, dass Rye Whiskey nur an wenigen Tagen im Jahr gemaischt wird:

Now four [days]! See, that’s the point: it’s a small category, a smaaaallll category. We do have to bear that in mind. We spill more bourbon in a day than we sell rye in a year! – Larry Kass

Leider findet man den Artikel nur noch über den Google Cache. Schätzungsweiße wurde der Artikel ca 2006 veröffentlicht. Es ist zwar kein Datum angegeben, aber im Text wird erwähnt, dass die veröffentlichung des Sazerac 18y 6 Jahre zurück liegt und dieser wurde erstmals im Jahr 2000 veröffentlicht.

Link zum Artikel

Eban Freeman Cocktailvideos (epicuriousdotcom)

Cocktails with Toby Maloney
Interessante Bewegungsabläufe, ungewöhnliche Schütteltechnik und handgeschlagene Eisstücke:

Verschiedene Videos

Ginger Beer

Posted in Zutaten on March 30th, 2009 by Sascha – 1 Comment

Ginger Beer entstand in der Mitte des 18ten Jahrhunderts in England und verbreitete sich gegen Ende des Jahrhunderts auch in größerer Menge in Nordamerika. Allerdings wurde das meiste Ginger Beer aus England importiert und nur ein geringer Anteil im eigenen Land produziert. Ursprünglicherweiße enthielt das Getränk nur Ingwer, Zucker, Wasser und eine gallertartige Substanz namens “Ginger Beer Plant”, ein Pilz der Stärke und Bakterien enthält und für die Fermentierung der Mischung verwendet wurde. Durch den Fermentationsprozess war Ginger Beer also alkoholhaltig – die Menge wurde allerdings schon 1855 von der “British Excise Regulations” auf maximal 2% festgelegt. Heutzutage enthalten kommerzielle Produkte meist nur ca. 0.5% Alkohol (Fentimans) oder werden gar nicht fermentiert (z.B. Fiery). Im Gegensatz dazu wird Ginger Ale nicht fermentiert und muss daher nachträglich mit Kohlensäure versetzt werden. Ebenso ist der Ingwergeschmack weitaus weniger ausgeprägt und nicht so intensiv (falls ein Ginger Beer nicht fermentiert wurde, ist das also der einzigste Unterschied zu Ginger Ale).

Ingwer

Ingwer

Herstellung
Für die Herstellung von Ginger Beer braucht man nur wenige und nicht einmal teure Zutaten: Ingwer, Zucker, Wasser, Zitrone oder einer andere Zitrusfrucht und Stärke. Für meinen ersten Versuch habe ich mich nach dem Rezept von Jeffrey Morgenthaler mit Hefe gerichtet.

3cl Ingwersaft
6cl frischer Zitronenensaft
9cl Zuckersirup
30cl warmes Wasser
25 Körnchen “Champagner Hefe”

Allerdings habe ich normale frische Hefe (ca. eine Msp) und keine Champagner Hefe verwendet. Beim nächsten Mal werde ich mir aber auch getrocknete Hefe kaufen, da diese besser zu dosieren ist und nicht so schnell verdirbt. Den Ingwer kann man mit einer Zitruspresse auspressen, dauert zwar etwas, aber funktioniert super! Nach dem auspressen, füllt man den Ingwersaft zusammen mit den anderen Zutaten in eine Plastikflasche und lässt das Gemisch so lange an einem dunken und warmen Ort stehen, bis man die Flasche nicht mehr eindrücken kann. Ab diesem Zeitpunkt muss man die Flasche auf jeden Fall im Kühlschrank lagern, da das Ganze sonst explodieren kann. Aus diesem Grund sollte man auch eine Plastikflasche und keine Glasflasche verwenden, da man dort den Druck prüfen kann und falls doch mal etwas schief geht, ist es zwar eine große Sauerei, aber nicht gefährlich. Jeffrey gibt als Fermentierungsdauer ca. 48h an. Man sollte jedoch eher auf den Druck achten, als auf die Zeit (bei mir hat es nur ca. 40h gedauert). Das fertige Getränk sollte einen Alkoholgehalt von maximal 0.5% haben (eher weniger) und ist im Kühlschrank ca. 2 Wochen haltbar.

Weitere Rezepte findet ihr hier:

Cocktails
Heute Abend werde ich das hausgemachte Ginger Beer in einem Anejo Highball und Dark and Stormy testen – der Bericht dazu folgt wahrscheinlich morgen.

Quellen
Als Quellen dienten hauptsächlich Ginger beer: A traditional fermented low-alcohol drink von scienceinschool.org, Lactic Acid Beverages von Raj B Apte und Root Beer and Ginger Beer Heritage von Donald Yates.

Minze

Posted in Cocktails, Zutaten on March 29th, 2009 by Sascha – 5 Comments

Seit ein paar Wochen befindet sich, zusätzlich zum Basilikum, auch Minze in meinem “Kräutergarten”. Bis jetzt stehen beide Kräuter noch auf der Fensterbank, wo sie viel Sonne abbekommen, doch gedeihen sie auch dort wunderbar. Die Minze wächst jetzt schon viel schneller als ich sie verbrauchen kann und müsste seit dem Kauf schon das zweite Mal umgetopft werden.

Die Minze gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse und untergliedert sich in eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Die berühmteste davon ist zweifelsfrei die Pfefferminze, doch sind für die Verwendung in Cocktails (laut C&D Forum) besonders folgende drei Sorten geeignet:

  • Mentha nemorosa – Hemingway Minze – Mojito Minze – Kubanische Minze
  • Mentha spicata – Marokkanische Minze
  • Mentha spicita L. var. crispata – rotstämmige Krause Minze

Alle drei Sorten haben im Vergleich zur Pfefferminze einen geringen Mentholanteil, welcher Geschmacksbetäubend wirkt und daher nur in kleinen Mengen vorkommen sollte. Ich benutze im Moment die Marokkanische Minze, da es diese bei meinem lokalen Obst- und Gemüseladen gab. Für die Anpflanzung im Garten werde ich noch demnächst die Hemingway Minze im Internet bestellen – ein Geschmacksvergleich folgt, sobald diese Erntereif ist.

Richmond Gimlet

Richmond Gimlet

Richmond Gimlet

Diese Gimlet Variante wurde 2001 von Jeffrey Morgenthaler kreiert. Er unterscheidet sich zum normalen Gimlet zwar nur in der Verwendung von frischem Limettensaft anstatt Lime Juice Cordial und einem Zweig Minze, doch ist der resultierende Drink ein ganz anderer. Durch die Kombination von Limettensaft, Minze und dem speziellen Geschmack des Tanqueray No.10 Gins entsteht ein frischer und fruchtiger Cocktail, der perfekt die Balance zwischen süß und sauer trifft. Definitiv ein Getränk, dass man sich zumindest einmal im Sommer bei strahlendem Sonnenschein gönnen sollte.

6cl Tanqueray No. 10
3cl Limettensaft (frisch)
3cl Zuckersirup
1 großer Zweig Minze

Wie schon gesagt verlangt das Originalrezept nach Tanqueray No. 10, der sich leider noch nicht in meiner Bar (aka Regal im Wohnzimmer) befindet. Daher habe ich ihn einmal mit Hendrick’s und einmal mit Beefeater gemixt, was in beiden Fällen zu einem super Ergebnis geführt hat – allerdings mit leichtem Vorteil für den Hendricks. Vorgestern konnte ich den Drink in einer Bar mit Tanqueray No. 10 probieren, welcher den Drink nochmal klar verbessert hat. Beim nächsten Einkauf ist auf jeden Fall eine Flasche des Premium Gins dabei.

Mojito
Einer der Cocktailklassiker, der auch in jeder noch so schlechten Bar angeboten wird, ist der Mojito. Entstanden ist er irgendwann vor den Zwanzigern des 20ten Jahrhunderts in Kuba, wann genau ist leider nicht bekannt. International berühmt wurde er allerdings erst in den 1940s, nachdem Ernest Hemingway gefallen an ihm gefunden hatte. Leider bekommt man in vielen Bars nur eine Kombination aus schlechtem Rum, Limettensaft aus der Flasche und zu viel Soda. Ein häufiger Fehler ist auch, die Minze so arg zu muddlen, dass die Blätter zerreißen und Bitterstoffe freigeben. Ich bereite daher meine Mojitos so zu, wie seit längerem auch den Caipirinha: Geschüttelt und nicht im Gästeglas gebaut.

6cl weißer Rum
3cl Limettensaft
2cl Zuckersirup
2-3 Zweige Minze
6cl Soda

Die Minzweige kräftig auf die flache Hand schlagen und in das Mixglas geben – Limettensaft, Rum und Zuckersirup dazugeben und mit viel Eis kräftig schütteln – ein Longdrinkglas bis zum Rand mit sehr kaltem Crushed Eis füllen und den Inhalt des Shakes mit Hilfe eines Teesiebs in dieses abseihen – Soda hinzufügen und als Dekoration einen großen Minzzweig ins Glas stecken.

Diese Zubereitungsart hat den Vorteil, dass keine kleinen Minzstückchen im Gästeglas sind und durch das abmessen des Limettensaftes ist immer gleich viel Saft im Drink. Oft wird nur “Saft einer Limette” als Menge angegeben, was aber sehr ungenau ist, da jede Limette unterschiedlich ergiebig ist (im Schnitt sind es 3.5cl, ich hatte aber auch schon 2cl oder 4.5cl).

Mojito

Mojito