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Thoughts of a mixology novice

Sea Tonic

Sea Tonic

September 21, 2012 |  by  |  Allgemeines  |  Share

Durch etwas Glück widerfährt dem Gaumen schon mal eine lukullische Überraschung – zumindest cialis buy wurde sie als diese angepriesen. Es geht um einen aktuellen Trend aus Spanien, auf den sogar schon die Massenmedien angesprungen sind: Sea Tonic. Die Idee dahinter ist recht simpel: Der 2010 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Ángel León entwickelte im mediterranem und Gin Tonic-begeisterten Spanien ein der Meeresküche entsprechendes Äquivalent eines Highballs. Als Partner steht – durchaus nachvollziehbar bei der iberischen Halbinsel als Geburtsort des Drinks – Gin Mare zur Seite.

Im Rahmen eines Gewinnspieles war ich also einer der Glücklichen und hielt wenige Tage später ein Probierset für einen Sea Tonic in Händen, bestehend aus 5 cl Gin Mare, 1 Flasche 1724 Tonic Water und 1 Portion Plankton. In Deutschland sind die Planktonmischungen nur in Kombipaketen zu beziehen, bei denen zwar zwölf Flaschen Tonic Water geliefert werden, aber nur sechs Mal das Plankton. Damit lässt sich nur schwerlich der Preis eines Sea Tonics berechnen, er liegt auf jeden Fall jenseits der sechs Euro. Angesichts eines Kilogrammpreises von rund 1800 Euro mag das gerechtfertigt sein, aber findet das auch der verwöhnte Gaumen? Eine Mischung aus Proteinen, Vitaminen, Antioxidantien, Aminosäuren und Omega 3 wird in einem kleinen Tütchen – ähnlich der Verpackung von Brillenputztüchern –  geliefert, beinhaltet zusätzlich noch Zitronengas und Zitrusfrüchte. Den Gin selbst mag ich persönlich sehr, in einem Blindtasting gefiel er mit unter den größtenteils neuen Produkten auf dem Wacholdermarkt am besten. Die typischen Mittelmeernoten nach Oliven, Basilikum, Thymian und weiteren Gartenkräutern sind fein zu spüren, ein Gin Tonic mit Fentimans oder Fevertree erzeugt eine sommerliche Leicht- aber auch Würzigkeit. Das 1724 Tonic Water war mir zuvor nicht bekannt, allerdings konnte ich es nun auch pur verkosten und mir eine Meinung bilden.

Sea Tonic Set

Bevor ich meine geschmacklichen Impressionen schildere, sei noch ein Wort zur Zubereitungsart gesagt. Ursprünglich ist eine Dekoration mit Rotalgen und Meeresspargel vorgesehen, aus nachvollziehbaren Gründen konnten diese mir nicht als Gewinn mitgeschickt werden. Daher verzichtete ich auf jegliche Dekoration und hielt mich an die Zubereitungsempfehlung des beigelegten Flyers.

Sea Tonic

  • 5 cl Gin (Gin Mare)
  • 1 Tütchen Plankton (Ángel León)
  • 13 cl Tonic Water (1724)
  • Gin und Planktonmischung in ein Glas geben, gut verrühren. Mit reichlich Eis und anschließend Tonic Water auffüllen. Gut umrühren.

Farblich ein sattes Grasgrün, leider war es unmöglich, eine ordentliche Durchmischung des Planktons zu erreichen, es bildete sich schnell ein Bodensatz. Geruchlich – wie erwartet – starke Anklänge von Salzmeer, ein wenig algig. Durchaus vergleichbar mit Sushi. Böse Zungen könnten sich auch an ein Hafenbecken erinnert fühlen. Zitrusnoten erscheinen nach einiger Zeit ebenso. Der Geschmack stellt sich ganz ähnlich dar, geprägt vom Meer. Zwar nie unangenehm, aber wirkliches Genusstrinken ist es nicht. Ich fühle mich sehr an das Deckblatt von Sushi erinnert, der Gin macht sich kaum bemerkbar. Einen Umami-Geschmack – wie von den Blogkollegen der Mixology festgestellt – kann ich bestätigen. Im Ganzen leider zu dimensionslos, die vielfältigen Aromen eines üblichen Gin Tonics fehlen.

Welche Rolle das Tonic Water spielt, kann ich bei nur einem verkosteten Drink natürlich schlecht beurteilen. Pur überzeugte es mich jedoch nicht, zu süßlich und nichtssagend. Insgesamt ein wirklich interessantes Geschmackserlebnis, wiederholen möchte ich es aber nicht unbedingt. In gehobenen Szenebars oder -restaurants dürfte das Produkt jedoch den einen oder anderen überraschen und einen anderen Blick auf den Klassiker der Highballs zulassen. Sushi auf dem Teller ziehe ich dem Glas weiterhin vor. :-)

 
1 Kommentar
  1. Gin Mare mal anders.

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