Das Niveau der Barkultur in Deutschland steigert sich stetig und breitet sich zunehmend auch immer mehr zum “Mainstream” hin aus. Noch nie war es so einfach in einer Stadt einen guten Drink genießen zu können. In den letzten Wochen wurden die Stuttgarter gleich mit zwei besonderen Cocktailabenden verwöhnt…
Flüsterbar
Ganz nach dem Vorbild der Speakeasy Bars zu Zeiten der Prohibition in den USA bieten Dino Zippe und Timur Sanda den Stuttgartern Cocktailfans in unregelmäßigen Abständen einen Abend der besonderen Art. Abendgaderobe ist Pflicht, Adresse der Veranstaltung ist bis ca. zwei Stunden vor Beginn unbekannt und als Highlight kümmern sich namenhafte Bartender aus der ganzen Rebublik um das Wohl der Gäste. Dieses Mal fand die Flüsterbar im Barcode statt, welche von Sebastian Stamm, Sven Sudeck, Eric Bergmann, Bastian Heuser und Markus Heinze bemannt war. Jeder Bartender präsentierte drei verschiedene Cocktails, worunter sehr interessante Kreationen wie der “Le Coco” (Calvados, Rotwein aus Bordeaux, Zitrone, Zucker, Eiweis) oder “Bei den Eiern des Löwen” zu finden waren.
Musikalisch unterstützt wurde der DJ des Abends durch das Musikensemble „House.Bar“ welche den Abend mit Saxophon und Trommel begleiteten. So entstand eine lockere, aber doch stilvolle Atmosphäre, die zu begeistern wusste. Zusammen mit den fabehlaften Cocktails machte dies die Flüsterbar, meiner Meinung nach, zu einem der besten Barabende überhaupt in Stuttgart.






Die Bar, die es nicht gibt
Nur sechs Tage später fand sogleich der nächste außergewöhnliche Abend in Stuttgart statt – “Die Bar, die es nicht gibt” machte auf ihrer Tour durch Deutschland halt im Tonstudio. Ziel dieses Projektes von Moritz Niederstrasser ist es, die Barkultour in
Deutschland in möglichst ungewöhnlichen Orten zu präsentieren. Gastgeber ist jeweils ein entsprechender (ehemaliger) lokaler Bartender, der den Abend zusammen mit Moritz ausrichtet.
Wie auch bei der Flüsterbar waren die anwesenden Bartender klasse, die Drinks schmackhaft und der Abend definitv einen Besuch wert! Leider war es trotzdem recht leer im Tonstudio, was wohl auch in manchen anderen Städten der Fall war. Einen kurzen Bericht über die Wohnzimmerbar im Ruhrgebiet findet ihr auf dem Drinkblog. Die Frage lautet nun wohl, ob die Breite Masse noch nicht bereit für solche Veranstaltungen ist oder ob es an mangelnder Kommunikation der Veranstalter lag, wie Mike Meinke in einem Kommentar auf dem Drinkblog einbrachte.
Wart ihr zu Besuch zu einem der Abende? Wie sah der Abend in eurer Stadt aus? Über weitere Meinungen würden wir uns freuen.





Endlich mal ein schöner Bericht über ein TRAUMHAFTES Bar-Projekt in Deutschland. Ah, da bekommt man Lust mal mitzuwirken. Ich hoffe, dass sich dieses Projekt hält und weiteren Zuspruch findet.
klasse bericht.
schade das ich nicht da sein konnte.
finde es persönlich auch immer super wenn die rezepte solcher events offengelegt werden. fand ich damals schon bei den traveling mixologists total klasse.
mfg!
Nachrichten an die entsprechenden Bartender sind raus. Sofern ich Rezepte erhalte, werde ich diese hier nachreichen
Bei den Eiern des Löwen (gemixt von Bastian Heuser)
4 cl Lillet Blanc
4 cl Gin (Tanqueray)
2 cl St. Germain
5 Dashes Peychaud Bitters
1 Dash Angostura Bitters
Stir, Strain, Serve Up, Grapefruitzeste
Ich war bei der Bar die es nicht gibt in Heidelberg zu Gast. Die Drinkauswahl und das Backboard waren recht übersichtlich. Auf meine Frage nach einem Drink mit Cachaca wurde mir ein solcher mit Zacapa 23 angeboten?! Ansonsten war die Location in der Altstadt echt gut gewählt, die Musik war aber zu unkoordiniert (abwechselnd DJ + Klavier) und es gab zu wenig Sitzmöglichkeiten. Sicher ein interessanter Ansatz, aber eine bessere Organisation wäre notwendig.