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Thoughts of a mixology novice

Die Geschichte des Gins Teil 11

Die Geschichte des Gins Teil 11

April 10, 2011 |  by  |  Zutaten  |  Share

1850 – US Saloons

Wild West Saloons waren nicht nur Swingtüren und die „sawdust emporia“ wie es oft in den klassischen Western dargestellt wird. Manche, wie das EI Dorado, in San Francisco waren fantastische Orte eingerichtet mit teurer Kunst, Antiquitäten, üppigen Stoffen und Spiegeln. Sie boten alles vom Spiel, der Musik bis hin zur Prostitution (die meisten Saloons waren im 1. Stock mit einem Bordell ausgestattet) – alles wesentliche was ein Bergmann, zur damaligen Zeit zur Überzeugung benötigte um seinen Beutel voll Gold auszugeben.

Im Laufe der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts erlebte die USA einen phänomenalen Reichtum, basierend auf dem Goldrausch, dem Fund von Öl und nicht zuletzt auch aufgrund des Ausbaus der Eisenbahn. Die neuen Reichen suchten Orte an denen sie sich treffen konnten um ihr Geld aus zu geben. Viele große Hotels und Clubs wie zum Beispiel das Astor House, das House Hoffman, der Manhattan Club, der Jockey Club und das Metropolitan Hotel entstanden aufgrund dieser Nachfrage. Ihre Aufwendiges Dekor, die vergoldeten Wandmalereien und nicht zuletzt viele Bars in den Häusern haben ihre Vorläufer den Saloons des Wilden Westens zu verdanken.

In diesen Orten begannen die amerikanischen Bartender verschiedene Getränke zu kombinieren und erste Cocktails zu erfinden. Viele dieser Coktails basierten auf importiertem Genever und Gin.

1862 – Jerry Thomas

Ein Amerikaner namens Jerry Thomas (1830-1885) ist für die Erfindung des modernen Bartendings und für die erste Veröffentlichung eines Cocktailbuches im Jahre 1862 verantwortlich. Seine Karriere begann im Occidental Hotel, San Francisco zu Zeiten des Goldrausches. Bevor er mit dem Bartending begann führte ihn sein Weg von New York über London bis nach New Orleans. In diesen Jahren war er Schausteller, Goldgräber und Matrose.

Thomas Buch „How to Mix Drinks or The Bon Vivant’s Companion“, brachte eine neue Professionalität in die Bar Industrie.

Es enthält eine Reihe verschiedener Arten von Getränken – Cocktails waren ein Teil der Mixgetränke in seinem Buch. Der Begriff Cocktail wurde zur damaligen Zeit also nicht als Sammelbegriff für Mixgetränke verwendet sondern war eine eigene Kategorie. (heute kehrt man teilweise wieder zum Ursprung zurück) Es gab Sangarees, Flips, Pousse-Cafes, Cobblers, Crustas, Cocktails, Fixes, Toddies, Sours, Slings, Smashes.

Interessanterweise ist es allgemein akzeptiert, dass er außer dem ausdrücklich erwähnt „Old Tom Gin“, sich auf Genever bezieht, der zu jener Zeit aus 100% Malz hergestellt wurde. Bezug nehmend auf David Wondrich der schreibt: “Im neunzehnten Jahrhundert wurde Holland oder Genever Gin im Verhältnis 5 zu 6 Gallonen zu englischem Gin (in die USA) importiert.“

In der Ausgabe von 1887 ist zu beachten, das der Martinez Cocktail (siehe 1884) in der Ausgabe von 1887 des Jerry Thomas Bartenders Guide als eine Variante erschien, es gibt keine Beweise dafür, dass Jerry Thomas den Martinez erfand. In der Ausgabe von 1862 ist er nicht zu finden. Jerry Thomas starb im Jahr 1885 vor dem erscheinen der letzten Auflage seines Buches kam.

1863 – Die Reblaus befällt die französischen Weinberge

Phylloxera vastatrix, eine Laus, die die Wurzeln der Weinrebe Angreift und zu Ihrem Tod führt. Diese Laus wurde im Jahre 1863 in den französischen Weinbergen entdeckt. Sie zerstörte 90% der französischen Reben und verbreitete sich schnell in weiten Teilen Europas.

Hier wuchsen die Trauben, die Grundlagen für Wein und „Schnaps“ waren und die Industrie seit Jahrzehnten mit Nachschub für die Produktion versorgte. Der Schädling stammte aller Wahrscheinlichkeit nach aus den USA. Hier waren die Reben gegen diese Laus immun. So begannen die Europäer ihre Reben mit den amerikanischen zu veredeln. Dies erfolgte durch das Aufpfropfen der einheimischen Reben auf den „Stamm“ der amerikanischen. Es entstanden so genannte Hybrid-Reben. Obwohl das Problem gelöst wurde hatte es nachhaltige Auswirkungen. In den folgenden Jahren konnte kein Wein und keine Spirituose in

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den betroffenen Ländern produziert werden. Dies half vor allem dem Gin Umsatz, der stark anstieg.

1868 – Cocktails überquerten den Atlantik

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, eröffneten in London, Paris, Rom und in den Sommer-Kurorten im südlichen Frankreich die ersten Grand Hotels und Clubs in amerikanischem Stil. Natürlich durfte in so einem Hotel die American Bar nicht fehlen. Viele amerikanische Bartender kamen nach Europa um dies Bars zu führen. So auch im Savoy´s (Eröffnung Ende der 1890er Jahre). Für einige Zeit war eine britische Frau, Ada „Coley“ Colemann für die Bar in diesem Haus verantwortlich. Zur damaligen Zeit eine Seltenheit.

Die erste American Bar eröffneten im Jahre 1868 in London sie lag in der nähe der Bank of England. Im Jahre 1874 folgte das Criterion, Piccadilly Circus. Doch die bekannteste American Bar in Europa ist wohl die Harry´s American Bar in Paris. Sie öffnete nicht vor 1911.

1870 – Erster amerikanischer Dry Gin

Die Fleischmann Brüder gründeten ihre Brennerei in Ohio im Jahr 1870 und produzieren den ersten amerikanischen trockenen, ungesüßten Gin.

1872 – Gründung von Gilbeys Gin

Im Jahr 1857 kehrten Walter und Alfred Gilbey vom Kriegsdienst zurück und Eröffneten ein Wein Import Geschäft in London Soho. Ihr Handel wuchs schnell, so dass sie im Jahr 1867 in das Pantheon Gebäude in der Oxford Street zogen. Fünf Jahre später bauten sie eine zweite Brennerei in Camden Town. Die Wirtschaft boomte und die Gilbey Familie erworb neben mehreren Whisky-Destillerien in Schottland  auch ausländische Konzerne wie Crofts Hafen. In den 1920er besaß die Firma Gin Brennereien in Australien und Kanada.

Während der Prohibition, wurde Gilbey’s Gin wurde von zwölf Meilen Zone aus in die Staaten geschmuggelt. Das Ergebnis war eine weite Verbreitung von gefälschten Flaschen Gilbeys Gin. Das Unternehmen führte daraufhin als Unterscheidungsmerkmal eine eckige, sandgestrahlte Flasche ein und kehrte erst 1975 zur alten Gestlt der Flasche zurück. Zu diesem Zeitpunkt besaß die Brennerei in Neuseeland, Uruguay, Namibia, Ostafrika, Swasiland, Mauritius und Mosambik Produktionsstandorte.

 

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