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Die Geschichte des Gins Teil 10

Die Geschichte des Gins Teil 10

January 8, 2011 |  by  |  Zutaten  |  Share

1830 – Die Herkunft der Bezeichnung „Old Tom“

Old Tom ist ein süßer Stil des Gins, beliebt war er im 18. und 19. Jahrhundert (heute wieder).

Vor der Erfindung des Column Still war Gin eine sehr scharfe Spirituose. Die lag vor allem an der begrenzten Möglichkeit zur Rectification (Reinigung) der Basis. Dieser scharfe Geschmack wurde mit Aromen (meist mit Zitrone oder Anis) und / oder mit pflanzliche Süßungsmittel überdeckt. Der Zusatz von flüssigem Zucker, was den Old Tom auszeichnet, kam erst später als der Preis des Zuckers sank.

Die Bezeichnung Old Tom war zuerst ein allgemeiner Begriff, der erst später mit dem Süßen Ginstil in Verbindung gebracht wurde.

Eine Geschichte besagt, dass eine Katze in ein Fass Gin fiel, was dieser Art Gin seine charakteristische Note verlieh.

Jedoch ist die Erfindung dieser Art von Gin  mit größerer Wahrscheinlichkeit Thomas Chamberlein zuzurechnen.

Eine nicht unwichtige Rolle spielte Thomas Norris, der zur damaligen Zeit als „Young Tom“ bekannt war. Er war ein ehemaliger Lehrling Thomas Chamberlains, der wiederum in seiner Brennerei Hodges in der Church Street in Lambeth als „Old Tom“ bekannt war. Young Tom verließ diese Brennerei um einen „Gin Place“ in der Great Russel Street in Covent Garden zu eröffnen. In dieser Gaststädte verkaufte er Gin aus Fässern seines früheren Arbeitgebers. Er bezeichnete die Fässer aus denen der Gin mit diesem unverwechselbaren Geschmack und Stil kam mit Old Tom, dies war offenbar eine Idee Thomas Chamberlains.

Es gibt weitere Beweise für die Verbindung Thomas Chamberlains mit dem Begriff Old Tom.

Boord ‘s of London, ein Produzent der süßen Stilrichtung, war das erste Unternehmen, das einen Gin mit einem Etikett auf dem ein Kater sitzend auf einem Fass dargestellt wurde auf den Markt brachte.

Im Jahre 1903 ging Boord & Son gegen Huddart & Company, die ebenfalls diesen Schriftzug verwendeten, vor Gericht um ihr Markenzeichen rechtswirksam schützen zu lassen. Sie präsentierten Richter Swinfen Eady folgendes:

Der Begriff Old Tom wurde bereits 1849 von ihrer Firma eingeführt und begründet sich auf den alten Thomas Chamberlain mit seiner Brennerei Hodges´s. Sie präsentierten eine alte Flasche, auf deren Etikett „Old Tom“ ein alter Mann und „Young Tom“ ein junger Seemann zu sehen war.

1829 – Die Lizenzierung der Chelsea Distillery

Die Ursprünge des Beefeater Gins liegen in der Chelsea Brennerei, die von John Taylor & Son, betrieben und in den 1820er Jahren gebaut wurde aber erst im Jahre 1829 ihre Lizenz erhielt.

Im Jahre 1863 kaufte James Burrough für 400 Pfund die Brennerei und benannte die Firma nach seinem Namen. Die Marke Beefeater wurde erst gegen 1876 von ihm auf den Markt gebracht.

1830 – Die Gründung von Tanqueray Gin

Die Familie Tanqueray war ursprünglich aus dem Schmieder-Handwerk. Sie verließen Frankreich im frühen 18. Jahrhundert Richtung England.

Im Jahre 1830 brach Charles Tanqueray im Alter von 20 Jahren mit der Familientradition, um eine Karriere als Brenner ein zu schlagen, und gründetet statt dessen die Bloomsberry Destille in London Finsbury, das für sein Heilwasser bekannt war.

Tanqueray wird durch den traditionellen „one-shot“ Prozess mit anschließender Destillation im Copper Pot Still hergestellt. (Ihr Spitzname ist „Old Tom“). Wie viele andere London Dry Gins wird auch Tanqueray inzwischen nicht mehr in London hergestellt. Die Brennerei in Laindon, Essex, wurde 1998 geschlossen und heute befindet sich dort ein Gewerbegebiet das den Namen Juniper Park trägt. Die Produktion und Old Tom wurden beide zu Cameronbridge Distillery in Fife, Schottland verlegt.

Tanquery Gin

1831 – Aeneas Patent Coffey Still

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde versucht, die Destillation weiter zu entwickeln. Vor allem dahingehend, das der Vorgang schneller gehen sollte. 1826 erfand Robert Stein eine Methode bestehen aus zwei Säulen. Ein Ire und Aeneas Coffey, ein Mitarbeiter des Patentamtes, verbesserten diesen ersten Entwurf um Ihn dann 1831 als „Coffey“ Still beim Patent an zu melden.

Column stills ist auch als „continuos stills“ bekannt, weil, wie der Name vermuten lässt, man kontinuierlich, ohne die Notwendigkeit des Stoppen und Starten zwischen den Charge wie beim pot stills (auch bekannt als alambic stills), destillieren kann. Was letztendlich eine höhere Konzentration des Alkohols im späteren Destillat zulässt. Dies führt wiederum dazu, das wirtschaftliche Vorteile genutzt werden können, da in der späteren Spirituose weniger Alkohol benötigt wird. Letztendlich ist der Betrieb der column stills wirtschaftlicher wie der Betrieb der pot stills.

1831-1870 – Dry Gin

Das kontinuierliche Brennverfahren erlaubte es den Brennern erstens einen reineren Alkohol und zweitens eine größere Menge an Alkohol zu produzieren. Aufgrund dieses Fortschritts ist Gin der ab Mitte des 19. Jahrhunderts produziert wird mit den heute verfügbaren Qualitäten vergleichbar.

Die Brenner verringerten oder ließen aufgrund des Fortschritts den zuvor verwendeten Zucker, um die Schärfe des Destillates zu überdecken, weg.

Dieser neue Gin wird schließlich als Dry Gin oder London Dry Gin bekannt. Die ersten London Dry Gins waren wesentlich aromatischer als es heute für diesen Still üblich ist.

Die heutigen Vorschriften für London Dry Gin oder einfach nur London Gin geben vor, das er max. 0,1g Zucker je Liter im fertigen Erzeugnis und max. 5g Zucker je Hektoliter Methanol im verwendeten Agraralkohol aufweisen darf.

1833 – Nordwestpassage

Während des 19. Jahrhunderts baute Sir Felix Booth eine weitere Brennerei in Brentford. Booth´s Distillers stieg damit zur größten Brennerei in England auf. Zwischen 1829-33 finanziert er John Ross Expeditionen zur Entdeckung der Nord-West-Passage: Ross erreichte dieses Ziel nie. Allerdings entdeckte er bei seinen Expeditionen den magnetischen Nordpool und benannte diesen nach seinem Gönner die Boothia Peninsula in Kanada.

1847 – Gründung von Boodles Gin

Diese alte britische Marke stammt aus dem Jahr 1847. Heute wird sie ausschließlich in den USA verkauft. Die Marke wurde nach Boodle´s Gentlemen´s Club in Dt. James´s, London benannt. Im Jahre 1762 gründete Eward Boodle diesen Club und betrieb ihn auch selbst. Ungewöhnlich an diesem Gin ist, das er keine zitrus Botanicals enthält.

1850 – Exporte, RAJ und G&T

Im Jahre 1850 erreichte Sir Felix Booth durch einen Initiativantrag beim britischen Parlament, dass die Zölle auf die Ausfuhr von Gin erlassen wurden. Londons Brenner ergriffen die Gelegenheit und exportierten ihre neue Qualität, den London Dry Gin, um sich neue Märkte zu erschließen.

London Dry Gin wurde ein bekanntes Getränk. Die Offiziere der königlichen Marine sowie die Herren bei RAJ mixten ihren Gin mit Arzneimittel wie Tonic (Gin & Tonic) oder Bitters (Pink Gin) oder mit Soda und einem Stück Zitronen. Dieses Getränk (Gin & Soda) wurde als „the British soldiers´s delight“ bekannt. Die Kombination Gin & Ingwerbier nannte man „Hatfield“.

 

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