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Barkultour 2011 - Fazit

Barkultour 2011 – Fazit

January 27, 2011 |  by  |  Stuttgart  |  Share

Die letzten drei Tage standen in Stuttgart ganz im Zeichen des Cocktails. Den Auftakt machte die Eröffnungsfeier der diesjährigen Barkultour in der o.T. Bar am Schlossplatz, worauf zwei Tage Messe im Römerkastell folgten. Was hat sich im Vergleich zum letzten Jahr geändert? Konnte die Messe die im voraus geäußerten Zweifel aus der Welt schaffen?

Eröffnungsfeier in der o.T. Bar

Wie im letzten Jahr wurde die Eröffnungsfeier in der o.T. Bar von mehreren Personen gestaltet. Dieses mal verwöhnten folgende Bartender und Bartenderinnen die Gäste mit köstlichen Cocktails:

  • Christina Schneider und Caroline Krahmer aus Berlin
  • Oliver von Carnap aus München
  • Dino Zippe und Knud Scheibelt aus Stuttgart

Zeitgleich stellte die Eröffnungsfeier auch die Vorstellung der neuen GRAPEfruit Lemonade von Thomas Henry dar. Diese wurde eifrig zu Palomas verarbeitet, welche sehr schmackhaft waren, aber noch ein wenig mehr Grapefruit vertragen hätten können. Dies könnte aber auch an etwas zu viel Tequila gelegen haben. :-)

Barkultour Eröffnung: o.T. Bar Cocktailkarte

Barkultour Eröffnung: o.T. Bar Cocktailkarte

Im Gegensatz zu den restlichen Produkten von Thomas Henry soll die Grapefruit Limonade auch in größeren Getränkemärkten für den Endkunden verfügbar sein. Solange der Preis stimmt und sich die Mixbarkeit erwiesen hat, sollte dem Erfolg dieses Produktes nichts im Wege stehen! Eine ausführlichere Vorstellung der Limonade findet ihr bei Cocktailwelten.

Barkultour 2011

Am Montag auf der Barkultour angekommen, war es um 13:00 Uhr noch recht leer, füllte sich dann aber gegen 15:00 Uhr deutlich, ohne jedoch ein Gedränge zwischen den Ständen auszulösen. Erster Anlaufpunkt meinerseits war natürlich der Stand von Sierra Madre um den frisch angekommenen Smith & Cross Rum mal wieder zu probieren. Verfügbar soll er ab Ende Februar sein, sowohl für die Gastronomie, als auch für normalsterbliche Konsumenten. Jeder der auf kräftige Rums aus Jamaica steht, sollte sich gedanklich schon mal eine Flasche vormerken und dem ersten Mai Tai mit Smith & Cross entgegen träumen.

Cartavio XO Rum

Cartavio XO Rum

Neben dem Smith & Cross gab es auch Neues von Cartavio zu entdecken, den Ron Cartavio XO. Der Cartavio Silver gehört zu meinen absoluten Favoriten, wenn es um junge Melasserums geht, daher war ich sehr gespannt, was die ältere Variante zu bieten hatte. Der XO ist ein Blend aus Rums zwischen zehn und dreißig Jahren, mit einem Schnitt von ca. 18 Jahren. Der Trend zu fehlenden “echten” Altersangaben verbreitet sich leider auch bei Rum immer mehr. Nichts desto trotz konnte der Cartavio XO vollkommen überzeugen: leichte Süße & Fruchtigkeit, ziemlich würzig, Tabak, dunkle Schokolade und schön eingebundene Fassaromen. Toller Rum! Der Preis soll sich, sobald die letzten Fragen zum Vertrieb geklärt sind, bei ungefähr 40€ bis 50€ liegen.

Hayman's & Broker's Gin

Hayman's & Broker's Gin

Neben den Rums gab es natürlich noch jede Menge Tequilas und einige Gins von Hayman’s und Broker’s zu probieren. Die Gelegenheit musste natürlich genutzt werden, um endlich mal den Sloe Gin von Hayman’s zu probieren. Dieser ist sehr gelungen, bietet er doch im Gegensatz zu vielen anderen Sloe Gins einen reinen Geschmack der Schlehe und einen noch präsenten Gin. Für den Preis (19€) wirklich sehr empfehlenswert!

So nebenbei hab ich Dank Sonja Erler auch endlich mal den Unterschied zwischen typischen Hoch- und Flachland-Tequilas erschmecken können, wobei ich den Unterschied immer noch winzig finde. Wirklich schade, dass ich zu dem Tequila Tasting am Dienstag nicht anwesend sein konnte. Neben dem noch folgenden “Whisky & Food in der Bar” das einzige Highlight der Tastings der Messe.

Bigallet Thym, Genepi & Vervain Likör

Bigallet Thym, Genepi & Vervain Likör

Beim Stand von Giffard fielen mir die drei Flaschen von Bigallet auf: Liköre aus Thymian, Eisenkraut und Echter Edelraute. Alle drei konnten mit einem sehr intensiven Geschmack der Pflanze und einer leichten bis mittleren Süße punkten. Wirklich überraschend, solche Aromen in Likören zu schmecken. Evtl. wäre mit dem Thym Likör sogar ein Raspberry Thyme Smash ohne frischen Thymian möglich.

Viriana China China

Viriana China-China

Desweiteren gab es auch den Viriana China-China Likör Orangenlikör zu probieren, der aus Süß- und Bitterorangen hergestellt wird und deutlich bitterer daherkommt, als die meisten anderen Orangenliköre. Die 500ml Flasche kostet gerade einmal ca. 10€, sollte man sich anschauen.

Greenore, Elijah Craig & Loch Lomond Whiskies

Greenore, Elijah Craig & Loch Lomond Whiskies

Das Highlight der Messe war für mich der Vortrag von Chris Pepper, der anhand von drei Gerichten demonstrierte, wie man Essen passend zu Whisky (oder umgekehrt) gestalten kann. So gab es Bratlinge mit Elijah Craig 12, Gurken-Mais-Salat mit Limettendressing in Verbindung mit Greenore 8 und zum Abschluss Häppchen aus Reis und Schinken mit Loch Lomond Peated. Die erste Kombination konnte leider nicht 100% überzeugen, da die Schärfe des Elijah Craig verstärkt wurde, die anderen Beiden ergänzten sich aber beinahe perfekt! Eine sehr lehrreiche Erfahrung.

Chris Pepper

Chris Pepper

Ups & Downs Barkultour 2011

Das viagra online war sie, die zweite Cocktail- und Spirituosenmesse in Stuttgart. Wie im letzten Jahr konnte die Barkultour überzeugen, aber leider nicht herausstechen und auch keine nationale Bedeutung erlangen. Dafür wurden zu wenige Schwächen aus dem letzten Jahr angegangen und blieben unverbessert: keine Vorträge, kaum Tastings abseits der Markenpräsentationen, nur vereinzelte regionale Aussteller und schlechte Kommunikation zwischen Veranstalter und Bartendern. Klar, die Barkultour möchte nicht mit dem Bar Convent konkurrieren, sondern eine attraktive regionale Messe sein. Daher ist es aber um so mehr verwunderlich, warum nicht auf lokale Unternehmen aus Baden Württemberg, Bayern und Hessen gesetzt wird?

Bitte nicht falsch verstehen (zum Zweiten ;-) ), die Messe hat Spaß gemacht, bleibt aber für mich etwas hinter ihrem Potential zurück! Ich hoffe, dass im nächsten Jahr das Thema der regionalen Aussteller, die Wiederaufnahme von Vorträgen ins Messeprogramm und die Kommunikation im Vorfeld der Barkultour angegangen wird. Dann könnte aus der kleinen Messe in Stuttgart etwas ganz Großes werden!

Ups

  • Smith & Cross Jamaica Rum
  • Das Tasting über Whisk(e)y und Barfood von Chris Pepper
  • Gemütliche Atmosphäre durch die schönen Räumlichkeiten der Phönixhalle
  • Interessante Unterhaltungen mit den Ausstellern an den meisten Ständen
  • Reger Austausch mit anderen Besuchern
  • Kein Gedrängel zwischen den Ständen
  • Kostenlose Eintrittskarten, falls man sich vorher auf der Website registriert hatte

Downs

  • Wenige regionale Aussteller (Obstbrände, Wein, Bier, etc.)
  • Keine bzw. kaum Vorträge, je nachdem was man als Tasting und was als Vortrag zählt
  • Hauptsächlich nur reine Marken Tastings, kaum Markenübergreifende Vergleiche
  • Sehr schlechte Kommunikation im Vorfeld der Messe (z.B. Programm erst eine Woche vor Start der Messe online)
  • Fehlende Beschilderung des Geländes, keine Infos zu öffentlichen Verrkehrsmitteln
  • Die T-Shirts ;-)

Wart ihr auf der Messe? Wie hat es euch dieses Jahr gefallen? Falls ihr nicht vor Ort wart, gab es bestimmte Gründe oder war einfach keine Zeit?

 
13 Kommentare
  1. Ein sehr schöner Artikel, danke für den Einblick nach Stuttgart. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, weiß ich, das es eine gute Entscheidung war, noch nicht nach Stuttgart zu fahren.
    Vielleicht im nächsten Jahr, denn laut Facebook wollen sich die Veranstalter ja im nächsten Jahr besonders auf die Hinterbeine stellen.

    Es war nicht nur die Zeit, das ich nicht gekommen bin, sondern einfach auch die schlechte “Presse” vom letzten Jahr.

  2. Danke für den Kommentar Jörg!

    Schlechte Presse aus dem letzten Jahr? Ich kann mich nur an etwas verhaltene bis positive Meinungen erinnern, schlecht aber nicht wirklich…

    Wie auch immer, Fakt ist leider, dass sich zu letztem Jahr leider nicht viel verbessert hat. Das muss sich nächstes Jahr ändern, dann könnte wirklich ne großartige Messe entstehen.

    Ich weiß auch nicht, ob der Punkt mit den regionalen Ausstellern evtl. schon probiert wurde, jedoch dies niemand unterstützen wollte. Hier sehe ich ne große Chance. Es gibt so viele gute, kleine Brennereien, Weingüter und Bierbrauer in der Region. Zugegeben, da müsste man sich sicherlich etwas einfallen lassen bzgl. den Standgebühren, aber interessant wäre es. Ne Idee wäre zum Beispiel, jeweils eine kleine Auswahl von Produkten an einem Stand zu zeigen. Gerade bei Obstbränden sollte sich dies auch sehr in Bezug auf Cocktails lohnen.

    Mich würde die Meinung von Mike Meinke interessieren, ob es sich für ihn gelohnt hat von Berlin nach Suttgart zu kommen. Denke, da war er einer der wenigen, die eine solche Strecke auf sich genommen haben.

    Letztendlich muss man die Barkultour aber auch als Vernetzungsmöglichkeit der Stuttgarter Bartender sehen. Hier sind andere Städte leider einiges weiter. Ich hatte zumindest den Eindruck, dass dieser Punkt bei vielen Besuchern im Vordergrund ihres Besuches stand.

    • Barkultour/Veranstalter

      Hallo Leute, halloo sascha!!

      nun, wie Ihr euch vielleicht vorstellen könnt, ist es eine echte Herausforderung so eine “Messe” zu etablieren. Es ist für mich schon sehr interessant eure Meinungen zu lesen, über Dinge die man tun soll oder eben auch nicht. Eure Anregungen sind sehr gut und glaubt mir wir sind genau diese Dinge angegangen und sind leider nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden. Wie soll es sein, keiner will der erste sein und am besten nichts dafür bezahlen. Geht leider nicht!!! Leider musste ich mal wieder feststellen, dass es in unseren Gewässern (Schwabenland) selten darum geht etwas zu unterstützen (bis auf ein paar Ausnahmen). Wir haben nun beschlossen nächstes Jahr 2012 mit der Barkultour auszusetzen und mit einem neuen Partner es noch ein mal richtig anzugehen 2013.

      • Sehr schade, Dimi! Falls dafür aber 2013 richtig gut wird, nehme ich das gerne in Kauf. Ich drücke die Daumen! ;)

  3. Der Verveine-Likör klingt sehr interessant. Als Tee zumindest gehörts zu meinen Lieblingssorten, sehr lecker.

    @Barkultour
    Ich hatte mir noch überlegt, ob ich kommen soll, ist ja schliesslich nicht weit weg.
    Als ich aber das Programm sah, war für mich klar, dass mir die Zeit zu Schade ist.

  4. Hallo Sascha,
    habe mir erlaubt deinen tollen Artikel bei mir im Blog zu verlinken
    und gebe auch dort ausführlicher Antwort (http://das-gastronom.blogspot.com/2011/01/cocktails-old-fashioned-zieht-fazit-der.html).

  5. Interessant zu lesen wie andere es fanden, ich fand das Tasting von Monkey 47 (Gin) am Montagabend spitze. Mehr in meinem Blog: http://blog.cocktailberater.de/2011/01/impressionen-von-der-fachmesse.html

  6. @ Mike: Schön zu sehen, dass wir uns größtenteils einig sind ;)

    @ Thomas: Wie fandest du die Messe insgesamt? Warst du letztes Jahr auch schon da?

    Ich denke, viele der Tastings der Messe waren interessant, falls man die Produkte noch nicht kannte. Teilweise wurden sie von sehr, sehr guten Referenten gehalten. Mir persönlich sind halt Tastings mit verschiedenen Produkten lieber ;)

  7. Ich fand die Messe insgesamt gut, allerdings hatte ich auf Vorträge und Workshops gehofft. Mir scheint es, als hätte die Messeorganisation nichts “neutrales” auf die Beine gestellt bekommen, sondern nur das angeboten was die Aussteller sowieso gern machen (Tastings). Außerdem sollte die Messe für mehr Leute offen sein und auch publik gemacht werden.

    Letztes Jahr war ich nicht da, ich bin noch recht jung in der “Cocktailszene” ;)

  8. Hallo!

    Ich bin ein regionaler Produzent und habe mir die Barkoultour auf Grund deines letzten Artikels über die Messe nun angeschaut.

    Überlegt hatten wir gleich auszustellen, auf Grund der echt heftigen Preise für Aussteller davon aber abgesehen (~2500€ für ein Stand). Wer soll bei solchen Preisen ausstellen als regionaler Produzent? Das können sich nur größere Firmen leisten, keiner der qualitativ hochwertigen Kleinproduzenten kann sich das leisten. Nicht mal Monkey47 (und die sind nicht klein, da steckt ordentlich Geld dahinter) hatte einen Stand, dafür einen klasse Vortrag!

    @thomas bachmann
    scheint wir waren beim gleichen Vortrag, zumindest finde ich mich auf deinen Bildern wieder.

  9. Danke für deinen Einblick Lars!

    Dachte mir schon, dass die Preise zu teuer für klein(ere) Produzenten sind. Daher die Idee, eventuell einen Stand zu teilen, wo es thematisch Sinn macht. Hier müsste dann aber der Veranstalter organisieren und vermitteln nehmen ich an (falls die jeweiligen Produzenten nicht schon miteinander vernetzt sind).

    Was sagst du als Produzent zu so einem Vorschlag? Wäre das nicht auch eine Gelegenheit sich auszutauschen oder herrscht hierzu zu viel Konkurrenz zwischen Unternehmen? Würde mich über deine Einblicke freuen.

  10. Das Problem liegt woanders, Obstbrände sind “out”, die meisten Brennereien konzentrieren sich – wenn sie gut sind, auf andere Messen.

    Es waren alleine zwei Gin-Produzenten vor Ort. Da herrscht Nachfrage, da lohnt sich das.

    Einen Gemeinschaftsstand wäre nicht schlecht um die Vielfalt darzustellen, aber zu einem vernünftigen Preis.

  11. Ich glaube da würden dir einige Bartender widersprechen. In letzter Zeit gab es vermehrt Interesse an Obstbränden als Cocktailzutat. In der aktuellen Ausgabe der Mixology gibt es auch ein Special mit Rezepten, die Williams enthalten.

    Naja, schauen wir mal was nächstes Jahr verändert wird. Ich hab vollstes Vertrauen in Dimi, dass die nächste Messe einige Verbesserungen umsetzen wird! :)

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