Cocktails Old Fashioned

Thoughts of a mixology novice

Die Geschichte des Gins Teil 9

Die Geschichte des Gins Teil 9

December 15, 2010 |  by  |  Zutaten  |  Share  | 

1805 – Gründung der Seager’s Distillery

Die Seager’s Deptford Brennerei wurde 1805 gegründet. Viele Werden dieses Jahr wohl eher mit der Schlacht von Trafalgar verbinden (21.0ktober 1805). In dieser Admiral Lord Nelson die vereinigten Flotten der Französisch und Spanisch Marinen schlug.

Seagers Gin - Webeplakat

1806 – Erste Definition des Wortes COCKTAIL

Die erste schriftliche Definition eines Cocktails erscheint am 6. Mai 1806 in einer New Yorker Zeitung „The Balance and Columbian Repository“. Ein Politiker, der gerade die Kommunalwahl verlor wurde auf ironische Art von seinem sinnlosen Siegesstreben dargestellt. Unter der Liste der Verlierer war zu lesen „25 do. cock-tail“.

In der folgenden Ausgabe schrieb ein Leser eine Definition des Wortes cock-tail: „Cock tail, ist ein stimulierendes Getränk, basierend auf Spirituosen aller Art, Zucker, Wasser und Bitter und gemeinhin bekannt als „bittered sling“, und soll eine ausgezeichnete Wahlkampf-Getränk sein. Denn es macht das Herz dick und fett und berauscht den Kopf zur gleichen Zeit. Es wird auch gesagt, das diese Getränk von weiterem Nutzen sei, eine Person die bereit ist ein Glas dieses Getränks zu schlucken ist bereit, auch anderes zu schlucken.“

1815 – Wellington erhält die Unterstützung durch Gin

Eine Geschichte aus dem Napoleonischen Kriege (1800-1815) wird oft in der Geschichte des Gins zitiert.

Im Jahr 1815 marschierte Marschall Blücher mit seiner preußischen Armee nach Warterloo um Wellington in der Schlacht von Waterloo zu unterstützen, aber sein Marsch wurde unterbrochen, da Marschall Blücher auf seinem Weg nach Waterloo von seinem Pferd geworfen wurde. Es wird berichtet, dass er durch das Einreiben mit Gin und Zwiebeln geheilt wurde und so der Marsch nach Waterloo fortgesetzt werden konnte um Wellington letztendlich im Kampf gegen Napoleon zu helfen.

1824 – Erfindung von Angostura aromatic bitters

Johann Gottlieb Benjamin Siegert (1796 – 1870) war ein deutscher Arzt, der sich in Venezuela niedergelassen hatte, wo er Leiter der Chirurgie eines Lazarettes in der Stadt Angostura war (heute: Ciudad Bolivar). Im Jahr 1824 schuf er das mittlerweile berühmte Bitter, das er ursprünglich als Amargo Aromatico zur Behandlung von Verdauungsstörungen nutzte. Siegert änderte den Namen seiner Erfindung auf Angostura, nach der Stadt, in der er tätig war (nicht, wie oft vermutet, nach der Angostura Rinde). Als der Arzt im Jahre 1870 starb wurde die Produktion des Bitters von seinen Söhnen, die im Jahre 1875 wegen Unruhen in Venezuela nach Trinidad zogen, übernommen.

Die britische Admiralität hatte bereits im Jahre 1826 die Verwendung von Chinchona Rinde (Chinin) gegen tropische Krankheiten auf ihren Schiffen vorgeschrieben. Zu dieser Zeit verrichtet Henry Workshop als Chirurg seinen Dienst auf der H.M.S. Hercules, die in der karibischen See nach Sklavenschiffen Ausschau hielt. Als er hörte, dass Angostura neben vielen weiteren Kräutern auch Chinchona Rinde als Inhaltsstoff besaß war sein Interesse geweckt.  Während eines Landgangs in Georgetown verschaffte er sich ein paar Flaschen. Zurück auf dem Schiff, stellte er zusammen mit seinem Kapitän, Jack Bristow,  ein „Gemisch“ aus einer kleine Menge des Arzneimittels Bitter und ihrer Gin Ration her. Das „Gemisch“ hatte eine angenehme rosa Farbe. Sie servierten ihre neue Schöpfung denn anderen Offizieren auf dem Schiff. Die Bezeichnung „Pink Gin“ setzte sich für diese Getränk durch. Durch die Offiziere seiner Majestät wurde dieser Cocktail nicht nur bei der Marine sehr beliebt.

Angostura Bitter - Special Notice

1826 – Bokma Graanjenever kam auf den Markt

Bokma, der berühmte niederländischen Genever wurde zum ersten Mal von der Familie Bokma im Jahr 1826 in der friesische Hauptstadt Leeuwarden hergestellt. „Bok“ bedeutet Ziegenbock, deshalb zeigt das Emblem eine Ziege auf einem Hügel. Klaas Bokkeszoon besaß eine Getreidemühle und eine Gaststädte und so war es fast selbstverständlich, dass sein Sohn Freerk Klaaseszoon Bokma seine eigene Brennerei eröffnete, der er den Namen „The Source“ gab. Im Jahr 1894 gestaltete Freerk  Sohn Pieter  die einzigartig eckige Flasche .

1828 – first Gin place

1820 eröffneten die ersten Kneipen mit einer offiziellen Lizenz zum Verkauf von Bier. Wenige Jahre später gab es an fast jeder Ecke eine. Diese frühen Pubs waren einfach umgebaute Wohnungen (daher der Begriff „public house“). Die meisten waren in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb führten die zuständige Stelle zur Erteilung der Lizenz strengere Regeln ein.  Es wurde für Betreiber solcher „public houses“ alltäglich, von Brauereien Geld zu erhalten um ihre Kneipen zu renovieren. Damit sie das Geld erhielten mussten Sie einen Liefervertrag mit der Brauerei unterschreiben. Diese Kneipen wurden als „tied houses“ (wörtlich Übersetzt: gebundene Häuser) bekannt.

Im Jahre 1825 reduzierte die britische Regierung die Steuer auf Alkohol drastisch. Die Auswirkungen waren dramatisch. Innerhalb eines Jahres stieg der Konsum auf das Doppelte an und erreichte fast das Niveau von 1743. Die Brenner waren gut beschäftigt die wachsende Zahl von gehobenen Pubs zu versorgen.  Diese ersetzten die traditionellen „Gin-Shops“ durch ihre opulent eingerichteten Räumlichkeiten, sodass sie bald als „Gin Palaces“ bekannt wurden. Beleuchtet mit Gaslaternen, die Innenräume verkleidet mit poliertem Mahagoni und mit Messing verziert, graviertes Glas und Spiegel dies waren in diesen „Gin-Places“ zu finden.

Henry B. Fearon gilt als Pionier der „Gin-Places“.

Es wird gesagt, dass er einen der erste „Gin-Places“ in der Nähe der St. Andrew’s Kirche bei 94 Hili Holborn, London um 1828 in seinen Weingeschäft namens „Thompson and Fearson´s“ eröffnete. Offenbar ein vorausdenkender Mensch, der unter anderem einer der Gründer der Universität Londons war.

In seiner „Sketches by Boz“, schreibt Charles Dickens von einem „Gin Palace“: „perfectly dazzling when contrasted with the darkness and dirt we have just left …“.

John Papworth Buonarroti (1775-1847) ein Architekten der dem viktorianische Stil verfallen war gestaltet „Thompson und Fearon´s“ und viele weiter frühe „Gin-Palaces“.

Das Erscheinungsbild der „Gin-Places“ basierte auf dem der gehobenen „Warenhäusern“ dieser Zeit. In den späten 1840er Jahren gab es mehr als 5000 solcher „Paläste“ im Großraum London. Man beachte, dass Stadtteile wie Kensington und Mayfair zur damaligen Zeit noch ländliche Gebiete waren und nicht zu London gehörten. Diese Pubs verkauft sehr viel Gin und einige sind bis heute erhalten. Beispiele in London gehören:

The Argyll Arms, 18ArgyllStreet, W1F7TP

King’s Head, 84 Upper Tooting Road, SW17 7PB

Prinz Alfred, Sa Formosa Street, W9 LEE

Prinzessin Louise, Holborn, WCl V7EP Red Lion (erbaut 1821), St. James ‘s SWl Y 6JP

Red Lion, 48 Parliament Street, SWL 2NH

The Salisbury, 90 St. Martin’s Lane, WC2N 4AP

Eines der besten erhaltenen Beispiele für ein viktorianischer Gin-Palast ist Crown Liquor Saloon, Great Victoria Street, Belfast, Nordirland. Heute befindet er sich im Besitz des National Trust und wurde aufwendig restauriert.

 

Leave a Reply

Notify me of followup comments via e-mail. You can also subscribe without commenting.

Recent Posts
Die Geschichte des Gins Teil 14

Die Geschichte des Gins Teil 14

03/12/2011  |  5 Comments

1950 – Dry Gin dominiert In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Popularität von ungesüßtem Gin auch besser bekannt als Dry Gin. Diese wachsende Mode ist unter anderem mit der wachsenden Popularität von trockenem Champagner verbunden. Zudem wurde der ...

Die Eröffnung der Schwarz-Weiß-Bar

Die Eröffnung der Schwarz-Weiß-Bar

21/11/2011  |  No Comments

Seit dem 14ten November hat die Schwarz-Weiß-Bar in Stuttgart offiziell ihre Pforten eröffnet. Sobald man das erste Mal diese Bar betritt, merkt man sofort, dass hier etwas Besonderes geschaffen wurde: ein Kleinod der Trinkkultur. Augenblicklich umgeben den Gast leise Jazzklänge, ...

Schwarz-Weiß-Bar: Der Umbau

Schwarz-Weiß-Bar: Der Umbau

11/11/2011  |  No Comments

Nachdem wir im letzten Artikel den usprünglichen Zustand des I'Dipfele sehen konnten, wird es nun Zeit ein paar Eindrücke vom Umbau der Schwarz-Weiß-Bar zu zeigen. Grundgedanke für den Umbau der Bar war der Name der Bar: Schwarz/Weiß. Alle Holzelemente wurden ...

Schwarz-Weiß-Bar: Das alte I'Dipfele

Schwarz-Weiß-Bar: Das alte I’Dipfele

07/11/2011  |  No Comments

Am Montag, dem 14. November eröffnet in den ehemaligen Räumen des I'Dipfele die Schwarz-Weiß-Bar! Folgende Fotos entstanden in der frühen Umbauphase und  geben euch einen ungefähren Eindruck, wie die Location zu früheren Zeiten aussah.