Cocktails Old Fashioned

Thoughts of a mixology novice

Die Geschichte des Gins Teil 6

Die Geschichte des Gins Teil 6

September 20, 2010 |  by  |  Zutaten  |  Share

1738 – Capatain Dudley Bradstreet

Captain Dudley Bradstreet befasste sich mit dem Gin Gesetzt sehr genau und fand ein Schlupfloch. Der Informant musste den Namen der Person, die illegal den Gin produzierte und verkaufte, wissen. Nur so konnten die Richter die Erlaubnis an die Behörden geben, die dann die angezeigte Person in ihren Räumlichkeiten aufsuchten um sie zu verhaften.

Dudley hatte einen Bekannten dessen Haus er in Londons Blue Anchor Alley mietete. Er nagelte eine Katze in eines der Fenster. Im Rahmen des Fensters brachte er eine Leitung an. Tags darauf ließ er die Nachricht verbreiten, dass in der Gasse aus einer Katze Gin zu bekommen wäre. Er selbst bezog mit Essen und Gin im Wert von 13 Pfund das Haus und verbarrikadierte sich dort. Seine Gönner warfen Münzen über das Maul der Katze in einen Schlitz und im Gegenzug bekamen sie durch die Leitung, die unter der Pfote der Katze endete, ihren Gin. Die Kunden hielten eine Tasse oder gleich ihren Mund unter die Pfote der Katze. Die Behörden waren unfähig zu handel, da sie den Namen der Person, die den Gin verkaufte nicht kannten. Bradstreet verdiente drei Monate auf diesem Weg gutes Geld bevor andere seine Idee kopierten.

Bradstreet berichtet im Jahre 1755 in seinem Buch mit dem Titel „The Life and Uncommon Adventure of Capatain Dudley Bradstreet“ über diese Tat, die das Gin Gesetze überwinden konnte. Er startet den Trend, der später als Puss und Mew Häuser bekannt wurde. Die Verkäufer boten Gin nur unter einer bestimmten Prämisse an. Der Käufer, der Gin kaufen wollte signalisierte dies mit dem Wort „Puss“. Der Verkäufer, der im Verborgenen saß, antwortete mit „Mew“. Anschließend wurde eine Schublade geöffnet in der die Münzen hinterlegt wurden, die der Verkäufer dann gegen eine Ration Gin tauschte. Diese menschlichen Automaten konnte man für eine kurze Zeit in ganz London finden. Damit war es erst einmal gelungen das Gin Gesetzt von 1738 teilweise außer Kraft zu setzten.

1740 – Gründung von Booth´s Gin

Die Booth Familie zog vom Nordosten Englands nach London. Hier gründeten sie 1569 eine Weinhandlung. Im Jahre 1740 erweiterten sie diese um eine Brennerei welche sie in 55 Cowcross Street, Clerkenwell, London bauten. Auf dieses Datum wird im Label der Booth Flasche hingewiesen. Damit ist diese Brennerei ein der ältesten sich noch in Betrieb befindlichen Brennereien in London.

1740 – Gründung von Finsbury Gin

Finsburry Distillery

Finsbury wurde von Bischof Joseph im Jahre 1740 gegründet. Der Name ist möglicherweise ein Hinweis auf die Quellen in Clerkenwell, welches einst das Zentrum der Londoner Gin Produktion war.

1743 – Der 6. Gin Act

Die Angriffe auf die Informanten wurden trotz der Maßnahmen aus dem Jahre 1738 nicht weniger. Ein weiteres Problem war die Korruption innerhalb der Stellen, die das Gesetzt durchsetzten sollten. Nur wenige Verurteilte konnten die Strafe von 10 Pfund bezahlen aber die Informanten erhielten ihre 5 Pfund für jeden Hinweis der zur Verhaftung führte. Im Jahre 1739 ging den zuständigen Behörden das Geld aus.

In den Jahren davor, in denen die verschiedenen Gesetzte in Kraft getreten waren erhöhte sich die Produktion und der Konsum von Spirituosen um 30%. Wie hoch die Produktion war lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Es finden sich Zahlen zwischen 8 – 11 Millionen Gallonen. Legt man diese Zahl auf die damalige Bevölkerungstärke um so würde man einen Wochenverbrauch von ca. 2 Liter erhalten.

England befand sich mit dem österreichischen Erbfolgekrieg auf dem Höhepunkt. Ein neues Gesetzt sollte den Konsum von Gin einschränken, die Unruhen eindämmen und die Staatseinnahmen für die Fortführung des Krieges erhöhen. Der 6. Gin Act von 1743 betraf die Hersteller, weniger wie die Verkäufer, denn er reduzierte die Lizenz zum Verkauf von Gin auf 1 Pfund von vormals 10 Pfund. Mit dieser Senkung des Lizenzpreises konnten sich viele Wirte solch eine Lizenz kaufen. Dieses neu Gesetzt verbot den Brennern den direkten Verkauf an den Konsumenten und erhob eine Verbrauchssteuer, die gänzlich von den Brennern zu zahlen war. Da jedoch die Höhe der Steuer relativ niedrig war bezahlten die Brenner diese ohne sich aufständisch zu zeigen – sie hatten keine andere Wahl, sie waren nicht viele und die Behörden hatten es sehr einfach mit der Durchsetzung dieses neuen Gesetztes. Der 6. Gin Act schaffte es erstmals den Konsum von Gin ein zu dämmen.

1747 – Der 7. Gin Act

Der Krieg der Österreichischen Erbfolge (1740-1748) tobte immer noch und verursacht eine Regierungskrise. Das Ergebnis war der 7. Gin Act. Dieses Gesetzt erhöhte die Verbrauchssteuer für die Brenner. Gleichzeitig wurden Sie durch eine neue Regelung besänftigt. Ihnen wurde die Möglichkeit eingeräumt eine Lizenz für 50 Pfund zu erwerben mit der sie das Recht bekamen ihr Produkt wieder an den Konsumenten zu verkaufen. Die Erhöhung der Verbrauchssteuer hatte jedoch zur Folge, dass die Nachfrage nach Gin weiter zurückging und die staatlichen Einnahmen weiter sanken. Jedoch wurde die Biersteuer in der Hoffnung die Mindereinnahmen auszugleichen gesenkt, da in den letzten Jahren der Bier Konsum anstieg. Aufgrund der geänderten Einstellung des Volkes zu ihrer Trinkgewohnheit.

 
1 Kommentar
  1. Guter Beitrag, es fehlen nur Fotos! :-)

Leave a Reply

Notify me of followup comments via e-mail. You can also subscribe without commenting.

Recent Posts
C2C Spirits Cup - Start in Jahr 2

C2C Spirits Cup – Start in Jahr 2

02/10/2015  |  No Comments

16 Proben Rum oder 19 Proben Whisk(e)y - auch dieses Jahr gab es bei der Auftaktveranstaltung des C2C Spirits Cup 2015 am 23. September in Frankfurt eine große Bandbreite an spannenden Produkten zu verkosten. In sieben (Rum) oder bis zu ...

Bar Convent Berlin 2014

Bar Convent Berlin 2014

19/10/2014  |  No Comments

Bar Convent Berlin. Barwoche. Bartender's Christmas. Die schönste Woche des Jahres. Viele Beschreibungen für den alljährlichen Wahnsinn, der sich Anfang Oktober in Berlin abspielt. Tiki Twister, Rumfest, Barstuff.de, Burger, Mezcal, Schokoladenespuma, amerikanische Botschaft, BCB, Düfte und Loft - um einige ...

C2C Spirits Cup - Auftaktveranstaltung in Frankfurt

C2C Spirits Cup – Auftaktveranstaltung in Frankfurt

25/09/2014  |  2 Comments

Spirituosenwettbewerbe mit anschließender Medaillenvergabe sind keine Seltenheit, oft genug wird mit errungenen Gold-, Silber- oder Bronzeauszeichnungen geworben. Meistens eine bisher große Gemeinsamkeit: Die Verkostungen werden von einer professionellen Jury durchgeführt, die Mitglieder haben einen engen Bezug zu der Spirituosenindustrie. Zu Recht ...

Mixology Bar Awards 2014: Die Gewinner

Mixology Bar Awards 2014: Die Gewinner

07/10/2013  |  1 Comment

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner der Mixology Bar Awards 2014!   Bar des Jahres: Spirits, Köln Bar des Jahres, Schweiz: Onyx Bar, Zürich Bar des Jahres, Österreich: Dino's American Bar Mixologe des Jahres: Arnd Hennig Heissen, Curtain Club Berlin Newcomer des Jahres: Reinhard Pohorec, The Sign ...