Cocktails Old Fashioned

Thoughts of a mixology novice

Bars in Berlin

Bars in Berlin

September 29, 2010 |  by  |  Allgemeines  |  Share

Im April hatten meine Freundin und ich das Vergnügen ein paar Tagen in Berlin verbringen zu können. Natürlich standen hierbei auch einige Bars auf dem Programm, welche ich nun kurz vorstellen möchte: Stagger Lee, Lebensstern, Triobar, Admirals Absinthe Bar.

Stagger Lee

Die erste Bar, die wir besuchten, war das Stagger Lee. Viel hatte ich schon über diese “Western Bar” gelesen, jedoch ist der erste Eindruck nach Betreten des Raumes ein ganz besonderer. Man fühlt sich sofort in eine andere Zeit versetzt, was bis zum Verlassen der Bar anhält. Egal ob Einrichtung, Gestaltung der Karte, Kleidung der Bartender oder Aufmachung der Toiletten, alles schreit förmlich nach dem Wilden Westen (wenn auch im etwas gehoberen Stil als es damals üblich war).

  • Sehr stimmungsvolles Gesamtkonzept (nicht nur für Freunde des Wilden Westens!)
  • Schöne Auswahl an Abwandlungen von bekannten Cocktailklassikern und reich bevölkertes Backboard (inklusive solcher Juwele wie zum Beispiel Thomas H. Handy Rye & George T. Stagg Bourbon)
  • Alle Gäste- und Rührgläser kommen aus dem Tiefkühlfach
  • Wegen Toiletten wie denen des Stagger Lee, Montgomerys Place (London) und dem Bramble (Edinburgh) sollte man einen “Best Restroom” Award bei den einschlägigen Verleihungen einführen

Adresse: Nollendorfstraße 27, 10777 Berlin
Website: www.staggerlee.com

Stagger Lee: Couch

Stagger Lee

Stagger Lee: Kasse

Stagger Lee

Stagger Lee: Mint Julep

Stagger Lee

Lebensstern

Da meine große Leidenschafft der Spirituose Rum gilt (auch wenn Whisky in letzter Zeit stark aufholt), freute ich mich im Vorhinein sehr auf die große Auswahl an verschiedenen Abfüllungen, die im Lebensstern zu finden sind. Schon nach ein paar Minuten in der Bar war klar, dass ich mir nicht zu viel versprochen hatte. Neben altbekannten Abfüllungen tummelten sich auch einige, von denen ich noch nie gehört hatte und von vielen Rhum Agricole Abfüllern gab es sehr seltene Jahrgangsabfüllungen. Da wünscht man sich in Berlin zu wohnen und einen großen Geldbeutel zur Verfügung zu haben. Die Preise waren, soweit ich das beurteilen konnte, jedoch sehr fair und keinesfalls überzogen.

  • Riesige Auswahl an Gin und Rum, die nicht nur zu fairen Preisen probiert werden können, sondern auch wunderbar die Räume des Lebensstern dekorieren
  • Tolle Beratung zu den Spirituosen (unverzichtbar bei einer solchen Bandbreite)
  • Sehr gemütliche Sitzgelegenheiten in drei Räumen
  • Die Qualität der Cocktails schließt lückenlos an die der Spirituosen an

Adresse: Kurfürstenstraße 58, 10785 Berlin
Website: www.cafeeinstein.com

Lebensstern: Bar

Lebensstern

Lebensstern: Zimmer

Lebensstern

Triobar

Auch wenn man die anderen drei Bars bei weitem nicht als normal oder gewöhnlich bezeichnen kann, fällt die Triobar nochmals aus dem Rahmen. Eine (aktuelle) Adresse findet man nirgendwo im Internet, diese erhält man erst nach einem kurzen Telefongespräch vom Inhaber und Bartender Mike Meinke. Solange man aber Interesse an Cocktails hat und noch nicht zu viele andere Reservierungen eingegangen sind, stellt dies aber kein größeres Problem da. Durch die maximale Gästeanzahl an einem Abend soll sichergestellt werden, dass jeder Gast bestmöglich bedient/versorgt werden kann.

Wie es der Zufall wollte, waren meine Freundin und ich den ganzen Abend über die einzigen Gäste der Bar – die anderen kamen erst kurz nach unserem Abgang zu später bzw. früher Stunde. Jedoch verging die Zeit wie im Fluge und Mike präsentierte sich als perfekter Gastgeber. So ganz nebenbei waren die Cocktails natürlich auch sehr, sehr lecker. Unter anderem hatte ich einen Rum Old Fashioned mit Cadenhead’s HLCF 13y, Caroni Long Pond 15y und einer Einzelfassabfüllung der Bielle Distillerie, welche ich zu den besten Drinks zählen würde, die ich bis jetzt genießen konnte. Großes Lob!

Zu später Stunde gab es sogar noch einen selbstgemachten Kartoffelsalat (wäre ein Artikel auf dem Gastronom Blog wert!), so dass auch niemand hungrig nach Hause bzw. ins Hotel zurück musste.

Insgesamt (bis evtl. auf die fehlenden Gäste) ein perfekter Abend. Von der Triobar gibt es absichtlich keine Bilder, da jeder die Atmosphäre für sich selbst erleben sollte.

  • Große Auswahl an ungewöhnlichen und seltenen Spirituosen + die sehr umfassende Rumauswahl des Berliner Rumclubs
  • Viele ungewöhnliche Cocktails bzw. Variationen von Klassikern (Smoked Ice, Rye Whisky Sirup, uvm.)
  • Orangen-Schmetterlinge (mittlerweile schon weltbekannt, damals noch sehr freaky ;-) )

Adresse: -
Website: www.triobar.net

Admirals Absinthe Bar

Meine Freundin ist großer Absinth-Fan, daher stand natürlich auch die Admirals Absinth Bar auf unserer Liste. “Leider” waren wir am letzten Tag schon etwas länger unterwegs und begaben uns schon kurz nach 18:00 Uhr die kleine Treppe zum Eingang der Bar hinunter (Am nächsten Tag schumnzelnd auf Mixology gelesen, wie nervig es sein kann, wenn Gäste überpünktlich die Bar/das Restaurant betreten. Ich hoffe es sei uns verziehen…). Empfangen wurden wir von Barchef Goncalo de Sousa Monteiro, der uns den Abend über auch bediente. Während drei Stunden konnten wir zahlreiche leckere Absinth-Cocktails probieren und meine Freundin erfuhr auch das eine oder andere Detail über die Geschichte der grünen Fee. Toll, dass diese vernachlässigte Spirituose in einer Bar mehr Aufmerksamkeit bekommt!

  • Sehr üppige Auswahl an Absinth und Absinth-haltigen Cocktails
  • Brouilleur Wasserwippen… einfach faszinierend!
  • Sehr stilvolle Einrichtung, erinnert sehr an die Prohibition und 30er Jahre

Adresse: Friedrichstraße 101, 10117 Berlin
Website: -

Admirals Bar: Backboard

Admirals Bar

Admirals Bar: Absinthe Fontäne

Admirals Bar

Fazit

Jede Bar konnte uns auf ihre eigene Weise sehr begeistern! Die Drinks waren durchweg klasse, die Bartender nett/zuvorkommend und die Atmosphäre absolut stimmig. Jede Stadt könnte sich freuen, nur eine der besuchten Bars für sich beanspruchen zu können!

 
3 Kommentare
  1. Na, da “freut” man sich doch gleich doppelt, dass man nicht zum BCB fährt :-/
    Den Lebensstern kannte ich bereits, aber Stagger Lee und Triobar muss ich unbedingt mal besuchen.

    Auch definitiv einen Besuch wert ist “Beckett’s Kopf”, ganz toll.

  2. Becketts Kopf steht diesmal auch auf der Liste. Hast du vielleicht Tips fürs Abendessen? :-)

    Wobei ich grad mehr oder weniger krank bin. Hoffe das bessert sich bis morgen wieder…

  3. Leider nicht, wir haben uns grösstenteils aufs “ungesund essen” konzentriert ;)

    Ich fand das “Block House” an der Karl-Marx-Allee gut (http://www.block-house.de)
    Und beim Anhalterbahnhof gabs einen netten und günstigen Italiener (mit richtigen Italienern und Pizza ;) )

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