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Die Geschichte des Gins Teil 5

Die Geschichte des Gins Teil 5

August 3, 2010 |  by  |  Zutaten  |  Share

Crime, Sex and Gin

1733 – Der 2. Gin Act

Das schlecht durchdacht erste Gin Gesetz von 1729 unterband nicht das Wachstum der Alkoholsucht und die Produktion von Gin konnte es auch nicht reglementieren. So wurde es vier Jahre später aufgehoben und 1733 durch das 2. Gin Gesetzt ersetzt welches den Verkauf von Gin durch Straßenhändler, Läden und der Gastronomie verbot. Dieses zweite Gesetzt wies ebenfalls Mängel auf. Den viele private Haushalte mauserten sich zu inoffiziellen Gin Produzenten und Verkäufern. Somit musste sich das zweite Gin Gesetz, bei der Durchsetzung, auf professionelle Informanten verlassen, die die privaten Produzenten und Verkäufer bei den zuständigen Stellen verrieten.

1734 – Judith Defour – Der Killer

Die Auswirkungen des Gins auf die Abhängigen war so tiefgreifend wie es heutige harte Drogen sind. Die Anti-Gin Aktivisten nahmen vor allem den schockierenden Fall der Judith Defour als Beispiel für den bösen Einfluss des Gins auf die Gesellschaftsmitglieder.

Judith, die in einer Spinnerrei arbeitete, war alleinerziehende Mutter der zwei Jahre alten Maria. Sie lebten beide in Bethnal Green Parish Workhouse. Im Januar 1734 nahm sie Maria für einen Tagesausflug bei der Hand. Das Armenhaus hatte dem Kind einen neuen Petticoat gegeben, Judith versprach dem Direktor mit ihrem Kind am Nachmittag des selben Tages zurück zu kehren. Am Abend ging Judith  zur Arbeit, ein wenig betrunkener als sonst. Es gab kein Anzeichen wo sich das Kind befand.

Nachdem sie bei der Arbeit weiter Gin trank, was nicht ungewöhnlich war zu dieser Zeit, sagte sie zu einer Kollegin, dass sie Mary in einem Getreide Feld zurück gelassen hatte. Mary wurde wenig später Tod aufgefunden. Sie wurde mit einem Tuch erdrosselt, anschließend von Judith entkleidet. Judith verwendete die Kleider um sich Gin zu kaufen. Am 1. März 1734 wurde sie angeklagt und für schuldig befunden. Der Mord an Ihrem eigenen Kind für den Kauf von Gin hatte großen Einfluss auf die Einführung eines weiteren Gin Gesetztes.

1736 – Der 3. Gin Act

Im Jahre 1736 wurde ein weiteres Gesetzt für den erschwerten Verkauf von Gin, mit dem offiziellen Namen “Das Gesetz zur Erhebung einer Steuer auf den Einzelhandel von Spirituosen” verabschiedet. Dieses neue Gesetzt ersetzte das 2. Gin Gesetzt von 1733 vollständig. Dieses Gesetzt verbot es Gin in kleineren Mengen als 2 Gallonen zu verkaufen. Pro Gallone musste ein Pfund an Steuer abgeführt werden. Darüber hinaus mussten die Händler eine Lizenz zum Verkauf von Gin erwerben. Diese wurde mit 50 Pfund berechnet. Zur damaligen Zeit entsprachen 50 Pfund dem Lohn dessen was ein Handwerker in 14 Monaten verdienen konnte. Diejenigen, die sich nicht an diese Gesetz hielten und ohne eine Lizenz Spirituosen verkauften mussten empfindlich hohe Strafen bezahlen.

Wie das zweite Gin Gesetzt musste sich auch dieses Neue zur Durchsetzung auf Informanten verlassen. Viele der registrierten Einzelhändler, die Spirituosen verkauften, mussten aufgrund des Gesetzes ihr Unternehmen aufgeben. Somit hatte das Gesetz nach politischer Ansicht Erfolg, den es dämmte den Verkauf und den Konsum ein. Aber in den Ghettos tranken die Menschen weiter selbstgebraute Spirituosen, die teilweise auch als Gin bezeichnet wurden. Viele der Menschen, die solche Spirituosen zu sich nahmen erblindeten oder starben.

Der höchste Anteil von „Gin“ Händlern lag in den von Armut geplagten engen Gassen von East London. Für die Behörden war es schwer die Läden der Händler zu finden, die solchen Alkohol verkauften. Meist waren es nicht mehr als schlichte Räume in einem unscheinbaren Haus oder sie lagen hinter einem Geschäft, das andere Waren verkaufte. Es war zu dem bekannt, dass diese provisorischen Treffpunkte die Wirkungsstätten der Prostituierten waren. Bekannte Adressen waren die Crock Lane in Holborn, Rosemary Lane in der Nähe von Tower Hill und auch Hog Lane, die wichtigsten Adern Londons, wie Mile End Road, Kingsland Road und die Whitechapel Roadwaren waren mit kleinen Straßenhändlern besetzt, die ihrem Geschäft aus solchen kleinen im verborgenen gelegenen Läden nachgingen

1737 – Der 4. Gin Act

Das Gin Gesetz von 1737 war kein eigenständiges Gesetzt. Es wurde als Klausel in das sogenannte Süßwaren Gesetzt eingewoben. Diese Klausel diente dazu die Lücken des 3. Gin Act´s von 1736 zu schließen. Mit dem neuen Gesetzt wurden die Informanten mit Gin belohnt. Hieraus erwuchs eine Vielzahl an neuer Informanten. Tausende von Londoner Einwohner konnten durch dieses Gesetzt verfolgt werden – hauptsächlich Frauen. Trotz all dem stiegen die Verkaufszahlen des Gins. Dieses Gesetzt erbrachte eine Gegenreaktion, die nicht vorrangig mit dem Gin-Problem zu tun hatte sondern sich auf die Rechtsstaatlichkeit der Regierung bezog. Die das Gesetzt mit Hilfe von „Spitzeln“ versuchte durch zu setzten.

1738 – Der 5. Gin Act

Es verging kaum ein Tag an dem nicht einer der Informanten angegriffen oder getötet wurde. Das Gesetzt von 1738 ächtete den Gin in gewissen Maßen, da Übergriffe im speziellen gegen die Informanten unter Strafe gestellt wurden.

Es befasste sich auch mit dem Problem das Polizisten sich weigerten Freunde und Nachbarn zu verhaften, solche zu wieder Handlungen wurden mit Suspension bestrafft.

Die Gin Herstellung und die Kneipen die ihn anboten wurden damit immer weiter in den Untergrund und in die Illegalität getrieben, vor allem im ungesetzlichen Londoner Osten.

 

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