Cocktails Old Fashioned

Thoughts of a mixology novice

Positives vom Allzeit Gebrügelten

June 28, 2010 |  by  |  Allgemeines  |  Share

DBU Junior Akademie 2010

DBU Junior Akademie 2010Zum vierten Mal fand vom 03. bis 06. Juni die DBU Junior Akademie in Rostock statt. Dieser Wettbewerb ist klar auf junge Barkeeper ausgerichtet, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen. Ich will euch hier in ein paar Zeilen über das Erlebte in Rostock berichten, da es ein Wettbewerb ist, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung bekommt und gar nicht, aber wirklich gar nichts mit dem zu tun hat was man bei den Landesmeisterschaften und bei der Deutschen Meisterschaft erleben darf.

Am Donnerstag war Anreisetag. Der einzige Flug an diesem Tag aus der Schwabemetropole nach Rostock war meiner. In Rostock wurde ich von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Im Hotel angekommen blieb erst einmal etwas Zeit zum Entspannen. Der Wettbewerb sollte offiziell um 21:30 Uhr mit der ersten Aufgabe beginnen.

Ich war aufgrund der Flugzeiten ein paar Stunden früher vor Ort und da es einigen Teilnehmern genauso ging wie mir entschlossen wir uns vor Beginn noch einen Happen Essen zu gehen. Pünktlich (besonders erwähnenswert; kaum ein Wettbewerb beginnt zur vorgegeben Zeit) begannen wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde, sowohl der Teilnehmer, wie auch der Jury.

Anschließend durften wir, am späteren Abend gegen 22:00 Uhr, mit der ersten Aufgabe beginnen. Stand, Land, Fluss ergänzt durch Klassische Cocktails, Früchte, Barwerkzeuge. Die Leitung des Wettbewerbs in Person Alexander Kreft gab die Buchstaben vor. Die Spielregeln sollten jedem bekannt sein. Für mich war hier nicht viel zu holen (mochte diese Spiel schon in der Grundschule nicht leiden). Den Rest des Abends ließen Teilnehmer und Jury dann bei ein paar Bierchen und „guten Gesprächen“ ausklingen.

Da die folgenden Tage einen straffen Zeitplan unterlagen musste ich um halb ein feststellen, dass ich einer der letzten Teilnehmer war, der sich auf den Weg ins Bett machte.
Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen. Heute durften wir nach Warnemünde fahren um dort AIDAblu zu besichtigen, anschließend uns in der Barschule Rostock einen Vortrag anzuhören und den Wettbewerbstag mit einem Nosing abzuschließen.

Die Besichtigung von AIDAblu hatte an sich nichts Neues gebracht. An sich. Wir wurden durch das Schiff von einem Barchef der Anytime Bar geführt. Während der Führung hatten wir genügend Zeit uns mit dem Barchef zu unterhalten und erfuhren das Eine oder Andere das doch wissenswert ist bevor man sich überlegt auf einem Schiff zu arbeiten.

Im Verlauf des Tages auf AIDAblu wurde ein weitere Teil des Wettbewerbes an der Anytime Bar durchgeführt, das Freepouring. Die Regeln sind simpel. Die Toleranz lag bei +/- 0,1 cl. Es galt 2cl und 4cl mit einer Hand, 2cl beidhändig, 6cl und 8cl aus der Speedbottle auszuschenken. Das Ergebnis war vernichtend. Kaum ein Teilnehmer schaffte es über 0 Punkte. Im Anschluss hörten wir in der Crewbar einen Vortrag zu Arbeiten und Leben auf dem Schiff, wie er von Jochen Larisch auf der Barkultour im Januar diesen Jahres bereits gezeigt wurde.
Am Nachmittag ging es zurück von Warnemünde in die Barschule Rostock wo Bacardi seine Präsentation zu verantwortungsvollem Umgang mit Alkohol an der Bar hielt. Zu diesem Zeitpunkt nahm die Konzentration doch schwer ab. Nichts desto trotz waren wir noch nicht am Ende des Tages angelangt. Ein weiterer Test stand an. Es galt fünf Spirituosen zu erkennen.

Nosing

Erst gegen 19:00 Uhr waren wir mit den Aufgaben des heutigen Tages durch. Schnell noch einen Abstecher ins Hotel und ab zum Abendessen nach Warnemünde. Die meisten Teilnehmer wurden auch an diesem Abend nicht alt. Die Strapazen des Tages und die Anspannung auf die Vorträge der Einzelnen Teilnehmer am nächsten Tag waren deutlich zu spüren.
Früh am Samstag Morgen hieß es dann auf in die Barschule Rostock zu den Vorträgen. Jeder Teilnehmer aus den einzelnen Sektionen hatte im Vorhinein ein zugelostes Thema zu bearbeiten und einen Vortrag von 20 Minuten vorzubereiten. Pünktlich um neun Uhr begannen die Vorträge. Themen wie Tiki Drinks, Barkarten, Gin, Pisco, Prohibition und einige mehr wurde vorgestellt.

Vorträge

Pisco Präsenation – Junior Akademie 2010

Im Anschluss an die Mittagspause begann dann die Drink Competition. Die Rezepte der Cocktails mussten weder vorher eingereicht werden noch waren sie an einen Sponsor gebunden. Somit hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit ihrer Kreativität freien lauf zu lassen. Unüblich auch, dass nur ein Drink herzustellen war. Allerdings wurde einem während der Herstellung die eine oder andere Frage von Seiten der Jury gestellt. Teilweise auch sehr spezifische Fragen.

Hier die Rezeptur mit der ich angetreten bin:

Namenloser DBU Cocktail

  • 5 grüne Trauben
  • 5cl Pisco Quebranta
  • 2cl Holunderblütensirup
  • 3cl Limettensaft

Cocktails

Der vorletzte Tag endete etwas früher was uns ein wenig mehr Zeit ließ um uns im Hotel frisch zu machen. Im Anschluss waren wir dann zum „Abschlussessen“ im Gosch in Warnemünde. Hier wurde uns ein köstliches Drei-Gänge Menü serviert. Das Abfallen der Anspannung der letzten Tage war an diesem Abend durchaus zu spüren. Deshalb wurde auch beschlossen noch einen Absacker im Seehund zu nehmen.

Diese typische Kneipe wurde am Abend davor schon ausgiebig von einigen Mitgliedern der Jury getestet. Nach einigen Bieren ging es dann gegen halb zwei zurück ins Hotel. Hier wurde sich dann noch bei einigen leckeren Drinks gemeinschaftlich auf den am nächsten Tag anstehenden schriftlichen Test vorbereitet.

Der letzte Tag der Junior Akademie stand an. Am Morgen galt es den letzten Teil, der Ausschlag auf das Ergebnis hatte, zu meistern. In einem Test mit ca. 30 Fragen konnte man zeigen was man die vergangenen Tage alles gelernt hatte. Die Fragen kamen nicht nur aus den Vorträgen sondern bezogen sich auch auf die Besichtigung von AIDAblu, den Vortrag von Bacardi, etc.

Test

Gegen 14:00Uhr stand dann das Ergebnis der diesjährigen Junior Akademie fest. Als bester Teilnehmer schloss Markus Kern ab.

Ein kleines Fazit

Es waren vier anstrenden Tage mit einem Niveau, das ich so nicht erwartet hätte. Ganz klar ist, dass es sich um einen Wettbewerb handelt, der sich an junge Barkeeper richtet. Die Inhalte stimmen mit dem Konzept zu 100% überein. Ganz besonders gut gefallen hat mir die Bewertung der Person. Die Jury bewertet nicht nur die Fakten sonder man wurde auch über die gesamten vier Tage beobachtet und das Verhalten jedes Einzelnen floss mit einem nicht kleinen Anteil an der Gesamtwertung in das Ergebnis mit ein. Das erste Mal habe ich auch erlebt, dass es ein Feedback an die Teilnehmer von der Jury und den Veranstaltern gab. Die Jury nahm sich für jeden Teilnehmer Zeit um die Bewertung des Verhaltens jedes Einzelnen zu erklären. Diese Gespräche dauerten bei 11 Teilnehmer gut einen halben Tag.

Für die Teilnehmer im nächsten Jahr wünsche ich mir vor allem eines: MEHR ZEIT!

Zum Schluß möchte ich mich noch bei der Organisationsteam bedanken. Sowie bei Ana Rosa Trelles Santana von Vinas de Oro, von der ich total unkompliziert ein Paar Flaschen des Pisco Quebranta und Pisco Italia, sowie weitere Informationen für meinen Vortrag bekommen habe.

 
2 Kommentare
  1. Katharina Bittner

    Hallo Sascha,

    deine E-Mail-Adresse blog [at] junsas [Punkt] de funkioniert leider nicht. Kannst du mir eine andere geben?

    Danke und viele Grüße
    Katharina

  2. Hallo Katharina,

    die Adresse sollte funktionieren. Was für einen Fehler hast du denn erhalten?

    Grüße Sascha

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