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Die Geschichte des Gins Teil 3

Die Geschichte des Gins Teil 3

June 8, 2010 |  by  |  Zutaten  |  Share

1690 – The Distilling Act

Die Herstellung von Gin wurde im Jahre 1690 von dem britischen Parlament erleichtert. Das Gesetz zur Förderung des Destillierens von Branntwein und Spirituosen aus Getreide. Es ermöglichte jedem die Destillation von Getreidespirituosen. Damit sollten die englischen Brenner gefördert werden, um die Lücke, die durch das Importverbot des französischen Brandys hervorgerufen wurde, zu schließen. Es wurde zudem eine geringe Steuer auf Alkohol erhoben, um den Krieg des Königs zu finanzieren. Von diesem Gesetz profitierten jedoch nicht nur die Brenner sondern auch die englischen Bauern, die ihre Überschüsse an produziertem Getreide an die Brenner verkaufen konnten. Damit konnten die Bauern höhere Pachten für ihr Land bezahlen. Wie es der Zufall wollte waren zu dieser Zeit die beiden Häuser des britischen Parlaments vorwiegend von den Grundbesitzern an die, die Bauern ihre höheren Mieten bezahlten, besetzt. Der König benötigte unbedingt die Stimmen aus den beiden Häusern, um seinen Krieg gegen Frankreich weiter fortsetzen zu können.

1691 – Tonnage Act

Ein weiterer Krieg trug zum Aufstieg des Gins bei – der Krieg der Grand Alliance (auch bekannt als die Liga von Augsburg). Wie die vorangegangenen Kriege, hinterließ auch dieser im britischen Haushalt seine Spuren. Was 1694 zur Gründung der Bank of England und dem Beschluss des „Tonnage Act“ führte. Dieses Gesetz ermöglichte der Regierung Zölle auf Schiffe nach ihrer Tonnage zu erheben, ebenso auf Bier und anderen alkoholischen Getränken. Die Besteuerung von Bier erhöhte den Preis in drastischem Maße, sodass es kaum einen Unterschiede machte Bier oder Gin zu trinken. Viele Menschen in der Bevölkerung wurden dadurch ermuntert zum ersten Mal Gin zu probieren und er gefiel.

Durch dieses Gesetz wurde die Herstellung von Destillaten weiter vereinfacht, jeder konnte Spirituosen herstellen. Er musste dies nun in einem Zeitraum von zehn Tagen, bevor man mit der Herstellung begann, öffentlich bekannt geben.

1695 – Die Gründung von De Kuyper

Berühmt für seinen Genever und seine Liköre, wurde die niederländische Firma De Kuyper im Jahre 1695 gegründet. Der frisch verheiratete Petrus de Kuyper gründete die Firma in Horst in Limburg im Süden der Niederlande. Ursprünglich war De Kuyper ein Hersteller von „kuipen“ (Holzfässer für den Transport von Genever und Bier).

Im Jahre 1729 zog Jan de Kuyper  (dritter Sohn von Petrus) mit seiner Frau Anne Custers nach Rotterdam und eröffneten dort einen Krämerladen

Es gibt bis heute keinen Nachweis darüber, ob dieses von Jan de Kyper eröffnete Geschäft mit Spirituosen handelte. Im Jahre 1752 übernahm Jan de Kuyper eine Destillerie, im damaligen Zentrum der Genever Herstellung, in Schiedam. Diese Distilerie verkaufte er zwei Jahre später. Die Familie de Kyper war aber zum Herstellen von Spirituosen bestimmt. Die zwei Söhne von Jan de Kyper, Johannes und Peter, die bis 1769 mit Brandy gehandelt hatten, gingen eine Partnerschaft ein um eine Destillerie in Rotterdam zu kaufen. Dies war die Basis für das bis heute in der 10. Generation betriebene Familien-Unternehmen.

1702 – Brandy Nan

Im Jahre 1702 erhielt Queen Anne den Beinamen “Brandy Nan”. Sie war für ihrer Vorliebe von Schnaps gemischt im kalten Tee, den sie aus einer scheinbar unschuldigen Teekanne trank, bekannt.

Queen Anne erhöhte unabsichtlich die Produktion von Gin, indem Sie die Urkunde, die von Charles I, der Worshipful Company of Distillers, über die Gewährung der alleinigen Rechte in den Städten von Westminster, London und im Umkreis von 21 Meilen Getreide zu destillieren, entzog. Hunderte von „backstreet“ Brennereien entstanden und innerhalb einer Generation ertranken sich die Londoner Slums mit Gin. Erst mit dem gänzlichen Widerruf der „Distillers Company Charta“ konnte man die Qualität der produzierten Spirituosen wieder sicherstellen.

1714 –  Die erste schriftliche Erwähnung des Wortes Gin

Die erste bekannten schriftlichen Erwähnung des Wortes Gin, kann man in dem Buch “The Fabel of the Bees, or Private Vices, Publick Benefits “von Bernard Mandeville aus dem Jahre 1714 finden. Er schrieb: “Der berüchtigte Schnaps, dessen Namen deriv ‘d, von Wacholderbeeren aus dem Niederländisch abgeleitet, ist, ist in heutiger Zeit durch häufigen Gebrauch … zu einem Wort, von mittlerer Länge, nämlich Gin geschrumpft.” Übrigens, die niederländische Bezeichnung “Genever” oder “Jenever” wurde dem alten französischen Wort „Genevre“ entlehnt (modern Französisch Genievre,) was soviel wie “Wacholderbaum” bedeutet, dass sich wiederum von dem lateinischen Wort für Wacholderbaum ‘Juniperus’ ableitet.

 

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