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Die Geschichte des Gins Teil 2

Die Geschichte des Gins Teil 2

May 6, 2010 |  by  |  Zutaten  |  Share

1622 – Erstes überliefertes Rezept

Im Jahre 1622 wurde in Amsterdam ein Rezept für „Aqua Juniper“ veröffentlicht. Wer und wann genau dieses Rezept veröffentlicht wurde ist bis heute leider nicht bekannt.

1638

Im Jahre 1638 trafen sich Theodore De Mayerne, der später als „The Father of English Distilling“ bekannt wurde, und Thomas Cademan, der Arzt der Königin, um „The Worshipful Company of Distillers“, ein bis heute existentes Unternehmen in London, zu gründen. Durch die Verbindung zum Königshaus stellte ihnen Charles I eine Urkunde aus, in der er dem Unternehmen die exklusiven Rechte der Herstellung von Alkohol aus Getreide in London und Westminster und im Umreis von 21 Meilen der beiden Orte zusprach. Dies gewährte den Beide dein Monopol auf die Herstellung von Spirituosen und Essig. Sie setzten Qualität- und Produktionsstandards, die sie in einer Broschüre namens „The Destiller of London“ dokumentierten. Diese Broschüre verbot zudem den Verkauf von „Low Wines“.

Theodore de Mayerne

Theodore de Mayerne

Wie niederländische Genever, musste englischer Gin zweimal destilliert werden (wie heute). Im ersten Schritt produzierten die „Malt Distillers“ aus Gerstenmalz und anderen Getreiden den sogenannten „Low Wines“. Dies geschah in großen Mengen, deshalb gab es nur wenige Produzenten in London, die durch die „Worshipful Companie“ vertreten wurden.

Der zweite Schritt bestand darin, dass diese produzierten „Low Wines“ zu Destillerien gebracht wurden. Hier wurden sie aromatisiert und wenn nötig verschnitten und zum Schluss auf  Trinkstärker herabgesetzt.

1663 – Samuel Pepys

In den frühen 1600ern wurde Gin in den Hafenstädten von London, Plymouth, Portsmouth und Bristol destilliert. Der Genuss von Gin stand zu dieser Zeit unter dem Vorwand die Gesundheit zu unterstützen.

Samuel Pepys beschreibt genau die Auswirkungen, die dem Gin damals zugesprochen wurden. Am 9. Oktober 1663 berichtet er: „Mein großer Anfall von Schmerzen“. Am nächsten Tag berichtet er von „Schmerzen beim Wasserlassen … Sir J. Minnes und Sir W. Batten [seine Arbeitskollegen], hatten zu mir gesagt, dass ich Wacholder Wasser zu mir nehmen solle, und Sir W. Batten schickte seine Frau mit dem starken Wasser aus Wacholder zu mir. Ob das oder etwas anderes, mich von meinem Tiefgang erholen lassen konnte, kann ich heute nicht sagen, aber ich hatte ein paar Stühle anschließend.“ Vielleicht ein wenig zu viel Information, aber der Nachweis über die Verwendung von Wacholder als Diureticum zu dieser Zeit.

1689 – Wilhelm von Oranien

Die Ankunft der Niederländer auf dem britischen Thron lässt den Gin von der Medizin zum Modegetränk werden. Der Nachfolger von James I, James II war umstritten, aber der neue König hatte die diplomatische Unterstützung der Katholiken, was ihm bei seinen englisch-protestantischen Untertanen und dem Parlament gleichermaßen unbeliebt machte. Der König, die führenden Persönlichkeiten des Landes wurde schließlich im Jahre 1688 zur Flucht nach Frankreich gezwungen.

William of England

William of England

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Frankreich versucht William seinen Gegner wirtschaftlich zu schwächen. So begann die englische Blockade gegen französische Waren. Zu diesem Zeitpunkt erfreuten sich die französischen Spirituosen in England jedoch höchster Beliebtheit. Rum hatte sich noch nicht durchgesetzt, Whisky wurde nur von den Schotten und den Iren genossen, und Wodka war hunderte von Jahren vom Ausbruch aus Polen und Russland entfernt. So begann man Genever aus Holland zu entdecken. Gin hatte Getreide als Grundlage gleich wie bei Genever, so konnte er auch in England hergestellt werden. So trat Genever und Gin schnell an die Stelle der schwindenden französischen Destillate.

Genever wurde das Modegetränk am William und Marys Königshof in Kensington, der Konsum stieg schnell an. Der Hofstaat wollte seine Unterstützung Ihres neuen Königs und seinem protestantischen Glauben durch den Genuss von Genever zeigen.

 

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