Archive for October, 2009

Stuttgart: Vertical Whisky Tasting

Posted in Stuttgart on October 29th, 2009 by Sascha – 5 Comments

Vorgestern Abend fand das bereits zweite Vertical Whisky Tasting der Stuttgart Nightwalkers statt. Organisiert wurde es wieder von Florian Neumann (Tonstudio, Muttermilch) und Dino Zippe (o.T. Bar), die sich aber bis auf einige Worte zu Beginn des Tastings im Hintergrund hielten. Durch das Tasting leitete Helmut Knöpfle, der als “Marketing Manager On-Trade” für die Schlumberger Vertriebsgesellschaft tätig ist. Auf  lockere Art und Weise vermittelte er Grundlagen zur Geschichte, Herstellung, Lagerung, Marketing/Vertrieb und Verkostung von Whisky, speziell dem schottischen. Unter anderem weiß ich jetzt, dass “Glen” im Deutschen “Tal” bedeutet, dass Namen mit mehr als zwei Silben (z.B. Glenmorangie) auf die zweite Silbe betont werden, dass der Flug zur Insel Islay sehr abenteuerlich sein kann, die Mitarbeiter von Bowmore einen sehr undeutlichen Akkzent haben und dass die Erderwärmung auch seine positiven Seiten hat. ;-)

Vertical Whiskey Tasting

Vertical Whisky Tasting

Verkostet wurden insgesamt sieben Whiskies aus drei verschiedenen Distillerien, aus jeweils unterschiedlichen Gebieten Schottlands.

Glen Garioch

Den Anfang machte ein Single Malt aus der Glen Garioch (Aussprache: Glen Gieri, Bedeutung: Tal der Getreidekammer/Getreidemühle)  Distillerie in den Highlands, welcher acht Jahre in Bourbon Fässern gereift wurde. Glen Garioch ist die östlichste der schottischen Distillerien (Oldmeldrum bei Aberdeen) und wurde 1797 offiziell eröffnet.

Glen Garioch 8 Jahre

Der acht jährige Whisky ist hellgold in der Farbe, riecht süßlich und blumig, schmeckt ebenso leicht süßlich nach Honig, Malz und ein wenig Torf. Für den Anfang ein recht milder, jedoch unspektakulärer Single Malt.

Auchentoshan

Als nächstes wurden zwei Whiskies der Auchentoshan Distillerie aus dem schottischen Lowland vorgestellt. Auchentoshan (Ecke des Tals) wurde 1823 gegründet und unterscheidet sich von den meisten anderen Distillen, da der Whisky, nach irischem Vorbild dreimal destilliert wird. Er wird dadurch weicher/milder, verliert jedoch auch etwas an Grundcharakter.

Auchentoshan Classic

Der Auchentoshan Classic wurde sieben bis neun Jahre in gebrauchten Fässern des Bourbon Herstellers Heaven Hills gelagert. Die Farbe ist wie beim Glen Garioch hellgold und auch den Geruch und Geschmack empfand ich als ähnlich, jedoch etwas langweiliger. In der Nase waren hauptsächlich Vanille- und Zitrustöne zu finden, welche mit ein wenig Rauch auch beim Geschmack zu finden waren. Der Abgang war kurz und nicht der Rede wert.

Auchentoshan Three Wood

Dieser zwölf -jährige Single Malt reifte zuerst zehn Jahre in gebrauchten Bourbon Fässern und wurde dann 1 1/2 Jahre in Sherry Fässern und ein halbes Jahr in PX Fässern veredelt. Im Geruch machte sich auch sofort der Sherry bemerkbar, welcher auch den Hauptteil des Geschmacks ausmachte. Leider wurde das positive Bild etwas von der Schärfe des Whiskies getrübt.

Auchentoshan 21 Jahre

Der älteste Whisky an diesem Abend war der Auchentoshan 21 – nur knapp zwei Jahre jünger als ich selbst. :-) Ausgeschenkt wurde er leider erst ganz zum Schluss, so dass manche nur wenig oder gar nichts probieren konnten. Schade, denn dieser Single Malt war echt klasse. Im Geruch fruchtig, leicht süß und malzig, war auch der Geschmack sehr mild, aber intensiv. Dazu gesellten sich wieder Zitrus- und süßliche Vanilletöne. Der Abgang war recht lang und mild. Rauch oder Torf war im Gesamten fast nicht zu finden.

Bowmore

Die letzen drei Whiskies kamen von der Islay Distillerie Bowmore. Diese wurde 1779 gegründet und liegt 3km vom Fluß Laggan entfernt, welcher auch als Wasserquelle für die Whiskies genutzt wird.

Bowmore Legend

Der erste Bowmore, der uns präsentiert wurde war der Einstiegs-Malt namens Legend. Dieser zeigte schon im Geruch sehr deutlich, wo er herkommt – Rauch und Torf dominierten. Überraschend war dann allerdings, dass der Rauch im Geschmack nach ein paar Schlücken in den Hintergrund trat und herben Zitrusaromen und wieder einer leichten Süße (Sherry?) Platz machte. Im Abgang war zum Augleich wieder der Rauch und Torf im Vordergrund.

Dieser Whisky hat mich total überrascht – normal mag ich keine torf- und rauchige Whisky, doch diesen fand ich lecker. Klar ist er keine Rauchbombe, doch für meine Verhältnisse war es ein neuer Spitzenwert.

Bowmore Darkest

Als nächstes bekamen wir wieder einen Single Malt, der zuerst in Bourbon Fässern (12 Jahre) und danach in Sherry Fässern (3 Jahre) reifte, was man auch sofort im Geruch und Geschmack bemerkte. Sherry dominierte sowohl Geruch, Geschmack und Abgang des Whiskies, ohne jedoch andere Aromen komplett zu überlagern. Ein süßer Whisky, den man schön entspannt trinken kann.

Bowmore Cask Strength

Zum Schluss des Vortrages wurde der Bowmore Cask Strength gereicht, welcher mein Favorit des Abends war. Er lagerte 16 Jahre in Bourbon Fässern und wird mit 56 % abgefüllt. Für diesen Alkoholgehalt fand ich ihn jedoch überraschend mild und fand vor allem interessant, dass der Geschmack zuerst trocken war, dann aber ins Süße umschwenkte und im Hintergrund immer ein wenig Rauch und Torf dabei war. Sehr schön. :-)

Insgesamt ein sehr schöner Abend, mit zwei bzw. drei sehr engagierten Gastgebern, einem gutgelaunten und mit Wissen vollgepackten Referenten, einer schönen Whisky Auswahl und netten Teilnehmern. Ich freue mich schon auf das nächste Tasting Ende November, welches sich vorrausichtlich dem Gin widmen wird.

Bleibt nur noch eine Frage: Warum eigentlich “Vertical”? :-)

1. Bartender Meet n’Greet in Stuttgart

Posted in Stuttgart on October 25th, 2009 by Hannes – 3 Comments

Stuttgart und seine Umgebung hat viele schöne Dinge zu bieten. Sei es die Weinberge, die schöne Landschaft oder das gute Essen. Aber eines konnte man bisher von Stuttgart noch nicht behaupten, das es ein besonders gutes Bartender Netzwerk gibt. Es liegt meiner Meinung nach nicht daran das es keine Bars in Stuttgart gibt, davon gibt es genug und mittlerweile sogar ein paar sehr gute Adressen. Bisher hat es schlicht und einfach an der Initiative gefehlt und so werkelte jede Bar für sich alleine.

Doch seit einiger Zeit hört man ein Raunen das durch Stuttgart geht. Man will großen Städten wie Berlin und Hamburg nicht mehr nur hinter her laufen sondern eigene Maßstäbe setzen. Stuttgart braucht eine eigene Barkultur mit seinem eigenen Charme. Dieser Idee haben sich allem voran zwei Bartender aus Stuttgart verschrieben und den ersten Bartender Meet n’Greet Stuttgarts ins Leben gerufen. Dino Zippe (o.T. Bar) und Florian Neumann (u.a. Bar/Club Muttermilch) luden dazu am 19. Oktober in die Räumlichkeiten der Mixschule Stuttgart ein, um den Startschuss für das neue Bartender Netzwerk zu geben. Schon zuvor wurde über die neu gegründete Facebook Gruppe Stuttgart-Nightwalkers und persönliche Kontakte viel Werbung betrieben.

Veranstalter Bartender Meet N Greet

Nach der obligatorischen Bartender ¾-Stunde hatten sich dann knapp 20 Bartender aus Stuttgart und Umgebung eingefunden denen an diesem Abend einiges geboten werden sollte. Zu Beginn erläuterten Florian und Dino Ihre Idee des Stuttgarter Netzwerks nochmals genauer und zeigten dabei, dass es beim Bartending um mehr als nur das pure Mixen geht. Dimi Lazaridis, der Organisator der Messe Barkultour stellte sein Konzept der im Jahr 2010 stattfindenden Veranstaltung im Anschluss kurz vor. 2010 beginnt also schon ganz im Sinne der Bar in Stuttgart. Das darauf folgende Tasting verschiedener Spirituosen der beiden Initatioren kam beim Publikum sehr gut an. Dabei wurden neben mehreren Gins, der Spirituose des Jahres (Swedish Punch) und Tequila auch  parallel Cocktails zu den entsprechenden Kategorien gemixt. Es überzeugte vor allem die Kombination aus Purtest und Mixingergebnis, so war der ein oder andere Bartender von der bisher unbekannten Tommy’s Margerita zu recht begeistert.

Tasting Meet N Greet

Walter Fröscher, bekannt durch seine Mixschule und seine langjährige Erfahrung, stellte neben den Räumlichkeiten und zwei Unterstützern hinter der Bar noch eine Kleinigkeit zu essen sowie Kuchen zur Verfügung. Nach gut 1,5 Stunden war der offizielle Teil beendet und jeder der Teilnehmer war dazu aufgerufen bisher unbekannte Spirituosen aus der reichhaltigen Sammlung Walter Fröschers zu probieren und sich dabei mit den Kollegen auszutauschen. So kam es das noch einige Stunden diskutiert, fachgesimpelt und neue Kontakte geknüpft wurden bis sich die Veranstaltung gegen 12 Uhr langsam auflöste.

Rundum kann man von einer gelungenen Veranstaltung sprechen der hoffentlich noch weitere folgen werden. In naher Zukunft wäre hier z.B. das Vertical Whisky-Tasting am 27. Oktober im Tonstudio in Stuttgart zu nennen das leider/bemerkenswerterweise schon restlos ausgebucht ist. In diesem Sinne kann ich nur sagen das Stuttgart auf einem sehr guten Weg ist und man in Zukunft noch vieles über die größte Stadt Baden Württembergs hören wird!

Webweites #5

Posted in Webweites on October 22nd, 2009 by Sascha – 1 Comment

Bitters…

Neben den neuen The Bitter Truth Bitters gibt es noch weitere Neuigkeiten in der Bitters Welt:

  • Boudreau’s Bitters: Der bekannte Bartender und Blogger Jamie Boudreau arbeitet im Moment an zwei eigenen Bitters – Cherry und Boker’s. Erscheinen werden beide wahrscheinlich noch vor Ende des Jahres.
  • Adam Elmegirab Bitters: Schon erhältlich sind die Boker’s Bitters von Adam Elmegirab. Dieser hatte Anfang des Jahres das “Jerry Thomas Project” gestartet und wollte alle Rezepte des ersten Cocktailbuches von Herrn Thomas nachmixen. Schon bald musste er aber feststellen, dass ihm der damals viel verwendete Boker’s Bitters fehlte. Leider wird diese wichtige Cocktailzutat schon seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt. Aus diesem Grunde fing Adam an, eine eigene Version des Bitters herzustellen und verschickt diese seit  ca. drei Monaten mit großem Erfolg in alle Welt. Weitere Bitters sollen in kürze folgen. Einen detailierten Artikel zum Boker’s Bitter von Adam wird es demnächst hier zu lesen geben.
  • Reinventing bitters – House-made concoctions give cocktails a signature spin: Schöner Artikel über hausgemachte Bitters in Bars.

The Bibulo.us Guide to Your Home Bar

Auf Bibulo.us ist ein nette Reihe von Artikeln erschienen, die sich an Cocktailanfänger richtet. In jedem Teil dreht sich alles um einen Cocktail – welche Zutaten braucht man, was ist bei der Zubereitung zu beachten, usw.

Gin History by Angus Winchester

Mr. Winchester hat auf der Website World Class einen zweiteiligen Artikel über die Geschichte des Gins geschrieben. Sehr interessant!

Verschiedene Videos/Podcasts

Verschiedene Bücher

Verschiedene Artikel

Rum Company

Posted in Allgemeines on October 21st, 2009 by Sascha – 1 Comment

Vor ein paar monaten entdeckte ich einen Link zur Rum Company, deren Website damals nur eine “Comming Soon” Nachricht enthielt. Mit der Zeit hatte ich den Link jedoch total vergessen und entdeckte ihn erst wieder als ich vor ca. 2 1/2 Monaten beim Lesezeichen sortieren drüber stolperte. Nach kurzer Verwunderung wo der Link denn herkommt, wollte ich die Seite schon als 0815 Shop abstempeln, bemerkte aber nach kurzem surfen, dass es einiges zu entdecken gab:

Probierfläschchen

Rum Company ist der einzige mir bekannte Shop, der von (fast) allen verfügbaren Flaschen kleine 4cl Pröbchen zum verkauf anbietet. So kann man teurere Sachen bequem vorher probieren, ohne sich gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Leider lohnen sich die Proben erst ab einen Flaschenpreis von ca. 40€, da Proben aller Flaschen bis ca. 50€ alle 7€ kosten. Bei einem günstigen Rum lohnt es sich daher eher gleich eine Flasche zu kaufen, da die Probe relativ gesehen zu viel kostet. Nichts desto trotz eine super Sache, die ich mittlerweile auch schon öfters genutzt habe.

Alchemyst Range

Ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland ist die Alchemyst Produktpalette, die im Rum Company Shop angeboten wird. Diese wird von Gordon Wright zusammengestellt, der Whiskey Trinkern kein unbekannter sein dürfte (Springbank, Bruichladdich). Sie umfasst neben Whiskey, Armagnac und  Calvados auch einen Rhum Agricole aus der Gardel Distillery in Guadalupe (mittlerweile geschlossen). Dieser ist 10 Jahre gereift und wird als Einzelfassabfüllung mit 46% verkauft. Ich habe zwar noch nicht all zu viele Rhum Agricole probiert, jedoch finde ich diesen sensationell und kann ihn nur empfehlen!

Whiskey Fair Rum

Für die Whiskey Fair 2009 in Limburg wurde ein eigener Rum Blend erstellt, dessen einzelne Rums aus verschiedenen Ländern der gesamten Karibik stammen und bis zu 15 Jahre im Fass gereift sind. Beim Blenden wurde vor allem, neben dem Geschmack natürlich, auf einen interessanten und komplexen Geruch geachtet. Leider wurde dieser Rum nur in kleinen Mengen abgefüllt und ist bist auf ein paar Probefläschchen inzwischen ausverkauft. Schade!, denn auch dieser Rum weiß zu gefallen, obwohl er nicht gerade günstig ist. Glücklicherweiße wird es in Kürze eine Neufauflage dieses Rums geben, welche mit einem 10 und 20 jährigem Blend ergänzt wird.

Rum Club

Zusätzlich zum Einzelkauf der Probierfläschchen gibt es auch die Möglichkeit dem Rum Club beizutreten, dessen Mitglieder im Quartal sechs verschiedene Proben per Post erhalten und diese bewerten können. Hierbei wird vor jeder Quartalsverkostung angekündigt, welche Rumsorten in Paket enthalten sind, so dass man gegebenenfalls ein Quartal aussetzen kann, falls man schon alle Rumsorten kennt. Die Tastings werden mit Infoblättern begleitet, die allerlei wissenswertes über den Rum selbst und die jeweilige Distillerie zusammenfassen. In Zukunft soll es zudem auch spezielle Angebote für die Mitglieder geben.

Rum After Work Lounge

Gegründet wurde die Rum Company dieses Jahr von Martin Heim, Wolfgang Weimer und Frank Zimmermann.  Alle drei haben sich voll dem Rum verschrieben und das merkt man sofort wenn sie anfangen über die mehr als 300 Rums zu erzählen, die in ihrer Lounge in stehen und nur darauf warten probiert zu werden. Möglich ist dies jeden Freitag von 17Uhr bis 19Uhr in Miltenberg am Main. In diesen zwei Stunden kann man nahezu alle vorhandenen Rums zu fairen Preisen probieren und über deren Geschmack philophisieren. Doch darüber mehr in einem gesonderten Artikel. ;-)

Rum Company Gründer, Quelle: Rum Company

Rum Company Gründer, Quelle: Rum Company