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Thoughts of a mixology novice

American Whiskey

American Whiskey

August 1, 2009 |  by  |  Zutaten  |  Share

Ich sollte aufhören, Artikel anzukündigen… irgendwas kommt immer dazwischen. Soviel sei gesagt, die nächsten Artikel werden sich mit der Whiskey Rebellion, George Washingtons Rye Whiskey, der Prohibition und ihren Auswirkungen auf Rye Whiskey, sowie der “Wiederentdeckung” von Rye Whiskey in den letzten Jahren beschäftigen. Je nach dem wie viel Zeit meine Bachelor Thesis verschlingt, kann es aber noch ne Weile dauern. ;)

Getreide

Rye Whiskey

Whiskey aus Roggen kann als Ursprung des amerikanisches Whiskey angesehen werden. Die Siedler kannten das Getreide aus Europa und es gedeite prächtig auf dem Boden der neuen Welt. Das ebenfalls bekannten Gerste, welches in Schottland und Irland für die Whiskey Produktion genutzt wurde, erforderte mehr Pflege und wurde so wenig bis gar nicht angebaut. Wann der erste Whiskey in den heutigen USA hergestellt wurde, kann leider nicht mit Sicherheit gesagt werden. Genauso wenig bekannt ist, wer dafür verantwortlich war. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass schottische, irische und deutsche Einwanderer die Whiskey Herstellung verbreitet haben, als im 18ten Jahrhundert mehr und mehr Menschen aus diesen Ländern in die USA geströhmt sind. Bald wurde es zur Normalität, dass Farmer entweder eine eigene kleine Distillerie besaßen oder es eine gemeinschafftliche, größere Distillerie gab, um überschüssiges Getreide in Alkohol zu verwandeln. Dieses konnte einfacher und länger gelagert werden und machte ebenso beim Transport weniger Arbeit (es wurde gesagt, dass ein Pferd ca 4 Scheffel Getreide, aber Whiskey aus ca 24 Scheffel Getreide transportieren konnte). Da die Siedler in den westlicheren Gebieten eher auf sich allein gestellt waren und zum Beispiel kein Geld exisitierte, entwickelte sich Whiskey zu einem anerkannten Zahlungsmittel.

Natürlich wurde Whiskey auch getrunken, aber im Allgemeinen war Rum von den britischen Inseln und der Ostküste der USA das bevorzugte alkoholische Getränk. Der Whiskey von damals, was eins zu eins auch auf Rum übertragbar ist, kann allerdings nicht mit heutigen Produkten verglichen werden. In den meisten Fällen war er ungelagert und schmeckte sehr rau. Falls eine Spirituose gelagert war, war das eher ein Nebeneffekt des Transports und keine absichtliche Veredelung des Produktes.

Mit der Zeit passte sich die Rye Whiskey Herstellung der immer größeren Produktionsmenge an und es gab immer mehr Distillerien, die sich voll auf die Whiskey Herstellung konzentrierten und nicht nur eigenes überschüssiges Getreide verdelten. Diese Whiskey Hersteller kauften entweder Getreide von Farmern ein oder verarbeiteten Getreide im Auftrag der Farmer und behielten dafür einen kleinen Teil des resultierenden Whiskeys als Bezahlung.

Nachdem die USA ihre Unabhängigkeit erlangte, viel Rum drastisch im Ansehen der Amerikaner, da es als Zeichen der englischen Unterdrückung galt. Viele sahen sich so nach neuen Alkoholquellen um und Rye Whiskey wurde immer beliebter. Rum erholte sich zwar wieder, doch Rye blieb bis zur Prohibition Anfang des Zwanzigsten Jahrunderts die beliebteste Spirituose der Amerikaner.

Heutzutage darf sich Whiskey Rye Whiskey nennen, wenn die Maische aus mindestens 51% Roggen besteht, er in den USA hergestellt wird, zu nicht mehr als 80% distilliert wird und in neuen, ausgekohlten Eichefässern gelagert wird. Hierbei darf der Alkoholgehalt des Whiskeys in den Fässern nicht mehr als 62.5% betragen. Sollte der Whiskey für mindestens 2 Jahre gelagert worden sein, kann der Zusatz “Straight” verwendet werden. Fall der Whiskey aber weniger als 4 Jahre gereift wurde, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Abgefüllt muss Rye Whiskey mit mindestens 40% werden.

Vintage Rye

Vintage Rye

Bourbon Whiskey

Im heutigen Kentucky bauten die Siedler, im Gegensatz zu den östlicheren Gebieten der USA, kein Roggen an, sondern Mais. Dieses wurde schon seit mehreren Tausend Jahren von den Ureinwohnern angebaut und gedeiht im Klima Kentuckys besser als das bekannte Getreide aus der alten Welt.

Die erste permanente Siedlung in Kentucky (damals noch Teil von Virginia) wurde 1774 gegründet und nach James Harrod benannt: Harrodstown bzw. Fort Harrod. Nicht lang nach den ersten Ernteerträgen, sollen die Siedler dort mit der Whiskeyherstellung begonnen haben, um ihr überschüssiges Getreide zu verarbeiten. Natürlich wuchs die Einwohnerzahl mit der Zeit und so gehörten schon bald einige wichtige Persöhnlichkeiten zu den Siedlern in Kentucky: Jacob Beam (Urgroßvater von Jim Beam), Robert Samuels (Vorfahre von Maker’s Mark Präsident Bill Samuels), Basil Hayden (Großvater des Old Grand-Dad Gründers R. B. Hayden) und Daniel Weller (Großvater von W. L. Weller).

Doch wie kam Bourbon zu seinem Namen? Alle anderen Whiskeysorten wurden nach einem ihrer Grundbestandteile benannt, so dass Bourbon Whiskey durch die Nutzung des Namens einer französischen Adelsfamilie stark aus der Reihe tanzt. Viele Bücher Begründen dies ungefähr so:

Early in the colonial history of America, a Baptist minister, Elijah Craig, established a still in Georgetown, Kentucky and began producing whiskey from a base of corn. The still is said to have been one of the first in Kentucky and customers in neighboring towns christened his product Bourbon County Whiskey, from the county of origin.” – Alexis Lichine’s New Encyclopedia of Wines & Spirits

The name is due to the fact that the first whisky distilled in Kentucky was obtained from ground maize at the mill of one Elijah Craig, in Georgetown, Bourbon County. It was called Bourbon County Whisky at first, and the name Bourbon Whisky has been used ever since for whisky distilled wholly or chiefly from maize.” A Concise Encyclopedia of Gastronomy, von Andre L. Simon

Das Problem hierbei ist, dass Elijah Craig zwar einer der ersten Distiller in Kentucky war, jedoch sehr wahrscheinlich nicht der Erste. Außerdem beschreibt Charles K. Cowdery in seinem Buch Bourbon, Straight (das entsprechende Kapitel ist auch hier zu finden), dass Elijah Craigs Unternehmen sich nie in Bourbon County befand. Die Grenzen haben sich zwar öfters verschoben (die alten, großen Counties wurden mit der Zeit immer weiter verkleinert), doch befand sich die Distillerie nur in Fayette County (1780), dann in Woodford (1788) und letztendlich in Scott (1792), aber nie in Bourbon.

Bourbon County wurde 1785 gegründet und nach der bekannten französischen Adelsfamilie benannt (nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bekamen viele Orte französische Namen, um die Franzosen für ihre Hilfe im Krieg zu ehren). Dieses Gebiet wurde später in viele kleine Teile unterteilt, war aber trotzdem noch unter dem Namen Old Bourbon County benannt, was sich auch auf den Whiskey von dort übertrug, der Old Bourbon Whiskey genannt wurde. Mit der Zeit nahm man an, dass das Old im Namen sich auf das Alter des Whiskeys bezieht und der Name wurde auf Bourbon Whiskey reduziert. Die altbekannten Begründungen, wie Bourbon zu seinem Namen kam, sind also nicht ganz falsch, jedoch auch nicht ganz korrekt. Sie wurden jedoch leider so oft wiederholt, dass sie als Fakt angesehen werden. Gleich blieb jedoch bis heute, dass Bourbon Whiskey ein Destilat bezeichnet, dass hauptsächlich aus Mais hergestellt wird.

Bourbon Whiskey muss mindestens einen 51%igen Anteil an Mais in der Maische besitzen, in den USA hergestellt werden, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und in neuen, ausgekohlten Eichefässern lagern. Sollte der Whiskey für mindestens 2 Jahre gelagert worden sein, kann der Zusatz “Straight” verwendet werden. Fall der Whiskey aber weniger als 4 Jahre gereift wurde, muss das Alter auf dem Label der Flasche angegeben sein. Bourbon Whiskey muss mit mindestens 40% abgefüllt werden.

Durch den variablen Anteil an Getreide von 49% der Maische kann es passieren, dass z.B. ein Bourbon einem Rye Whiskey sehr ähnlich ist. So hat der Evan Williams Single Barrel Bourbon, sowie der Four Roses Single Barrel 100° (35% Rye) einen hohen Rye Anteil und könnte in einem Tasting leicht für einen Rye Whiskey gehalten werden.

Elijah Craig

Elijah Craig

Tennesse Whiskey

Tenesse Whiskey unterscheidet sich zu Bourbon Whiskey nur dadurch, dass er in Tennesse hergestellt und zusätzlich durch eine Schicht aus Ahornzucker-Kohle (bed of sugar maple charcoal) gefiltert werden muss, welchen ihn besonders geschmeidig machen soll. Die einzigen beiden Firmen, die heutzutage noch Tennesse Whiskey herstellen sind Jack Daniels und George Dickel.

Jack Daniels

Jack Daniels

Blended American Whiskey

Blended American Whiskey muss mindestens 20% Straight Whiskey (egal welcher Sorte) enthalten. Der Rest des Blends ist ungereifter Neutralalkohol oder ungereifter, hochprozentiger Whiskey.

Corn Whiskey

Corn Whiskey muss mindestens 80% Mais in der Maische enthalten, zu nicht mehr als 80% distilliert werden und für mindestens 2 Jahre in neuen oder gebrauchten Fässern gelagert sein

Quellen

 
2 Kommentare
  1. Ich dachte imer amerikanischer Bourbon Whiskey würde zu mind. 51% aus Mais hergestellt, man lernt nie aus.

    • Da hast du auch Recht ;) Im Text steht: “Bourbon Whiskey muss mindestens einen 51%igen Anteil an Mais in der Maische besitzen, in den USA hergestellt werden, zu nicht mehr als 80% destilliert werden und in neuen, ausgekohlten Eichefässern lagern.”

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