Minze ist in Cocktails schon seit langer Zeit präsent, stand allerdings ziemlich lange alleine auf weiter Flur. In den letzten Jahren wurden jedoch immer mehr Kräuter, die in der Küche schon seit Jahrhunderten verwendet werden, auch in Cocktails verarbeitet. Doch welche Kräuter eignen sich dafür und wie kann man sie im heimischen Garten anbauen?
Basilikum
Basilikum gehört, wie alle anderen hier aufgeführten Kräuter, zu der Familie der Lippenblütengewächse und ist spätestens seit dem Gin Basil Smash von Jörg Meyer eine Pflichtzutat bei Cocktailabenden. Doch auch schon davor begeisterte der Basil Daiquiri, ein normaler Daquiri mit zusätzlichem Basilikum, die Cocktailliebhaber. Der Name Basilikum kommt vom griechischen Wort basileus, welches königlich bedeutet. Daher wird die Pflanze oft auch Königskraut genannt. Ursprünglich kommt es aus Afrika und verbreitete sich von dort nach Indien und schließlich nach Europa (allerdings unterscheidet sich der Ursprungsort je nach Quelle, Afrika – Indien – Europa wurde aber von vielen genannt).
Am bekanntesten dürfte das Genoveser Basilikum (Ocimum basilicum) sein, welches im Sommer in fast jedem Supermarkt zu finden ist. Neben diesem gibt es jedoch noch unzählige andere Sorten, z.B. das Thai Basilikum (sehr würzig), Zitronenbasilikum oder rotes Basilikum. Letzteres benutze ich in Form des African Blue (Ocimum kilimandscharicum x basilicum ‘Purpurascens’) auch für Cocktails. Dieses ist würziger als das normale Genoveser und gibt den Cocktails eine ungewöhnliche rote Farbe.

Genoveser
Prinzipiell kann man aber jede Basilikumsorte verwenden, solange es einem schmeckt.
Das Ciba Mato in Stuttgart verwendet zum Beispiel nicht das African Blue als rotes Basilikum, sondern das Rote Krause Basilikum (Ocimum basilicum ‘Purple Ruffles’). Hier ist wie bei fast allem probieren und variieren angesagt.

African Blue
Basilikum wächst sowohl auf der Fensterbank, als auch im Garten wunderbar. Allerdings sollte man es erst ins Freie stellen bzw. einpflanzen, wenn die Temperaturen hoch genug sind. Frost schädigt die jungen Plfanzen und optimalerweise sollte es nicht kälter als 16° werden. Daher kann man als Termin ca. Anfang/Mitte Mai anpeilen. Falls die Möglichkeit besteht Basilikum in den Garten oder auf den Balkon zu stellen, sollte man diese Orte der Fensterbank vorziehen. In der Natur wird es noch ein wenig aromatischer und wächst höher (einen großen Topf/Kübel vorausgesetzt).
Wichtig ist, dass es am Standort sonnig ist, da Basilikum keinen ganztägigen Schatten verträgt (wächst dort nur spärlich oder kann eingehen). Vom Boden her ist ein wasserdurchlässiger, humusreicher Boden am Besten. Ebenso muss man die Pflanzen regelmäßig gießen, so dass die Erde immer etwas feucht ist. Allerdings sollte in der Wohnung nur in den Untersetzer Wasser gegossen werden, da sonst die Erde schimmeln könnte. Die vielen kleinen Pflänzchen verdecken gerne mal die Sonne, so dass die obere Schicht schnell zu feucht werden kann.
Cocktails: Gin Basil Smash, Basil Daiquiri, Agave & Basil, Strawberry Basil Caipirinha
Salbei
Salbei gehört schon seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Heil- und Gewürzpflanzen. Ursprünglich kommt es aus dem Mittelmeerraum, wo es besonders in Küstengebieten wächst. Ich kannte Salbei lange Zeit nur als Tee, bis ich den Martinée Martini von Stephan Berg entdeckt hatte. Von Salbei gibt es knapp 1000 verschiedene Sorten, so dass die Auswahl besonders schwer fällt. Bei mir wächst gerade ein kleiner Strauch des großblättrigen Salbeis (Salvia officinalis), über das ich mich bis jetzt nicht beklagen kann. Salbei mag es am liebsten trocken und sonnig und sollte daher nicht so oft gegossen werden. Falls es genug Platz zum wachsen hat, kann es bis zu 60cm hoch werden.

Salbei
Cocktails: Matinée Martini
Thymian
Thymian kommt wie Salbei ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und liebt es daher ebenso sonnig und trocken. Schon im Mittelalter hielt es Einzug in die Klöster der nördlicheren europäischen Länder und ist schon lange als Würz- und Heilpflanze beliebt. Ich verwende die Sorte Thymus vulgaris ‘Faustini’. Allerdings sind Sortenangaben bei Thymian eher mit Vorsicht zu genießen, da diese recht junge Pflanzengattung noch regen Veränderungen ausgesetzt ist und sich Pflanzen daher nicht immer eindeutig kategorisieren lassen. Das Faustini gehört zu den kriechenden, buschigen und einfarbigen Sorten und hat auch den typischen Thymian Geruch.

Thymian
Cocktails: Raspberry Thyme Smash
Rosmarin
Rosmarin stammt aus den Küstengebieten des Mittelmeerraums, woher auch der Name der Pflanze stammt. Rosmarin kommt vom lateinischen ros marinus und bedeutet Tau und Meer, also Tau des Meeres oder auch Meertau. Im Heimatgebiet kann die Plfanze bis zu 2m hoch werden und ist winterhart. Bei uns ist sie meist kleiner und oft auch nicht winterhart, was aber auf die Sorte ankommt. Bis jetzt habe ich nur das normale Rosmarin Rosmarinus officinalis probiert, welches aber bestens für Cocktails geeignet ist. Ebenso wie Salbei und Thymian mag es Rosmarin trocken und sonnig und der Boden sollte am besten sandig, humusreich und wasserdurchlässig sein.

Rosmarin
Cocktails: Tommy’s Rosemary Margarita (basierend auf dem Tommy’s Platino Margarita)
Minze
Die Minze hat eigentlich schon einen eigenen Eintrag bekommen, aber der Vollständigkeit halber führe ich sie hier, mit kleinen Ergänzungen, nochmal auf.
Die Minze gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse und untergliedert sich in eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Die berühmteste davon ist zweifelsfrei die Pfefferminze, doch sind für die Verwendung in Cocktails (laut C&D Forum) besonders folgende drei Sorten geeignet:
- Mentha nemorosa – Hemingway Minze – Mojito Minze – Kubanische Minze
- Mentha spicata – Marokkanische Minze
- Mentha spicita L. var. crispata – rotstämmige Krause Minze
Alle drei Sorten haben im Vergleich zur Pfefferminze einen geringen Mentholanteil, welcher Geschmacksbetäubend wirkt und daher nur in kleinen Mengen vorkommen sollte. Die Minze sollte an einem sonnigen Platz stehen, damit sie schnell und umfangreich wachsen kann, braucht dann aber auch viel Wasser.

Marokkanische Minze
Cocktails: Mojito, Richmond Gimlet
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Dünger
Bis auf Thymian sollten alle Kräuter in Töpfen regelmäßig gedüngt werden. Hierfür kann man einen normalen Blumendünger oder einen speziellen Kräuterdünger verwenden, wobei sich die Inhaltsstoffe, soweit ich weiß, nicht großartig unterscheiden. Oft liest man in Foren oder auf Webseiten, dass eine Düngung den Kräutern schadet und sie weniger aromatisch werden lässt. Dies stimmt nur wenn man die Pflanzen überdüngt! Bei richtiger Anwendung hilft der Dünger den Kräutern kräftiger zu wachsen. Im Garten muss man allerdings aufpassen, wie und ob man düngt. Oft sind Gartenböden schon von vorherigen Besitzern überdüngt und man sollte daher erstmal vorsichtig mit Dünger umgehen.
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