Seit ein paar Wochen befindet sich, zusätzlich zum Basilikum, auch Minze in meinem “Kräutergarten”. Bis jetzt stehen beide Kräuter noch auf der Fensterbank, wo sie viel Sonne abbekommen, doch gedeihen sie auch dort wunderbar. Die Minze wächst jetzt schon viel schneller als ich sie verbrauchen kann und müsste seit dem Kauf schon das zweite Mal umgetopft werden.
Die Minze gehört zu der Familie der Lippenblütengewächse und untergliedert sich in eine Vielzahl von verschiedenen Arten. Die berühmteste davon ist zweifelsfrei die Pfefferminze, doch sind für die Verwendung in Cocktails (laut C&D Forum) besonders folgende drei Sorten geeignet:
- Mentha nemorosa – Hemingway Minze – Mojito Minze – Kubanische Minze
- Mentha spicata – Marokkanische Minze
- Mentha spicita L. var. crispata – rotstämmige Krause Minze
Alle drei Sorten haben im Vergleich zur Pfefferminze einen geringen Mentholanteil, welcher Geschmacksbetäubend wirkt und daher nur in kleinen Mengen vorkommen sollte. Ich benutze im Moment die Marokkanische Minze, da es diese bei meinem lokalen Obst- und Gemüseladen gab. Für die Anpflanzung im Garten werde ich noch demnächst die Hemingway Minze im Internet bestellen – ein Geschmacksvergleich folgt, sobald diese Erntereif ist.
Richmond Gimlet
Diese Gimlet Variante wurde 2001 von Jeffrey Morgenthaler kreiert. Er unterscheidet sich zum normalen Gimlet zwar nur in der Verwendung von frischem Limettensaft anstatt Lime Juice Cordial und einem Zweig Minze, doch ist der resultierende Drink ein ganz anderer. Durch die Kombination von Limettensaft, Minze und dem speziellen Geschmack des Tanqueray No.10 Gins entsteht ein frischer und fruchtiger Cocktail, der perfekt die Balance zwischen süß und sauer trifft. Definitiv ein Getränk, dass man sich zumindest einmal im Sommer bei strahlendem Sonnenschein gönnen sollte.
Richmond Gimlet
- cl Tanqueray No. 10
- 3cl Limettensaft (frisch)
- 3cl Zuckersirup
- 1 großer Zweig Minze
Wie schon gesagt verlangt das Originalrezept nach Tanqueray No. 10, der sich leider noch nicht in meiner Bar (aka Regal im Wohnzimmer) befindet. Daher habe ich ihn einmal mit Hendrick’s und einmal mit Beefeater gemixt, was in beiden Fällen zu einem super Ergebnis geführt hat – allerdings mit leichtem Vorteil für den Hendricks. Vorgestern konnte ich den Drink in einer Bar mit Tanqueray No. 10 probieren, welcher den Drink nochmal klar verbessert hat. Beim nächsten Einkauf ist auf jeden Fall eine Flasche des Premium Gins dabei.
Mojito
Einer der Cocktailklassiker, der auch in jeder noch so schlechten Bar angeboten wird, ist der Mojito. Entstanden ist er irgendwann vor den Zwanzigern des 20ten Jahrhunderts in Kuba, wann genau ist leider nicht bekannt. International berühmt wurde er allerdings erst in den 1940s, nachdem Ernest Hemingway gefallen an ihm gefunden hatte. Leider bekommt man in vielen Bars nur eine Kombination aus schlechtem Rum, Limettensaft aus der Flasche und zu viel Soda. Ein häufiger Fehler ist auch, die Minze so arg zu muddlen, dass die Blätter zerreißen und Bitterstoffe freigeben. Ich bereite daher meine Mojitos so zu, wie seit längerem auch den Caipirinha: Geschüttelt und nicht im Gästeglas gebaut.
Mojito
- 6cl weißer Rum
- 3cl Limettensaft
- 2cl Zuckersirup
- 2-3 Zweige Minze
- 6cl Soda
- Die Minzweige kräftig auf die flache Hand schlagen und in das Mixglas geben – Limettensaft, Rum und Zuckersirup dazugeben und mit viel Eis kräftig schütteln – ein Longdrinkglas bis zum Rand mit sehr kaltem Crushed Eis füllen und den Inhalt des Shakes mit Hilfe eines Teesiebs in dieses abseihen – Soda hinzufügen und als Dekoration einen großen Minzzweig ins Glas stecken.
Diese Zubereitungsart hat den Vorteil, dass keine kleinen Minzstückchen im Gästeglas sind und durch das abmessen des Limettensaftes ist immer gleich viel Saft im Drink. Oft wird nur “Saft einer Limette” als Menge angegeben, was aber sehr ungenau ist, da jede Limette unterschiedlich ergiebig ist (im Schnitt sind es 3.5cl, ich hatte aber auch schon 2cl oder 4.5cl).
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Tolle Website, direkt im Feedreader gelandet und wenn das so weiter geht, demnächst auch auf der Blogroll. Eine Sache ist mir hier eben aber aufgefallen:
Bist du Dir mit den 6cl Soda im Mojito sicher? Trinkst du den wirklich so? Für meinen Geschmack (und so lese ich das auch häufiger) sollte der echt nur einen Splash Soda kriegen damit er bizzelt, vielleicht max. 1oz oder so..
…aber Geschmack liegt ja ohnehin auf der Zunge des Betrachters – also waren das hier nur meine 2 cent zum Thema..
ciao,
Bob
Hi Robert,
bis jetzt habe ich den Mojito wirklich mit 6cl gemixed. Die Rezepte die ich so gefunden hatte, haben alle eigentlich mehr verlangt. Habs dann mal mit den 6 ausprobiert und der resultierende Drink war sehr lecker. Allerdings hab ich bis jetzt auch nur drei Stück oder so gemacht.
Ich werds mal mit deinen max. 3cl probieren und gegebenfalls den Artikel korrigieren.
grüße Sascha
PS: Freut mich, dass es dir hier gefällt
servas bertl!
was schwimmt denn da oben am richmond gimlet?
sind das kleine minz stücke bzw. wo ist der minz zweig?
schaut so aus wie ein frozen mint daiquiri.
Nette Seite.
Frage: Warum beim Mojito die Minzblätter mit der Hand schlagen? Was bringt das?
lg
daniel
HAllo Daniel,
hab deine Frage erst jetzt bemerkt.
Das Anschlagen der Minze auf der Hand öffnet sozusagen die Poren der Minzblätter, sodass die ätherischen Öle der Pflanze austreten können. Das schöne hierbei, wie Sascha schon geschrieben hat, ist das die Zellstruktur nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen wird und es nicht zu Bildung von Bitterstoffen kommt –> bei zu stark zerstoßener Minze.
Dazu kannst du wenn du Minze hast mal einen ganz einfachen erfahrungstest machen.
Nimm ein Blatt Minze zwischen Daumen und Zeigefinger und reibe es nur mit leichtem Druck–> schönes Minzaroma.
Das gleiche nochmal, aber jetzt das Blättchen mit viel Druck zerreiben–> du solltest jetzt die unerwünschten Bitterstoffe riechen können.
Das gleiche gilt für Zitrusfrüchte: Die Bitterstoffe welche in dem weißen Teil der Fruchtwände (Albedo bzw. Mesokarp) und auch in der Schale (Flavedo bzw. Exokarp) treten aus wenn sie zu sehr gequetscht/ zerstört werden.