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Thoughts of a mixology novice

Ginger Beer

Ginger Beer

March 30, 2009 |  by  |  Zutaten  |  Share

Ginger Beer entstand in der Mitte des 18ten Jahrhunderts in England und verbreitete sich gegen Ende des Jahrhunderts auch in größerer Menge in Nordamerika. Allerdings wurde das meiste Ginger Beer aus England importiert und nur ein geringer Anteil im eigenen Land produziert. Ursprünglicherweiße enthielt das Getränk nur Ingwer, Zucker, Wasser und eine gallertartige Substanz namens “Ginger Beer Plant”, ein Pilz der Stärke und Bakterien enthält und für die Fermentierung der Mischung verwendet wurde. Durch den Fermentationsprozess war Ginger Beer also alkoholhaltig – die Menge wurde allerdings schon 1855 von der “British Excise Regulations” auf maximal 2% festgelegt. Heutzutage enthalten kommerzielle Produkte meist nur ca. 0.5% Alkohol (Fentimans) oder werden gar nicht fermentiert (z.B. Fiery).

Im Gegensatz dazu wird Ginger Ale nicht fermentiert und muss daher nachträglich mit Kohlensäure versetzt werden. Ebenso ist der Ingwergeschmack weitaus weniger ausgeprägt und nicht so intensiv (falls ein Ginger Beer nicht fermentiert wurde, ist das also der einzige Unterschied zu Ginger Ale).

Ingwer

Ingwer

Herstellung

Für die Herstellung von Ginger Beer braucht man nur wenige und nicht einmal teure Zutaten: Ingwer, Zucker, Wasser, Zitrone oder einer andere Zitrusfrucht und Stärke. Für meinen ersten Versuch habe ich mich nach dem Rezept von Jeffrey Morgenthaler mit Hefe gerichtet.

Hausgemachtes Ginger Beer

  • 3cl Ingwersaft
  • 6cl frischer Zitronenensaft
  • 9cl Zuckersirup
  • 30cl warmes Wasser
  • 25 Körnchen “Champagner Hefe”

Allerdings habe ich normale frische Hefe (ca. eine Msp) und keine Champagner Hefe verwendet. Beim nächsten Mal werde ich mir aber auch getrocknete Hefe kaufen, da diese besser zu dosieren ist und nicht so schnell verdirbt. Den Ingwer kann man mit einer Zitruspresse auspressen, dauert zwar etwas, aber funktioniert super! Nach dem auspressen, füllt man den Ingwersaft zusammen mit den anderen Zutaten in eine Plastikflasche und lässt das Gemisch so lange an einem dunken und warmen Ort stehen, bis man die Flasche nicht mehr eindrücken kann.

Ab diesem Zeitpunkt muss man die Flasche auf jeden Fall im Kühlschrank lagern, da das Ganze sonst explodieren kann. Aus diesem Grund sollte man auch eine Plastikflasche und keine Glasflasche verwenden, da man dort den Druck prüfen kann und falls doch mal etwas schief geht, ist es zwar eine große Sauerei, aber nicht gefährlich. Jeffrey gibt als Fermentierungsdauer ca. 48h an. Man sollte jedoch eher auf den Druck achten, als auf die Zeit (bei mir hat es nur ca. 40h gedauert). Das fertige Getränk sollte einen Alkoholgehalt von maximal 0.5% haben (eher weniger) und ist im Kühlschrank ca. 2 Wochen haltbar.

Weitere Rezepte

Cocktails

Heute Abend werde ich das hausgemachte Ginger Beer in einem Anejo Highball und Dark and Stormy testen – der Bericht dazu folgt wahrscheinlich morgen.

 

Quellen

Als Quellen dienten hauptsächlich Ginger beer: A traditional fermented low-alcohol drink von scienceinschool.org, Lactic Acid Beverages von Raj B Apte und Root Beer and Ginger Beer Heritage von Donald Yates.

 
14 Kommentare
  1. Henning Böge

    Moin, habe dieses Rezept gerade ausprobiert und es ist wirklich fantastisch!!!

  2. Wäre ich schon früher auf diesen Beitrag gestoßen, hätte ich mir wohl ein wenig Rechercheaufwand zum Thema “homemade Ginger Beer” erspart ;) . Hast du zwischenzeitlich noch weiter experimentiert bzw. hast du mal versucht, eine Ginger Beer Plant anstatt Hefe als Gärmittel zu verwenden?

  3. Bis jetzt fehlte dazu leider die Zeit. Demnächst wird es allerdings ein Ginger Beer Round Up geben, da sollen auch eins-zwei selbst gemachte dabei sein.

    Wirst du ein Ginger Beer ansetzen?

    • Ich bin seit ein paar Wochen am experimentieren und habe die ein oder anderen Charge angesetzt. Aber alles eher “basic”. Im Moment spiele ich mit dem Gedanken, mir eine GBP zu besorgen. Wenn man den “GBP-Nerds” auf http://dir.groups.yahoo.com/group/GingerBeerPlant glauben darf, macht das einen deutlichen Unterschied.

      • Danke für den Link! Die Gruppe kannte ich noch nicht und hört sich wirklich interessant an. Muss ich mich morgen gleich mal registrieren. :)

        Wenn du soweit bist, sag Bescheid. Der Unterschied zu normaler Hefe würde mich sehr interessieren…

        Mein letztes Rezept war mit etwas weniger Wasser, sowie ein wenig mehr Zitrone und Ingwer. War für mich stimmiger. Allerdings hab ich das mehr nach Gefühl “gebraut” und ist auch schon ein Jahr her.

        Falls du Interesse hast kann ich mich melden, sobald ein ungefährer Termin für das Ginger Beer Round Up steht. Ich will davor auch noch 1-2 Varianten und evtl. auch noch Rezept von anderen Nachmixen um nen schönen Vergleich zu den kommerziellen Produkten zu haben.

  4. Hallo, experimentier jetzt auch seit ein paar Tagen mit Ginger Beer.

    Vielleicht interessant für dich ist das Buch “Wild Fermentation: The Flavor, Nutrition, and Craft of Live-Culture Foods” Dort ist ein ähnliches Rezept beschrieben als Ginger-Champagne.
    Interessant ist aber vor allem die Anleitung für die Ginger Beer Plant. Man lässt (feingehackten) Ingwer mit ein bisschen Zucker ne Woche im Wasser liegen und wenn man Glück hat vermehren sich die Bakterien und Hefen im Ingwer und man hat eine Ginger Beer Plant.

    Ich hab das gestern hingesetzt. Bin gespannt wie sich das entwickelt.

  5. Viele Dank Chris! Das Buch hört sich interessant an und wurde sogleich bestellt :)

    Ne GBP wird wohl die Tage auch angeschafft. Guennik experementiert gerade mit einer von http://gingerbeerplant.net. Bin schon sehr auf eure und hoffentlich auch bald meine Ergebenisse gespannt!

  6. Hallo Sascha,

    nach meinem zweiten Versuch dieses Rezept anzuwenden, habe ich nun doch einige Fragen:

    1. Sieht man dem fertigen Ginger Beer an, dass es Kohlensäure enthält? (Bläschenbildung und Co). Mein Ginger Beer tut nämlich keinen Mucks, was mich daran zweifeln lässt, dass ich alles richtig mache.

    2. Wie viel Luft lässt Du in der Plastikflasche, wenn Du sie befüllst?

    3. Nutzt du, wie im Rezept von Jeffrey Morgenthaler angegeben Simple Sirup? Ich habe gekauften Rohrzuckersirup verwendet, weil ich zu faul bin selbst welchen zu kochen und entsprechend die Menge Zuckersirup umgerechnet.

    4. Wie warm ist Dein Ginger Beer, nachdem du alle Zutaten zusammengegeben hast und nach den ca, 48h. Ich habe die Mischung letztes Mal bei etwa 30°C starten lassen. Es kühlt dann langsam ab und hat spätestens nach 12h vermutlich Raumtemperatur. Auf meiner “Champagner Hefe” steht, dass sie optimal bei 20°C arbeitet. Allerdings verwende ich derzeit gelöste Hefe (Arauner Kitzinger Champagner Reinzuchthefe)

  7. Hi Lupullus,

    1. Da fragst du was :P Mein letztes Ginger Beer ist schon ne ganze Weile her, aber ich würde sagen ja.

    2. Nicht viel, knapp unter der Füllmenge einer vollen Flasche.

    3. Ich benutze eigentlich schon immer Monin Rohrzuckersirup. Den müsste ich auch fürs Ginger Beer verwendet haben.

    4. Ich habe keine Temperaturmessungen durchgeführt, sondern einfach das warme Wasser mit den anderen Zutaten vermischt und gut. Müsste sogar Leitungswasser gewesen sein und kein gekauftes. Als Hefe habe ich auch normale Supermarkthefe verwendet. Hier langte schon eine etwas größere Msp.

    Demnächst sollte ich auch endlich Zeit für die Experimente mit einer richtigen Ginger Beer Plant haben. Bin gespannt was das für einen Unterschied macht. :)

    @ Guennik: Wie weit bist du mit dem Thema? Neue, spannende Erkenntnisse?

  8. Hallo,

    habe dieses und andere Rezepte mal als Aufhänger genommen, aber etwas modifiziert – es ist auf Anhieb SUPER geworden!

    100g Zucker
    0.9L Wasser
    1 Limette (Safte & geriebene Zeste)
    5cm Ingwer in segr kleine Würfeln
    1 MSP Hefe (wirklich nur ganz wenig, etwa soviel wie zwei Pfefferkörner).

    Alles 5min kochen, dann über Nacht abkühlen lassen. Anschließend grob filtern und mit Hefe in 1L Sprudelflasche, dann weiter wie oben.

    Freue mich jetzt aufs nächste Glas! :)

    Klaus.

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