Kommen wir nun zu den wichtigsten Likören. Der Einfachheit halber habe ich bei den Likören nur die wirklich empfehlenswerten Marken aufgezählt, da es sonst einfache zu viele geworden wären. Die Auswahl erfolgte, wie bei den Spirituosen und Sirups auch, auf Basis eigener Erfahrungen und auf Notizen, die ich über die letzten 1-2 Jahre beim Lesen verschiedener Foren/Blogs gesammelt habe.
Orangenlikör
- Triple Sec: Generische Bezeichnung für einen farbenlosen Orangenlikör, der Neutralalkohol zur Basis hat.
- Cointreau (17€/0.7L): Wird seit 1875 produziert und war der erste Likör mit der Bezeichnung Triple Sec. Jedoch ist Cointreau sehr hochwertig, so dass dieser nicht durch einen anderen Triple Sec ersetzt werden sollte, falls das Rezept explizit nach Cointreau verlangt. Gibt es öfters für ca. 12€ in Supermärkten im Angebot. Bei diesem Preis braucht man fast keinen “normalen Triple Sec”, sondern kann den Cointreau in ziemlich allen Cocktails einsetzen, wo Triple Sec verlangt wird.
- Grand Marnier Cordon Rouge (22€/0.7L): Ein Orangenlikör, der nicht auf Neutralalkohol basiert, sondern auf Basis von Brandy. Wie bei Cointreau nicht durch einen anderen Likör zu ersetzen, falls dieser verlangt wird.
- Grand Marnier Cordon Jaune (10€/0.7L): Der Cordon Jaune ist ein normaler Triple Sec mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis, falls der Cointreau zu schade ist.
- Marie Brizard Curaçao Orange: MB Curaçao Orange nutzt Brandy und Rum als Alkoholbasis und schmeckt als Curaçao hauptsächlich nach bitteren Orangen. Sehr gut im Mai Tai!
Einen sehr umfangreichen Vergleich von Orangenlikören und einen detailierteren Versuch Triple Sec und Curaçao zu definieren gibt es bei Oh Gosh!.
Aprikosenlikör/Apricot Brandy
- Marie Brizard Apry (14€/0.7L): Ein Aprikosenlikör auf Brandy-Basis (=Apricot Brandy). Runder Geschmack, wird of im C&D Forum empfohlen.
- Giffard Abricot du Roussillon (13€/0.7L): Dieser Likör wird aus der Aprikosensorte Roussillon hergestellt und ist sehr hochwertig. Passt manchmal evtl. nicht zu 100%, falls ein Apricot Brandy verlangt wird, aber meistens schmecken mir die Drinks mit dieser Zutat sogar besser.
Kirschlikör/Cherry Brandy
- Boudier Guignolet de Dijon (15€/0.7L): Bei dem Guignolet de Dijon werden nur die Kirschen selbst, ohne ihre Kerne verarbeitet. So hat dieser Likör einen schönen und reinen fruchtigen Kirschgeschmack.
- Cherry Heering: Ein Likör auf Brandy Basis, bei dem auch die Kirschkerne verarbeitet werden. So gut wie unersetzbar in einem Singapore Sling.
- Luxardo Maraschino: Dieser Likör wird aus Maraska-Kirschen hergestellt, wobei auch die Kerne bei der Herstellung mitverarbeitet werden. Die Maraska-Kirsche kommt aus der Region um Zadar in Kroation und ist kleiner und herber als z.B. unsere heimischen Kirschsorten. Das gibt Maraschino-Likör einen einzigartigen Geschmack, weshalb in Rezepten gezielt nach Maraschino gefragt wird. Der Likör von Luxardo ist sehr hochwertig und wird oft in Bars verwendet.
Falernum
Falernum ist ein Likör aus der Karibik, der Rum zur Basis hat und mit Limetten, Nelken, Kardamom, Zimt und anderen Gewürzen aromatisiert wird.
- Forgotten Flavors Falernum (25€/0.5L): Das einzige gute Falernum, das man in Deutschland kaufen kann. Etwas kostenspieliger, aber sein Geld wert.
- Selbst herstellen: Ausgehend von Paul Clarke’s Recipe No8 gibt es in englischsprachigen Blogs viele verschiedene Falernumrezepte, die man leicht Zuhause testen kann. Dazu folgt später ein gesonderter Post.
Pfirsichlikör
- De Kuyper Peachtree (10€/0.7L): Fruchtig und süß. Schmeckt imho leicht künstlich (wobei ihn andere auch super finden).
- Pepino Peach (10€/0.7L): Schön fruchtig und süß. Empfehlung!
Kokosnusslikör
- Malibu (11€/0.7L): Kokoslikör, der mit Rum versetzt wird.
- Appleton Koko Kanu (13€/0.7L): Ist eigentlich kein Likör, passt aber am besten hier hin. Koku Kanu ist ein Rum, der mit Kokos aromatisiert wurde. Kräftiger und natürlicher im Geschmack als Malibu.
- Belmont Estate Coconut Rum (30€/1L): Wird im C&D Forum oft als bester “Kokosnusslikör” empfohlen.
Sloe Gin
- Gordon’s Sloe Gin (26€/0.7L): Fruchtig süß, leicht säuerlich. In einigen Cocktails schon zu süß.
- Boudier Sloe Gin (20€/0.7L): Schön fruchtig, säuerlich. Super Preis-/Leistungsverhältnis!
- Plymouth Sloe Gin (33€/0.7L)
- The Bitter Truth Sloeberry Gin Vintage 2008 (28€/0.5L): Fruchtig, säuerlich, leicht trocken. Der Gin ist im Gegensatz zu Boudier, Gordon’s und Plymouth noch deutlich schmeckbar.
- Selbsthergestellter Sloe Gin: Man kann Sloe Gin auch sehr einfach selbst herstellen, wenn man reife Schlehen organisieren kann. Um Sloe Gin herzustellen, legt man die Schlehen in Gin (ca. 1L : 1Kg) ein und rührt die ersten paar Wochen täglich und später alle paar Tage die Mischung um. Nach ca. 3 Monaten filtert man die Schlehen aus dem Gin herraus und süßt den Sloe Gin noch etwas, so dass er nicht zu sauer ist. Viele Tipps dazu gibt es auf Sloe.biz.
Bitterliköre & Kräuterliköre
Allesamt zu empfehlen, allerdings (wie so vieles) Geschmackssache. Man braucht sie allerdings nicht unbedingt und sollte sie erst kaufen, wenn man wirklich über ein Rezept stolpert, das einen dieser Liköre verlangt.
- Barbieri Aperol (10€/0.7L):
- Campari (16€/1L)
- Galliano Smooth Vanilla Liqueur (16€/0.7L)
- Licor 43 (15€/0.7L)
- Chartreuse Jaune (20€/0.7L)
- Chartreuse Verte (24€/0.7L)
- Bénédictine D.O.M. (20€/0.7L)
Holunderblütenlikör
- St. Germain (35€/0.7L): Ein fantastischer Holunderblütenlikör. Man findet vielleicht hier und da einen Holunderblütenlikör von einem kleinen, lokalen Hersteller, der an den St. Germain ran kommt, aber ansonsten gibt es nichts Vergleichbares. In UK bekommt man diesen Likör schon für knapp unter 20€ -> Sammelbestellungen bei UK Shops gibt es des Öfteren im C&D Forum.
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Allgemein wird im C&D Forum nach folgender Reihenfolge empfohlen:
- Boudier
- Marie Brizard
- Giffard
- De Kuyper
- Bols
Allerdings haben eigentlich alle Firmen auch ein paar Nieten im Programm. Vorher informieren und vergleichen ist Pflicht!
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gratulation…
das war ja wahrhaft eine grosse Aufgabe,
der du dich da gestellt hast
und bisher wunderbar gelöst hast.