Cocktailscout Rum Online Blind Tasting

Posted in Zutaten on March 8th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Einige Wochen vor Weihnachten letzten Jahres hat es sich ergeben, dass ich für einige Mitglieder des Cocktailscout Forums ein kleines Rum Online Blind Tasting für Einsteiger organisieren durfte. Es wurden zehn Rums aus verschiedenen Ländern herausgesucht, egal ob aus Melasse oder frischem Zuckerrohrsaft, beginnend im Einsteigersegment bis hin zu einigen Premiumabfüllungen, die die gespannten Teilnehmer verkosten durften.

Wie bei allen bisherigen C&D Tastings, war auch dieses ein Blind Tasting, bei welchem die Fläschchen nur mit Nummern und nicht mit Namen versehen sind. Das hat den Vorteil, dass man nicht vom Preis, von bekannten Meinungen oder dem Ruf einer Marke  beeinflusst wird. Jeder Rum wurde daraufhin von den Testern verkostet und mit einer Bewertung zwischen 1 (sehr schlecht) und 10 (sehr gut) versehen. Den Testern stand hierbei frei, wie sie auf ihre Bewertung kommen – nur der eigene Geschmack zählte. Das Ergebnis dieses Tastings wird nun in diesem Artikel vorgestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Kandidaten

Probefläschchen

Probefläschchen

Admiral Rodney XO
Admiral Rodney Extra Old wird von St. Lucia Distillers Ltd. auf St. Lucia hergestellt, einer kleinen Insel in der Karibik, südlich von Martinique. Benannt ist dieser Rum nach Admiral Rodney, einem britischen Navy Admiral, der auf St. Lucia stationiert war und die Insel in “The Battle of Saints” gegen die Franzosen beschützte. Der Rum ist ein Blend aus Melasserums und kommt in einer sehr schönen Flasche mit großen Holzgriffkorken daher. Preislich liegt der Rum in Deutschland bei ca. 50€.

Banks XM 5y
Wie alle Rums aus Guyana wird auch dieser fünf Jahre alte Banks XM von den Demerara Distillers Ltd. (DDL) destilliert. Diese produzieren sowohl eigene Rums (El Dorado), verkaufen aber auch Rum an andere Firmen, die diesen lagern und nach einigen Jahren abfüllen. Banks XM ist einer dieser Firmen und bietet neben dem Banks XM 5y noch einen zehn und zwölf jährigen Rum an.  Empfehlen kann ich besonders den Banks XM 10y – macht eine(n) hervorragenden Mai Tai (Variante). Der 5y ist für ca. 17€ erhältlich und damit der günstigste Rum des Tastings.

Plantation Grenada 98
Die Plantation Serie wird in Frankreich von Cognac Ferrand abgefüllt. Ziel ist es, dass jede der Abfüllungen den typsichen Stil des jeweiligen Landes bzw. Insel widerspiegelt. Die Rums lagern erst einige Jahre an ihrem Produktionsort, bis sie schließlich nochmals in kleinen Fässern aus französischer Eiche bei Cognac Ferrand lagern um den letzten Schliff zu bekommen. Die Grenada 98 Abfüllung wurde insgesamt acht Jahre gereift. Darüber hinaus konnte ich leider keine Informationen zu diesem Rum finden. Augrund des Geschmackes müsste jedoch Melasse als Basis verwendet worden sein. Die aktuellen Plantation Rums kosten alle um die 30€, im Falle des Grenada 98 sind es 28€.

Clement VSOP
Der Clement VSOP (Very Superior Old Pale) Rhum stammt aus Martinique und ist einer der vier Rhum Agricoles des Tastings. Diese sind nicht aus fermentierter Melasse, sondern aus frischem Zuckerrohr destiliert. Auf französischen Inseln wird der größte Teil des Rums auf diese Art hergestellt. Clement destilliert seine Rhums allerdings nicht mehr selbst, diese Aufgabe übernimmt seit einigen Jahren die Simon Destillerie. Der Clement VSOP lagert zuerst für ca. ein Jahr in französischen Eiche Fässern und danach nochmals ca. drei Jahre in amerikanischen Ex-Bourbon Fässern. Erhältlich ist der Rhum für ca. 25€.

Rum Nation Guatemala 23
Rum Nation ist ebenso wie Cognac Ferrand kein Hersteller von Rums sondern lagert und füllt Rums von bekannten oder unbekannten Destillerien ab. Der Guatemala 23 stammt wie die Zacapa Rums von der Industrias Licoreras de Guatemala. Unklar ist allerdings ob die Rum Nation Abfüllung wirklich mindestens 23 Jahre alte Rums enthält oder ob es ein Blend aus maximal 23 Jahre alten Rums ist (wie der Zacapa Solera 23). Dagegen spricht, dass der Rum Nation geschmacklich ziemlich nahe an Zacapa dran ist, wogegen Rum Nation bei anderen Rums explizit den Begriff Solera verwendet. Kaufen könnt ihr den Rum Nation 23 für ca. 60€.

La Mauny VSOP
La Mauny VSOP ist wie der Clement ein Rhum Agricole aus Martinique und ist ein Blend aus ca. 4 Jahre alten Rhums. Preislich liegt der La Mauny VSOP bei ca. 40€.

Robinson Cask Smooth
Dieser Rum wird in Jamaika destilliert, jedoch in Deutschland abgefüllt. Als einziger Rum des Tastings hat dieser Rum etwas mehr Volumenprozente Alkohol – 55%. Sehr lecker in einem Mai Tai und dazu sehr günstig! Diesen Rum gibt es für ca. 18€ zu kaufen.

Riviere du Mat “Opus 5″
Riviere du Mat wird auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean hergestellt. Der “Opus 5″ wurde erstmals 2007 veröffentlich und stellt den fünften Rum einer limitierten Serie von Riviere du Mat dar. Dieser Rhum Agricole ist ein Cuvée aus fünf verschiedenen Rhums aus den Jahrgängen 1994 – 2000, die in Eichenfässern zwischen sechs und zwölf Jahren reiften. Im Moment einer meiner Lieblingsrums überhaupt. Schade dass er nicht günstig ist (ca. 73€) und auf 6280 Flaschen limitiert ist. Mein Tipp: Probieren und ein paar Flaschen kaufen solange er verfügbar ist, falls er jemanden genauso gut schmeckt wie mir selbst. ;-)

Doorly XO
Dieser Melasserum ist ein Blend aus sechs bis zwölf Jahre alten Rums, welche zudem ein Finish im Oloroso Sherry Fass erhalten haben. Hergestellt wird der Doorly von der Destillerie R. L. Seale & Co. Ltd. auf Barbados. Erhältlich ist er für günstige 25€.

Damoiseau Vieux 8y
Der Damoiseau Vieux 8y wird von der Destillerie Bellevue hergestellt, die sich auf Guadeloupe befindet. Guadeloupe ist eine Gruppe von neun Inseln der kleinen Antillen in der Karibik und gehört wie Martinique und La Réunion zu Frankreich. Für diesen Rhum Agricole werden mindestens acht Jahre gereifte Rhums verwendet, die in französischen Cognac Fässern gelagert wurden. Für einen Rhum Agricole ist der Damoiseau auch recht günstig: ca 40€.

Ergebnis & Auswertung

Erst einmal vielen Dank an alle die mitgemacht haben und ihre Bewertungen für diese Auswertung zur Verfügung gestellt haben. Obwohl es das erste Tasting dieser Art bei Cocktailscout war, hat alles super geklappt. Nur eine Person hat ihre Bewertungen nicht abgegeben und viele haben noch mit Anderen ihre Proben geteilt, so dass insgesamt dreizehn Bewertungen abgegeben wurden. Toll ist auch, dass mittlerweile von einem anderen Mitglied von Cocktailscout ein Tequila Tasting geplant wird, welches hoffentlich noch mehr Zuspruch findet.

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Ergebnisse

Gewinner des Tastings ist eindeutig der Rum Nation Guatemala 23. Dieser Rum kommt, wie schon gesagt, aus der gleichen Destillerie wie Zacapa und bietet damit ein komplexes, aber eher weiches und süßliches Gesamtbild. Derartige Rums schmecken Einsteigern in der Regel besser als komplexe Geschmacksbomben von zum Beispiel Cadenhead’s. Ich fand ich auch lecker, jedoch schon etwas zu süß.

Auf dem zweiten Platz ist einer meiner zwei Favoriten gelandet: der Damoiseau Vieux 8y. Vor dem Tasting kannte ich diesen Rum noch nicht, doch hat er mich vollkommen überzeugt. Man schmeckt trotz des Alters immer noch sehr den frischen Zuckerrohr und andere fruchtige Aromen, aber gleichzeitig kommen auch leichte Fasstöne hinzu, die den Geschmack abrunden. Insgesamt ist er im Geschmack und Geruch sehr intensiv, jedoch ohne alkoholisch zu wirken. Super!

Mein Top-Favorit ist leider nur auf dem fünften Platz gelandet, der Riviere du Mat “Opus 5″ – für mich im Moment einer der besten Rums überhaupt. Zum ersten Mal habe ich diesen Rhum in der Tasting Lounge der Rum Company probiert, wo er, wie im Tasting, sofort begeisterte. Unglaublich komplex und fruchtig, ohne süß zu sein.

Von den Melasse Rums hat mir der Doorly XO am besten gefallen. Ein wunderbarer Vertreter dieser Rumgattung, bei dem ich besonders die Sherrytöne interessant finde.

Gut fand ich den Clement VSOP (günstig, lecker im Mai Tai, zusammen mit Appleton Extra), La Mauny VSOP (zu teuer) und Robinson Cask Smooth. Letztere ist besonders interessant, weil er für einen sehr günstigen Preis viel Jamaica Rum bietet. Pur ist er mir allerdings zu wild, in Cocktails stelle ich ihn mir jedoch gut vor. Für ein paar Euro mehr gibt es allerdings schon den Lond Pond Destillery Trewlany mit 53% (ca. 22 Euro), der ebenso viel Kraft hat, aber auch pur sehr zu überzeugen weiß.

Enttäuscht hat mich ein bisschen der Admiral Rodney. Gerade in englischen Foren/Blogs wird dieser Rum oft gelobt – ich fand ihn zwar auch gut, aber nichts Besonderes (außer vielleicht die schöne Flasche). Für den Preis, meiner Meinung nach, unaufregend und nicht empfehlenswert.

Am “schlechtesten” empfand ich den Plantation Grenada 98, obwohl er mir vor einiger Zeit weitaus besser geschmeckt hat. Dieses Mal fand ich ihn scharf und ein wenig langweilig. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut – Durchschnitt eben.

Dieses Beispiel zeigt gut, dass ein Blind Tasting nicht als die ultimative Wahrheit angesehen werden darf. Es kommt viel zu viel darauf an, in welcher Atmosphäre man eine Spirituose geniest, wie man gelaunt ist oder was man zuvor gegessen hatte. Ebenso verändert sich der eigene Geschmack ständig. Bis vor einem halben bis dreiviertel Jahr habe ich eigentlich nur Melasse Rums getrunken, heute sind es vermehrt Rhum Agricoles. Ebenso traue ich mich mittlerweile an rauchige Whiskies, die bis vor kurzem noch ein Buch mit sieben Siegeln für mich waren.

Des Testers Liebling

Wenn man sich den oder die Lieblinge jedes Testers betrachtet, gewinnt ebenso der Rum Nation Guatemala 23 mit Abstand. Ganze fünf Tester gaben diesem Rum die meisten Punkte. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass bis auf zwei, auch alle anderen Rums mindestens einem Tester am besten gefallen haben. Man sollte also nie blind einen Testsieger kaufen, sondern vor allem auf den eigenen Geschmack achten!

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

Cocktailscout Rum Tasting: Favorites

The World for a Bottle of Rum?

Eindeutiger Preis-/Leistungssieger ist der Doorly’s XO. Kein anderer Rum konnte bei einem solchen niedrigen Preis so viele Tester begeistern. Ebenso haben der Damoiseau Vieux 8y und der Banks XM 5y einen fairen Preis. Für Sparfüchse ist besonders der Banks XM 5y interessant. Er bietet das zweitbeste P/L-Verhältnis und kostet gerade mal 17€!

Insgesamt kann man übrigen keinen Zusammenhang zwischen hohen Preis und guten Bewertungen finden. Es wurden gleichermaßen teure Rums schlecht und günstige Rums gut bewertet. Es ist also auch ohne hohe Investition möglich, daheim ein gutes Glas Rum zu geniesen!

Vielen Dank an Tim vom Tastings Blog für die Idee der Preis/Leistungs Berechnung. Diesen Aspekt hatte ich in den bisherigen Auswertungen immer ein wenig vernachlässigt. Um das Testfeld zu entzerren, habe ich mich allerdings bei der Berechnung dafür entschieden, nicht direkt die Durschschnittsbewertung durch den Preis zu teilen, sonden die quadrierte Durchschnittsbewertung. Bei der ersten Formel wurde durch die enge Punkteverteilung, meiner Meinung nach, die günstigen Produkte zu sehr bevorzugt.

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preis/Leistung

Cocktailscout Rum Tasting: Preise

Cocktailscout Rum Tasting: Preise in Euro

Detailergebnisse

Cocktailscout Rum Tasting: Details

Bezugsquellen

Gekauft wurden die Rums für dieses Tasting bei der Rum Company und bei Barfish. Beide Shops kann ich vollkommen empfehlen, falls euch der eine oder andere Rum interessiert!

Frühere Tastings

Bisher wurden von mir im C&D Forum ein Rye Whiskey Tasting, ein Anejo Tequila Tasting und ein Melasse Rum Tasting durchgeführt.

Choctail Workshop macht Halt in Stuttgart

Posted in Stuttgart on March 6th, 2010 by Hannes – 1 Comment

Am Montag , den 8ten Februar, luden die Stuttgart Nightwalkers in Zusammenarbeit mit Barworkz, vertreten von Bastian Heuser und Sanjay Cachemaille, zum Stelldichein in die Muttermilch nach Stuttgart. Ziel war es den Bartendern der Stadt die neue Spirituose Mozart Dry näher zu bringen. Bastian Heuser, bekannt durch Mixology, führte dabei gekonnt durch das Programm.

Bastian Heuser

BastianHeuser

Zu Beginn erläuterte er den Herstellungsprozess von Mozart Dry und dem Schokoladenbrand Choc aus gleichem Hause. Leider sind Details wie Kakaoanteil der verwendeten Schokolade und das eigentliche Destillationsverfahren Firmengeheimnisse von Mozart. Es wurde nur verraten, dass weder in Pot Still noch Column Still destiliert wird, da bei diesen klassischen Verfahren das Destilat einen verbrannten Geschmack bekommt.

Der Unterschied zwischen Mozart Choc und dem neuen Mozart Dry ist, dass Mozart Choc aus fermentiertem Kakao (Kakaowein) destiliert und anschließend auf 42% verdünnt wird. Dieses Verfahren ist enorm teuer und führt auch zu dem sehr hohen Preis des Choc, der das Produkt nicht all zu erfolgreich machte. Bei Mozart Dry wird hingegen Schokolade (Foratero und Trinitario), Vanille (Bourbon) und Zucker in Rohrzuckeralkhohol mazeriert und anschließend auf 40% destiliert – es wird kein Wasser hinzugefügt.

Kakao

Kakao

Nach der kurzen Einleitung ging Bastian Heuser auf das spannende Thema Foodpairing ein. Für mich eines der Highligts der Veranstaltung. Beim Foodpairing geht es darum
passende Aromen zu seinen Basisprodukten zu finden. Zu Beginn wählt man ein Produkt aus und findet dann über sogenannte Aromenbäume passende Aromen zu diesem Produkt. Ursprünglich wird das Foodpairing für Speißen verwendet, lässt sich aber auch problemlos auf Getränke und speziell für Cocktails anwenden. Dies hat den Vorteil das man für neue Kreationen schnell passende Kombinationen findet ohne viele Fehlversuche zu produzieren. Weiterhin erlaubt dies auch unerfahrenen Bartendern schnell gelungene Cocktails zu entwickeln. Für mich ein Thema das noch viel Potential hat und von dem man auch in Zukunft noch viel hören wird. Weitere Informationen zu diesem Thema finden in der aktuellen Mixology 1/2010 und auf der Homepage foodpairing.de.

Anschließend ging es direkt an die Bar der Muttermilch um Mozart Dry in verschiedenen Cocktails zu testen. Dabei wurden Klassiker wie ein Whisky Sour mit Mozart verfeinert oder neue Kreationen vorgestellt. Mein persönliches Highlight war der Drink “Rum-Traube-Nuss” entwickelt von Bastian Heuser und auch in Zukunft auf der Rezeptseite von Mozart zu finden. Hier das Rezept:

Rum-Traube-Nuss

3cl Jamaika Rum
3cl Mozart Dry
1,5cl Rosinensirup (Rosinen mit gleichen Teilen Wasser und Zucker aufkochen, Prürieren und durch ein Feines Sieb abseihen)
1cl Frangelico
2cl Limettensaft

Choctail

Choctail

Zum Abschluss konnten noch die Liköre aus dem Hause Mozart verkostet werden. Anschließend luden Dino Zippe und Bastian Heuser in die o.T. Bar zu Cocktails mit Mozart Dry. Alles in allem eine sehr informative und gelungene Veranstaltung die, trotz Befürchtungen, nicht zu trocken und Marketinglastig war. Weitere Stationen des Choctail Workshops sind (bzw. waren) unter anderem München, Köln und Dresden.

Barkultour 2010 – Fazit

Posted in Stuttgart on January 28th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Pünktlich um halb 11 waren Jan (aus dem C&D Forum) und ich am Montag vor Ort und konnten bei den meisten Ausstellern noch die letzten Aufbauarbeiten beobachten. Da kam gleich richtiges Messe-Feeling auf und wir konnten uns in Ruhe einen ersten Eindruck verschaffen: Zu den üblichen Verdächtigen wie Diageo, Haromex und Pernod-Ricard gesellten sich auch kleinere Hersteller wie Mozart aus Salzburg und die The Duke aus München. Eigentlich alle Stände boten ihre Produkte zum Verkosten an und bei einigen Firmen konnte man sich auch den einen oder anderen Cocktail mixen lassen.

Bei The Duke haben wir auch gleich die imho Interessanteste Neuvorstellung der Messe entdeckt: den Ingwerlikör von Max und Daniel. Dieser bietet eine super Balance zwischen einem sehr intensiven Ingwergeschmack und der Likör-typischen Süße. Bei Giffard konnten wir später auch deren Ingwerlikör (Ginger of the Indies) probieren und können dem Ingwerlikör von The Duke einen intensiveren, aber trotzdem sehr ausgewogenen Geschmack attestieren. Sehr schön, dass es immer mehr regionale Produkte gibt, die es mit internationalen Produkten aufnehmen können.

The Duke Gin & Ingwer Likör

The Duke Gin & Ingwer Likör

Kurz vor bzw. während dem ersten Vortrag Genuss mit Verantwortung gesellten sich auch Cocktails Old Fashioned Autor Hannes und Christan von den Cocktailwelten zu uns. Tony Eulenberg von Pernod Ricard stellte in diesem eine gemeinsame Kampagne mit Diageo vor, die für mehr Verantwortung und Genussorientierung bei den Konsumenten sorgen soll. Insgesamt recht interessant, jedoch wurde leider nicht auf die Sicht der Bartender zu diesem Thema eingegangen. Dieser Trend setzte sich auch beim zweiten Vortrag über die Arbeit auf hoher See fort. Auch dieser war recht interessant, falls man sich für einen Job bei Aida interessiert, ging aber leider kaum auf die Bartender selbst ein. Wie sehen die Bars auf den Schiffen aus? Welche Cocktails werden dort angeboten? Mit welchen Zutaten wird dort gearbeitet? Wie gestaltet sich die Arbeit in einem großen Team von Bartendern?

Jürgen Deibel

Jürgen Deibel

Ein echtes Highlight war der Vortrag von Jürgen Deibel zum Thema Cognac. Nach einer kurzen Einführung (Altersstufen, Herstellung, Traubensorten, Anbaugebiete) konzentrierte sich Herr Deibel auf den jährlich stattfindeten Cognac Summit. Zu diesem Treffen sich jährlich Bartender aus aller Welt, Cognac Hersteller und Autoren um aktuelle Entwicklungen rund um Cognac zu diskutieren. Dieses Jahr lag der Schwerpunkt auf der Nutzung von Cognac in Cocktails aus der Zeit der Prohibition in den USA und deren Adaption in heutige Varianten, welche in dem Vortrag vorgestellt wurden. Ich bin schon gespannt darauf, den einen oder anderen Cocktail nach zu mixen.

Zacapa XO

Zacapa XO

Neben den Ständen der Aussteller und den Vorträgen bot die Barkultour auch Tastings zu verschiedenen Themen an. Alle Tastings waren kostenlos und bis auf das Monkey 47 Tasting auch frei zugänglich. Jedes Tasting behandelte meist einen Hersteller bzw. Produktreihe und dauerte 30-45 Minuten. Neben dem eigentlichen geschmacklichen Kennenlernen der Produkte, wurde auch meist etwas über die Geschichte und Herkunft der Flüßigkeiten im Glas erzählt. Leider konnte ich selbst nur dem Zacapa Tasting vollständig beiwohnen, jedoch habe ich auch über die anderen Tastings ausschließlich positives gehört.

Fazit

Die Barkultour 2010 war aus Sicht des gesamten Cocktails Old Fashioned Teams (Hannes, Fabian, Sascha) eine hervoragende erste Messe. Es gibt natürlich ein paar Punkte, die nicht so schön waren und beim nächsten Mal besser gemacht werden können, doch im Gesamten hat es uns sehr gut gefallen! Auch von den Besucherzahle ist die Messe als Erfolg zu verbuchen: mit 1184 Besuchern hatte die Barkultour 2010 mehr Besucher als der Bar Convent in Berlin in seinem ersten Jahr 2007 (1068 Besucher). Die nächste Barkultour findet am 24. und 25. Januar 2011 statt.

Lobenswert

  • Gemütliche Atmosphäre durch die schönen Räumlichkeiten
  • Nette Unterhaltungen mit den Ausstellern an allen Ständen
  • Reger Austausch mit anderen Besuchern
  • Kein Gedrängel zwischen den Ständen
  • Tastings und Vorträge waren im Eintrittsspreis inbegriffen
  • Kostenlose Eintrittskarten, falls man sich vorher auf der Website registriert hatte
  • Fast alle Aussteller boten kostenlose Proben ihrer Produkte an und mixten auch den einen oder anderen Cocktail damit (großes Lob an Diageo bzw. Mike und Dino für die leckeren Cocktails!)
  • Insgesamt eine schöne Auswahl an Ausstellern und Tastings

Verbesserungswürdig

  • Einige Vorträge hatten so gut wie nichts mit Bartending oder Cocktails zu tun, sondern wurden lediglich als Werbeplattform missbraucht
  • Aussteller, die nur entfernt oder gar nichts mit dem Thema Bar zu tun hatten
  • Die Messeparty am Montag Abend war sehr schlecht organisiert und leider auch schlecht besucht. Zum Glück waren professionelle Stuttgarter Bartender hinter dem Tresen, so dass die Gäste trotzdem leckere Cocktails genießen konnten!
  • Fehlende Beschilderung des Geländes

Weitere Berichte zur Barkultour findet ihr beim Barzirkel München und den Cocktailwelten.

Wart ihr auf der Messe? Falls ja, wie fandet ihr die Veranstaltung?

Barkultour 2010 – Eröffnungsparty

Posted in Stuttgart on January 27th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Am Sonntag Abend leitete die Eröffnungsparty der Barkultour zwei Tage im Zeichen des Cocktails in Stuttgart ein. Mike Meinke, Inhaber der Triobar in Berlin; Chris Steide, Barchef vom Rauschenbach Deli in Dresden; Markus Heinze, Barchef der Sonderbar in Dresden; Florian Neumann, Barchef der Muttermilch & Tonstudio in Stuttgart und Dino Zippe, Barchef der o.T. Bar empfingen die Gäste mit jeweils vier Cocktails. Mit dabei waren komplette Eigenkreationen (zum Beispiel der English Breakfast) und Variationen von Klassikern und bekannten Cocktails (zum Beispiel My Summit, French Pisco).

o.T. Bar

o.T. Bar

Natürlich konnte ich nicht alle Cocktails probieren, doch die, die vor mir auf dem Tisch landeten waren alle gut trinkbar, um es mal schwäbisch auszudrücken. Besonders geschmeckt haben mir der English Breakfast, French Pisco und My Summit – alle sehr lecker! :-)

Branko Arnesk & Band

Branko Arnesk & Band

Für musikalische Unterhaltung sorgte Branko Arnesk mit seiner kubanischen Band. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Kraft aus der zierlichen Sängerin herauskommt. Falls jemand die Party verpasst hat, die Band spielt jeden Sonntag zur Floridita Night in der o.T. Bar.

Florian Neumann

Florian Neumann

Schade war, dass es ziemlich früh leerer wurde und gegen 12  fast keine Gäste mehr da waren. “Die Stuttgarter haben einfach zu wenig Durst”, kommentierte einer der Bartender. Da bin ich froh, dass unser Tisch versucht hat das glatte Gegenteil zu beweisen…

Mike Meinke

Mike Meinke

Insgesamt war es ein sehr schöner Abend! Man hat einige bekannte Gesichter wieder getroffen, leckere Cocktails mit kreativen Rezepten getrunken und einer super Band gelauscht. Hoffentlich müssen die Stuttgarter nicht bis zur nächsten Barkultour auf einen weiteren Abend dieser Art warten. Wobei, bis dahin hätten die meisten bestimmt jede Menge Durst. ;-)

Bars in Stuttgart

Posted in Stuttgart on January 21st, 2010 by Sascha – 4 Comments

Für den Fall, dass sich am Montag oder Dienstag jemand von der Barkultour ausruhen möchte…

o.T. Bar

Die o.T.Bar liegt mitten im Herzens Stuttgart, im Foyer des neuen Kunstmuseum Stuttgart. Barchef Dino Zippe hat dort eine sehr umfangreiche Auswahl an Spirituosen und Likören angesammelt, die in einer Vielzahl von verschiedenen Cocktails Verwendung finden – von klassischen Kreationen, über “Fancy Drinks” bis hin zu Cuisine Style Cocktails mit frischen Kräutern findet man dort alles. Die Drinks sind eigentlich immer super, die Preise zwar nicht billig, aber in Anbetracht der hochwertigen Zutaten (z.B. Tanqueray Ten im Pouring für Gimlet, Martini, usw.) auf jeden Fall angebracht, wenn nicht gar günstig.

Etwas deplaziert wirken die Stühle an den Tischen – sie errinnern eher an die Gartenabteilung von namhaften Baumärkten ;-) . Allerdings bringen sie der ansonsten stimmunsgsvollen Atmosphäre keinen Abbruch und außerdem ist es viel gemütlicher, wenn man an der grün beleuchteten Bar sitzt und den Bartendern bei der Arbeit zusehen kann. Besonders wenn kein Sonnenlicht mehr durch die Fenster scheint, sieht die Front aus Flaschen sehr beeindruckend aus.

Besonders hervorheben möchte ich Dinos Engagement für der Stuttgarter Barszene. Seit einige Monaten organisiert er mit Florian Neumanm aus der Muttermilch/Tonstudio die Treffen der Stuttgart Nightwalkers und sorgt damit für mehr Zusammenhalt und Zusammenarbeit zwischen den Bartendern.


Adresse: Kleiner Schloßplatz 1, 70173 Stuttgart
Website: www.ot-bar.de
1. Bild: Dino Zippe

breezin’ Bar & Food

Das breezin’ ist neben dem Fou Fou eine der neueren Bars in Stuttgart und setzt auf ein in Stuttgart selten gesehenes Konzept: hochqualitative Drinks in Verbindung mit ebenso hochwertigen, frisch zubereiteten Speisen. Ein Blick in die Cocktailkarte verrät sofort, dass die Bartender im breezin’ auf klassische Drinks stehen und eine große Auswahl von diesen anbieten. Zusätzlich gibt es auch eine kleine Auswahl an Single Malt, Rum, Bourbon und weiteren Spirituosen für den puren Genuss. Um zu garantieren, dass die Speisen frisch zubereitet werden können, gibt es nur eine kleine Speisekarte mit einer Mischung aus regionalen, französischen, italienischen und portugiesischen Gerichten. Diese wechseln jedoch oft und bieten damit viel Abwechslung. Besonders hervorzuheben ist auch der Umgang mit den Gästen: Service wird im breezin’ wirklich groß geschrieben und ist nicht nur ein Werbe-Schlagwort. Die Gäste werden persönlich begrüßt, so dass man sich gleich willkommen fühlt und auch persönlich verabschiedet. Solche und weitere kleine Gesten sollten zwar eigentlich Standard sein, sofern es die Zeit zulässt, doch findet man guten Service, im Allgemeinen, leider immer seltener. Insofern großes Lob für das breezin’!

Adresse: Mozartstr. 3, 70180 Stuttgart
Website: www.breezin.de

Fou Fou

Das Fou Fou definiert sich selbst als “Hotelbar ohne Hotel” und befindet sich direkt auf dem Willhelmsplatz, wo sich auch das Ciba Mato befindet. Die Cocktailkarte ist geradezu winzig, aber mit dem Hinweiß versehen, dass weitere Cocktails gerne auf Wunsch gemixt werden. Die Auswahl der Spirituosen und Zutaten ist sehr hochwertig, so dass auch für den puren Genuss das eine oder andere Tröpfchen dabei sein sollte. Neben dem Barbereich gibt es noch zwei weitere (Nichtraucher-) Räume und eine kleine Raucherlounge. Dem Zigarrengenuss steht somit auch nichts im Wege.


Adresse: Leonhardstraße 13, 70182 Stuttgart
Website: www.bar-foufou.de

Ciba Mato

Das Ciba Mato bietet neben der o.T. Bar die modernste Barkarte in Stuttgart. Egal ob Experimente mit verschiedenen Kräutern, exotischen Bitters, Sake oder Infusionen, hier findet der probierfreudige “Bar Nerd” viel zu entdecken. Leider sind die Drinks nicht ganz günstig, Qualität hat seinen Preis. Desweiteren gibt es aber auch eine große Auswahl an alten und modernen Klassikern und “Fancy Drinks”, so dass auch etwas für den kleineren Geldbeutel dabei ist. Die Bar ist fernöstlich angehaucht eingerichtet und in den Abendstunden sehr gemütlich beleuchtet, ein Ambiente, das zum Genießen und Entspannen einlädt. An den Wochenenden ist das Ciba Mato allerdings immer sehr voll (und leider auch laut), so dass man für einen ruhigen Cocktail eher unter der Woche vorbei schauen sollte. Neben den Cocktails und Spirituosen gibt es im Ciba Mato auch noch eine umfangreiche Speisekarte, wozu ich allerdings nichts näheres zu berichten habe, da wir/ich immer nur zu später Stunde im Ciba Mato zu Gast waren.


Adresse: Wilhelmsplatz 11, 70182 Stuttgart
Website: www.ciba-mato.de

BAR

Oft bin ich mit Freunden in der BAR anzutreffen. “In welcher?” Ja, diese Frage begegnete mir bereits des Öfteren…

Hauptgrund für unsere zahlreichen Besuche ist die riesige Rum und Whiskey Auswahl, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Von einfacheren Standardabfüllungen bis hin zu selteren Ausgaben findet man eigentlich alles – und das zu einem meist günstigen Preis. So steht zum Beispiel immer noch die eine oder andere Flasche der Kilchoman “Anticipation” Abfüllung im Regal, ohne dass man für ein Gläschen davon Unsummen bezahlen muss. Ähnlich verhält es sich beim Rum: neben Zacapa, El Dorado und Pampero befinden sich viele unbekannte(re) Marken, die es aber trotzdem (oder gar besonders) verdient haben, probiert zu werden.

So ganz nebensächlich gibt es in der BAR natürlich auch noch leckere Cocktails (Gimlet mit Hendricks anyone? Andi? :-) ), die für die gebotene Qualität wirklich günstig sind! Leider ist die Karte schon ziemlich alt und enthält “nur” Klassiker und ein paar Eigenkreationen. Die verschiedenen Bartender bieten jedoch darüber hinaus auch weitere Cocktails an, so dass dies nicht wirklich schlimm ist. Falls also die Karte nichts passendes hergibt, einfach mal fragen was es sonst gerade gibt. Die Bartender sind alle überaus freundlich, wissen bestens Bescheid, so dass sich bestimmt was passendes finden lässt.

An den meisten Sonntagen (an allen?) gibt es zudem Auftritte von verschiedenen Musikern, die für ein paar Stunden den sonst üblichen Mix aus Jazz, Smooth Jazz (na Christian?! ;-) ) und Blues ablösen und die BAR in einen kleinen und gemütlichen Konzertraum verwandeln.

Falls jemand einer Zigarre nicht abgeneigt ist, hält der Humidor eine kleine, aber feine Auswahl an Tabakgut bereit. Ich selbst kann damit zwar nichts anfangen, doch soll es ja den einen oder anderen Zigarrenfan in Stuttgart geben.

Natürlich gilt das meiste (gute Drinks, freundliche und kompetente Bartender, usw) auch für die anderen vier hier gelisteten Bars, jedoch bietet die BAR für uns ein überaus sympathisches Gesamtpaket, was (für uns) aus dem eigentlich einfachen Konzept etwas besonderes macht. Es sei mir daher hoffentlich verziehen, dass ich der BAR an dieser Stelle etwas mehr Lob als den anderen vorgestellten Bars zukommen lasse.


Adresse: Augustenstrasse 81, 70178 Stuttgart
Website: www.bar-stuttgart.com

Barkultour 2010 in Stuttgart

Posted in Stuttgart on January 14th, 2010 by Sascha – 1 Comment

Am 25. und 26. Januar findet in Stuttgart zum ersten Mal die Barkultour statt und ist damit die einzige Messe in Süddeutschland, die sich voll auf Bars und Cocktails konzentriert. Das Motto lässt sich am treffensten mit “Qualität statt Quantität!” zusammenfassen – lieber einen “kleinen” Cocktail  mit hochwertigen Zutaten, anstatt die in Stuttgart oft anzutreffenden halben Liter “Saftgemische”. Als Veranstaltungsort wurde das Römerkastell in Bad-Cannstadt ausgesucht, welches sich sehr positiv von vielen sterilen Messehallen abhebt und so dem ganzen eine gemütliche und freundliche Atmosphäre verleiht.

Römerkastell

Veranstalter der Barkultour ist Dimi Lazaridis, Geschäftsführer der Agentur Bloom Concepts GmbH in Stuttgart, der über das Gastro-Projekt “Esskultour – das Gutscheinbuch für die Szenegastronomie” in Kontakt mit der Gastronomie kam und nach und nach die Idee einer eigenen Barmesse in Stuttgart ausarbeitete. Vor etwa zwei Jahren wurde mit der Arbeit begonnen, was am Anfang hauptsächlich daraus bestand herauszufinden, ob überhaupt Interesse an einer solchen Messe in Stuttgart gegeben ist. Nach und nach fanden sich so immer mehr Partner und Aussteller und das Konzept wurde konretisiert. Die Messe richtet sich, hauptsächlich an die Fachleute und Bartender aus der Gastronomie. Neben der Vorstellung neuer und bekannter Spirituosen, Zutaten und Cocktails wollte man auch die anderen wichtigen Themen der Branche angehen, die im täglichen Gastroalltag wichtig sind: Marketing, Vertrieb/Verkaufsförderung sowie Gestaltung und fachmännischer Planung/Einrichtung einer Bar.

Präsentiert wird das umfangreiche Angebot in drei Bereichen:

  • Aussteller: Hier präsentieren zahlreiche Firmen ihre aktuelle Produkte. Mit dabei sind unter anderem: Diageo, Haromex, Schweppes, Pernod Ricard, The Duke, Mozart Destillerie, Giffard, Monin, Como Fashion, und viele andere. Eine vollständige Liste findet ihr hier. Besonders interessant finde ich den Stand der Blackwood Destillerie, die ihren neuen Gin Monkey 47 präsentieren wird. Eine erste Probe beim Gin Tasting der Stuttgart Nightwalkers empfand ich schon als ziemlich lecker. Auch wenn in letzter Zeit immer mehr Gins auf den Markt kommen, ist es doch schön wenn es gute regionale Produkte gibt, die sich vor internationalen Produkten nicht verstecken müsssen.Monkey 47
  • Tasting Area: In diesem Bereich werden einzelne oder mehrere Produkte von verschiedenen Firmen vorgestellt und zum Probieren angeboten. Insgesamt werden zehn verschiedene Tastings angeboten:
    • Choctail/Mozart (Stefan Stefancsecz)
    • Monin
    • Ron Zacapa (Torsten Bechmann)
    • Monkey 47  (Alexander Stein)
    • The Glenlivet Single Malt (Bernhard Schäfer)
    • Sierra Tequila (Sven Sudeck)
    • Rum/Havana (Andreas Till)
    • Pisco (Roland Baric)
    • Japanischer Whisky (Helmut Knöpfle)
    • Tanqueray Gin (Mike Meinke)
  • Jedes Tasting ist im Eintrittspreis mit inbegriffen, dauert ca. 45min und bietet Platz für ca. 30 Personen. Bis auf das Monkey 47 Tasting (geschlossenes Tasting, nur für geladene Gäste) gibt es keine Anmeldung – first come, first serve. Wann die Tastings stattfinden, erfahrt ihr hier.

  • Bühne: Auf der großen Bühne des Römerkastells werden sowohl die Vorträge der einzelnen Redner präsentiert, als auch die zwei Workshops zu den Themen Flair Bartending und Barista statt finden. Unter anderem gibt es bei den Vorträgen folgendes zu hören:
    • Tony P. Eulenberg (Pernod Ricard) – Genuss mit Verantwortung
    • Jochen Larisch (AIDA Cruises) – Traumjobs mit Meerblick – Barkeeper bei AIDA Cruises
    • Helmut Knöpfle (Schlumberger) – On-Trade Marketing
    • Matthias Gerber (Illy – Universität des Kaffees) – Das Geheimnis eins perfekten Espressos
    • Elke Kies (Duftregie) – Dufteinsatz zur Absatzförderung und Kundenbindung

    Persönlich hätte ich mir zwar noch den einen oder anderen cocktailbezogenen Vortrag gewünscht, doch finde ich auch die hier aufgezählten Themen äußerst interessant, auch wenn sie teils eher die Barbetreiber/Manager ansprechen. Den vollständigen Vortragsplan findet ihr hier.

Desweiteren findet schon am 24ten Januar eine Pre-Party in der o.T. Bar am Schlossplatz statt. Ab 20.00 Uhr werden euch dort Mike Meinke, Inhaber der Triobar in Berlin; Chris Steide, Barchef vom Rauschenbach Deli in Dresden; Markus Heinze, Barchef von der Sonderbar in Dresden; Florian Neumann, Barchef Muttermilch & Tonstudio in Stuttgart und natürlich Dino Zippe, Barchef der o.T. Bar in Stuttgart willkommen heißen. Für musikalische Unterhaltung sorgt Branko Arnesk mit seiner kubanischen Band, die auch schon bei den sonntaglichen Floridita Nights (sehr zu empfehlen!) der o.T. Bar die Gäste begeistern.

Am Abend des ersten Messetages geht es weiter mit der Messeparty “Blues Brothers and Sisters”. Mit dabei ist eine Live Band, Buffet und verschiedene Themenbars, besetzt mit einigen der besten Bartendern Stuttgarts. Karten für diese Veranstaltung müssen jedoch zusätzlich zu den Messetickets erworben werden.

Wer die Barkultour besuchen möchte, hat über die Anmeldung auf der Website die Möglichkeit, für beide Tage freien Eintritt zu bekommen! Wahrscheinlich werde ich an beiden Tagen vor Ort sein und würde mich freuen das eine oder andere bekannte Gesicht aus der Blogwelt zu treffen. :-)

Barkultour 2010

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Was witziges zu Weihnachten…

Posted in Allgemeines on December 24th, 2009 by Sascha – 2 Comments

Der Affe aus dem Wald

Posted in Allgemeines on December 22nd, 2009 by Fabian – 4 Comments

Am Montag den 14. Dezember lud die DBU Sektion Ba-Wü gemeinsam mit den Black Forst Distillers in das Hotel Traube Tonbach zum Tasting der letzten drei Varianten des Monkey 47.

In den letzten Monaten veranstalteten Alexander Stein und Christoph Keller gemeinsam mit Barkeepern und Conniseuren der Bar immer wieder Tastings um gemeinsam den ersten Schwarzwald Dry Gin zu entwickeln.

Bei diesem abschließenden Tasting standen den 15 angereisten Barkeepern die letzten drei Alternativen zur Auswahl. Nach einer kurzen Vorstellung der beiden Protagonisten und ihrem Produkt ging es dann zur Verkostung der drei Destillate. Die drei Alternativen wurden von den Teilnehmern sowohl pur als auch im GinTonic verkostet und anschließend bewertet. Fast einstimmig wurde sich auf das dritte zu verkostende Destillat geeinigt.

Die drei Gins

Herr Stein und Herr Keller wollen mit Ihrem neuen Produkt dem Monkey 47, der im Mai 2010 auf den Markt kommen soll, einen Gin produzieren, der deutlich und rein nach Wacholder schmeckt. Er soll feinblumig-lieblich und floral duften. Des Weiteren sollen Zitrus-, leicht würzige Noten und eine subtile, bittere Fruchtnote den Geschmack dominieren. Insgesamt soll ein tiefgründiger und harmonisch ausgewogener Gin produziert werden.

Diese Anforderungen sahen alle im dritten Destillat erfüllt. Den Grundstein für diesen Gin bildet ein höchstgradig rektifizierter Ethylalkohol. In diesem Ethylalkohol haben die gintypischen Kräuter, Früchte und Gewürze, die sowohl aus Asien, Nord- und Südamerika als auch aus dem Schwarzwald stammen, 36 Stunden Zeit ihre Aromen abzugeben. Insgesamt beinhaltet der Schwarzwald Dry Gin 47 verschiedene botanische Zutaten. 15 davon in signifikanten Mengen, die übrigen 32 als Beigabe zur Gewährleistung einer größtmöglichen Komplexität.

Botanicals

Nach den 36 Stunden wird das Mazerat destilliert. Für die Destillation wurden von Herrn Stein neue Brennblasen entwickelt. Er baute in die Brennblase Geistkörbe oberhalb des Flüssigkeitsspiegels ein um über diese gewisse Kräuter-Aromen in das Destillat zu extrahieren. Das entstanden Destillat wird anschließend mit nordschwarzwälder Quellwasser auf eine Trinkstärke von 47 % Vol. herabgesetzt und für ca. 3 Monate in traditionellen Steinkrugbehältnissen gelagert.

Der Monkey 47 – Schwarzwald Dry Gin wir d ein 100%tiger Jahrgangsgin werden. Daher wird er von Jahr zu Jahr leichte Unterschiede in Geschmack und Geruch aufweisen.

Nach lehreichen zwei Stunden, in denen zum Abschluss noch eine geheime Zutat, die Preiselbeere, verraten wurde ging es zum Abendessen. Im Restaurant Bauernstube ließen sich alle Teilnehmer bei einem 5-Gang Menü von den Kochkünsten Jochen Reidts und dessen Team verwöhnen. In der Traube Bar konnte anschleißend noch der eine oder andere Cocktail genossen werden bevor es langsam jeden auf sein Zimmer zog.

Dieser Gin darf gespannt erwartet werden.

www.monkey47.com

Cocktails Old Fashioned bekommt einen weiteren Autor

Posted in Allgemeines on December 22nd, 2009 by Fabian – Be the first to comment

Als neuer Autor darf ich mich kurz vorstellen. Ich (Fabian Schulze) werde in Zukunft die beiden bisherigen Autoren Sascha Junkert und Hannes Bischof in ihrer Tätigkeit als Schreiberlinge für diesen Blog unterstützten.
Nach meiner Ausbildung zum Hotelfachmann in München und einer 1/2 jährigen Tätigkeit als Barkeeper habe ich mich zu einem Studium im Bereich Tourismusbetriebswirtschaft entschlossen. Seit Anfang des Jahres findet man mich, an den Wochenenden, in der Cocktail- und Champagnerbar FOUFOU in Stuttgarts Altstadt. Die Beiden (Sascha&Hannes) lernte ich über das Forum Cocktail&Dreams kennen.
Ich werde euch über die Dinge berichten, die man so als studentische Aushilfe an einer Bar erleben darf.
Ich wünsch euch jetzt viel Spaß beim lesen meines ersten kleinen Berichts.
Cheers!

Stuttgart: Vertical Whisky Tasting

Posted in Stuttgart on October 29th, 2009 by Sascha – 4 Comments

Vorgestern Abend fand das bereits zweite Vertical Whisky Tasting der Stuttgart Nightwalkers statt. Organisiert wurde es wieder von Florian Neumann (Tonstudio, Muttermilch) und Dino Zippe (o.T. Bar), die sich aber bis auf einige Worte zu Beginn des Tastings im Hintergrund hielten. Durch das Tasting leitete Helmut Knöpfle, der als “Marketing Manager On-Trade” für die Schlumberger Vertriebsgesellschaft tätig ist. Auf  lockere Art und Weise vermittelte er Grundlagen zur Geschichte, Herstellung, Lagerung, Marketing/Vertrieb und Verkostung von Whisky, speziell dem schottischen. Unter anderem weiß ich jetzt, dass “Glen” im Deutschen “Tal” bedeutet, dass Namen mit mehr als zwei Silben (z.B. Glenmorangie) auf die zweite Silbe betont werden, dass der Flug zur Insel Islay sehr abenteuerlich sein kann, die Mitarbeiter von Bowmore einen sehr undeutlichen Akkzent haben und dass die Erderwärmung auch seine positiven Seiten hat. ;-)

Vertical Whiskey Tasting

Vertical Whisky Tasting

Verkostet wurden insgesamt sieben Whiskies aus drei verschiedenen Distillerien, aus jeweils unterschiedlichen Gebieten Schottlands.

Glen Garioch

Den Anfang machte ein Single Malt aus der Glen Garioch (Aussprache: Glen Gieri, Bedeutung: Tal der Getreidekammer/Getreidemühle)  Distillerie in den Highlands, welcher acht Jahre in Bourbon Fässern gereift wurde. Glen Garioch ist die östlichste der schottischen Distillerien (Oldmeldrum bei Aberdeen) und wurde 1797 offiziell eröffnet.

Glen Garioch 8 Jahre

Der acht jährige Whisky ist hellgold in der Farbe, riecht süßlich und blumig, schmeckt ebenso leicht süßlich nach Honig, Malz und ein wenig Torf. Für den Anfang ein recht milder, jedoch unspektakulärer Single Malt.

Auchentoshan

Als nächstes wurden zwei Whiskies der Auchentoshan Distillerie aus dem schottischen Lowland vorgestellt. Auchentoshan (Ecke des Tals) wurde 1823 gegründet und unterscheidet sich von den meisten anderen Distillen, da der Whisky, nach irischem Vorbild dreimal destilliert wird. Er wird dadurch weicher/milder, verliert jedoch auch etwas an Grundcharakter.

Auchentoshan Classic

Der Auchentoshan Classic wurde sieben bis neun Jahre in gebrauchten Fässern des Bourbon Herstellers Heaven Hills gelagert. Die Farbe ist wie beim Glen Garioch hellgold und auch den Geruch und Geschmack empfand ich als ähnlich, jedoch etwas langweiliger. In der Nase waren hauptsächlich Vanille- und Zitrustöne zu finden, welche mit ein wenig Rauch auch beim Geschmack zu finden waren. Der Abgang war kurz und nicht der Rede wert.

Auchentoshan Three Wood

Dieser zwölf -jährige Single Malt reifte zuerst zehn Jahre in gebrauchten Bourbon Fässern und wurde dann 1 1/2 Jahre in Sherry Fässern und ein halbes Jahr in PX Fässern veredelt. Im Geruch machte sich auch sofort der Sherry bemerkbar, welcher auch den Hauptteil des Geschmacks ausmachte. Leider wurde das positive Bild etwas von der Schärfe des Whiskies getrübt.

Auchentoshan 21 Jahre

Der älteste Whisky an diesem Abend war der Auchentoshan 21 – nur knapp zwei Jahre jünger als ich selbst. :-) Ausgeschenkt wurde er leider erst ganz zum Schluss, so dass manche nur wenig oder gar nichts probieren konnten. Schade, denn dieser Single Malt war echt klasse. Im Geruch fruchtig, leicht süß und malzig, war auch der Geschmack sehr mild, aber intensiv. Dazu gesellten sich wieder Zitrus- und süßliche Vanilletöne. Der Abgang war recht lang und mild. Rauch oder Torf war im Gesamten fast nicht zu finden.

Bowmore

Die letzen drei Whiskies kamen von der Islay Distillerie Bowmore. Diese wurde 1779 gegründet und liegt 3km vom Fluß Laggan entfernt, welcher auch als Wasserquelle für die Whiskies genutzt wird.

Bowmore Legend

Der erste Bowmore, der uns präsentiert wurde war der Einstiegs-Malt namens Legend. Dieser zeigte schon im Geruch sehr deutlich, wo er herkommt – Rauch und Torf dominierten. Überraschend war dann allerdings, dass der Rauch im Geschmack nach ein paar Schlücken in den Hintergrund trat und herben Zitrusaromen und wieder einer leichten Süße (Sherry?) Platz machte. Im Abgang war zum Augleich wieder der Rauch und Torf im Vordergrund.

Dieser Whisky hat mich total überrascht – normal mag ich keine torf- und rauchige Whisky, doch diesen fand ich lecker. Klar ist er keine Rauchbombe, doch für meine Verhältnisse war es ein neuer Spitzenwert.

Bowmore Darkest

Als nächstes bekamen wir wieder einen Single Malt, der zuerst in Bourbon Fässern (12 Jahre) und danach in Sherry Fässern (3 Jahre) reifte, was man auch sofort im Geruch und Geschmack bemerkte. Sherry dominierte sowohl Geruch, Geschmack und Abgang des Whiskies, ohne jedoch andere Aromen komplett zu überlagern. Ein süßer Whisky, den man schön entspannt trinken kann.

Bowmore Cask Strength

Zum Schluss des Vortrages wurde der Bowmore Cask Strength gereicht, welcher mein Favorit des Abends war. Er lagerte 16 Jahre in Bourbon Fässern und wird mit 56 % abgefüllt. Für diesen Alkoholgehalt fand ich ihn jedoch überraschend mild und fand vor allem interessant, dass der Geschmack zuerst trocken war, dann aber ins Süße umschwenkte und im Hintergrund immer ein wenig Rauch und Torf dabei war. Sehr schön. :-)

Insgesamt ein sehr schöner Abend, mit zwei bzw. drei sehr engagierten Gastgebern, einem gutgelaunten und mit Wissen vollgepackten Referenten, einer schönen Whisky Auswahl und netten Teilnehmern. Ich freue mich schon auf das nächste Tasting Ende November, welches sich vorrausichtlich dem Gin widmen wird.

Bleibt nur noch eine Frage: Warum eigentlich “Vertical”? :-)