Die Geschichte des Gins – Teil 4

Posted in Zutaten on July 11th, 2010 by Fabian – 1 Comment

1700 – 1770 Der wachsende Konsum von Genever

Die starke englische Subventionierung des Exports von Malz in die Niederlande bildete die Grundlage für den raschen Anstieg der Produktion von Genever in Schiedam während des 18. Jahrhunderts. Die Stadt ist durch ihre Lage an der Mündung der Mass in die Nordsee, unweit von Rotterdam, dem größten Korn Hafen der damaligen Zeit, bevorzugt für die Herstellung von Getreidebränden. Die Amsterdamer „Niederländische Ostindien-Kompanie“, das erste weltweite multinationale Unternehmen, lieferte die pflanzlichen Stoffen, die zu Herstellung von Genever erforderlich waren.

Die Zahl der Brennereien in Schiedam stieg von 34 im Jahr 1700 auf 121 im Jahre 1730. In den frühen 1770er Jahren wurde etwa 85% des weltweit verfügbaren Genever in Schiedam erzeugt und in die Märkte nach England, Frankreich, Spanien, Ost-und Westindien und Nordamerika exportiert. Der Höhepunkt wurde im Jahre 1881 mit 394 Brennereien in Schiedam erreicht. Heute sind lediglich vier Brennereien in Schiedam ansässig.

1720 – The british Mutiny Act

Der Mutiny Act war ein Gesetzt, das über Jahre immer wieder geändert und erweitert wurde. 1720 wurde es zu Gunsten der Brenner in England geändert. In den Jahren zuvor wurden Sie gezwungen die arbeitslosen Soldaten, die aus den Kriegen heimkehrten, in ihren Häusern unter zu bringen und sie zu beschäftigen. Die Änderungen erlaubte es den Brennern die Soldaten nicht weiter für die Destillation beschäftigen zu müssen. Die ungeliebten Gäste im eigenen Haus mussten nicht mehr geduldet werden. Diese Reform weckte in den Brennern neu Motivation. Viele der Besitzer der Destillen entschlossen sich daraufhin ihren eigenen Gin her zu stellen.

1717-1757 – London’s Gin Craze

Die Auswirkungen des Gins auf die Londoner Bevölkerung sind mit der des Cracks in den amerikanischen Ghettos vergleichbar. Die Zeit in der Gin in Großbritannien seinen Höhepunkt erreicht hatte ist heute als „Gin Craze“ bekannt. Im 18. Jahrhundert waren vor allem die armen Schichten der Londoner Bevölkerung von Gin abhängig.

London ’s Gin Verbrauch erreichte im Jahre 1743 ihren Höhepunkt und trotz des Gin Gesetztes von 1751 sank der Konsum bis 1757 nicht. Bis zu dem Zeitpunkt als erste Missernten die Herstellung von Gin auf natürliche weise beschränkte. Gin half den Armen des 18. Jahrhunderts ihr Elend und ihre Not zu vergessen. Es war ein starkes „Medikament“, das billig und leicht verfügbar war. Ein viel zitiertes Ladenschild von Tobias Smollett ’s aus „History of England” lautet: “Trinken für einen Groschen, betrunken für zwei Pence, sauberes Stroh umsonst.“

Straßenhändler verkauften billigen Gin von ihren Wägen und Schwarzbrenner verwendeten tödliche Zutaten wie Terpentin und Schwefelsäure, um ihre Produkte trinkbar zu machen. In den Seitenstraßen und Hinterhöfen in Londons Gettos, verbrachten Männer und Frauen die Nacht bewusstlos auf Stroh wo sich das Aroma des Gins mit Erbrochenem mischte.

1723 – 1757 – Mother’s Ruin

Im Jahr 1723 übertraf die Sterblichkeitsrate in London die der Geburtenrate, was sich weitere zehn Jahre nicht änderte. Nicht weniger als 75% der Neugeborenen starben vor dem fünften Lebensjahr. Gin wurde für die geringe Fruchtbarkeit der Frauen verantwortlich gemacht.

Frauen die von der Gin sucht besessen waren, vernachlässigten ihre Kinder oder stellten sie mit diesem ruhig. Kinder wurden mit Behinderungen und Symptomen der Alkoholsucht geboren.  Mehr Frauen als Männer erlagen der Gin sucht weshalb sie sich Spitznamen wie “Ladies Delight”, “Mother Gin” oder “Mis Genever“ verdienten. Der Begriff „Mother’ s Ruin ” besteht bis heute.

1726 – Gründung von Boord Gin

Boord´s Gin

Die Londoner Firma Boord wurde 1726 gegründet. Über ein Jahrhundert später wird die Marke  für seine Old Tom Gin und ihre Marke Cat & Barrel berühmt.

1729 – Der 1. Gin Act

Der steigende Grad an Trunkenheit unter den Armen und die schockierende Auswirkungen von  schlecht destilliertem Gin führte zur Einführung des 1. von 8 Gin Gesetzten. Diesen Gesetzten wurden offiziell andere Namen gegeben den einige wurden in andere legislative Gesetzte eingebunden. Heute sind sie jedoch allgemein als Gin Gesetzte bekannt. Das 1729 erste eingeführte Gesetzt beschränkte den Verkauf von Gin durch Erhebung von Steuern und die Ausgabe von Lizenzen für den Verkauf. Ein großer Fehler im Gesetz definiert Gin als Spirituose, aus Wacholderbeeren, der andere Früchte, Gewürze und Zutaten beigefügt wird. So wurde das Gesetzt überlistet, indem man diese Zutaten nicht beigab, das Ergebnis war so genannten “Parlamentarischen Brandy”.

Legitime Brenner wurden in hohem Maße durch dieses Gesetz bestraft, während illegalen Brennereien weiter ihrem Geschäft nachgingen konnten. Dieses erste Gin Gesetz war der Beginn einer Auseinandersetzung zwischen den Befürwortern des mäßigen Konsum von Gin, den Großgrundbesitzern, Landwirten und Brennern, sowie den folgenden Regierungen. Bis hierhin scheint es so als hätte dieses Gesetzt  nicht viel geändert. Jedoch trugen die Einnahmen aus der Steuer dazu bei dem Britischen Empire zu wachsen.

Positives vom Allzeit Gebrügelten

Posted in Allgemeines on June 28th, 2010 by Fabian – 1 Comment

DBU Junior Akademie 2010

DBU Junior Akademie 2010
Zum vierten Mal fand vom 03. bis 06. Juni die DBU Junior Akademie in Rostock statt. Dieser Wettbewerb ist klar auf junge Barkeeper ausgerichtet, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen. Ich will euch hier in ein paar Zeilen über das Erlebte in Rostock berichten, da es ein Wettbewerb ist, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung bekommt und gar nicht, aber wirklich gar nichts mit dem zu tun hat was man bei den Landesmeisterschaften und bei der Deutschen Meisterschaft erleben darf.

Am Donnerstag war Anreisetag. Der einzige Flug an diesem Tag aus der Schwabemetropole nach Rostock war meiner. In Rostock wurde ich von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Im Hotel angekommen blieb erst einmal etwas Zeit zum Entspannen. Der Wettbewerb sollte offiziell um 21:30 Uhr mit der ersten Aufgabe beginnen.

Ich war aufgrund der Flugzeiten ein paar Stunden früher vor Ort und da es einigen Teilnehmern genauso ging wie mir entschlossen wir uns vor Beginn noch einen Happen Essen zu gehen. Pünktlich (besonders erwähnenswert; kaum ein Wettbewerb beginnt zur vorgegeben Zeit) begannen wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde, sowohl der Teilnehmer, wie auch der Jury.

Anschließend durften wir, am späteren Abend gegen 22:00 Uhr, mit der ersten Aufgabe beginnen. Stand, Land, Fluss ergänzt durch Klassische Cocktails, Früchte, Barwerkzeuge. Die Leitung des Wettbewerbs in Person Alexander Kreft gab die Buchstaben vor. Die Spielregeln sollten jedem bekannt sein. Für mich war hier nicht viel zu holen (mochte diese Spiel schon in der Grundschule nicht leiden). Den Rest des Abends ließen Teilnehmer und Jury dann bei ein paar Bierchen und „guten Gesprächen“ ausklingen.

Da die folgenden Tage einen straffen Zeitplan unterlagen musste ich um halb ein feststellen, dass ich einer der letzten Teilnehmer war, der sich auf den Weg ins Bett machte.
Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen. Heute durften wir nach Warnemünde fahren um dort AIDAblu zu besichtigen, anschließend uns in der Barschule Rostock einen Vortrag anzuhören und den Wettbewerbstag mit einem Nosing abzuschließen.

Die Besichtigung von AIDAblu hatte an sich nichts Neues gebracht. An sich. Wir wurden durch das Schiff von einem Barchef der Anytime Bar geführt. Während der Führung hatten wir genügend Zeit uns mit dem Barchef zu unterhalten und erfuhren das Eine oder Andere das doch wissenswert ist bevor man sich überlegt auf einem Schiff zu arbeiten.

Im Verlauf des Tages auf AIDAblu wurde ein weitere Teil des Wettbewerbes an der Anytime Bar durchgeführt, das Freepouring. Die Regeln sind simpel. Die Toleranz lag bei +/- 0,1 cl. Es galt 2cl und 4cl mit einer Hand, 2cl beidhändig, 6cl und 8cl aus der Speedbottle auszuschenken. Das Ergebnis war vernichtend. Kaum ein Teilnehmer schaffte es über 0 Punkte. Im Anschluss hörten wir in der Crewbar einen Vortrag zu Arbeiten und Leben auf dem Schiff, wie er von Jochen Larisch auf der Barkultour im Januar diesen Jahres bereits gezeigt wurde.
Am Nachmittag ging es zurück von Warnemünde in die Barschule Rostock wo Bacardi seine Präsentation zu verantwortungsvollem Umgang mit Alkohol an der Bar hielt. Zu diesem Zeitpunkt nahm die Konzentration doch schwer ab. Nichts desto trotz waren wir noch nicht am Ende des Tages angelangt. Ein weiterer Test stand an. Es galt fünf Spirituosen zu erkennen.

Nosing

Erst gegen 19:00 Uhr waren wir mit den Aufgaben des heutigen Tages durch. Schnell noch einen Abstecher ins Hotel und ab zum Abendessen nach Warnemünde. Die meisten Teilnehmer wurden auch an diesem Abend nicht alt. Die Strapazen des Tages und die Anspannung auf die Vorträge der Einzelnen Teilnehmer am nächsten Tag waren deutlich zu spüren.
Früh am Samstag Morgen hieß es dann auf in die Barschule Rostock zu den Vorträgen. Jeder Teilnehmer aus den einzelnen Sektionen hatte im Vorhinein ein zugelostes Thema zu bearbeiten und einen Vortrag von 20 Minuten vorzubereiten. Pünktlich um neun Uhr begannen die Vorträge. Themen wie Tiki Drinks, Barkarten, Gin, Pisco, Prohibition und einige mehr wurde vorgestellt.

Vorträge

Pisco Präsenation – Junior Akademie 2010

Im Anschluss an die Mittagspause begann dann die Drink Competition. Die Rezepte der Cocktails mussten weder vorher eingereicht werden noch waren sie an einen Sponsor gebunden. Somit hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit ihrer Kreativität freien lauf zu lassen. Unüblich auch, dass nur ein Drink herzustellen war. Allerdings wurde einem während der Herstellung die eine oder andere Frage von Seiten der Jury gestellt. Teilweise auch sehr spezifische Fragen.

Hier die Rezeptur mit der ich angetreten bin:

5 grüne Trauben

5cl Pisco Quebranta

2cl Holunderblütensirup

3cl Limettensaft

Cocktails

Der vorletzte Tag endete etwas früher was uns ein wenig mehr Zeit ließ um uns im Hotel frisch zu machen. Im Anschluss waren wir dann zum „Abschlussessen“ im Gosch in Warnemünde. Hier wurde uns ein köstliches Drei-Gänge Menü serviert. Das Abfallen der Anspannung der letzten Tage war an diesem Abend durchaus zu spüren. Deshalb wurde auch beschlossen noch einen Absacker im Seehund zu nehmen.

Diese typische Kneipe wurde am Abend davor schon ausgiebig von einigen Mitgliedern der Jury getestet. Nach einigen Bieren ging es dann gegen halb zwei zurück ins Hotel. Hier wurde sich dann noch bei einigen leckeren Drinks gemeinschaftlich auf den am nächsten Tag anstehenden schriftlichen Test vorbereitet.

Der letzte Tag der Junior Akademie stand an. Am Morgen galt es den letzten Teil, der Ausschlag auf das Ergebnis hatte, zu meistern. In einem Test mit ca. 30 Fragen konnte man zeigen was man die vergangenen Tage alles gelernt hatte. Die Fragen kamen nicht nur aus den Vorträgen sondern bezogen sich auch auf die Besichtigung von AIDAblu, den Vortrag von Bacardi, etc.

Test

Gegen 14:00Uhr stand dann das Ergebnis der diesjährigen Junior Akademie fest. Als bester Teilnehmer schloss Markus Kern ab.

Ein kleines Fazit

Es waren vier anstrenden Tage mit einem Niveau, das ich so nicht erwartet hätte. Ganz klar ist, dass es sich um einen Wettbewerb handelt, der sich an junge Barkeeper richtet. Die Inhalte stimmen mit dem Konzept zu 100% überein. Ganz besonders gut gefallen hat mir die Bewertung der Person. Die Jury bewertet nicht nur die Fakten sonder man wurde auch über die gesamten vier Tage beobachtet und das Verhalten jedes Einzelnen floss mit einem nicht kleinen Anteil an der Gesamtwertung in das Ergebnis mit ein. Das erste Mal habe ich auch erlebt, dass es ein Feedback an die Teilnehmer von der Jury und den Veranstaltern gab. Die Jury nahm sich für jeden Teilnehmer Zeit um die Bewertung des Verhaltens jedes Einzelnen zu erklären. Diese Gespräche dauerten bei 11 Teilnehmer gut einen halben Tag.

Für die Teilnehmer im nächsten Jahr wünsche ich mir vor allem eines: MEHR ZEIT!

Zum Schluß möchte ich mich noch bei der Organisationsteam bedanken. Sowie bei Ana Rosa Trelles Santana von Vinas de Oro, von der ich total unkompliziert ein Paar Flaschen des Pisco Quebranta und Pisco Italia, sowie weitere Informationen für meinen Vortrag bekommen habe.

Die Geschichte des Gins – Teil 3

Posted in Zutaten on June 8th, 2010 by Fabian – Be the first to comment

1690 – The Distilling Act

Die Herstellung von Gin wurde im Jahre 1690 von dem britischen Parlament erleichtert. Das Gesetz zur Förderung des Destillierens von Branntwein und Spirituosen aus Getreide. Es ermöglichte jedem die Destillation von Getreidespirituosen. Damit sollten die englischen Brenner gefördert werden, um die Lücke, die durch das Importverbot des französischen Brandys hervorgerufen wurde, zu schließen. Es wurde zudem eine geringe Steuer auf Alkohol erhoben, um den Krieg des Königs zu finanzieren. Von diesem Gesetz profitierten jedoch nicht nur die Brenner sondern auch die englischen Bauern, die ihre Überschüsse an produziertem Getreide an die Brenner verkaufen konnten. Damit konnten die Bauern höhere Pachten für ihr Land bezahlen. Wie es der Zufall wollte waren zu dieser Zeit die beiden Häuser des britischen Parlaments vorwiegend von den Grundbesitzern an die, die Bauern ihre höheren Mieten bezahlten, besetzt. Der König benötigte unbedingt die Stimmen aus den beiden Häusern, um seinen Krieg gegen Frankreich weiter fortsetzen zu können.

1691 – Tonnage Act

Ein weiterer Krieg trug zum Aufstieg des Gins bei – der Krieg der Grand Alliance (auch bekannt als die Liga von Augsburg). Wie die vorangegangenen Kriege, hinterließ auch dieser im britischen Haushalt seine Spuren. Was 1694 zur Gründung der Bank of England und dem Beschluss des „Tonnage Act“ führte. Dieses Gesetz ermöglichte der Regierung Zölle auf Schiffe nach ihrer Tonnage zu erheben, ebenso auf Bier und anderen alkoholischen Getränken. Die Besteuerung von Bier erhöhte den Preis in drastischem Maße, sodass es kaum einen Unterschiede machte Bier oder Gin zu trinken. Viele Menschen in der Bevölkerung wurden dadurch ermuntert zum ersten Mal Gin zu probieren und er gefiel.

Durch dieses Gesetz wurde die Herstellung von Destillaten weiter vereinfacht, jeder konnte Spirituosen herstellen. Er musste dies nun in einem Zeitraum von zehn Tagen, bevor man mit der Herstellung begann, öffentlich bekannt geben.

1695 – Die Gründung von De Kuyper

Berühmt für seinen Genever und seine Liköre, wurde die niederländische Firma De Kuyper im Jahre 1695 gegründet. Der frisch verheiratete Petrus de Kuyper gründete die Firma in Horst in Limburg im Süden der Niederlande. Ursprünglich war De Kuyper ein Hersteller von „kuipen“ (Holzfässer für den Transport von Genever und Bier).

Im Jahre 1729 zog Jan de Kuyper  (dritter Sohn von Petrus) mit seiner Frau Anne Custers nach Rotterdam und eröffneten dort einen Krämerladen

Es gibt bis heute keinen Nachweis darüber, ob dieses von Jan de Kyper eröffnete Geschäft mit Spirituosen handelte. Im Jahre 1752 übernahm Jan de Kuyper eine Destillerie, im damaligen Zentrum der Genever Herstellung, in Schiedam. Diese Distilerie verkaufte er zwei Jahre später. Die Familie de Kyper war aber zum Herstellen von Spirituosen bestimmt. Die zwei Söhne von Jan de Kyper, Johannes und Peter, die bis 1769 mit Brandy gehandelt hatten, gingen eine Partnerschaft ein um eine Destillerie in Rotterdam zu kaufen. Dies war die Basis für das bis heute in der 10. Generation betriebene Familien-Unternehmen.

1702 – Brandy Nan

Im Jahre 1702 erhielt Queen Anne den Beinamen “Brandy Nan”. Sie war für ihrer Vorliebe von Schnaps gemischt im kalten Tee, den sie aus einer scheinbar unschuldigen Teekanne trank, bekannt.

Queen Anne erhöhte unabsichtlich die Produktion von Gin, indem Sie die Urkunde, die von Charles I, der Worshipful Company of Distillers, über die Gewährung der alleinigen Rechte in den Städten von Westminster, London und im Umkreis von 21 Meilen Getreide zu destillieren, entzog. Hunderte von „backstreet“ Brennereien entstanden und innerhalb einer Generation ertranken sich die Londoner Slums mit Gin. Erst mit dem gänzlichen Widerruf der „Distillers Company Charta“ konnte man die Qualität der produzierten Spirituosen wieder sicherstellen.

1714 –  Die erste schriftliche Erwähnung des Wortes Gin

Die erste bekannten schriftlichen Erwähnung des Wortes Gin, kann man in dem Buch “The Fabel of the Bees, or Private Vices, Publick Benefits “von Bernard Mandeville aus dem Jahre 1714 finden. Er schrieb: “Der berüchtigte Schnaps, dessen Namen deriv ‘d, von Wacholderbeeren aus dem Niederländisch abgeleitet, ist, ist in heutiger Zeit durch häufigen Gebrauch … zu einem Wort, von mittlerer Länge, nämlich Gin geschrumpft.” Übrigens, die niederländische Bezeichnung “Genever” oder “Jenever” wurde dem alten französischen Wort „Genevre“ entlehnt (modern Französisch Genievre,) was soviel wie “Wacholderbaum” bedeutet, dass sich wiederum von dem lateinischen Wort für Wacholderbaum ‘Juniperus’ ableitet.

Rum Blind Tasting mit Bristol Classic und Plantation

Posted in Zutaten on May 25th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Freudige Nachrichten! Nachdem im ersten Rum Tasting des Shops Rum & Co eher bekannte Rums enthalten waren, befinden sich im Juni Tasting nur Rums der beiden unabhängigen Abfüller Bristol Classic und Plantation, die auch erfahrenere Rum-Trinker interessieren sollten. Da ich von den acht Rums selbst nur zwei Rums der Plantation Serie kenne, bin ich schon sehr gespannt, wie sich sie sich gegen die Standardabfüllungen der Distillerien schlagen. Eine kleine Auswertung folgt nach Bekanntgabe der Auflösung.

1. Bristol Caribbean Collection Rum
2. Bristol Caroni Trinidad 1998 Rum
3. Bristol Reserve Rum of Nicaragua 1998
4. Bristol Reserve Rum of Peru
5. Plantation Panama 2000
6. Plantation Guyana 1990
7. Plantation Grenada 1998
8. Plantation Barbados 2000

Am Tasting teilnehmen könnt ihr per folgendem Link: Anmeldung.

Was ist ein Blind Tasting?

Die Spirituosen werden in kleinen Fläschchen abgefüllt und daraufhin nur mit einer Nummer gekennzeichnet, an die Tester verschickt. Diese probieren jede einzelnen Probe, vergeben eine Bewertung von eins (sehr schlecht) bis zehn (sehr gut) und schicken die gesammelten Eindrücke an den Organisator. Auf diesem Wege können Fans der jeweiligen Spirituose neue Abfüllungen kennen lernen, ohne gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Mit der Zeit sollte sich auch für Dritte eine stattliche Sammlung von Bewertungen und Geschmacksnotizen ansammeln, die für den eigenen Einkauf mitentscheidend sein könnten.

Cocktails & Dreams besetzt das Tonstudio

Posted in Allgemeines on May 14th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Seit ein paar Jahren haben sich über die Internet Community „Cocktail & Dreams“ eine Vielzahl fähiger Bartender und Cocktailenthusiasten zusammen getan. Am 23. Mai 2010 wird eine kleine Gruppe dieser Mitglieder, die aus ganz Deutschland angereist sind, zum ersten Mal Ihr Wissen und Können den Cocktail-begeisterten Nachtschwärmern Stuttgarts präsentieren. Die Gäste des Tonstudios erwartet eine kleine, aber feine Auswahl an klassischen und eigenen Cocktailkreationen, die es zu genießen gilt. Eine großartige Gelegenheit euren Abend mit außergewöhnlichen Drinks zu verbringen!

Wo? Theodor Heuss Str. 23, Ecke Lange Staße / Theodor-Heuss-Straße 70174 Stuttgart

Wann? 23. Mai um 19:00 Uhr

Cocktailkarte

Cocktails

  • Beuser & Angus Special
  • Pendennis
  • Dunkin Cocktail
  • Tommy’s Margarita
  • Dark And Stormy
  • Holland House Cocktail
  • Daiquiri
  • Sazarac (Cognac/Rye)

Cocktails von C&D-Forenmitgliedern

  • Cinnarula
  • Perfect Stranger
  • Agave & Basil
  • St. Germain Gimlet

Alkoholfreie Drinks

  • Jungbrunnen
  • Basilikum-Limonade

Die Geschichte des Gins – Teil 2

Posted in Zutaten on May 6th, 2010 by Fabian – Be the first to comment

1622 – Erstes überliefertes Rezept

Im Jahre 1622 wurde in Amsterdam ein Rezept für „Aqua Juniper“ veröffentlicht. Wer und wann genau dieses Rezept veröffentlicht wurde ist bis heute leider nicht bekannt.

1638

Im Jahre 1638 trafen sich Theodore De Mayerne, der später als „The Father of English Distilling“ bekannt wurde, und Thomas Cademan, der Arzt der Königin, um „The Worshipful Company of Distillers“, ein bis heute existentes Unternehmen in London, zu gründen. Durch die Verbindung zum Königshaus stellte ihnen Charles I eine Urkunde aus, in der er dem Unternehmen die exklusiven Rechte der Herstellung von Alkohol aus Getreide in London und Westminster und im Umreis von 21 Meilen der beiden Orte zusprach. Dies gewährte den Beide dein Monopol auf die Herstellung von Spirituosen und Essig. Sie setzten Qualität- und Produktionsstandards, die sie in einer Broschüre namens „The Destiller of London“ dokumentierten. Diese Broschüre verbot zudem den Verkauf von „Low Wines“.

Theodore de Mayerne

Theodore de Mayerne

Wie niederländische Genever, musste englischer Gin zweimal destilliert werden (wie heute). Im ersten Schritt produzierten die „Malt Distillers“ aus Gerstenmalz und anderen Getreiden den sogenannten „Low Wines“. Dies geschah in großen Mengen, deshalb gab es nur wenige Produzenten in London, die durch die „Worshipful Companie“ vertreten wurden.

Der zweite Schritt bestand darin, dass diese produzierten „Low Wines“ zu Destillerien gebracht wurden. Hier wurden sie aromatisiert und wenn nötig verschnitten und zum Schluss auf  Trinkstärker herabgesetzt.

1663 – Samuel Pepys

In den frühen 1600ern wurde Gin in den Hafenstädten von London, Plymouth, Portsmouth und Bristol destilliert. Der Genuss von Gin stand zu dieser Zeit unter dem Vorwand die Gesundheit zu unterstützen.

Samuel Pepys beschreibt genau die Auswirkungen, die dem Gin damals zugesprochen wurden. Am 9. Oktober 1663 berichtet er: „Mein großer Anfall von Schmerzen“. Am nächsten Tag berichtet er von „Schmerzen beim Wasserlassen … Sir J. Minnes und Sir W. Batten [seine Arbeitskollegen], hatten zu mir gesagt, dass ich Wacholder Wasser zu mir nehmen solle, und Sir W. Batten schickte seine Frau mit dem starken Wasser aus Wacholder zu mir. Ob das oder etwas anderes, mich von meinem Tiefgang erholen lassen konnte, kann ich heute nicht sagen, aber ich hatte ein paar Stühle anschließend.“ Vielleicht ein wenig zu viel Information, aber der Nachweis über die Verwendung von Wacholder als Diureticum zu dieser Zeit.

1689 – Wilhelm von Oranien

Die Ankunft der Niederländer auf dem britischen Thron lässt den Gin von der Medizin zum Modegetränk werden. Der Nachfolger von James I, James II war umstritten, aber der neue König hatte die diplomatische Unterstützung der Katholiken, was ihm bei seinen englisch-protestantischen Untertanen und dem Parlament gleichermaßen unbeliebt machte. Der König, die führenden Persönlichkeiten des Landes wurde schließlich im Jahre 1688 zur Flucht nach Frankreich gezwungen.

Theodore de Mayerne

Theodore de Mayerne

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Frankreich versucht William seinen Gegner wirtschaftlich zu schwächen. So begann die englische Blockade gegen französische Waren. Zu diesem Zeitpunkt erfreuten sich die französischen Spirituosen in England jedoch höchster Beliebtheit. Rum hatte sich noch nicht durchgesetzt, Whisky wurde nur von den Schotten und den Iren genossen, und Wodka war hunderte von Jahren vom Ausbruch aus Polen und Russland entfernt. So begann man Genever aus Holland zu entdecken. Gin hatte Getreide als Grundlage gleich wie bei Genever, so konnte er auch in England hergestellt werden. So trat Genever und Gin schnell an die Stelle der schwindenden französischen Destillate.

Genever wurde das Modegetränk am William und Marys Königshof in Kensington, der Konsum stieg schnell an. Der Hofstaat wollte seine Unterstützung Ihres neuen Königs und seinem protestantischen Glauben durch den Genuss von Genever zeigen.

Die Geschichte des Gins – Teil 1

Posted in Zutaten on April 30th, 2010 by Fabian – Be the first to comment

In letzter Zeit habe ich mich mit der Lieblingsspirituose vieler Connoiseuren und Barkeepern ein weniger genauer beschäftigt: Gin. In mehreren Teilen werde ich euch nun die weitreichende Geschichte dieser Spirituose vorstellen. Als Quellen für diese längere Artikelreihe dienten mir unter anderem das CLASSmagazine, das Gin Compendium von Gary Regan und auch die Unterlagen zum G´Vine Wettbewerb des letzten Jahres. Ich wünsche euch allen nun viel Spaß beim lesen!

1100er – Ursprung der Destillation

Die Destillation hat ihre Ursprünge in der arabischen Welt. Durch die Übersiedlung der Mauren nach Europa im Mittelalter und ihre Herrschaft in Sizilien kam diese Wissenschaft nach Europa. Es wird vermutet, dass Benediktinermönche in Salemo die neu erworbenen Kenntnisse zur Destillation von Alkohol dazu verwendeten, Heilpflanzen aufzulösen und zu konservieren.

Die (vermutlich) erste Erwähnung

Im 12. Jahrhundert begannen Mönchen und Alchemisten in Europa nach dem „Aqua Vita“ (Wasser des Lebens) zu suchen. Diese frühen Brenner erzeugten Alkohol durch Erhitzen von Wein. Es entstand der Begriff „Burntwine“ aus dem später „Brandy“ wurde.

1269 – Frühe Medizin

Im Laufe der Jahrhunderte verwendeten Ärzte Wacholder bei der Herstellung eines Mittels das Diuretikum (erhöht die Ausscheidung von Urin) genannt wurde. Seit Jahrhunderten wurden mit Wacholder infusionierte Verbindungen genutzt, um Beschwerden des Magens, der Nieren und der Leber zu behandeln.

Der erste schriftliche Hinweis auf ein Wacholder basierendes Tonic ist im Jahre 1269 in einer niederländischen Publikation „Der Naturen Bloeme“ (die „Blume“ der Natur oder das Buch der Natur) von Jacob van Damme Maerlantte zu finden. Diese frühe naturgeschichtliche Enzyklopädie enthält ein Kapitel über Heilkräuter mit Wacholder.

1340er-1700er – Die Pest und der Wacholder

Während des 14. Jahrhunderts tauchte die Beulenpest in Zentralasien auf. In den späten 1340er erreichte sie dann auch Europa, wo sie als der „Schwarze Tod“ bekannt wurde. Diese tödliche Pandemie raffte ein bis zwei Drittel der europäischen Bevölkerung dahin.

Die Menschen in ganz Europa tranken Wacholder Liköre und Elixiere in dem fehlgeleiteten Glauben, sie würden gegen die Pest helfen. Es war auch üblich, Masken gefüllt mit Wacholderbeeren als ein Hindernis für den Erreger zu tragen.

Frühe 1500 – Verbreitung der Destillation

Die Destillation verbreitete sich von Italien aus über die südlichen Weinbauregionen nach ganz Europa, wo im Laufe des 16. Jahrhunderts die Kunst der Destillation von Maische aus Getreide entdeckt wurde. Frühe Destillate wiesen einen vergleichweise geringen Alkoholgehalt auf, waren im Vergleich zu den heutigen Produkten von schlechtem Geschmack und durch Fuselöle verunreinigt. Die Niederländer brachten es zur Verkommenheit der Kunst der Destillation, indem sie aus diesen „Low Wines“ einen stärkeren und reineren Geist durch die sekundäre Destillation hervorbrachten.

1560er – Verbreitung von Spirituosen mit Wacholdergeschmack

Niemand weiß, wann Wacholder das erste Mal mit Alkohol verbunden wurde – es könnten die Mönche des 12. Jahrhundert aus Salerno gewesen sein. Es gibt aber Anhaltspunkte, dass Destillate mit Wacholdergeschmack in den 1560ern durch Hungernot, Flüchtige die in Flandern lebten, hergestellt wurden. Zu dieser Zeit waren Spirituosen mit Wacholdergeschmack in den Niederlande (Holland, Belgien und Teilen Nord-Frankreichs) bereits erhältlich.

1572 – Professor Sylvius de Bouve

Professor Sylvius de Bouve wird allgemein mit der Erfahrung dessen, was wir heute als Genever bezeichnen (aus dem später Gin hervorging) in Verbindung gebracht. Er war Chemiker, Alchimist, ein renommierter Wissenschaftler und Professor, der unter anderem die älteste Universität in den Niederlande, die Universität Leiden gründete (im Februar 1575).

Er destillierte die Maische aus Getreide und fügte ihr Öl aus Wacholderbeeren zu. Dieses Getränk, das den Harndrang stimulieren sollte, nannte er Genever. Heute wird vermutet, dass Lucas Bols dieses von Dr. Sylvius de Bouve erfundene Rezept für sein Destillat verwendete. In Aufzeichnungen aus dem Jahr 1595 ist zu lesen, dass Dr. Sylvius de Bouve einen „Mout Wijn“ mit Wacholdergeschmack verkaufte. Es ist zu vermuten, dass er dies aber bereits Jahre zuvor tat. Es ist darauf hinzuweisen, dass Dr. Sylvius de Bouve oft mit dem deutschen Arzt Franciscus  Sylvius (geboren als Franz de le Boe) verwechselt wird. Er war in den Jahren von 1658 – 1672 an der Leiden Universität in der medizinischen Fakultät tätig und wurde Dr. Sylvius genannt.

1575 – Gründung der BOLS Brennerei

Lucas Bols gründete seine erste Brennerei in Amsterdam im Jahre 1575, wo er vermutlich eine Spirituose mit Wacholdergeschmack herstellte. Da Amsterdam zu dieser Zeit allerdings aus Holzhäusern bestand, wurde ihm verboten in der Stadt seinem Geschäft weiter nachzugehen. Er zog mit seiner Destillerie aus der Stadt an einen nahe gelegenen Bach, dessen Wasser er zur Kühlung seiner Apparate verwendete. Seine Destillerie wurde unter dem Namen „t Lootsje“ bekannt, was soviel bedeutet wie „der kleine Schuppen“.

1585 – Niederländische Courage

Im Jahre 1598 wurden englische Soldaten von Queen Elizabeth I von England in die Niederlande geschickt, um die protestantische Revolte gegen König Philipp von Spanien und seinen katholischen Verbündeten zu unterstützen. Zwanzig Jahre später wurden die Niederlande abermals Schauplatz eines Krieges zwischen England, Frankreich und Spanien der 30 Jahre bis 1648 dauern sollte. In dieser Zeit entdeckten die Engländer die als Genever bekannte Spirituose in den Niederlanden und brachten diese auf die Insel.

Academia del Ron

Posted in Cocktails, Zutaten on April 17th, 2010 by Fabian – 3 Comments

Anfang dieser Woche startete der erste Teil der Academia del Ron, welche von Havana Club veranstaltet wird. Der Titel „Academia del Ron“ ersetzt nicht nur einfach das Wort „Wettbewerb“ sondern ist in seiner Bedeutung wörtlich zu verstehen. Die zweitägige Akademie sollte laut vorherigen Informationen auf der einen Seite ein Wettbewerb darstellen, aber auch eine Möglichkeit bieten sich durch Vorträge als „360° Bartender“ weiter zu bilden.

Entsprechend diesen Informationen startete ich am Montag morgen mit großen Erwartungen Richtung Köln. Gegen 11:00 Uhr erreichte ich die „Villa Köln“, die direkt am Rheinufer gelegen, der Veranstaltungsort war. Beim betreten der Villa wurde einem gleich klar, dass hier die richtige Lokation ausgesucht wurde.

Villa Köln Eingang

Villa Köln Eingang

Nach einer kurzen Begrüßung und einem ersten Überblick wer es zur Academia geschafft hatte wurde sogleich mit dem ersten Vortrag begonnen:

Rum – Nektar der Götter

In diesem ersten Vortrag wurden alle Teilnehmer in die Geschichte des Rums eingeführt. Wie das Zuckerrohr seinen Weg aus Asien über die Kanarischen Inseln bis in die Karibik fand, was genau die Bezeichnung Demerara Rum meint, aus welchen drei Grundstoffen Rum hergestellt werden kann, wie leichte und schwere Rums entstehen, aber auch welche Art von Rum aus den verschiedenen Regionen Mittelamerikas und der Karibik kommen. Dies stellt nur einen kleinen Auszug des 1 ½ stündigen Vortrags dar. Im Anschluss galt es dann siebzehn Spirituosen, darunter natürlich vorwiegend Rum, aber auch Cachaca, Rhum Agricole und Rum Verschnitt zu verkosten und zu vergleichen. Dies war ein wunderbarer Auftakt für den ersten Tag und machte Lust auf mehr.

Rum Tasting

Rum Tasting

Die Begeisterung wurde dann aber schnell wieder ein wenig gedämpft als man vor den Fragen des Multiple Choice Test saß. Es galt drei Seiten mit Fragen zu beantworten, die sich auf den vorherigen Vortrag bezogen. Das Ergebnis diese Testes floss mit in die Gesamtwertung ein.

Barlife 1

Nach einem kleinen Mittagssnack ging es weiter zum zweiten Vortrag Barlife 1. In 30 Minuten konnte man erste Einblicke in die Sprache unseres Körpers gewinnen. Diesem interessanten Vortrag hätte man durchaus ein wenig mehr Zeit geben können.

Barlife 2 – Barpsychology

Gleich darauf erwartete uns die Couch: in Barlife 2 ging es um Barpsychology.

Barpsychology Vortrag

Barpsychology Vortrag

Ein Programmpunkt auf den ich sehr gespannt war. Was uns präsentiert wurde, konnte dann aber die Erwartungen der meisten Teilnehmer nicht erfüllen. Der Vortrag begann mit der Vorstellung eines erdachten Lehrfaches namens Barpsychology und dessen eventuellen Inhalten. Auf die Inhalte wurde leider, aus Zeitgründen, nur oberflächlich eingegangen. Alle Teilnehmer hielten dieses Thema für sehr wichtig und ein wenig mehr Tiefe hätte dem Vortrag gut getan. Lange Zeit sich über den Vortrag zu unterhalten blieb allerdings nicht. Denn die vierte Präsentation des Tages stand an.

Labratory 1

Diese Präsentation beschäftigte sich mit der Unterschiedlichen Wahrnehmung von Geschmack in unterschiedlicher Atmosphäre. Tony Conigliaro stellte uns aber zunächst vor, was er so in seinem kleinen Labor „erforscht“. Thema war unter anderem die Aromatisierung von Spirituosen unter Vakuum. Dieser Teil des Vortrages lässt sich allerdings nur unter erschwerten Bedingungen für Jederman(n) umsetzten. Aus diesem Grund komm ich auch schon zum zweiten wesentlich besser anwendbaren Teil der Präsentation. Hier wurde uns am eigenen Leibe deutlich gemacht, wie sich Musik und Gerüche auf den Geschmack einer Spirituose auswirken. Eine Erfahrung die jeder daheim selbst ausprobieren kann: Genießt wie wir zu schräger, lauter Musik ein kleinen Schluck Rum. Notiert euch was Ihr schmeckt. Im Anschluss testet ihr den selben Rum zu leichter klassischen Musik in angenehmer Lautstärke. Das Ergebnis verblüfft. Ähnlich war es bei den Gerüchen, jedoch wurde von mir der Unterschied hier nicht allzu deutlich wahrgenommen.

Labratory 2

Zwischen dem Dinner und uns Teilnehmern stand nun nur noch ein letzter Vortrag: Labratory 2 beschäftigte sich mit den klassischen kubanischen Cocktails und ihren Ursprüngen. Von Canchanchara über Negron, Mojito Criollo bis zum El Presidente wurden uns von Michael Menegos auf seine typisch unterhaltsame Art, sowohl in schriftlicher als auch liquider Form präsentiert. Ein weiteres Highlight des Tages!

Die servierten Köstlichkeiten zum Dinner rundeten den ersten Tag der Academia del Ron perfekt ab.

Dinner

Dinner

Wettbewerb

Am zweiten Tag startet dann der Wettbewerb. Besonderheit hierbei war, das die Jury direkt am Tresen saß, an dem man seinen Drink zubereitete und ab und an Fragen stellte, um das gewonnen Wissen des Vortages zu prüfen. Am Tresen herrschte eine lockere Atmosphäre, welche vielleicht auch dafür sorgte, dass sieben Minuten für zwei Drinks letztendlich knapp bemessene Zeit war.

Wettbewerbsvorbereitungen

Wettbewerbsvorbereitungen

Gemixt habe ich den drei Jurymitgliedern folgendes:

Peanut Daiquiri

  • 5cl Havan Club 7 Anos
  • 1cl Holunderblütensirup
  • 1cl Erdnusssirup
  • 3cl Limettensaft

Abschließend kann ich sagen, dass von allen Wettbewerben an denen ich bisher aktiv oder passiv teilgenommen habe, dieser mich am meisten begeistern konnte. Deshalb hoffe ich, dass noch viele Academias folgen werden.

Carl Mertens Schnäppchen

Posted in Werkzeug on April 16th, 2010 by Sascha – Be the first to comment

Die Firma Carl Mertens ist in Barkreisen besonders für die hohe Qualität ihrer Produkte bekannt. Leider hat Qualität, wie so oft, jedoch ihren Preis. Für einen Carl Mertens Boston Shaker muss man mindestens ca. 40€ bezahlen, meistens sogar mehr. Der User “Dr Pepper” aus dem C&D Forum hat nun eine Quelle aufgetan, wo es eine kleine Auswahl an Carl Mertens Produkten auch billiger gibt, jedoch nur bis Sonntag 23:59 Uhr. Möglich macht dies der Aktions-Shop Brands4Friends, welcher immer zeitlich begrenzt, bestimmte Artikel eines Herstellers zum Vorzugspreis anbietet. Möglich ist dies wahrscheinlich hauptsächlich über die große Anzahl an verkauften Produkten und weil es sich oft um “alte” Artikel handelt, die aus dem Sortiment genommen werden oder “Off Season” sind. Ebenso beträgt die Lieferzeit manchmal, leider auch bei der Carl Mertens Aktion, zwei bis vier Wochen. Die Ware soll aber laut einigen Berichten zuverlässig geliefert werden.

Besonders lohnen dürften sich folgende Produkte:

  • Barsieb aus der Hampton Serie: 7,90€ (regulärer Preis: ca. 19 Euro).
  • Boston Shaker aus der Hampton Serie inkl. Mixglas (leider mit Rezeptaufdrücken): 24,90€ (regulärer Preis: ca. 40€).
  • Anti Pasti Zange: 6,90€ (regulärer Preis: ca. 12€), klasse für Zuckerwürfel, Kirschen und ähnlichem.

Desweiteren gibt es auch Flaschenöffner, Korkenzieher, Bestecksets, Salatbesteck, usw. Eventuell sucht gerade jemand so etwas. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass nicht ohne weiteres bei Brands4Friends eingekauft werden kann. Entweder muss man sich auf eine Warteliste setzen lassen muss um sich anmelden zu können oder ein bereits angemeldeter Nutzer lädt einen ein. Im Prinzip ist das aber alles nur einfaches Marketing, um den Shop interessanter wirken zu lassen. Man findet nämlich im ganzen Internet unzählige “Anmelde-Links”. Diese generiert ein bestehender Nutzer, welche noch nicht angemeldete Personen nutzen können, um sich anzumelden. Falls euch das Angebot interessiert, könnt ihr zum Beispiel den Link von “Dr Pepper” nutzen, der das Angebot entdeckt hat. Pro angemeldeten Nutzer, der einen Einkauf tätigt, bekommt der “Einladende” ein Gutschein über 8€ ausgestellt.

Im Gesamten scheint die Aktion seriös zu sein, wenn man mit der langen Wartezeit Leben kann. Allerdings gibt es im Internet auch ein paar Berichte, die von gefälschter Kleidung und von sehr langen Wartezeiten berichten. Das sind jedoch Ausnahmen. Trotzdem gilt, Bestellung auf eigene Gefahr. Ich habs allerdings auch mal riskiert, wer fälscht schon Barsiebe? ;-)

Rum & Co Tastings

Posted in Allgemeines on April 14th, 2010 by Sascha – 2 Comments

Rum ist im Kommen! Spielte diese Spirituose in den vergangenen Jahren noch öfters die Zweite Geige, kommen seit geraumer Zeit immer mehr Abfüllungen auf den Markt bzw. die Verfügbarkeit von bestehenden Abfüllungen steigt. Neben der bereits vorgestellten Rum Company, aus Miltenberg, bietet nun ein weiterer Shop ein spezielles Angebot für Rum Fans an: Rum Tastings von Rum & Co.

Probefläschchen

Der Shop wird von insgesamt drei Mitarbeiten betrieben und besteht seit ca. einem Jahr. Geschäftsführer Thomas Altmann ist selbst großer Rum Fan und ist durch Cocktails Old Fashioned auf die Idee gekommen, selbst regelmäßige Rum und Spirituosen Tastings anzubieten.

Thomas wählt ab Mai jeden Monat eine kleine Zahl an Spirituosen (hauptsächlich Rums) aus, die in kleine Fläschchen abgefüllt werden und daraufhin nur mit einer Nummer gekennzeichnet an die Tester verschickt werden. Diese probieren jede einzelnen Probe, vergeben eine Bewertung von eins (sehr schlecht) bis zehn (sehr gut) und schicken die gesammelten Eindrücke an Rum & Co. Auf diesem Wege können Fans der jeweiligen Spirituose neue Abfüllungen kennen lernen, ohne gleich eine ganze Flasche kaufen zu müssen. Mit der Zeit sollte sich auch für Dritte eine stattliche Sammlung von Bewertungen und Geschmacksnotizen ansammeln, die für den eigenen Einkauf mitentscheidend sein könnten.

Das erste Tasting wird im Mai stattfinden und folgende Rums zum Preis von 29,90€ inklusive Versandkosten beinhalten:

1. Plantation Guadeloupe 1998
2. Pyrat XO
3. Coruba Cigar 12 Jahre
4. Ron Centenario Fundacion XX
5. Malecon 18 Jahre
6. Ron Malteco 10 Jahre
7. Ron Zacapa 23

Wie am Preis zu sehen ist, macht der Shop nur geringen Gewinn an den Tastings! Es wäre schön zu sehen, wenn sich solche Tastings weiter verbreiten würden. Falls man sich tiefer mit einer Spirituose beschäftigen möchte, ist dies entweder nur mit viel Geld für ganze Flaschen oder eben mit kleinen, günstigen Proben möglich. Wer an dem Rum Tasting teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden.